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Linguistische Gedichtanalyse mit morphologischem und phonetischem Schwerpunkt

Analyse der Gedichte „Das große Lalula“ von Christian Morgenstern und „KARAWANE“ von Hugo Ball

Title: Linguistische Gedichtanalyse mit morphologischem und phonetischem Schwerpunkt

Research Paper (undergraduate) , 2004 , 13 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Inga Hemmerling (Author)

German Studies - Linguistics
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse zweier Gedichte von Christian Morgenstern („Das große Lalula“) und Hugo Ball („KARAWANE“). Die Analyse soll keine literaturwissenschaftliche sein, sondern sie bezieht sich auf die sprachlichen Merkmale. Die Gedichte werden also unter sprachwissenschaftlichen Aspekten analysiert. Begrenzt habe ich mich in dieser Hinsicht auf die morphologischen und phonetischen Gesichtspunkte einer linguistischen Analyse.
Der Dadaismus ist eine Art „Anti-Kunst“, welche gegen ein bürgerlich- konformistisches Kunstideal rebelliert. Zufall und Spontaneität wurden im Dadaismus zum Gesetz. Willkürliche Wort- und Silbenreihen wurden wie auch die Collagen zur Ausdrucksform des Dadaismus. Die inhaltlichen Aussagen der Werke waren nicht relevant, was zählte, war das Spiel mit der Form. Genau mit diesem Hintergrundwissen ist zu erkennen, dass die zwei Gedichte, welche ich hier behandle, typische Formen des Dadaismus sind. Denn auch bei diesen Gedichten geht es nicht um den Inhalt, sondern um die Form und um die Frage, wie mit Sprache gespielt wird. Dieser Aspekt wird hier in meiner Ausarbeitung der Präsentation nun näher ausgeführt. Christian Morgenstern ist ein deutscher Dichter, Dramaturg, Journalist und Übersetzer. Er wurde am 06. Mai 1871 in München geboren. Sein Vater war Landschaftsmaler, weswegen die Familie oft auf Reisen in neue Regionen war. Daraus ergab sich für Christian Morgenstern ein sehr unregelmäßiger Schulunterricht oder manchmal auch Privatunterricht in den verschiedenen Regionen, in der sich die Familie aufhielt. Er lebte bis 1881 bei seinen Eltern, bis seine Mutter starb. Daraufhin lebte er bei seinem Paten in Hamburg, kurz danach kam er aber ins Heim. Als sein Vater dann 1882 schon wieder heiratete und Professor an der königlichen Kunstschule wurde, lebte Christian Morgenstern wieder bei seinem Vater und dessen neuer Frau. Auf Wunsch seines Vaters wechselte er dann von dem Gymnasium auf eine Militärsschule, wo er allerdings gar nicht zufrieden war und ein halbes Jahr später auch wieder auf das Gymnasium wechselte. 1892 studierte er Volkswirtschaft und ein Jahr später erkrankte er stark an Tuberkulose.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Biographie Christian Morgensterns

3 Analyse des Gedichts „Das große Lalula“

3.1 Analyse unter morphologischen Aspekten

3.2 Analyse unter phonetischen Aspekten

4 Biographie Hugo Balls

5 Analyse des Gedichts „KARAWANE“

5.1 Analyse unter morphologischen Aspekten

5.2 Analyse unter phonetischen Aspekten

6 Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht zwei dadaistische Gedichte von Christian Morgenstern und Hugo Ball unter rein sprachwissenschaftlichen Gesichtspunkten. Ziel ist es, die morphologischen Strukturen und phonetischen Merkmale dieser „Anti-Kunst“-Werke zu analysieren, um das Spiel mit der Form anstelle des inhaltlichen Sinns aufzuzeigen.

  • Dadaismus als Anti-Kunst und Rebellion gegen konformistische Ideale.
  • Morphologische Analyse der Wortbildungen und Morpheme.
  • Phonetische Untersuchung der Lautkombinationen und Lesehilfen.
  • Vergleich der Gedichte „Das große Lalula“ und „KARAWANE“.
  • Rolle von Zufall, Formspiel und Vortragscharakter in dadaistischen Werken.

Auszug aus dem Buch

3 Analyse des Gedichts „Das große Lalula“

Wie schon in der Einleitung erwähnt wurde, ist der Dadaismus eine Form der Kunst, welche allerdings die durch den ersten Weltkrieg fragwürdig gewordene überlieferte bürgerliche Kultur lächerlich machen wollte. Die Deklamation von Lauten und zusammengesetzten Wörtern sollte die chaotischen Bewusstseinsempfindungen der Menschen deutlich machen. Dieses Prinzip verfolgte auch Christian Morgenstern in dem Gedicht „Das große Lalula“:

Das große Lalula Kroklokwafzi? Semememi! Seiokrontro – prafriplo: Bifzi, bafzi; hulalemi: quasti bast bo … Lalu lalu lalu lalu la!

Auf den ersten Blick ist es sicherlich schwer, in diesem Gedicht überhaupt etwas zu erkennen. Dass es keine für uns offensichtliche Bedeutung hat, liegt nahe, da wir die Ausdrücke, die Christian Morgenstern hier verwendet, wie zum Beispiel „Kroklokwafzi“, „Hontraruru“ oder auch „Silzusankunkrei“, nicht zu deuten wissen. Wir erkennen in dem Gedicht zwar Fragesätze wie bei „Kroklokwafzi?“, „zasku zes rü rü?“ und „klekwapufzi lü?“, Ausrufesätze bei „Semememi!“, Lalu lalu lalu lalu la!“ und „silzuzankunkrei (;)!“, andere Interpunktionen wie Kommata, Semikolons, Doppelpunkte und Klammern, sowie auch ein Refrain zu erkennen ist, der jeweils die fünfte Zeile darstellt, dennoch hat das Gedicht keine einheitliche Syntax, die eine Bedeutung erkennen lassen würde.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung definiert den Rahmen der Arbeit, indem sie die linguistische Analyse der Gedichte von Morgenstern und Ball unter morphologischen und phonetischen Aspekten innerhalb des dadaistischen Kontextes festlegt.

2 Biographie Christian Morgensterns: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg des Dichters nach, von seiner Kindheit und unregelmäßigen Schulbildung bis zu seiner schriftstellerischen Tätigkeit und seinem gesundheitlichen Leidensweg.

3 Analyse des Gedichts „Das große Lalula“: Hier wird Morgensterns Werk vorgestellt und hinsichtlich seiner fehlenden Syntax sowie der Struktur der verwendeten Kunstwörter untersucht.

3.1 Analyse unter morphologischen Aspekten: Dieser Abschnitt untersucht den Aufbau der Wörter im Gedicht und differenziert zwischen usuellen, okkasionellen und potentiellen Wortbildungen.

3.2 Analyse unter phonetischen Aspekten: Dieser Teil betrachtet die lautlichen Ereignisse des Gedichts und stellt fest, dass die ungewöhnlichen Buchstabenkombinationen als Lesehilfe für den Vortrag fungieren.

4 Biographie Hugo Balls: Das Kapitel bietet einen Abriss über das Leben Hugo Balls, inklusive seines Werdegangs im Theaterbetrieb und der Gründung des „Cabaret Voltaire“ als Geburtsort des Dadaismus.

5 Analyse des Gedichts „KARAWANE“: Diese Analyse widmet sich dem Werk von Hugo Ball, das sich durch das Fehlen von Satzzeichen und eine bewusste Dekonstruktion der Sprache auszeichnet.

5.1 Analyse unter morphologischen Aspekten: Hier werden die Morpheme des Gedichts „KARAWANE“ analysiert und die geringe Anzahl an transparenten Basismorphemen des Deutschen hervorgehoben.

5.2 Analyse unter phonetischen Aspekten: Dieser Abschnitt thematisiert die Diskrepanz zwischen Schriftbild und Aussprache bei abstrakten Lautkombinationen sowie die Funktion des Gedichts als reine Vortragskunst.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Unterschiede zwischen den beiden Gedichten zusammen und bettet sie in das übergeordnete Ziel der Dadaisten ein, durch Unverständlichkeit und Zufallsprinzipien ästhetische Werte zu hinterfragen.

Schlüsselwörter

Dadaismus, Linguistik, Gedichtanalyse, Christian Morgenstern, Hugo Ball, Morphologie, Phonetik, Morphem, Wortbildung, Lautgedicht, Sprachwissenschaft, Formspiel, Syntax, Das große Lalula, KARAWANE

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit einer linguistischen Analyse von zwei dadaistischen Gedichten („Das große Lalula“ und „KARAWANE“) unter besonderer Berücksichtigung der morphologischen und phonetischen Struktur.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die dadaistische Kunstauffassung, die Sprachwissenschaft im Kontext literarischer Texte sowie die Dekonstruktion konventioneller Wortbildungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Morgenstern und Ball durch das bewusste Spiel mit Sprache und Form die Bedeutung der Wörter zugunsten des reinen Klangs und der zufälligen Struktur zerstören.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es werden morphologische Analysen zur Bestimmung von Morphemgrenzen und Wortbildungsarten sowie phonetische Untersuchungen zur Lautung und Funktion des Schriftbildes als Lesehilfe angewandt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in biografische Skizzen der Autoren sowie die detaillierte linguistische Untersuchung der beiden genannten Gedichte, unterteilt in Teilbereiche zur Morphologie und Phonetik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Dadaismus, Morphologie, Phonetik, Wortbildung, Lautgedicht und Sprachdekonstruktion charakterisiert.

Worin besteht der wesentliche Unterschied zwischen den analysierten Gedichten von Morgenstern und Ball?

Morgensterns „Das große Lalula“ weist noch eine gewisse Struktur durch Strophen und Interpunktionen auf, während Balls „KARAWANE“ gänzlich auf Syntax und Satzzeichen verzichtet und das Lautbild stärker in den Vordergrund rückt.

Welche Rolle spielt das Zufallsprinzip im Dadaismus?

Das Zufallsprinzip wird als künstlerische Methode eingesetzt, um sich von bürgerlichen Konventionen zu distanzieren und durch die unkonventionelle Anordnung von Elementen eine neue Form der Kunst zu schaffen.

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Details

Title
Linguistische Gedichtanalyse mit morphologischem und phonetischem Schwerpunkt
Subtitle
Analyse der Gedichte „Das große Lalula“ von Christian Morgenstern und „KARAWANE“ von Hugo Ball
College
Ruhr-University of Bochum  (Fakultät für Philologie)
Course
Dadaismus
Grade
1,0
Author
Inga Hemmerling (Author)
Publication Year
2004
Pages
13
Catalog Number
V92276
ISBN (eBook)
9783638060943
ISBN (Book)
9783638950572
Language
German
Tags
Linguistische Gedichtanalyse Schwerpunkt Dadaismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Inga Hemmerling (Author), 2004, Linguistische Gedichtanalyse mit morphologischem und phonetischem Schwerpunkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92276
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