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Das Auswärtige Amt bei der Wannsee-Konferenz. Wie nutzte das Amt seine zugeschriebene Rolle bei den Plänen und der Durchführung zur "Endlösung"?

Title: Das Auswärtige Amt bei der Wannsee-Konferenz. Wie nutzte das Amt seine zugeschriebene Rolle bei den Plänen und der Durchführung zur "Endlösung"?

Seminar Paper , 2018 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Caroline Meinhardt (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Die vorliegende Arbeit bietet Antworten auf folgende Fragen: Welche Rolle spielte das Auswärtige Amt hinsichtlich der "Lösung der Judenfrage"? Welche Handlungsmacht wurde dem Auswärtigen Amt, insbesondere Martin Luther bei der Planung der "Endlösung" zugeschrieben und wie nutzte er diese? Inwieweit war das Auswärtige Amt an den Deportationen und der Vernichtung der Juden beteiligt? Aufgrund dieser und anderer Fragen wurde 2005 von dem damaligen Bundesaußenminister Joschka Fischer die Unabhängige Historikerkommission eingesetzt, die die Vergangenheit des Amts im Dritten Reich aufarbeiten sollte.

Diese Arbeit beginnt mit einer kurzen Darstellung der Geschichte des Auswärtigen Amts, mit einem besonderen Blick auf die 1940 gegründete Abteilung Deutschland. Im folgenden Kapitel wird die Radikalisierung des Amtes analysiert, insbesondere auf dem Weg vom Madagaskarplan bis zur Wannsee-Konferenz, wo die Entscheidung zur "Endlösung" getroffen wurde. Dabei wird dargestellt, wie es zur Konferenz kam, welche Vorbereitungen dafür getroffen wurden und was bei der Konferenz besprochen wurde.

Des Weiteren wird untersucht, welche Rolle dem Amt bei der "Lösung der Judenfrage" zugesprochen wurde, welche Handlungsmacht Luther bekam und wie er diese Macht nutzte und für sich einsetzte. Für die Untersuchung des letzten Punktes, die Nutzung der Macht, wird erörtert, wie weit das Amt in die Vorbereitung und Durchsetzung der Deportationen beteiligt war. Dazu wird zum einen die noch untergeordnete Rolle des Amtes bei den Deportationen in Frankreich, Belgien und der Niederlande untersucht, zum Anderen die Deportationen in Südosteuropa, wo das Amt mehr Zuständigkeiten besaß.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Auswärtige Amt

2.1 Geschichte

2.2 Abteilung Deutschland

2.3 Madagaskarplan

3. Die Wannsee-Konferenz

3.1 Vorläufer

3.2 Vorbereitungen

3.3 Resolution

4. Deportationen in den Gebieten

4.1 Testlauf

4.2 Frankreich, Niederlande und Belgien

4.3 Südosteuropa

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Handlungsmacht des Auswärtigen Amtes, insbesondere von Unterstaatssekretär Martin Luther, bei der Planung und Umsetzung der „Endlösung der Judenfrage“ im Kontext der Wannsee-Konferenz. Dabei wird analysiert, wie das Amt seine institutionelle Position nutzte und inwieweit es aktiv an der Koordination und Durchführung von Deportationen in verschiedenen besetzten und verbündeten Gebieten beteiligt war.

  • Die nationalsozialistische Durchdringung des Auswärtigen Amtes
  • Die Rolle der Abteilung Deutschland und des Referats D III
  • Der Übergang vom Madagaskarplan zur „Endlösung“
  • Die Zusammenarbeit zwischen dem Auswärtigen Amt und dem RSHA
  • Regionale Unterschiede der Deportationspraxis und des diplomatischen Einflusses

Auszug aus dem Buch

3. Die Wannsee-Konferenz

Im Herbst 1941 kam es zu einer Verschärfung der deutschen Judenpolitik und der damit einhergehenden Kennzeichnungsverordnung für deutsche Juden, welche den letzten Schritt zum Übergang zur „Endlösung“ markierte. Dass das Amt offiziell am Holocaust beteiligt gewesen war, wird spätestens an Rademachers Reise am 16.10.1941 nach Belgrad klar: Durch den Partisanenkrieg sei die Deportation von 8000 Juden aus Serbien unumgänglich. Deshalb bat Benzler um die Unterstützung des Auswärtigen Amtes, welches aber ablehnte. Nach mehreren Anläufen seitens Benzler wurde seinem Anliegen nachgegeben und Rademacher reiste mit zwei Begleitern aus dem RSHA nach Belgrad, um die Angelegenheit persönlich zu besprechen. „Als ‚Reisezweck‘ [gab Rademacher] die ‚Abschiebung von 8000 Juden‘ an, auf seiner Reisekostenabrechnung nannte er als Zweck der Reise die ‚Liquidation von Juden in Belgrad‘.“ Auch die Meldung über Massenmorde an Juden aus der Sowjetunion erreichten erstmals am 30.10.1941 das Auswärtige Amt, als Einsatzgruppen-Berichte an Ribbentrop gesandt wurden.

Sie wurden gleich an das D III weitergeleitet, was bedeutet, dass die Angelegenheit nicht so sehr die Polizei oder die SS betrafen, sondern eher die „Judenfrage“. Die Berichte wurden von mindestens 21 Diplomaten gelesen, zusammengefasst und unterzeichnet. Damit war das Wissen im Amt um den Terminus „Lösung der Judenfrage“ kein Geheimnis mehr und es belegt das Einverständnis der Diplomaten, was dem RSHA nur entgegenkommt, da sie auf den Rückhalt des Amts angewiesen waren. Aufgrund dieser unsystematischen und unkontrollierbaren Tötungen beauftrage Göring Heydrich „alle erforderlichen Vorbereitungen in organisatorischer, sachlicher und materieller Hinsicht zu treffen für eine Gesamtlösung der Judenfrage im deutschen Einflußgebiet in Europa.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage zur Rolle des Auswärtigen Amtes bei der „Endlösung“ ein und stellt relevante historische Studien sowie die genutzten Quellen vor.

2. Das Auswärtige Amt: Dieses Kapitel beschreibt die Eingliederung des Amtes in das NS-Regime, die Etablierung der Abteilung Deutschland und frühere Projekte wie den Madagaskarplan.

3. Die Wannsee-Konferenz: Hier werden die organisatorischen Vorbereitungen, die diplomatische Einbindung sowie die im Protokoll festgehaltenen Beschlüsse zur „Endlösung“ detailliert analysiert.

4. Deportationen in den Gebieten: Dieses Kapitel untersucht die praktische Umsetzung von Deportationen in West- und Südosteuropa unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Zuständigkeiten des Amtes.

5. Fazit: Das Fazit fasst die aktive Beteiligung des Auswärtigen Amtes an den nationalsozialistischen Verbrechen zusammen und reflektiert die Handlungsmacht von Martin Luther.

Schlüsselwörter

Auswärtiges Amt, Nationalsozialismus, Wannsee-Konferenz, Endlösung, Martin Luther, Abteilung Deutschland, Reichssicherheitshauptamt, Deportation, Judenverfolgung, Diplomatie, Rademacher, Holocaust, NS-Unrechtspolitik, Judenfrage, Drittes Reich.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und der aktiven Beteiligung des Auswärtigen Amtes an der Planung und Durchführung der nationalsozialistischen „Endlösung der Judenfrage“ während des Zweiten Weltkriegs.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Selbstgleichschaltung des Auswärtigen Amtes, die Kooperation mit dem Reichssicherheitshauptamt (RSHA) sowie der diplomatische Einfluss auf Deportationen in verschiedenen besetzten Ländern.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es wird untersucht, welche Handlungsmacht dem Auswärtigen Amt zugeschrieben wurde, wie Martin Luther diese Macht nutzte und inwieweit das Amt tatsächlich an den Deportationen beteiligt war.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Quellenanalyse, insbesondere unter Auswertung von Dokumenten aus dem Politischen Archiv des Auswärtigen Amtes, Besprechungsprotokollen und zeitgenössischer Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der institutionellen Geschichte des Amtes, die Analyse der Radikalisierung vom Madagaskarplan bis zur Wannsee-Konferenz sowie die Untersuchung konkreter Deportationsfälle in West- und Südosteuropa.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen das Auswärtige Amt, die Wannsee-Konferenz, die „Endlösung“, Martin Luther, das Referat D III und die Zusammenarbeit zwischen Diplomatie und SS.

Welche Rolle spielte das Referat D III bei der „Endlösung“?

Das Referat D III fungierte als Bindeglied zum Reichssicherheitshauptamt (RSHA) und war federführend bei der „Judenfrage“ sowie bei der diplomatischen Koordinierung der Deportationen innerhalb der Abteilung Deutschland tätig.

Wie unterschied sich das Vorgehen des Amtes in Südosteuropa von dem in Westeuropa?

In Westeuropa war der Einfluss des Amtes begrenzt und wurde teils durch das RSHA umgangen, während das Amt in Südosteuropa, etwa in Bulgarien und Kroatien, eine aktivere, steuernde Rolle bei der Organisation der Deportationen einnahm.

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Details

Title
Das Auswärtige Amt bei der Wannsee-Konferenz. Wie nutzte das Amt seine zugeschriebene Rolle bei den Plänen und der Durchführung zur "Endlösung"?
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Geschichte der Neuzeit)
Course
Das Auswärtige Amt
Grade
1,7
Author
Caroline Meinhardt (Author)
Publication Year
2018
Pages
15
Catalog Number
V922811
ISBN (eBook)
9783346245236
ISBN (Book)
9783346245243
Language
German
Tags
Auswärtiges Amt Wannsee-Konferenz Endlösung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Caroline Meinhardt (Author), 2018, Das Auswärtige Amt bei der Wannsee-Konferenz. Wie nutzte das Amt seine zugeschriebene Rolle bei den Plänen und der Durchführung zur "Endlösung"?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/922811
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