In dieser Arbeit werden die Leistungsportfolios der größten Transaktionsplattformen im deutschen Gesundheitswesen - Global Healthcare Exchange (GHX), Gesellschaft für Standardprozesse im Gesundheitswesen (GSG), Health Business Solutions (HBS) und Medical Columbus (MC) - dargestellt und kritisch analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass die untersuchten Dienstleister der Transaktionsplattformen zwar eine geringe Differenzierung im Kerngeschäft aufweisen, jedoch einige erhebliche Unterschiede in der Abwicklung von Geschäftsprozessen, Datenmanagement, technischen Aspekten und nicht zuletzt auch Kosten zu beobachten sind.
Die Ausweitung zur Internetnutzung ermöglicht es, immer mehr Krankenhäusern und ihren Lieferanten, ihre Beschaffungs- und Absatzaktivitäten elektronisch durchzuführen. Die gesamte Supply Chain von den Lieferanten über die Logistiker bis zu den Krankenhäusern wird dadurch effizienter gestaltet und kann durch die resultierende Transparenz bedarfsgerecht gesteuert werden. Gerade der Erfolg des eProcurement, mit enormen Potentialen zur Reduktion der Bestellabwicklungskosten, hat gezeigt, dass es bezüglich der absoluten Transaktionskosten ungünstig ist, mit jedem einzelnen Geschäftspartner eine eigenständige Vereinbarung hinsichtlich der eBusiness-Nutzung zu treffen. Derzeit verfolgen fast alle Geschäftspartner im Gesundheitswesen eine Strategie, bei der sie den Provider einer Transaktionsplattform als einen zusätzlichen
Intermediär akzeptieren. Die bestehenden Transaktionsplattformen orientieren sich stark an den individuellen Bedürfnissen der Gesundheitsbranche und versuchen, sich als ein unverzichtbares Informations- und Transaktionsmedium zu etablieren. Über unterschiedliche Schnittstellen der Transaktionsplattformen können die Teilnehmer mit unterschiedlichen Materialwirtschaftssystemen auf bestimmte Funktionen, wie z.B. Beschaffung (Procurement), Absatz (Commerce) oder Mehrwertdienste (Value Added Services) zugreifen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Relevanz der Arbeit
1.2 Grundlagen des Electronic Business im Gesundheitswesen
1.2.1 Begriffszusammenhänge
1.2.2 Ausprägungsformen
1.2.3 Bedeutung
1.3 Supply Chain Management im Gesundheitswesen
1.3.1 Grundlagen
1.3.2 Supply Chain Modelle
1.3.2.1 SCOR (Supply Chain Operations Reference Modell)
1.3.2.2 GSCF (Global Supply Chain Forum)
1.3.2.3 Supply Chain Modell von eBusiness im Gesundheitswesen
1.4 Voraussetzungen des Electronic Business
1.4.1 Datengenauigkeit
1.4.2 Prozessautomatisierung
1.4.3 Datenübertragung und Integration
1.5 Elektronische Marktplätze
1.5.1 Grundlagen
1.5.2 Formen Elektronischer Marktplätze
1.5.3 Elektronische Marktplätze im Gesundheitswesen
1.5.3.1 Bedeutung
1.5.3.2 Entwicklung und Status Quo
1.6 Die Rolle der Einkaufsgemeinschaften
1.6.1 Kooperationstypen
1.6.2 Beispiel: P.E.G.
1.7 Ziel der Arbeit
2 Methode
2.1 Informationsrecherchen im Vorfeld
2.2 Webseitenanalyse der Plattformbetreiber
2.3 Forschungsmethode
2.3.1 Auswahl des Erhebungsinstruments
2.3.2 Entwicklung des Leitfadens
2.3.3 Das Experteninterview
2.3.4 Durchführung und Auswertung des Interviews
3 Resultate
3.1 Health Business Solutions
3.1.1 Geschäftsmodell
3.1.2 Produkte und Dienstleistungen
3.1.3 Technische Aspekte
3.2 Gesellschaft für Standardprozesse im Gesundheitswesen
3.2.1 Geschäftsmodell
3.2.2 Produkte und Dienstleistungen
3.2.3 Technische Aspekte
3.3 Global Healthcare Exchange
3.3.1 Geschäftsmodell
3.3.2 Produkte und Dienstleistungen
3.3.3 Technische Aspekte
3.4 Medical Columbus
3.4.1 Geschäftsmodell
3.4.2 Produkte und Dienstleistungen
3.4.3 Technische Aspekte
4 Diskussion
4.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
4.2 Interpretation der Ergebnisse
4.2.1 Abwicklung von Geschäftsprozessen
4.2.2 Datenmanagement
4.2.3 Kosten
4.2.3 Technische Aspekte
4.2.5 „Neutralität“ der Transaktionsplattformanbieter
4.3 Schlussfolgerung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert und vergleicht die Leistungsportfolios führender Transaktionsplattformen im deutschen Gesundheitswesen, um deren Differenzierungspotenziale und Auswirkungen auf Geschäftsprozesse in Kliniken zu evaluieren.
- Analyse der Funktionsweise elektronischer Beschaffungsprozesse (eProcurement) in Krankenhäusern.
- Detaillierte Untersuchung der Plattformanbieter GHX, GSG, HBS und Medical Columbus.
- Bewertung von Geschäftsmodellen, technischer Anbindung und angebotenen Mehrwertdiensten.
- Diskussion von Kostensenkungspotenzialen durch Standardisierung und Prozessautomatisierung.
- Herausarbeitung der "Neutralität" und strategischen Interessen der jeweiligen Plattformbetreiber.
Auszug aus dem Buch
1.4.1 Datengenauigkeit
Durch die hohe Teilnehmerzahl an einem elektronischen Handelsaustausch ist auch ein hohes Potential an ungenauen Daten gegeben. Um beispielsweise die Transaktionsfehler durch ungenaue Produktinformationen, hohen Zeitaufwand für die Rechnungsabgleiche und damit hohe Kosten zu vermeiden, ist die Datensynchronisation in den Organisationen erforderlich. Diese Probleme können durch das regelmäßige Bereinigen der Materialstämme, die Erstellung eines zentralen Depots herstellergeprüfter Produktdaten und die Entwicklung von Richtlinien und Prozeduren für übersichtliche Materialstämme beseitigt werden. Die Erstellung von standardisierten, strukturierten und klassifizierten Daten trägt hierzu in besonderem Maße bei [19]. Standards sind die Basis für elektronische Geschäftsprozesse, denn erst der Einsatz von Standards ermöglicht einen effizienten firmenübergreifenden Austausch von Informationen, fördert die Transparenz in Prozessen und trägt dazu bei, die Kosten für die Informationsbereitstellung wie auch Transaktions- und Prozesskosten erheblich zu reduzieren [19]. Klassifikationen und klassifizierte Produkte ermöglichen Vergleiche der Medicalprodukte mehrerer Hersteller sowie statistische Auswertungen zu Controllingzwecken [41]. eBusiness-Standards lassen sich in Katalogaustauschformate und andere Standards unterteilen. Sie stellen die sogenannten fachlichen Standards dar [61], die für diese Arbeit relevant sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema eBusiness im Gesundheitswesen ein, erörtert die Relevanz der Arbeit aufgrund steigenden Kostendrucks und definiert grundlegende Begriffe und Konzepte.
2 Methode: Hier werden die angewandten Forschungsmethoden beschrieben, darunter Literaturanalyse, Webseitenanalyse der Plattformanbieter sowie Experteninterviews zur Validierung der Daten.
3 Resultate: Dieses Kapitel präsentiert die detaillierten Untersuchungsergebnisse zu den vier Plattformanbietern Health Business Solutions, GSG, GHX und Medical Columbus hinsichtlich ihrer Geschäftsmodelle, Produkte und technischen Aspekte.
4 Diskussion: Hier werden die Ergebnisse interpretiert, Unterschiede zwischen den Anbietern herausgearbeitet und die strategische Bedeutung der Prozessoptimierung sowie technologische Kompetenzen bewertet.
Schlüsselwörter
eBusiness, eProcurement, Gesundheitswesen, Transaktionsplattformen, Supply Chain Management, Krankenhausmanagement, Prozessautomatisierung, Datenclearing, Klassifizierung, Intermediäre, Kostenmanagement, Benchmarking, Stammdaten, elektronische Marktplätze, Geschäftsprozesse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle und Leistungsfähigkeit elektronischer Transaktionsplattformen für das Beschaffungsmanagement im deutschen Gesundheitswesen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit behandelt Supply Chain Management, eBusiness-Grundlagen, Prozessautomatisierung, Datenmanagement sowie die strategische Bedeutung von Einkaufsgemeinschaften.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die detaillierte Analyse und ein kritischer Vergleich der Leistungsportfolios der führenden Anbieter GHX, GSG, HBS und Medical Columbus.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der eine umfassende Literaturrecherche, eine systematische Webseitenanalyse sowie Experteninterviews mit Branchenvertretern kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, die methodische Vorgehensweise sowie die detaillierte Darstellung der Resultate der einzelnen Anbieter und deren anschließende Diskussion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören eProcurement, Prozessautomatisierung, Stammdatenabgleich, Krankenhauslogistik und Supply Chain Management.
Wie unterscheiden sich die Geschäftsmodelle der untersuchten Plattformen?
Die Anbieter differenzieren sich durch ihre Eigentümerstrukturen (z.B. lieferantengetrieben vs. krankenhausgetrieben), ihren technologischen Fokus (z.B. Spezialisierung auf Scannerlösungen) und ihr Einnahmemodell.
Welche Bedeutung haben Standards für den Erfolg der elektronischen Beschaffung?
Standards für Produktdaten und Kommunikationsformate sind laut der Arbeit das kritische Erfolgskriterium, um Medienbrüche zu vermeiden und eine hohe Datenqualität für automatisierte Prozesse zu gewährleisten.
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- Dipl.-Kfm. (FH) Anton Jakob (Author), 2009, Leistungsportfolio von eProcurement Transaktionsplattformen. Alleinstellungsmerkmale und Charakteristika, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/922828