Gegenstand dieser Arbeit ist eine literaturbasierte Untersuchung der Aktiensegmente in Deutschland. Im Mittelpunkt steht die Frage, welches Segment ist für welche Art von Unternehmen oder Unternehmensgröße geeignet? Angestrebt wird, eine kritische und ausführliche Auseinandersetzung mit den verschiedenen Segmenten, um Unternehmen einen besseren Einblick in die Welt der Börse zu verschaffen.
Des Weiteren wird das Ziel verfolgt, dem Leser einen möglichst tiefen und umfassenden Einblick in die Thematik des deutschen Aktienmarktes zu gewähren. Die Frage nach Aktien ist von besonderem Interesse für Unternehmen, Privatanleger und Interessenten, weil sie als Finanzierungs- und Anlageobjekte dienen. Daher hat der Aktienmarkt eine nicht zu unterschätzende Bedeutung für die Interessen aller Wirtschaftssubjekte.
Die folgende Seminararbeit umfasst insgesamt fünf Kapitel. Im ersten Kapitel werden die Problemstellungen des Börsengangs bzw. die damit verbundene Frage nach dem richtigen Aktiensegment für den Börsengang vorgestellt. Zudem werden die Zielsetzungen und der Gang der Arbeit erläutert. Darauf aufbauend werden im zweiten Kapitel wichtige begriffliche Abgrenzungen im Hinblick auf die Thematik des Aktienmarktes beschrieben.
Hierbei werden die Begriffe Finanzmarkt, Börse, Aktien und ihre Gattungen genauer beschrieben. Im dritten Kapitel werden die verschiedenen Börsensegmente mit ihren Voraussetzungen und Zulassungsvorschriften vorgestellt. Das vierte Kapitel setzt sich kritisch mit den verschiedenen Segmenten auseinander, um herauszufinden welches Segment zu welcher Art von Unternehmen und Unternehmensgröße geeignet ist. Das Fazit und der Ausblick im fünften Kapitel fassen abschließend die Untersuchungsergebnisse zusammen und beantworten die anfangs gestellte Leitfrage.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Gang der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Finanzmarkt
2.1.1 Kapitalmarkt
2.1.2 Der deutsche Aktienmarkt
2.2 Börse
2.3 Aktien und ihre Gattungen
2.3.1 Der Begriff „Aktie“
2.3.2 Nennbetragsaktien – Stückaktien (nach Aufteilung der Aktien)
2.3.3 Inhaberaktien – Namensaktien (nach Art der Übertragung)
2.3.4 Stammaktien – Vorzugsaktien (nach Umfang der Rechte)
3. Börsensegmente
3.1 Regulierter Markt
3.1.1 General Standard
3.1.2 Prime Standard
3.2 Open Market (Freiverkehr) mit Bezug zum „Scale“
4. Scale, General Standard oder Prime Standard?
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, eine literaturbasierte Analyse der deutschen Aktiensegmente durchzuführen, um Unternehmen bei der Wahl des geeigneten Börsensegments zu unterstützen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht dabei, welches Börsensegment für welche Art von Unternehmen sowie welche Unternehmensgröße am besten geeignet ist, um eine optimale Balance zwischen Transparenzpflichten und Attraktivität für Investoren zu finden.
- Grundlagen des Finanzmarktes und des deutschen Aktienmarktes
- Klassifizierung von Aktiengattungen nach Rechten und Übertragungsarten
- Strukturanalyse der Börsensegmente (Regulierter Markt vs. Open Market)
- Anforderungen und Zulassungskriterien von Scale, General und Prime Standard
- Kritische Gegenüberstellung der Segmente hinsichtlich Transparenz und Kosten
Auszug aus dem Buch
3.2 Open Market (Freiverkehr) mit Bezug zum „Scale“
Der Freiverkehr ist im Gegensatz zum Regulierten Markt kein organisierter Markt und somit auch nicht gesetzlich reguliert. Mithilfe der Deutsche Börse AG werden die Wertpapiere auf Grundlage der Freiverkehrsrichtlinien mit einbezogen. Hierbei gibt es wenige formale Einbeziehungsvoraussetzungen und keine Folgepflichten für die Emittenten. Somit können sich Unternehmen ohne größere regulatorische Vorschriften an der Börse notieren lassen. Zudem wurde mit dem Entry Standard, innerhalb des Segments Open Market, ein Transparenzlevel geschaffen, das in Teilen über die Mindestanforderungen des Open Market hinausgehen. Dies wurde vor allem für kleinere oder mittlere Unternehmen konzipiert, um einen unbürokratischen, ohne große organisatorische und finanziellen Aufwand, Zugang zum Kapitalmarkt zu ermöglichen.
Doch Unternehmen müssen hierbei auf eine größere Sichtbarkeit für die breite Anlegermasse und auf die Aufnahme in einen renommierten Index verzichten. Weiterhin wurde der Entry Standard wegen einer Reihe unseriöser Börsengänge in Verruf gekommen, weshalb man das Marktsegment in „Scale“ umbenannt hat. Zu den Zielgruppen von Scale gehören Startups, kleinere und mittlere Unternehmen mit erprobten Geschäftsmodellen. Im Vergleich zum General Standard ist dies die schnellere und kostengünstigere Option zur Notierung von Wertpapieren, da die Teilnahmeanforderungen geringer sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung der Börse für die Kapitalbeschaffung und definiert die Problemstellung sowie das Ziel der literaturbasierten Untersuchung der Segmente.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweise von Finanz- und Aktienmärkten sowie die verschiedenen Aktiengattungen und ihre rechtliche Einordnung.
3. Börsensegmente: Es erfolgt eine detaillierte Vorstellung des Regulierten Marktes (mit General und Prime Standard) sowie des Open Markets, insbesondere des Segments Scale.
4. Scale, General Standard oder Prime Standard?: Eine kritische Gegenüberstellung und Analyse der drei Segmente hinsichtlich ihrer Eignung für verschiedene Unternehmensgrößen und Investorengruppen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt eine Einschätzung dazu ab, dass die Wahl des Segments maßgeblich von der Unternehmensgröße und dem angestrebten Grad der Transparenz abhängt.
Schlüsselwörter
Börsensegmente, Aktien, Kapitalmarkt, Regulierter Markt, Freiverkehr, Prime Standard, General Standard, Scale, Börsengang, Emission, Transparenzpflichten, Eigenkapital, Unternehmensfinanzierung, Investoren, Börsenzulassung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die verschiedenen Segmente des deutschen Aktienmarktes und untersucht, wie diese als Finanzierungswege für Unternehmen dienen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Zulassungsvoraussetzungen, den Transparenzstandards der einzelnen Segmente und deren Eignung für verschiedene Unternehmensarten.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt, welches Börsensegment für welche Art von Unternehmen oder welche Unternehmensgröße am besten geeignet ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturbasierte Analyse, die auf Fachliteratur zu den Themen Finanzen und Börsenwesen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte Erläuterung der Börsensegmente und eine kritische Gegenüberstellung der Auswahlmöglichkeiten für Unternehmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Börsensegmente, Kapitalmarkt, Transparenzpflichten, Börsengang und Aktienemission.
Warum wurde das Segment „Entry Standard“ in „Scale“ umbenannt?
Aufgrund einer Reihe unseriöser Börsengänge kam der „Entry Standard“ in Verruf, was zu einer Neuausrichtung und Umbenennung in „Scale“ führte.
Welche Vorteile bietet der „Prime Standard“ trotz höherer Kosten?
Er bietet die höchste Transparenz und ist Voraussetzung für die Aufnahme in renommierte Auswahlindizes wie den DAX, was die Attraktivität für internationale Investoren erheblich steigert.
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- Nuri Hamo (Author), 2020, Analyse der Aktiensegmente in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/922895