Diese Arbeit beschäftigt sich u.a. damit, welche Veränderungen durch die Digitalisierung auf den Berufsstand zukommen und welche Chancen und Herausforderungen damit verbunden sind. Besonders berücksichtigt wurden die aktuellen Anforderungen, die Veränderungen des Tätigkeitsspektrums, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und der Umgang mit Widerständen seitens der Belegschaft.
Die Vorschriften des deutschen Steuerrechts sind ausgesprochen komplex und bringen es mit sich, dass Privatpersonen und Unternehmen zur Erfüllung ihrer steuerlichen Pflichten auf professionelle Unterstützung angewiesen sind.
Wer diese Unterstützung in Steuersachen anbieten darf, ist gesetzlich klar geregelt. Zu unbeschränkten Hilfeleistungen in Steuersachen sind nach heutiger Gesetzeslage befugt: Steuerberater, Steuerbevollmächtigte, Rechtsanwälte, niedergelassene europäische Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Einstieg in das Thema und Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Der Steuerberater
2.2 Die Digitalisierung
2.2.1 Begriffsabgrenzung und technologische Entwicklung
2.2.2 Bedeutung und Auswirkung für Unternehmen
2.3 Der demografische Wandel
2.3.1 Begriffsklärung und prognostizierte Entwicklung
2.3.2 Auswirkung auf den Berufsstand
2.4 Die DATEV eG und der DATEV Branchenmonitor
3 Digitalisierung im Steuerberatermarkt
3.1 Aktueller Stand – Klassische Geschäftsmodelle
3.2 Strategiepapier „Steuerberatung 2020“ der Bundessteuerberaterkammer
3.3 Chancen durch die Digitalisierung
3.3.1 Erweiterung des Tätigkeitsspektrums
3.3.2 Positionierung als attraktiver Arbeitgeber
3.4 Herausforderungen durch die Digitalisierung
4 Handlungsansätze zum Umgang mit der digitalen Transformation
4.1 Prozessuale Neuausrichtung der Kanzlei
4.2 Widerständen professionell begegnen
4.3 Neue Schwerpunkte setzen: Beispiel Betriebswirtschaftliche Beratung
5 Kritische Würdigung der Ergebnisse
5.1 Offene Punkte
5.2 Ausblick
6 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die tiefgreifenden Auswirkungen der Digitalisierung auf den deutschen Steuerberatermarkt. Ziel ist es, die bestehende analoge Arbeitsweise zu analysieren, notwendige Anpassungsprozesse zu identifizieren und konkrete Handlungsempfehlungen für Kanzleien abzuleiten, um ihre Zukunftsfähigkeit angesichts wachsenden Konkurrenzdrucks und demografischen Wandels zu sichern.
- Analyse der Auswirkungen der digitalen Transformation auf Kanzleiprozesse.
- Einfluss des demografischen Wandels auf die Fachkräftegewinnung.
- Strategien zur Neuausrichtung des Geschäftsmodells von deklaratorischen Tätigkeiten hin zur betriebswirtschaftlichen Beratung.
- Methoden für ein erfolgreiches Change-Management bei Mitarbeitern und Mandanten.
- Rolle der DATEV eG als technischer Kooperationspartner für den Berufsstand.
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Erweiterung des Tätigkeitsspektrums
Deklaratorische Tätigkeiten können zunehmend durch automatisierte Prozesse erledigt werden. Als Beispiel kann heute bereits die vorausgefüllte Steuererklärung (VaSt) herangezogen werden. Hierbei können Steuerberater bei der Finanzverwaltung die elektronisch vorliegenden steuerrelevanten Daten auf direktem Wege abrufen, prüfen und anschließend automatisiert in die Einkommensteuererklärung übernehmen. Grundlage hierfür ist die Vollmacht zur Vertretung in Steuersachen, die mit dem BMF-Schreiben vom 1. August 2016 neu gefasst wurde. Mit dieser Vollmacht erteilt der Mandant die Einwilligung zum Abruf seiner bei der Finanzverwaltung gespeicherten Steuerdaten. Die durch den Wegfall der erfassenden Tätigkeiten eingesparte Zeit und die dadurch freiwerdenden Kapazitäten können dazu genutzt werden, das Tätigkeitsprofil zu erweitern und den beratenden Aspekt der Tätigkeit von Berufsträger und Mitarbeitern zu schärfen. Diese Erweiterung des Aufgabenspektrums hin zu einer abwechslungsreichen und fordernden Tätigkeit wird als Job Enrichment bezeichnet, ein Begriff, den besonders Herzberg in seiner Zwei-Faktoren-Theorie geprägt hat. Das Job Enrichment verfolgt zwei Ziele: Einerseits die Mitarbeiter durch eine abwechslungsreiche, sinnvolle Tätigkeit zu motivieren und andererseits das Unternehmen durch effektive Personalnutzung erfolgreicher zu machen.
Die verstärkte Einbindung der Mitarbeiter in den Beratungsprozess erfordert eine Professionalisierung in der Mandantengewinnung und -bindung, ein aktives Beziehungsmanagement und ein durchdachtes Konzept zur Mitarbeiterbindung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Thema, stellt die Relevanz der Digitalisierung für den Steuerberatermarkt dar und erläutert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden zentrale Begriffe wie Steuerberater, Digitalisierung und demografischer Wandel definiert sowie die Rolle der DATEV eG erläutert.
3 Digitalisierung im Steuerberatermarkt: Dieses Kapitel analysiert den Status quo der Kanzleien, das DATEV-Strategiepapier „Steuerberatung 2020“ sowie die Chancen und Herausforderungen der digitalen Transformation.
4 Handlungsansätze zum Umgang mit der digitalen Transformation: Es werden konkrete Empfehlungen zur prozessualen Neuausrichtung, zum Umgang mit Widerständen und zur betriebswirtschaftlichen Beratung als neues Schwerpunktthema gegeben.
5 Kritische Würdigung der Ergebnisse: Die Ergebnisse werden reflektiert, offene Punkte benannt und ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Branche gegeben.
6 Zusammenfassung: Dieses abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit des Wandels.
Schlüsselwörter
Digitalisierung, Steuerberater, Steuerberatung 2020, DATEV, demografischer Wandel, Prozessautomatisierung, Fachkräftemangel, Change-Management, Geschäftsmodell, betriebswirtschaftliche Beratung, Kanzleimanagement, digitale Transformation, Mandantenbindung, deklaratorische Tätigkeiten, Zukunftsfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der digitalen Transformation in deutschen Steuerberatungskanzleien und wie diese den Berufsstand nachhaltig verändert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Auswirkungen der Automatisierung auf klassische Kanzleiprozesse, der Umgang mit dem Fachkräftemangel sowie die Notwendigkeit, sich als Berater strategisch neu zu positionieren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Steuerberater durch die Digitalisierung entstehende Zeitersparnisse nutzen können, um ihr Dienstleistungsportfolio in Richtung betriebswirtschaftlicher Beratung auszuweiten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für diese Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung von Branchenberichten (wie dem DATEV-Digitalisierungsindex) und der Einbeziehung von Praxiswissen aus der Tätigkeit des Autors bei der DATEV eG.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der aktuelle Stand der Digitalisierung in Kanzleien, strategische Konzepte der Bundessteuerberaterkammer, Herausforderungen bei der Umsetzung und konkrete Handlungsempfehlungen für Kanzleiinhaber analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Digitalisierung, Steuerberatung 2020, Change-Management, Prozessautomatisierung und betriebswirtschaftliche Beratung geprägt.
Warum ist der demografische Wandel für Steuerberater relevant?
Der demografische Wandel führt zu einem sinkenden Anteil an Erwerbspersonen, was den Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter verschärft und Kanzleien zwingt, sich als attraktive Arbeitgeber mit moderner Arbeitsweise zu positionieren.
Wie kann ein Steuerberater dem Konkurrenzdruck durch Online-Anbieter begegnen?
Durch eine Spezialisierung auf beratungsintensive Tätigkeiten und die Nutzung digitaler Schnittstellen zur Steigerung der Effizienz, um sich vom reinen "Deklarationsgeschäft" abzuheben.
Welche Rolle spielt die DATEV eG in diesem Wandel?
Die DATEV eG unterstützt den Berufsstand durch IT-Infrastruktur, Beratungsangebote und Instrumente zur Messung des Digitalisierungsgrades, um die Zukunftsfähigkeit der Mitglieder zu sichern.
Warum ist Change-Management für Steuerkanzleien so wichtig?
Da die Umstellung auf digitale Prozesse oft auf Widerstände bei Mitarbeitern und Mandanten stößt, ist ein professionelles Begleiten des Wandels essenziell, um die Akzeptanz und den Erfolg der neuen Abläufe sicherzustellen.
- Arbeit zitieren
- Karin Sterz (Autor:in), 2019, Digitalisierung im Steuerberatermarkt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/922937