Diese Ausarbeitung verfolgt das Ziel, den Rechtschreibwortschatz NRW und dessen Begründungsmuster vorzustellen. Da dieser Wortschatz erst kürzlich eingeführt wurde, ist er möglicherweise einigen (angehenden) Lehrkräften noch relativ unbekannt. Darüber hinaus werden Strategien zur Vermittlung des Rechtschreibwortschatzes innerhalb des Rechtschreibunterrichts der Grundschule sowie eine konkrete Vermittlungsmethode – die Wörterkiste der Rechtschreibwerkstatt – dargestellt.
Mit Beginn des Schuljahrs 2019/2020 wurde ein verpflichtender Rechtschreibwortschatz an allen Grundschulen in Nordrhein-Westfalen eingeführt. Diesen präsentierte die Schulministerin Yvonne Gebauer Anfang 2019 in einer Handreichung als Leitfaden für Lehrinnen und Lehrer. Der Rechtschreibwortschatz umfasst einen vorgegebenen Grundwortschatz von 533 Wörtern und wird angereichert durch einen individuellen Wortschatz von 200 bis 300 Wörtern. Die 733 bis 833 Wörter gelten als verbindliche unterrichtliche Grundlage im Deutschunterricht an Grundschulen in NRW.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Rechtschreibunterricht in der Grundschule
2.1 Stufenmodell der Entwicklung orthografischer Kompetenzen
2.2 Ziele des Rechtschreibunterrichts
2.3 Lehrplanverankerung
3. Rechtschreibwortschatz
3.1 Vorgegebener Grundwortschatz
3.2 Individueller Wortschatz
4. Vermittlung des Rechtschreibwortschatzes innerhalb des Rechtschreibunterrichts
4.1 Einführung von Wörtern mit alphabetischen Phänomenen
4.2 Einführung von Wörtern mit orthografischen Phänomenen
4.3 Einführung von Wörtern mit morphematischen Phänomenen
4.5 Die Wörterkiste als Vermittlungsmethode
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, den verpflichtenden Rechtschreibwortschatz in Nordrhein-Westfalen vorzustellen, dessen Begründungsmuster zu erläutern und praxisnahe Vermittlungsmethoden für den Grundschulunterricht, insbesondere die „Wörterkiste“, darzustellen.
- Das Stufenmodell der orthografischen Kompetenz nach Peter May
- Stellenwert und Ziele des Rechtschreibunterrichts in der Grundschule
- Struktur und Inhalt des Rechtschreibwortschatzes NRW
- Didaktische Ansätze zur Einführung von Rechtschreibphänomenen
- Die Wörterkiste als konkretes Instrument zur Wortschatzsicherung
Auszug aus dem Buch
2.1 Stufenmodell der Entwicklung orthografischer Kompetenzen
Um zu beurteilen, was einen guten Rechtschreibunterricht bedingt, muss zunächst ein Verständnis der deutschen Rechtschreibung hergestellt werden. Hierfür wird das Stufenmodell der Entwicklung orthografischer Kompetenzen vorgestellt. Allerdings handelt es sich bei den folgend dargestellten Stufen nicht um aufeinanderfolgende Entwicklungsstufen, sondern vielmehr um sich ergänzende Strategien. Diese entstammen Werken von Dr. Peter May, welcher Autor der Hamburger Schreibprobe, der Hamburger Leseprobe sowie zahlreicher weiterer Schulleistungstests ist (May, 2002). Er unterscheidet – den Bereich der Grundschule betreffend – vorrangig zwischen der alphabetischen, der orthografischen und der morphematischen Stufe. Darüber hinaus müssen beim Schreiben von Sätzen oder ganzen Texten wortübergreifende Regelungen beachtet werden (ebd.).
Zu Beginn der Schulzeit lernen die Schülerinnen und Schüler, dass sich Wörter nicht nur in Silben, sondern auch in Laute (Phoneme) zerlegen lassen, welche wiederrum mit bestimmten Buchstaben (Graphemen) verknüpft werden (Stanat et al., 2017). Da die deutsche Orthografie keine Eins-zu-Eins-Übersetzung von Lauten in Buchstaben darstellt, werden nicht alle gesprochenen Laute verschriftlicht, sondern lediglich nur Phoneme in Form von Graphemen (Schulministerium NRW, 2019). Die alphabetische Strategie beschreibt nach May (2002) genau diese Fähigkeit – nämlich seine eigene Artikulation zu verschriftlichen. Der Autor beschreibt die Herangehensweise mit folgender Maxime: „Beachte die gesprochene Lautfolge und schreibe für jeden Laut einen Buchstaben!“ (May 2002, S. 29). Ein Kind beherrscht die alphabetische Rechtschreibstrategie, wenn es Wörter korrekt lautgetreu verschriftlicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Einführung des verpflichtenden Rechtschreibwortschatzes in NRW ein und erläutert das Ziel der Arbeit, diesen samt Vermittlungsstrategien vorzustellen.
2. Rechtschreibunterricht in der Grundschule: Das Kapitel erläutert das Stufenmodell nach May, die Ziele des Unterrichts sowie die Verankerung im Lehrplan als theoretische Basis.
3. Rechtschreibwortschatz: Hier wird der Aufbau des nordrhein-westfälischen Rechtschreibwortschatzes aus einem vorgegebenen Grundwortschatz und einem individuellen Ergänzungsteil detailliert analysiert.
4. Vermittlung des Rechtschreibwortschatzes innerhalb des Rechtschreibunterrichts: Das Kapitel bietet methodische Ansätze zur Einführung von Wörtern nach Rechtschreibstufen und stellt die Wörterkiste als konkretes Arbeitsmittel vor.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Bedeutung individueller Förderung sowie die Eignung der Wörterkiste für den Unterricht.
Schlüsselwörter
Rechtschreibwortschatz, NRW, Grundschule, Rechtschreibunterricht, Rechtschreibstrategien, Grundwortschatz, Rechtschreibkompetenz, Stufenmodell, Phonem-Graphem-Korrespondenz, Orthografie, morphematische Strategie, Wörterkiste, Rechtschreibwerkstatt, individuelle Förderung, Merkwörter.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Einführung und Vermittlung des verbindlichen Rechtschreibwortschatzes an Grundschulen in Nordrhein-Westfalen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die orthografische Kompetenzentwicklung nach Peter May, die Struktur des NRW-Rechtschreibwortschatzes und didaktische Vermittlungsmethoden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Lehrkräften den Rechtschreibwortschatz NRW näherzubringen und praxiserprobte Methoden zur effektiven Vermittlung im Unterricht aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung fachdidaktischer Literatur, Lehrplänen des Landes NRW sowie der Analyse des Rechtschreibwerkstatt-Konzepts.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Rechtschreibunterrichts, eine Vorstellung des Wortschatzmodells und eine detaillierte Darstellung von Vermittlungsstrategien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Rechtschreibkompetenz, Stufenmodell, Grundwortschatz, orthografische/morphematische Strategien und das spezifische Instrument der Wörterkiste.
Wie unterscheidet sich der Grundwortschatz vom individuellen Wortschatz in NRW?
Der Grundwortschatz ist ein verpflichtender Basisbestand von 533 Wörtern, während der individuelle Wortschatz (200-300 Wörter) eine flexible Ergänzung darstellt, die sich an den Interessen der Schüler orientiert.
Warum spielt das Stufenmodell nach May eine so große Rolle für die Arbeit?
Das Modell dient als theoretische Grundlage, um die Systematik der deutschen Rechtschreibung greifbar zu machen und darauf aufbauend differenzierte Vermittlungsschritte für den Unterricht zu entwickeln.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Was ist der Rechtschreibwortschatz Nordrhein-Westfalen und wie kann er im Rechtschreibunterricht der Grundschule vermittelt werden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/922966