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Lehrererwartungen und ihre Auswirkungen auf die Schülerleistung und deren Beurteilung

Leistungsbeurteilung und self-fullfilling prophecy

Título: Lehrererwartungen und ihre Auswirkungen auf die Schülerleistung und deren Beurteilung

Tesis (Bachelor) , 2018 , 33 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor)

Pedagogía - El profesor / Pedagogo
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Ich werde mich im Verlauf meiner Bachelorarbeit besonders auf den Themenbereich Schülerleistungen und Leistungsbeurteilung fokussieren und darstellen, welche Rolle Lehrererwartungen und ihre Auswirkungen auf die Leistungen eines Schülers und deren Beurteilung spielen können. Demnach lässt sich folgende Forschungsfrage formulieren: Wie können die Erwartungen einer Lehrkraft die schulische Leistung eines Schülers sowie deren Beurteilung durch den Lehrer beeinflussen und wie können Lehrpersonen möglichen negativen Auswirkungen entgegenwirken?

Wenn sich eine Erwartung des Lehrers über die Leistungen eines Schülers auf die tatsächlichen Leistungen auswirkt, kann man davon ausgehen, dass die Erwartungen nicht der Realität entsprechen. Ist eine Erwartung zutreffend, wird das Ergebnis unabhängig von ihr auftreten. Die Erwartung steht dann in keinem Zusammenhang mit der Schülerleistung. In diesem Fall wäre allerdings auch die Untersuchung von Erwartungseffekten irrelevant. Diese Arbeit stützt sich dementsprechend auf die Annahme, dass Erwartungen nicht immer zutreffen.

Zum Klären der Forschungsfrage ist es zunächst sinnvoll, wichtige Begriffe wie Erwartung und Wahrnehmung genauer zu definieren und zu erkennen, wie diese zusammenhängen und sich auf den Schulkontext beziehen lassen. Außerdem möchte ich auf allgemeine Merkmale von Erwartungen eingehen, die den Erwartungsbegriff von verwandten Konzepten wie Hoffnung oder Glaube abgrenzen. Des Weiteren soll untersucht werden, welche Schülermerkmale die Erwartungen eines Lehrers besonders beeinflussen können und wie diese Erwartungen wiederum das Lehrerverhalten beeinflussen. Hier spielt vor allem die self-fulfilling prophecy bzw. die sich selbsterfüllende Prophezeiung eine übergeordnete Rolle. Das bedeutet, dass es wichtig ist, das Phänomen der sich selbsterfüllenden Prophezeiung mit dem Bereich Leistungsbeurteilung zu verknüpfen. Unter Leistungsbeurteilung werden in dieser Arbeit Beurteilungen von Schülerleistungen durch Notenvergabe, Verbalbeurteilungen sowie Feedback und Lehrerkommentare auf Schülerantworten im Unterricht verstanden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

1 Erwartungen

1.1 Was sind Erwartungen?

1.2 Erwartungen und Wahrnehmung

1.3 Merkmale von Erwartungen nach Ludwig

2 Lehrererwartungen gegenüber dem Schüler

2.1 Schülermerkmale, die Lehrererwartungen besonders beeinflussen

2.2 Lehrererwartungen als sich selbsterfüllende Prophezeiungen

2.2.1 Was sind sich selbsterfüllende Prophezeiungen und ihre Merkmale?

2.2.2 Konsequenzen der selbsterfüllenden Prophezeiung für die Schülerleistung und die Leistungsbeurteilung

2.2.2.1 Das Oak School-Experiment

2.2.2.2 Das 6-Phasen-Modell

2.2.2.3 Erwartungen und Kausalattributionen

3 Umgang der Lehrperson mit ihren Erwartungen

II Fazit

III Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Lehrererwartungen auf die schulische Leistungsentwicklung und die Leistungsbeurteilung. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie Erwartungshaltungen die Wahrnehmung und Beurteilung von Schülern beeinflussen und durch welche Maßnahmen Lehrpersonen negativen Erwartungseffekten entgegenwirken können.

  • Grundlagen von Erwartungen und interpersonaler Wahrnehmung
  • Mechanismen sich selbsterfüllender Prophezeiungen im Schulkontext
  • Kritische Analyse des Oak School-Experiments und nachfolgender Modelle
  • Bedeutung der Kausalattribution für die Leistungsbeurteilung
  • Methodische Ansätze zur Reduktion von Erwartungseffekten

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Was sind sich selbsterfüllende Prophezeiungen und ihre Merkmale?

Der Begriff der SFP wurde 1948 erstmals vom Soziologen Robert Merton verwendet, damals allerdings noch in einem nicht-schulischen Kontext. SFP bezeichnet den Vorgang, „bei dem die Erwartungen, die eine Person über eine andere hat, ihr Verhalten dem anderen gegenüber beeinflussen, woraufhin der andere sich konform zu den ursprünglichen Erwartungen verhält und damit die Erwartung erfüllt“ (Aronson et al., 2008, S. 66). Das bedeutet im Umkehrschluss, dass eine SFP eigentlich falsch ist, obwohl sie laut Definition richtig ist, was sich aber erst erkennen lässt, nachdem einige Zeit verstrichen ist, weil man erst im Nachhinein feststellen kann, dass das Vorausgesagte eingetreten ist. Folgendes Zitat von Merton (1948, zitiert nach Tauber, 1997, S. 9) beschreibt dieses Merkmal der SFP deutlich:

“The self-fulfilling prophecy is, in the beginning, a false definition of the situation evoking a new behaviour which makes the originally false conception come true”.

„[The] crucial, identifying feature which makes an expectation self-fulfilling is that the result would not have come about without the intervention of the prophecy” (Smale, 1977, S. 19).

Eine Prophezeiung ist demnach nur selbsterfüllend, wenn das Resultat ohne die vorangegangene Erwartung nicht eintreffen würde bzw. nicht eingetroffen wäre.

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Lehrererwartungen im Schulalltag ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage sowie das Ziel der Arbeit.

1 Erwartungen: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Erwartung, beleuchtet deren Entstehung im Schulkontext und grenzt sie von anderen psychologischen Konstrukten ab.

2 Lehrererwartungen gegenüber dem Schüler: Hier werden Schülermerkmale diskutiert, die Lehrer in ihrer Wahrnehmung beeinflussen, sowie das Phänomen der sich selbsterfüllenden Prophezeiung (SFP) im Kontext der Leistungsbewertung analysiert.

3 Umgang der Lehrperson mit ihren Erwartungen: Dieses Kapitel erörtert praktische Methoden und Strategien für Lehrkräfte, um den negativen Einfluss von Erwartungseffekten durch Reflexion und objektive Bewertung zu minimieren.

II Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit von Bewusstmachung und Sensibilisierung für Erwartungseffekte im Lehrerberuf.

III Literaturverzeichnis: Ein vollständiges Verzeichnis der in der Arbeit zitierten Quellen.

Schlüsselwörter

Lehrererwartungen, Schülerleistung, Leistungsbeurteilung, Selbsterfüllende Prophezeiung, Pygmalioneffekt, Kausalattribution, Erwartungseffekt, Interpersonale Wahrnehmung, Golem-Effekt, Galatea-Effekt, Halo-Effekt, Schülermerkmale, Lehrerhandeln, Bezugsnorm, Leistungsbewertung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen Wirkung von Lehrererwartungen auf die Leistungen von Schülern und wie diese Erwartungen die anschließende Leistungsbeurteilung beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Interaktion zwischen Lehrern und Schülern, der Prozess der Erwartungsbildung, die Theorie der selbsterfüllenden Prophezeiung sowie verschiedene Ansätze zur objektiveren Notengebung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie Erwartungen einer Lehrkraft die schulische Leistung eines Schülers sowie deren Beurteilung beeinflussen und welche Strategien es gibt, um negativen Auswirkunegn entgegenzuwirken.

Welche wissenschaftlichen Modelle werden verwendet?

Es werden das klassische Oak School-Experiment von Rosenthal und Jacobson, das 6-Phasen-Modell von Brophy und Good sowie die Kausalattributionstheorie nach Heckhausen analysiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition der Erwartungsbegriffe, die Analyse der SFP als Mechanismus der Leistungsbeeinflussung und eine kritische Diskussion darüber, wie Lehrkräfte ihre Erwartungshaltungen reflektieren und korrigieren können.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Lehrererwartung, SFP, Leistungsbeurteilung, Pygmalioneffekt, Kausalattribution und Erwartungseffekt charakterisiert.

Warum spielt die Kausalattribution in dieser Arbeit eine Rolle?

Die Kausalattribution erklärt, warum Lehrkräfte bestimmte Leistungen auf Faktoren wie Begabung oder Anstrengung zurückführen, was wiederum die Erwartungen an den Schüler stabilisiert oder verändert.

Wie kann eine Lehrkraft konkret Erwartungseffekte mindern?

Durch Transparenz bei der Leistungsbeurteilung, die Nutzung von Kriterienkatalogen, regelmäßige Selbstreflexion und die bewusste Differenzierung zwischen verschiedenen Bezugsnormen kann eine Lehrkraft die Gefahr einer ungerechtfertigten Benotung senken.

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Detalles

Título
Lehrererwartungen und ihre Auswirkungen auf die Schülerleistung und deren Beurteilung
Subtítulo
Leistungsbeurteilung und self-fullfilling prophecy
Universidad
University of Trier
Calificación
1,3
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
33
No. de catálogo
V922972
ISBN (Ebook)
9783346245977
ISBN (Libro)
9783346245984
Idioma
Alemán
Etiqueta
Erwartungseffekte Lehrererwartungen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2018, Lehrererwartungen und ihre Auswirkungen auf die Schülerleistung und deren Beurteilung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/922972
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