Indianer heute. Moderne Problemstellungen


Essay, 2014

5 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Einleitung

In diesem Essay möchte ich auf die aktuelle Lebenssituation und Probleme der Indianer diskutieren und darauf eingehen, wie groß der Einfluss der „Weißen“ darauf ist. Dazu werde ich insbesondere den Alkoholkonsum, die Kriminalität und auch die Geschichte der indianischen Bevölkerung beleuchten.

Allgemeine Lebenssituation

Die Kulturen und Lebensweisen der Ureinwohner des Kontinents haben sich ca. 500 Jahre nach der Entdeckung der Columbus erheblich verändert. Die Indianer stellen heute knapp 2% der Gesamtbevölkerung in den USA dar und nur noch 3% des ihnen früher ganz gehörenden Landes, das auf 267 Reservationen verteilt ist, steht ihnen zu. Obwohl die USA zu den reichsten Ländern der Welt gehört, zählen die Wohngebiete der “Indianer” zu den “Dritte-Welt-Ländern”. Ihr Leben ist bis heute von Armut geprägt, was sich besonders auf Reservationen durch eine hohe Arbeitslosigkeit widerspiegelt. Dort hat sich die Arbeitslosenquote seit 1908 zwischen 40 und 80 % eingependelt. Auch unzureichende Bildungsmöglichkeiten und eine schlechte medizinische Grundversorgung machen der indigenen Bevölkerung das Leben schwer. „The 2000 census figures indicate that Indians and Eskimos comprise a young population, but they are more likely to be unemployed or disabled due to chronic health problems“ (Joe 2008: 105).

Delinquentes Verhalten, Alkohol- und Drogenkonsum

Dabei fallen “Indianer” sehr häufig wegen delinquentem Verhalten und Drogen- und Alkoholkonsum auf, was häufig auch mit Selbstmorden und Krankheiten in Verbindung gebracht wird. Bis 1953 gab es zwar ein Alkoholverbot für Indianer, dies wurde jedoch aufgehoben (Baumann 1979: 247). Dadurch leben heute ganze Städte an manchen Reservationsgrenzen vom Verkauf von Alkohol an die Indianer. Dies führt wiederum dazu, dass die Situation auf den Reservationen schlecht bleibt, da das meiste Geld in Alkoholkäufe fließt. Durch den übermäßigen Alkoholkonsum der “Indianer” kommt es oft zu Straftaten, darunter Mord, Raub, Tätlichkeit, Einbruch, Diebstahl und Notzucht. Die Alkoholismus Rate ist bei Indianern sehr hoch und stellt das Hauptproblem der Uhrbevölkerung dar. Dazu muss man beachten, dass die Indianer anfangs nur selten Alkohol tranken, nämlich nur zu Zeremonien. Erst die Europäer verteilten ihnen hochprozentigen Alkohol und die “Indianer” begannen, immer wieder aus Spaß Alkohol zu konsumieren. Manchmal waren sogar ganze Dörfer drei bis vier Tage, manchmal auch bis zu zwei Wochen von Trinkgelagen betrunken. Zudem wird der Trunksucht vielmals „die Schuld für das Auseinanderbrechen von Familien” gegeben (Epke 1987: 72-73). Durch den übermäßigen Alkoholverzehr, der weit über dem Konsum der “Weißen” steht kommt es auch häufiger zu Festnahmen aufgrund von delinquentem Verhalten. Ihre Haftquote ist sieben mal so hoch wie der nationale Durchschnitt. Pieter Hovens bringt die Stadt “Winnipeg” als Beispiel, in der “Indianer” zwar nur 3% der Bevölkerung ausmachen und trotzdem 32% aller Inhaftierten stellen. (Hovens 1994: 169). Als mögliche Ursache gibt er an, dass es Anpassungsschwierigkeiten an industriell geprägtes Ambiente gäbe.

Erklärungsversuche – Schuld der „Weißen“?

In diesem Abschnitt versuche ich nun die Armut, die hohe Kriminalitätsrate und den Alkoholdrang der indianischen Bevölkerung zu erklären. Auch werde ich aufzeigen, in wieweit die “Weißen” dazu beitragen.

Ein wichtiger Punkt ist meiner Meinung nach das Schulwesen. Den indianischen Kindern boten sich meist nur Internatsschulen an, die oft nicht Bildung, sondern Identitätsberaubung zum Ziel hatten. Der Staat setzte die Schule somit als Instrument ihrer Assimilierungspolitik ein, indem sie den “Indianern” die Wertvorstellungen der dominanten Mehrheitsgesellschaft weitergaben und sie von ihrer kulturellen Unterlegenheit überzeugten. Sie wurden also früh aus ihrem vertrauten soziokulturellen Milieu herausgerissen und konnten ihre Familie meist jahrelang nicht sehen, was zu negativen psychischen und sozialen Folgeerscheinungen führte. (Talbot 1988: 81). Dies könnte Frust, Alkoholmissbrauch und Straftaten erklären. Die Situation hat sich natürlich in den letzten Jahren erheblich verbessert, doch leiden die ausgewachsenen Indianer möglicherweise noch unter dem Trauma.

Weitere Gründe könnten der Rassismus sein, sowie mögliche “Anpassungsschwierigkeiten an industriell geprägtes Ambiente” (Hovens 1994: 170). Die Notwendigkeit der Anpassung formulierte schon Thomas Jefferson Morgan 1889: “The Indians must conform to the white man’s ways, peaceably if they will, forcibly if they must” (zit. n. Prucha 2000: 107). Zudem haben viele “Indianer” vergangene Kriege und Ereignisse im Hinterkopf, wie z.B. das “Wounded Knee” Massaker 1890 oder die Schlacht am “Little Big Horn” 1876 und fühlen sich auch heute noch von den “Weißen” verachtet und ungerecht behandelt. Sie konnten nie ihre eigene Kultur durchsetzen und so leben wie sie es wollten, sondern mussten sich komplett den Forderungen der “Weißen” hingeben. Die Geschichte hat somit einen großen Stellenwert. Meiner Meinung nach kann man auch heute die Beziehung zwischen den “Indianern” und den “Weißen” als sehr angespannt betrachten, da unter anderem die geschichtlichen Ereignisse immer noch in den Köpfen verankert sind.

Fazit

Alles in allem lässt sich sagen, dass die indigene Bevölkerung erhebliche Probleme hat, sich in der Gesellschaft in Nordamerika zu integrieren und dass die “Weißen” einem großen Anteil daran haben. Vor allem in der Historie wurden die “Indianer” immer wieder unterdrückt und verfolgt. Sie konnten ihre Kultur und Tradition nicht ausleben und mussten den Großteil ihrer Gebiete aufgeben. Durch unzureichende Bildungsmöglichkeiten auf den Reservationen haben sie kaum Chancen den “amerikanischen Traum” zu leben und aus der Armut auszubrechen. Dies führt zu Frustration und Respektlosigkeit gegenüber den “Weißen”, was Auswirkungen auf das soziale Leben hat. Nämlich Alkoholismus um ihre Probleme vergessen zu machen und die damit verbundene Kriminalität um sich gegen die “weiße” Politik und Vorgehensweise zu wehren und den Frust wegen Armut und Unterdrückung rauszulassen. Solange die Ureinwohner nicht selbst ihr eigenes Schicksal bestimmen können und vollständig auf die US-Regierung angewiesen sind, ist keine Aussicht auf Besserung vorhanden. Dafür braucht es die Einsicht der Weißen, dass sie Fehler gemacht haben und nicht gerecht handeln und eine dauerhafte Eigenständigkeit der indianischen Bevölkerung.

[...]

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Indianer heute. Moderne Problemstellungen
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
2,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
5
Katalognummer
V923047
ISBN (eBook)
9783346247070
Sprache
Deutsch
Schlagworte
indianer, moderne, problemstellungen
Arbeit zitieren
René Fenzlein (Autor), 2014, Indianer heute. Moderne Problemstellungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/923047

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Indianer heute. Moderne Problemstellungen



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden