Schizophrenie - Thematik, Therapie und Genesungsmöglichkeiten


Vordiplomarbeit, 2008
30 Seiten, Note: 2
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Differenzierung zwischen alltäglicher und krankhafter Angst
2.1 Krankhafte Angst

3 Thematik Schizophrenie
3.1 Primärsymptomatik
3.2 Sekundärsymptomatik
3.3 Untergruppen der Schizophrenie
3.3.1 Paranoide Schizophrenie
3.3.2 Hebephrene Schizophrenie
3.3.3 Katatone Schizophrenie
3.3.4 Undifferenzierte Schizophrenie
3.3.5 Schizophrenia simplex
3.3.6 Schizophrenes Residuum
3.3.7 Die schizotypische Persönlichkeit

4 Krankheitsverlauf
4.1 Prägschizophrene Phase
4.2 Ausbruch
4.3 Aktive Phase
4.4 Konsolidierung
4.5 Chronische Schizophrenie und postschizophrene Phase

5 Diagnostik

6 Abgrenzung gegen andere Psychosen
6.1 Affektive Störungen
6.2 Organische Psychosen
6.3 Pharmakologische Störungen

7 Ursachen
7.1 Neurologische Ursachen
7.2 Biochemische Ursachen
7.3 Viruserkrankung als Ursache
7.4 Somatische Ursachen
7.5 Vererbung / genetische Ursachen

8 Therapiemöglichkeiten von Schizophrenie
8.1 Psychopharmako-Therapie
8.2 Soziotherapie
8.3 Psychotherapie
8.3.1 Psychotherapie der Schizophrenie
8.3.2 Psychotherapie im Langzeitverlauf der Schizophrenie
8.4 Mögliche Therapiegrundzüge im Verlauf
8.4.1 Erste Therapiephase
8.4.2 Zweite Therapiephase
8.4.3 Dritte Therapiephase

9 Intervention und Prävention

10 Fazit

11 Literatur

12 Sekundärliteratur

1 Einleitung

Im Rahmen dieser Vordiplomsarbeit handelt von dem Thema Angst, spezieller Schizophrenie. Es geht um die Untersuchung zur Frage, was Ursachen zur Ausbildung einer schizophrenen Persönlichkeitsstörung sind, darüber hinaus möchte ich die Vererblichkeit einer Schizophrenie und die Genesungsmöglichkeiten thematisieren.

Diese Arbeit soll einen Einblick in die Thematik der Schizophrenie bieten um auf diesem Hintergrund basierend, die Leitfragen zu untersuchen. Die Strukturierung der Arbeit setzt sich wie folgt zusammen: Zuerst wird grundlegend aufgezeigt was der Unterschied zwischen Alltagsangst und krankhaften Angstzuständen ist Die Schizophrenie zählt zu den Angstkrankheiten und daher ist eine Unterscheidung als Einstieg in das Thema sinnvoll. Anschließend wird die Thematik der Schizophrenie mit ihren Differenzierungen behandelt, danach kommt die Beschreibung des Krankheitsverlauf. Im Anschluss folgt die Diagnostik und die Abgrenzung der Schizophrenie zu anderen Psychosen. Daraufhin werden die möglichen Ursachen zur Ausbildung einer Schizophrenie inklusive der Vererbung thematisiert. Des weiteren folgen die Punkte Therapiemöglichkeiten und Intervention und Prävention. Im Fazit wird auf die Beantwortung der Leitfragen eingegangen.

Die vorhandene wissenschaftliche Literatur zum Thema „Schizophrenie“ ist kaum mehr überschaubar, daher ist diese Arbeit auf wenige ausgewählte Autoren beschränkt. Außerdem liefert der Forschungs- und Praxisbereich über die Schizophrenie starke Unterschiede der Beobachtung, Erfahrung, Beschreibung und Bewertung.

2 Differenzierung zwischen alltäglicher und krankhafter Angst

Alltagsangst ist eine lebensnotwendige Reaktion und notwendige Erfahrung, der jeder Menschen in seinem Leben begegnet.

Angst dient der Bewältigung realer oder vorgestellter Bedrohungen, zum Einen durch die unmittelbare psychophysische Aktivierung und zum Anderen durch die, dadurch veranlassten Lösungsstrategien.

Angst ist immer psychisch und körperlich. Angst ruft körperliche Symptome, wie Herzrasen und feuchte Hände hervor. Angst ohne körperliche Symptome ist eher als eine Form von Besorgnis zu verstehen, als als tatsächliche Angst. Sie erstreckt sich auf alle Wahrnehmungs-, Vorstellungs- und Verhaltensbereiche des Menschen.

In der Biologie ist Angst eine zum Überleben notwendige Alarmreaktion, hierfür existiert eine Art „biologisches Alarmsystem“, vergleichbar mit dem menschlichen Alarmsystem für Schmerzen. Das Angst-Alarmsystem richtet sich auf alle äußeren Bedrohungen zum Beispiel auf der mitmenschlichen Ebene, aber oft auch auf metapsychische Dimensionen. Die Angst nutzt Warnsignale um Priorität gegenüber allen anderen Wahrnehmungen zu gewährleisten. Diese Signale beziehen sich vorwiegend auf die Gehirnebene.

2.1 Krankhafte Angst

Die krankhafte Angst stellt eine eskalierte und verselbstständigte Form der Angst dar, es ist eine hilflose Angst, die den Sinn der eigentlichen Angst verloren hat.

Zitat: „Eine Angstkrankheit, bei der die exzessiven Bedrohungsereignisse die neuronalen Angststrukturen zu überfordern scheinen, und bei der eine Art molekulares Angstgedächtnis auftritt, ist die posttraumatische Belastungskrankheit, die in der jüngeren Vergangenheit an Holocaustüberlebenden, Vietnamveteranen und Terror- und Verbrechensopfern deutlich wurde.“(Strian,1995)[1]

Diese traumatischen Beispiele einer krankhaften Angstform setzen sich langwidrig fest und verweisen daher auf eine biologische Verankerung, welche Therapien erheblich erschwert.

Die Diagnostik einer Angstkrankheit sollte nach Strian eine Art Entscheidungsbaum durchlaufen. Zuerst sollten Sekundärängste festgestellt und abgegrenzt werden, um dann die eigentliche Angstkrankheit differenzieren zu können.

Die Darstellung der klinischen Angstformen soll sich nicht auf rein psychologische Aspekte und primäre Angstkrankheiten beschränken, sondern es müssen auch Angstformen anderer Lebens- und Medizinbereiche berücksichtigt werden. Des weiteren sollten psychische und körperliche Gegebenheiten auf klinischer, experimenteller und therapeutischer Ebene benannt werden. Eine bessere Kenntnis über die unterschiedlichen Angstfacetten lässt wirksamere Behandlungsmöglichkeiten zu.

Angst kann unangenehm, belastend, behindert und sogar quälend sein, jedoch eine Angst als solche ist nicht bedingterweise therapiebedürftig. Diese Form von Angst wirkt motivierend, leistungssteigernd, fördert Offenheit, Nachdenklichkeit und Problembewusstsein, welches ein wichtiges Element der Problemlösung ist. Durch diese Ängste entwickelt jeder Mensch Bewältigungsstrategien, mit denen die Alltagsängste gut bewältigt werden können.

Die krankhafte Angst unterscheidet sich von normaler Angst in ihrer Intensität, Dauer und Unangemessenheit im situativen Kontext, teilweise auch durch die Form der Angst als Solche, ein Beispiel hierfür wäre eine spontane unbegründete Panikattacke. Die krankhaften Ängste stehen entweder in Diskrepanz zur aktuellen Bedrohungssituation oder treten losgelöst von äußeren Stimuli auf.

Die erste genannte Angstform ist eine situative Angst, bei der Zweiten handelt es sich um eine spontane Angst. Eine dritte Angstform entwickelt sich aus einer anfänglichen normalen Angst, dabei ist die Bedrohung der Grundangst dermaßen massiv, dass die Angst außer Kontrolle gerät und somit zu einer eigenständigen Angstkrankheit wird.

Jede Angst hat ein individuelles Erscheinungsbild und einen biographischen, persönlichen und gesellschaftlichen Hintergrund, auf Grund dessen sie nicht immer scharf voneinander abgegrenzt werden können.

Die Indikation zu einer Angstbehandlung kann durchaus pragmatisch gestellt werden. Diese Indikation ist immer gegeben, wenn die Angst für den Betroffenen eine deutliche Behinderung darstellt, die nicht durch äußere Bedingungen erklärbar ist. Mit einer genauen Analyse kann nach Strian fast immer eine eindeutige Entscheidung über eine Therapiebedürftigkeit getroffen werden.

3 Thematik Schizophrenie

Nach Margarete Gebhardt wurde der Begriff Schizophrenie 1911 von Eugen Bleuler[2] geprägt und bedeutet „Geistesspaltung“, „Seelenspaltung“ oder auch „Spaltungsirresein“, dabei ist das Neben- und Miteinanderbestehen gesunder und krankhafter Empfindungen und Verhaltensweisen nach Ausschluss organischer Leiden gemeint. Schizophrenie ist durch eine Reihe von Auffälligkeiten gekennzeichnet, die interindividuell sehr heterogene Eigenarten aufweisen können, sich intraindividuell jedoch meist recht spezifisch erweisen und sich über mehrere Krankheitsphasen hinweg recht stabil ausnehmen können.

Die Kernsymptomatik ist gekennzeichnet durch das Erleben der Eingebung von Gedanken, der Gedankenübertragung und des Gedankenentzugs, durch Stimmen, die der Betreffende in der dritten Person über sich reden hört oder die seine Handlungen und Gedanken begleiten, überhaupt Wahrnehmung in seiner physischen und sozialen Umgebung, die auf verschiedene, charakteristische Weise verzerrt sind.

3.1 Primärsymptomatik

Die Grundstörungen der Primärsymptomatik sind eher unauffällig und eher unzugänglich für eine beobachtend-okjektivierende Diagnostik. Ohne eine Grundstörung kann es sich auch nicht um Schizophrenie handeln. Primärstörungen sind vor allem kognitive Störungen der Informationsverarbeitung und Handlungsregulation. Unter Anderem auch Störungen der expressiven und rezeptiven Sprache, sensorische Wahrnehmungen, Gedankeninterferenzen und motorischen Reaktionsinterferenzen. Daraus folgert sich eine gefühlte subjektive Hilflosigkeit der Betroffenen. Im weiteren Verlauf kann auch ein Verlust der Realitätskontrolle stattfinden.

Viele dieser Störungen sind vor allem außerhalb der Krankheitsepisoden einsichtsfähig, das heißt der Betroffene sieht seine Störungen ein und ist somit zugänglicher für eine Therapie.

Diese Erkenntnis ermöglicht es in den letzten Jahren ein psychologisches Verständnis der Primärerfahrungen der Schizophrenie, als auch ihrer Bewältigungsversuche zu entwickeln.

3.2 Sekundärsymptomatik

Die Primärstörungen, werden von Betroffenen unterschiedlich verarbeitet, meist sind die Erklärungsversuche wahnhaft. Die wahnhaften Erklärungsversuche werden noch verstärkt, wenn es sich bei der Grundstörung selbst im Kern um eine Störung des Urteilsvermögens handelt. Das Krankheitsbild wird begleitet von existentieller Verunsicherung, Angst, Panik und Niedergeschlagenheit.

Sekundärstörungen sind nach außen besser beobachtbar und auffälligere Symptome im Gegensatz zu den Primärstörungen. Die Sekundärstörungen drücken sich durch Interpretationsversuche der kognitiven Störungen bei Wahnäußerungen aus. Erregung, Angst und Aggressivität sind Ausdruck der Hilflosigkeit, die Betroffene empfinden, wenn Bezugspersonen den Realitäts- und Offenbarungscharakter der von Schizophrenen primär gemachten Erfahrungen nicht mit zu vollziehen vermögen[3]. Die meisten Sekundärstörungen dienen der Kompensation primärer Erfahrungen und lassen sich oft als verzweifelter Versuch des Betroffenen verstehen, sich selbst zu helfen.

3.3 Untergruppen der Schizophrenie

Im folgenden Abschnitt, werden einige Formen der Schizophrenie vorgestellt.

3.3.1 Paranoide Schizophrenie

Beginn der paranoiden Schizophrenie liegt eher auf dem Höhepunkt eines schizophrenen Schubs, dabei bleibt die Persönlichkeit meistens intakt. Die paranoide Form ist die häufigste Form der Schizophrenie und schließt oft auf schizoide und sensitive Persönlichkeiten.

Kennzeichnet sich durch dauerhafte Wahnvorstellungen (Beziehungswahn, Verfolgungswahn, koenästhetischer[4] Wahn) und Halluzinationen (Geruchs-, Geschmackshalluzinationen), die meistens aber sind akustisch, diese Symptome werden auch als Plussymptomatik bezeichnet.

3.3.2 Hebephrene Schizophrenie

Beginn liegt im frühen Erwachsenenalter mit einem Leistungsknick. Oft beschäftigen sich Betroffene im Vorstadium mit Bereichen wie Religion, Philosophie oder Parapsychologie. Bestimmt von Affekt-, Kontakt- und Denkstörungen, häufig auch hier Wahnstörungen. Des weiteren ist ein unstetes, zielloses und oder distanziertes Verhalten auffällig. Die Sprache, die Gestik und die Mimik sind bei Betroffen oft nicht der Situation angepasst.

3.3.3 Katatone Schizophrenie

Der Beginn ist häufig sehr plötzlich und setzt im jüngeren Erwachsenenalter ein, tritt heute eher selten auf und kommt meistens erst im späteren Verlauf der Erkrankung vor. Eine weitere Möglichkeit des Auftretens ist bei ausbleibender medikamentöser Behandlung gegeben. Die katatone Schizophrenie zeichnet sich durch psychomotorische Störungen, die im Extremfall eine hohe Erregung und letztendlich einen Stupor[5] bewirken, aus. Zwanghafte stuporöse Körperstellungen können von Betroffenen längere Zeit eingenommen und durchgehalten werden.

3.3.4 Undifferenzierte Schizophrenie

Die allgemeinen Bedingungen einer Schizophrenie sind erfüllt, jedoch die Erkrankung lässt sich in keine Untergruppe einordnen.

Zeichnet sich durch länger anhaltende depressive Episoden aus. Folgt gelegentlich im Anschluss an eine schizophrene Episode. In der Regel sind noch Grundstörungen der Schizophrenie vorhanden, falls keine Grundstörungen vorliegen handelt es sich nur um eine Depression.

3.3.5 Schizophrenia simplex

Hierbei fehlen eindeutige Symptome, typisch sind auffällige Wesensveränderungen, Antriebsstörungen, Autismus und Affektverflachung. Meistens ist bei Auftreten einer Schizophrenia simplex ein Knick in der Lebensentwicklung zu beobachten. Diese Auffälligkeiten können auch im Zusammenhang im (chronischen) Verlauf anderer Störungsbilder auftreten. Diese Untergruppe der Schizophrenie wird häufig als Minus- bzw. Negativsymptomatik beschrieben. Die Schizophrenia simplex induziert in der Regel das Vorliegen einer allmählichen Krankheitsentwicklung. Oft schließt sich ein Übergang in einen Residualzustand an.

[...]


[1] Vgl. Strian, 1995: Angst und Angstkrankheiten, Seite 9

[2] Bleuler, 1911: Dementia praecox oder Gruppe der Schizophrenien.

[3] Vgl. Fiedler 2001

[4] koenästhetisch: leiblich

[5] Stupor: ist ein pathologischer Zustand mit vollständigem Aktivitätsverlust bei ansonsten wachem Bewusstseinszustand. Betroffene wirken wie versteinert und reagieren nicht auf Ansprache

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Schizophrenie - Thematik, Therapie und Genesungsmöglichkeiten
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Fachbereich 04 Erziehungswissenschaft)
Note
2
Jahr
2008
Seiten
30
Katalognummer
V92308
ISBN (eBook)
9783638061124
Dateigröße
510 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schizophrenie, Thematik, Therapie, Genesungsmöglichkeiten
Arbeit zitieren
Anonym, 2008, Schizophrenie - Thematik, Therapie und Genesungsmöglichkeiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92308

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