Compliance Management mittelständischer Unternehmen beim Aufbau einer Niederlassung in China


Hausarbeit, 2016

19 Seiten, Note: 1,7

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Unternehmens- und Produktpräsentation

3. Compliance
3.1 Begriffserklärung
3.2 Bedeutung für das Controlling
3.3 Compliance-Risiken
3.4 Risikoanalyse

4. Compliance in China
4.1 Compliance- und Haftungsrisiken für deutsche Unternehmen
4.2 Haftungsrisiken am Beispiel des deutschen Mittelständlers CTS

5. Lösungsansatz

Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit legt Überlegungen zur Implementierung eines effektiven Compliance Management Systems in einem deutschen mittelständischen Unternehmen dar, welches eine Niederlassung in China aufbauen möchte. Als Beispielunternehmen für diese Überlegungen soll die CTS Composite Technologie Systeme GmbH mit Sitz in Geesthacht dienen. Als Grundlage der Arbeit wird zuerst das Beispielunternehmen präsentiert, um dem Leser einen Einblick in dessen Geschäftstätigkeit, Eigenschaften und Auslandserfahrung zu geben. Anschließend werden allgemeine, compliancerelevante Sachverhalte aufgegriffen und deren Bedeutung für mittelständische Unternehmen erläutert. Im Anschluss werden spezielle Haftungsrisiken näher beschrieben, die bei einem fiktiven Compliance-Missbrauch in der Volksrepublik China auftreten können. Als Fazit wird ein Lösungsansatz auf Basis regelmäßiger Compliance-Audits vorgestellt, der dabei helfen soll, die Haftungsrisiken für das Unternehmen zu verringern.

2. Unternehmens- und Produktpräsentation

Die CTS Composite Technologie Systeme GmbH (im Folgenden CTS genannt) wurde im Jahr 1994 gegründet und hat ihren Sitz in Geesthacht bei Hamburg. Es ist eine familiengeführte GmbH, die durch den Geschäftsführer Joachim Wilczek geleitet wird. Die bisher einzige Produktionsstätte am Firmensitz hat eine Produktionsfläche von circa 20.000 Quadratmeter. CTS hat derzeit circa 50 Mitarbeiter. Das Unternehmen stellt verschiedenste Produkte aus glasfaserverstärktem Kunststoff her und hat dabei den Anspruch erster Ansprechpartner für diese Produkte zu werden. Dabei setzt CTS auf ständige Forschung und Entwicklung um ihr Leistungsspektrum fortwährend zu erweitern und die Technologieführerschaft sowohl in Deutschland als auch in Europa dauerhaft zu erhalten.1 Die CTS-Produkte sind Beschichtungen, individuelle Formteile, Geländer, Leitern und Bodenbeläge. All diese Produkte werden aus glasfaserverstärktem Kunststoff, häufig auch kurz als GFK bezeichnet, gefertigt.2 Die Einsatzgebiete liegen dabei im Anlagenbau, in der Architektur oder im Infrastrukturausbau. Die Produkte werden dabei häufig zu kompletten Steganlagen, zu Bahnsteigen oder als Arbeitsplattformen an Offshore-Windanlagen zusammengeführt. Das Material weist gegenüber den herkömmlichen Materialen wie Stahl oder Aluminium verschiedenste Vorteile auf. Produkte aus glasfaserverstärktem Kunststoff haben eine hohe Lebensdauer, sind extrem korrosions- und seewasserbeständig, weisen keine Fäulnis- oder Rostbildung auf und haben eine hohe Festigkeit bei nur geringem Gewicht. Weitere Vorteile sind der hohe Laufkomfort, die einfache Montage und die antimagnetische Eigenschaft.3 Weitere Vorteile des Materials zeigen sich bei Vergleich verschiedener Kennzahlen bei der Herstellung und der Nutzung. Ein Beispiel dafür ist der Energieverbrauch bei der Herstellung eines Kubikdezimeters GFK im Vergleich zu einem Kubikdezimeter Stahl oder Aluminium. Die Herstellung des glasfaserverstärkten Kunststoffes verbraucht dabei nur rund ein Fünftel der Energie, die zur Herstellung von Aluminium benötigt wird.4

Derzeit werden die Produkte ausschließlich in Geesthacht gefertigt und dann nach Deutschland, Europa und in andere Länder exportiert. CTS hat dafür verschiedene Vertriebsbüros und Partnerunternehmen vor allem in Europa, aber auch in Russland und in China.5 Für diese Ausarbeitung wird angenommen, dass die Nachfrage nach CTS-Produkten vor allem in China in den letzten Jahren stark stieg und das Unternehmen sich deshalb entschließt einen Teil der Produktion in ein neues Werk in China auszulagern.

3. Compliance

3.1 Begriffserklärung

Compliance bedeutet, übersetzt aus dem Englischen, Beachtung. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten versteht man also unter dem Begriff die Einhaltung von nationalen, als auch internationalen Gesetzen und Regelungen. Dazu zählen alle Rechtsbestimmungen des privaten - und öffentlichen Rechts sowie dem Strafrecht. Verstöße gegen die Einhaltung von Gesetze und Regelungen, wie etwa Geldwäsche, Korruption, Zahlung von Schmiergeldern oder Betrug, ziehen zivil- sowie strafrechtliche Folgen mit sich sowie einen erheblichen Imageschaden für das Unternehmen.6 Nach §9 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten ist jedes Unternehmen bzw. deren Vertreter dazu verpflichtet sicherzustellen, dass es zu keinem Gesetzesverstoß durch das Unternehmen kommt. Weiterhin müssen börsennotierte Unternehmen, nach §161 des Aktiengesetzes, versichern, dass den Richtlinien des Deutschen Corporate Governance Kodex entsprochen wurde. Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) beinhaltet Regelungen und Gesetze zur Überwachung und Leitung börsennotierter Unternehmen. Er enthält Hilfestellungen und Vorschläge für eine gründliche und gewissenhafte Unternehmensführung, basierend auf nationalen und internationalen Standards. Erarbeitet werden diese in enger Zusammenarbeit mit den Unternehmen und deren Stakeholdern sowie der Politik und der Öffentlichkeit. Durch die Einhaltung des DCGK soll ein Unternehmen transparent gemacht werden, was zur Folge hat, dass das Vertrauen nationaler und internationaler Investoren in den Betrieb wächst. Weiterhin werden Unternehmensabläufe zuverlässiger und die damit verbundenen Unternehmensentscheidungen erlangen eine höhere Sicherheit und Validität.7 Im DCGK ist verankert, dass der Vorstand dafür Sorge zu tragen hat, dass Gesetze und Richtlinien sowie betriebsinterne Vorschriften in allen Unternehmensbereichen eingehalten werden. Des Weiteren hat der Vorstand die Pflicht, dem Aufsichtsrat genauestens über die aktuelle Risikolage des Unternehmens zu informieren, welche auch den Bereich des Compliance beinhaltet.8

3.2 Bedeutung für das Controlling

Aufgrund der erheblichen Schäden die durch eine Verletzung der Compliance Vorschriften entstehen können, ist es notwendig, dass das Controlling ein Compliance Management System im Unternehmen implementieren, um frühzeitig Verstöße zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten. Ein Compliance Management System beinhaltet die klassischen Controlling-Funktionen wie, Planungs-, Informations-, Kontroll- und Steuerungsfunktion, um einen regelkonformen Unternehmensbetrieb sicherzustellen.9 Im Rahmen der Planung muss geklärt werden in welchem Umfang ein Compliance Management System errichtet werden muss. Dies ist abhängig von der Art der Unternehmung, deren Größe, Prozesse und Produkte. Je nach Branche können unterschiedliche Risiken auftreten. So muss sich eine Bank eher mit Geldwäsche und Betrug auseinandersetzen, als eine Produktionsfirma, in der es zu Schmiergeldzahlungen kommen kann. Weiterhin wird ein großes Unternehmen voraussichtlich ein umfangreicheres Compliance Management System (CMS) einrichten müssen, als das bei einem kleinen Unternehmen der Fall sein wird. Des Weiteren ist es auch entscheidend, in welcher Region sich das Unternehmen befindet, da auch regionale Unterschiede in der Gesetzgebung vorhanden sein können.10 Sobald ein CMS in einem Unternehmen implementiert wurde, muss dieses ständig aufrechterhalten werden und dessen Funktionalität kontinuierlich kontrolliert werden. Die notwendigen Prozesse müssen im ganzen Unternehmen eingerichtet werden, um ein fehlerfreies Arbeiten zu ermöglichen. Weiterhin kann so gewährleistet werden, dass zu jedem Zeitpunkt die komplette Unternehmung von CMS erfasst worden ist. Schon in der operativen Planungsphase des Controllings muss beachtet werden, dass dem CMS zu jedem Zeitpunkt die benötigten Ressourcen und Informationen zur Verfügen stehen, damit der unterjährige Betrieb nicht gefährdet wird. Zu den Informationen zählen aktuelle Rechtsquellen wie Gesetze, Standards und Satzungen. Diese werden aufbereitet, zusammengefasst und geordnet, mit dem Ziel sie in spezifische, auf Prozesse und Unternehmensbereiche abgestimmte, Richtlinien und Handbücher zu transformieren.11 Eine weitere Maßnahme zur Einhaltung der Vorschriften ist die Schulung von Mitarbeitern. In regelmäßigen Abständen kann durch beispielsweise Onlinebefragungen der Wissenstand eines jeden Mitarbeiters überprüft und aufgefrischt werden.12 Grundsätzlich fängt die Einhaltung der Compliance-Vorschriften beim Vorstand an. Hält dieser sich an die festgelegten Regelungen und Gesetze, kann dies einen positiven Synergieeffekt auf das komplette Unternehmen zur Folge haben.13 Die Leitung und Steuerung über ein CMS kann dabei entweder auf eine Person oder auf mehrere gleichzeitig übertragen werden. Der Leiter hat dann die Aufgabe die Prozesse in dem geplanten Umfang in dem Unternehmen zu implementieren und dafür Sorge zu tragen das diese aufrechterhalten werden. Weiterhin soll er Verbesserungspotential aufdecken, um eine kontinuierliche Weiterentwicklung zu gewährleisten. Über alle Compliance-Risiken hat er stets den Vorstand des Unternehmens zu informieren und steht in ständiger Kommunikation mit diesem.14 Für kleinere Unternehmen kommt auch die Möglichkeit des Controlling-Beauftragten in Frage. Dieser nimmt weniger finanzielle Mittel in Anspruch als eine Vollzeitstelle und kann als zusätzliche Stabsstelle im Unternehmen integriert werden.15

3.3 Compliance-Risiken

Ein Betrieb ist meist von mehreren Risiken gleichzeitig betroffen. Insbesondere Kartell-, Korruptions-, Datenschutz-, und Umweltschutzrisiken treten bei den meisten Unternehmen auf.16 Kartellrisiken bzw. Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht können dann auftreten, wenn der Druck bzw. die Konkurrenz am Markt steigt. Die Folge sind illegale Preisabsprachen, um den eigenen Umsatz und Marktanteil zu sichern und Wettbewerbsfähig zu bleiben. Weiterhin ist besondere Vorsicht bei einem Unternehmenskauf geboten, da auch in diesem Fall, schnell Kartellrisiken auftreten können.17 Korruptionsrisiken können hingegen dadurch entstehen, dass unklare Strukturen und Hierarchien vorhanden sind. Dies hat zur Folge, dass die internen Kontrollen meist nicht richtig umgesetzt und Verstöße zu spät erkannt werden. Die richtige und gründliche Auswahl von Tochterunternehmen in anderen Ländern, kann weithin dafür sorgen, dass das Korruptionsrisiko gemindert wird.18 Die Datenschutzrisiken treten vermehrt in Unternehmen mit direktem Kundenbezug auf. §1 des Bundesdatenschutzgesetzes legt fest, diese vor Missbrauch, Veränderung oder dem Zugriff unbefugter Dritter zu schützen, soweit keine Einwilligung der Person vorliegt. Doch auch Schwachstellen in der IT können von internen Personen ausgenutzt werden, mit dem Zweck sensible Daten an die Konkurrenz zu verkaufen. Umweltrisiken sind meist von komplexer Natur, da ihre Folgen nur schwer abzuschätzen sind. Durch den eigentlichen Unternehmensbetrieb werden Abfallprodukte erzeugt, die die Umwelt belasten können. Staatliche Vorgaben regeln diese Umweltbelastung und den Umfang in dem sie freigesetzt werden dürfen. Daher ist es wichtig, dass ein Unternehmen sich nicht nur auf die erzeugten Produkte konzentriert, sondern auch auf die eher als selbstverständlich angesehenen Rückstände.19

3.4 Risikoanalyse

Zur Identifikation der Risiken die das Unternehmen überhaupt betreffen und deren Steuerung, ist eine Compliance-Risikoanalyse von Vorteile. Ziel ist es die größten Risiken zu identifizieren. Sind diese bekannt, kann die Compliance-Strategie zur Bekämpfung genauestens angepasst werden. Weiterhin ermöglicht eine Risikoanalyse, dem Controlling eine exakte Planung der benötigten Mittel durchzuführen. Alle Aktivitäten dienen dem Zweck, Haftungsrisiken zu vermindern.20 Wichtig ist das sich das klassische Risikomanagement des Controllings und die Compliance-Risikoanalyse nicht gegenseitig behindern. Durch eine Vereinheitlichung im Bewertungsprozess und in der Ergebnisdarstellung, lässt sich eine Vergleichbarkeit der zwei unterschiedlichen Methoden schaffen, wodurch eventuelle Zusammenhänge abgebildet werden können. In kleineren Unternehmen besteht die Möglichkeit durch Verknüpfung der Modelle die Gesamtrisikosituation abzubilden. Weiterhin können so zusätzlich Kosten und Personal gespart werden.21 In einem ersten Schritt, filtert die Compliance-Risikoanalyse systematisch alle Risiken die das Unternehmen betreffen heraus.22 Die nötigen Informationen können dabei beispielsweise aus der internen Revision erlangt werden. Deren Berichte geben Auskunft darüber welche Bereiche bisher untersucht wurden und welche Risiken in der Vergangenheit aufgetreten sind. Im Qualitätsmanagement werden Unternehmensabläufe untersucht und optimiert. Defizite die während dieses Prozesses erkannt werden, können meist Compliance-Risiken als Folge haben. Außerdem hilft ein Blick auf Unternehmen die in der gleichen Branche beheimatet sind. In deren Lagebericht werden nicht selten ebenfalls Risiken thematisiert, die bei der Analyse der eigene beachtet werden können. Fehler können entstehen wenn bei der Analyse nur punktuell nach möglichen Risiken gesucht wird und die Gesamtsituation nicht überblickt wird.23 Anschließend können die erkannten Risiken bewertet und dokumentiert werden. Nachdem dies geschehen ist, können nun Szenarien in den verschiedenen Themenfeldern gebildet werden, in denen das Risiko abgebildet und dessen Eintrittswahrscheinlichkeit errechnet wird.24 Hilfreich hierbei ist ein Soll-Ist-Vergleich. Bei diesem werden für jedes Szenario Soll-Werte vergeben, die sich anschließend mit Ist-Werten vergleichen lassen.25 Im Anschluss lassen sich fundierte Aussagen darüber treffen, welche Auswirkungen die getroffenen Annahmen über die zukünftige Risikobelastung auf das Unternehmen hätten. Ist dies geschehen, kann überprüft werden ob eine Risikominderung durch interne Kontrollen eintreten kann. Damit so viele Gefahren wie möglich erkannt werden können, ist es sinnvoll ein Team aus Personen, aus verschiedenen Geschäftsbereichen des Unternehmens, zu bilden. Dies ermöglicht einen umfassenden Blick über alle Geschäftsprozesse.26

4. Compliance in China

4.1 Compliance- und Haftungsrisiken für deutsche Unternehmen

Möchte ein Unternehmen seinen Markt erweitern und wettbewerbsfähig bleiben, muss es sich unweigerlich mit der Möglichkeit befassen nach China zu expandieren. Die am stärksten florierende Wirtschaft der Welt, bietet deutschen Unternehmen die Möglichkeit am Wachstum Chinas zu partizipieren. Daher ist es nicht verwunderlich, dass 2014 die Direktinvestitionen deutscher Betriebe in China ca. 40 Mrd. Euro betrugen.27 Weiterhin zählt das Land zu einem der wichtigsten Exportabnehmer deutscher Produkte. Mittlerweile ist so gut wie jedes DAX-Unternehmen in China vertreten. Zulieferer und Tochterunternehmen folgen meist und verlagern Vertriebs- und Produktionsstandorte in das Reich der Mitte. Im Jahre 2015 sind ca. 5.200 deutsche Unternehmen in China vertreten. Speziell bei den großen deutschen Automobilherstellern, dem Maschinenbausektor und der Chemieindustrie hat der Absatzmarkt in China den deutschen längst überholt. Auch wenn in den kommenden Jahren erwartet wird, dass das Wachstum geringer ausfallen wird als zuvor, geht die „German Chamber of Commerce in China“ nach ihrer Geschäftsklima-Umfrage 2015, von keinem großen Absturz aus.28 Doch mit der Markterweiterung erhöhen sich auch die Risiken für ein Unternehmen. Aufgrund der fremden Kultur, Sprache und den regulatorischen Anforderungen, entstehen schnell Gefahren die den Unternehmensbetrieb bedrohen können. Mit diesen Compliance-Risiken muss sich das Controlling eines Unternehmens intensiv auseinandersetzen, denn ein Verstoß gegen die nationale Gesetzgebung in China, zieht schwerwiegende Haftungsrisiken mit sich. Die Folge wäre der Verlust eines attraktiven Absatz- und Beschaffungsmarktes sowie die Position am Markt. Eine einfache Kompensation dieser Folgen dürfte als unmöglich angesehen werden.29 Die meisten Haftungsrisiken in China treten im Zusammenhang mit Korruptionsverstößen auf. Zu den Korruptionsverstößen zählen Diebstahl, Bestechung durch Schmiergelder oder Unterschlagung, um nur einige zu nennen. Das Ausmaß von Korruptionsaffären geht in der Volksrepublik soweit, dass geflossene Bestechungsgelder beim Beschlagnahmen nicht mehr gezählt, sondern gewogen werden.30 Die Branchen der Pharmazie und Technologie sind am stärksten von Korruptionsfällen betroffen. So wurde 2014 dem britischen Unternehmen Glaxo-Smith-Kline vorgeworfen, seit 2007 ca. 365 Millionen Euro an Bestechungsgelder in China ausgegeben zu haben.31 Die Strafen für ein solches Vergehen sind meist Geldstrafen in unbegrenzter Höhe und unabhängig von der Höhe des geflossenen Schmiergeldes, die Untersagung von bestimmten Geschäftstätigkeiten, Vertriebsverbote und der eventuelle Entzug der Geschäftslizenz. Weiterhin darf der enorme Imageschaden nicht vergessen werden. Doch nicht nur das Unternehmen ist von den Haftungsrisiken betroffen, auch der leitende Manager muss sich vor dem chinesischen Gesetz verantworten. Die Folgen für ihn sind Geld- und Freiheitsstrafen sowie eine Managersperre auf Zeit.32 Bei der Durchsicht der Revisionsberichte von Unternehmen die am chinesischen Markt tätig sind, stellten sich weitere Risiken heraus. Zu den häufigsten zählen enorm hohe Vermittlerprovisionen gegen gefälschte Rechnungen, anstelle der Belege für die in Anspruch genommenen Dienstleistungen. Der Handel mit gefälschten Rechnungen, meist in Form von nicht existenten Spesenbelegen, ist in China sehr populär, da somit Steuerzahlungen umgangen werden können. Weiterhin wurden hohe Bargeldbeträge, die an Mittarbeiter gezahlt wurden, identifiziert. Der offizielle Zweck dieser Zahlungen war die Weiterleitung an Geschäftspartner. Dafür existierten jedoch weder gültige Verträge, noch schriftlich festgehaltene Aufträge. Im Bereich des Rechnungswesens kam es vor, dass uneinbringliche Forderungen nicht abgeschrieben wurden. Der Gewinn der Zweigstelle in China wurde somit gestreckt, was dem lokalen Management erhöhte Bonuszahlungen verschaffte.33

[...]


1 Vgl. CTS (o.J. a), S. 3.

2 Vgl. CTS (o.J. b).

3 Vgl. CTS (o.J. c).

4 Vgl. CTS (o.J. d).

5 Vgl. CTS (o.J. a), S. 16.

6 Vgl. IHK (2014).

7 Vgl. ebenda.

8 Vgl. Deutscher Corporate Governance Kodex (2015).

9 Vgl. Deloitte (2011).

10 Vgl. Handelsblattjournal (2014).

11 Vgl. TÜV-Rheinland (2011).

12 Vgl. Handelsblattjournal (2014).

13 Vgl. Deloitte (2011).

14 Vgl. TÜV-Rheinland (2011).

15 Vgl. Deloitte (2011).

16 Vgl. Gibson Dunn (2013).

17 Vgl. PwC (o.J.).

18 Vgl. Gibson Dunn (2013).

19 Vgl. Hitzler (1998).

20 Vgl. Gibson Dunn (2013).

21 Vgl. Handelsblattjournal (2014).

22 Vgl. Gibson Dunn (2013).

23 Vgl. Schefold (2012).

24 Vgl. Gibson Dunn (2013).

25 Vgl. Handelsblattjournal (2014).

26 Vgl. Gibson Dunn (2013).

27 Vgl. Auswärtiges Amt (2016).

28 Vgl. German Chamber (2015).

29 Vgl. Senff (2015), S.146 ff.

30 Vgl. FAZ (2016).

31 Vgl. Spiegel (2014).

32 Vgl. Senff (2015), S.146 ff.

33 Vgl. Asia Bridge (2015).

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Compliance Management mittelständischer Unternehmen beim Aufbau einer Niederlassung in China
Hochschule
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Note
1,7
Jahr
2016
Seiten
19
Katalognummer
V923307
ISBN (eBook)
9783346251022
ISBN (Buch)
9783346251039
Sprache
Deutsch
Schlagworte
compliance, management, unternehmen, aufbau, niederlassung, china
Arbeit zitieren
Anonym, 2016, Compliance Management mittelständischer Unternehmen beim Aufbau einer Niederlassung in China, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/923307

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