Ernährungsbildung in der Grundschule. Eine Unterrichtsstunde zum Thema Obst und Gemüse


Hausarbeit (Hauptseminar), 2020

15 Seiten, Note: 1,3

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen

3. Methoden / Vorgehensweisen

4. Ergebnisse

5. Diskussion

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Ernährungsverhalten manifestiert sich meist bereits im Kindesalter (vgl. Heseker & Beer, 2004). Einmal erworbene Ernährungsmuster werden oft ein Leben lang beibehalten (vgl. ebd.). Daher ist eine frühzeitige Vermittlung von Wissen über die Lebensmittelzusammensetzung und Esskultur, sowie die Vermittlung von Kompetenzen im Umgang mit Lebensmitteln besonders relevant (vgl. ebd.).

Ernährungsbedingte oder -mitbedingte chronische Krankheiten sind nicht nur bei Erwachsenen weit verbreitet und stellen einen wesentlichen Kostenfaktor im Gesundheitssystem dar (vgl. Kompass-Ernährung, 2018). Auch Kinder und Jugendliche sind in zunehmendem Maße von Übergewicht und chronischen Folgekrankheiten betroffen (vgl. ebd.).

Ebenso wichtig ist es, die Kompetenzen in der Lagerung, Verarbeitung und Zubereitung von Nahrungsmitteln zu vermitteln (vgl. Verbraucherzentrale Hessen, 2018). Aufgrund veränderter Familienstrukturen und Arbeitsbedingungen finden traditionelle Ernährungserziehung und die gemeinsame Einnahme von Mahlzeiten immer weniger im Elternhaus statt (vgl. Kern – Kompetenzzentrum für Ernährung). Eltern sind inzwischen nicht mehr die zentrale Instanz in Ernährungsfragen (vgl. ebd.). Peergruppen und Vorbilder aus Fernsehsendungen bzw. "YouTube-Channels" sind zu wichtigen Determinanten des Essverhaltens geworden (vgl. ebd.).

2. Grundlagen

Die Ernährungsbildung ist ein weites Feld im Unterricht (vgl. Büning-Fesel, 2018). Viele Schulen sind inzwischen dabei, die Ernährungsbildung in den Schulalltag zu integrieren (vgl. ebd.). Durch die täglichen Rituale, sowie Gewohnheiten aus dem Schulalltag wird den Schülerinnen und Schülern ein gesundes Essverhalten vermittelt. Dabei spielen Themen, wie Ernährungspyramide, Lebensmittelkunde, Sinnesbildung und praktische Fertigkeiten eine große Rolle (vgl. ebd.).

Hinzuzufügen ist, dass einige Schulen bereits einen Schulgarten auf dem Schulhof angelegt haben (vgl. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft - BMEL, 2019). Dabei entwickeln Kinder und Jugendliche Verantwortungsübernahme sowie die Freude am Pflanzen und Ernten. Außerdem dient ein Schulgarten oft für ein gemeinsames Frühstück in der Klassengemeinschaft, wodurch die Schulmilch oder das Schulobst zusammen getestet werden können.

„Die Voraussetzung, um ein gesundheitsförderndes Essverhalten zu entwickeln, sind vielfältige Kompetenzen rund um das Essen und Trinken.“ (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft - BMEL, 2019). Kinder und Jugendliche können durch die schulische Laufbahn viele verschiedene und einflussreiche gesundheitsfördernde Verhaltensweisen erlernen. „Ernährungsbildung bezeichnet einen lebensbegleitenden Prozess, der überwiegend ohne gezielte pädagogische Konzeption im Alltag stattfindet.“ (ebd.). Über viele Jahre hin lernen die Schülerinnen und Schüler wichtige Kompetenzen in der Schule. Unter anderem erhalten sie auch einflussreiche Anregungen für ihr individuelles Ess- und Trinkverhalten. Zusätzlich erwerben die Lernenden viel über Ernährung in natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Bildungsbezügen, wie es die Kultusministerkonferenz für die Gestaltung der Lehrpläne empfiehlt (vgl. Hessisches Kultusministerium, 2011).

„Sowohl der fachspezifische und fächerübergreifende Unterricht als auch die Lernerfahrungen mit und beim Essen und Trinken in der Schule bieten hier die Grundlage für die Ernährungsbildung.“ (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft - BMEL, 2019). Darüber hinaus sind Essen und Trinken obligatorische Bestandteile für eine dauerhaft und wirksame Schulentwicklung (vgl. Ellrott, 2009). Darunter bilden Obst und Gemüse die Grundlagen in der Ernährungspyramide (vgl. Büning-Fesel, 2018). Besonders die reichhaltigen Vitamine und Mineralstoffe, welche in Obst und Gemüse enthalten sind, sind unvermeidlich für den menschlichen Körper (vgl. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft - BMEL, 2019). Sie dienen für den Aufbau von Zellen, Blutkörperchen, Knochen und Zähnen (vgl. ebd.). Außerdem sind Obst und Gemüse ballaststoffreiche Lebensmittel, die einen langen Sättigungseffekt bewirken, wodurch das Halten oder Senken des Körpergewichts erleichtert werden kann (vgl. ebd.). Aus diesem Grund empfehlen viele europäische Länder den Erwachsenen und Kindern ab einem Jahr täglich mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse zu verzehren (vgl. ebd.). Eine Portion entspricht etwa eine Hand voll und weil die Hände der Kinder kleiner sind, fallen die Portionen dementsprechend kleiner aus (vgl. ebd.). „Je länger Obst und Gemüse liegt, desto höher ist der Vitaminverlust“ (ebd.). Demzufolge ist die richtige Lagerung von Obst und Gemüse enorm wichtig, um den Vitamin-, Feuchtigkeits- und Qualitätsverlust entgegenzuwirken.

Essen und Trinken dient als Qualitätsmerkmal für Schulen (vgl. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft - BMEL, 2019). Idealerweise sollte nach dem Erziehungs- und Bildungsauftrag, in der Schule das gelebt werden, was die Lernenden im Unterricht gelehrt bekommen (vgl. ebd.). „Durch ihren Alltagsbezug und ihre Werteorientierung, zum Beispiel im Hinblick auf Gesundheit oder Nachhaltigkeit, bietet die Ernährungsbildung dafür viel Potenzial. Eine geeignete Grundlage für diesen ganzheitlichen Ansatz bildet der REVIS-Referenzrahmen.“ (ebd.). Das Forschungsprojekt REVIS (Reform der Ernährungs- und Verbraucherbildung in allgemein bildenden Schulen, 2003-2005) definiert Bildungsziele für eine zukunftsgerechte Ernährungs- und Verbraucherbildung (vgl. Ernährung und Verbraucherbildung im Internet, 2009). Darüber hinaus stellt REVIS die Bildungsziele zusammen mit weiteren Forschungsergebnissen über die Internetplattform der interessierten Gesellschaft zur Verfügung (vgl. ebd.). Wie alltagsbezogene Ernährungsbildung tatsächlich ausgestaltet wird und in welchem Maße sie eine Rolle bei der Verpflegung spielt, können Schulen in ihren Leitbildern selbst festlegen (vgl. ebd.). Gesundheitsförderung und Ernährungsbildung zählen zu den wesentlichen Aufgaben der Grundschule (vgl. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft - BMEL, 2019). Sie sollen den Lebensraum Schule beeinflussen und enthalten einen Anspruch an Schulentwicklung und Unterrichtswert. Hinzuzufügen ist, dass die Themenschwerpunkte Gesundheitsförderung und Ernährungsbildung alle Fächer durchdringen sollen (vgl. ebd.). Je nach Schulkultur werden diese unterschiedlich gehandhabt (vgl. ebd.).

Durchschnittlich essen junge Menschen zehn Jahre in der Schule (vgl. ebd.). Dementsprechend ist die Schule ein Ort, indem die Ernährungsbildung gelehrt und gelernt werden sollte. Das Thema Obst und Gemüse ist mehreren REVIS-Bildungszielen zuzuordnen, da die Schülerinnen und Schüler im Unterricht die gesundheitsfördernde Ernährung gelehrt bekommen. Beispielsweise können die Lernenden Zusammenhänge zwischen Ernährung und Gesundheit herstellen und lernen, was der menschliche Körper an Vitaminen und Mineralstoffen braucht, um ein gesundes Leben zu führen. Aus diesem Grund entwickeln sie einen nachhaltigen Lebensstil (vgl. ebd.).

Bereits zu Beginn der Grundschule können die Schülerinnen und Schüler Warnsignale, wie Hunger, Durst und Sättigung wahrnehmen (vgl. ebd.). Im weiteren Verlauf der schulischen Laufbahn lernen die Schülerinnen und Schüler Inhaltsstoffe und Wirkungen von Obst und Gemüse im menschlichen Körper näher kennen. Zudem lernen Kinder und Jugendliche verschiedene Ernährungskonzepte, -empfehlungen und -regeln kennen, zu dem sie sich dann im Laufe der Zeit auch kritisch äußern können (vgl. ebd.).

3. Methoden bzw. Vorgehensweise

Im Folgenden geht es um die Planung der vorgestellten Unterrichtseinheit. Zu Beginn der Konzeption wurde das Thema für die jeweilige Unterrichtseinheit festgelegt. Dabei wurde das Thema „Obst und Gemüse“ unserer Gruppe zugeteilt.

An erster Stelle sammelten wir alle unser Wissen über das genannte Thema. Wir führten innerhalb der Gruppe ein ‘Brainstorming‘ durch, sodass jeder seine verschiedenen Ideen und Vorschläge zum Thema präsentierte. Zusätzlich sprachen wir als ehemalige Schülerinnen über unsere Erfahrungen, wodurch wir uns gegenseitig aus dem eigenen Schulunterricht zum Thema „Obst und Gemüse“ Beispiele nannten. Hierbei fiel uns auf, dass die meisten Gruppenmitglieder in Zusammenhang mit den Sinneswahrnehmungen gearbeitet haben. Gemeinsam beschlossen wir daher es auch in unsere Unterrichtstunde aufzunehmen. Dabei können die Lernenden in unserer vorgestellten Unterrichtseinheit einen Realitätsbezug zum Thema erhalten, womit sie in den Arbeitsphasen im Unterricht motivierter und abwechslungsreicher lernen können. Ein Frontalunterricht kam für uns bei dem Thema nicht in Frage, da man besonders bei Themen, wie Obst und Gemüse, viele Alternativen hat, um den Unterricht aktivierender zu gestalten. Aus diesem Grund haben wir uns kreative Lehrmethoden überlegt.

Anschließend konzipierten wir die Unterrichtseinheit so, dass wir vorher schon den Schülerinnen und Schülern, durch eine Exkursion, den Weg von Obst und Gemüse bis hin in unsere Supermärkte zeigten. Dabei sollte das Wachstum sowie die Entstehung von verschiedenen Obst- und Gemüsearten im Vordergrund der Stundeneinheit stehen.

Passend zum Thema „Obst und Gemüse“ wurde vor der vorgestellten Unterrichtsstunde die bereits erwähnte Exkursion zu einem Bauernhof geplant. Die Schülerinnen und Schüler lernten dabei den Anbau und die Ernte verschiedener Obstsorten kennen. Genauso eigneten sie sich auch die Relevanz und Gebrauch von regionaler sowie saisonaler Lebensmittel an. Damit zusammenhängend lernten sie die Auswirkungen und Konsequenzen von nicht regionalen und saisonalen Lebensmitteln, bezogen auf unseren Körper und unserer Umwelt, besser kennen. Durch den direkten und praktischen Bezug zu Obst und Gemüse können die Kinder das Wachstum dieser nachvollziehen. Es dient als eine Aufklärung und sorgt für ein Aha-Erlebnis, da vermutlich nicht alle Schülerinnen und Schüler vorher eine Obst- oder Gemüseart geerntet haben.

4. Ergebnisse

Zu Beginn unserer Unterrichtseinheit wird ein kurzes Feedback zum Ausflug abgegeben. Dabei dürfen die Schülerinnen und Schüler ihre Erfahrungen und Erlebnisse ihren Klassenkameraden mitteilen. Besonders werden hier die Begriffe „saisonal und regional“ zum Vordergrund gebracht. Während dem Wiederholen der Erlebnisse aus dem Schulbauernhof, wird die Sozialform in einem Sitzkreis dargestellt. Hierfür werden zu Beginn der Unterrichtsstunde die Lernenden gebeten sich in die Sitzecke zu begeben. Dort setzen die Schülerinnen und Schüler sich auf ihre gewohnten Plätze, die sie seit dem Schulbeginn festgelegt bekommen haben, hin. Die Zeiteinplanung hierfür beträgt 5 Minuten, jedoch kann dies je nach Gesprächsbedarf der Kinder und Klassengröße variieren, sodass es in diesem Fall nur beispielhaft vorgegeben ist und zu Bedenken ist, dass mehr Zeit benötigt werden kann.

Nach der Einstiegsphase werden die Schülerinnen und Schüler gebeten sich auf ihre Sitzplätze zurück zu begeben. Die Sitzordnung ist in der Klasse in Gruppentischen aufgestellt. Jeder Gruppentisch besteht aus 2 Schulbänken und 4 Stühlen, sodass jeweils 4 Schülerinnen und Schüler als Gruppe zusammensitzen. Dementsprechend sollen die Lernenden an ihren Plätzen nun in ihren Gruppen weiterarbeiten. Sie bekommen als Gruppe jeweils 5 Kärtchen mit unterschiedlichen Obstsorten, wie z. B. Banane, Kiwi, Apfel und Heidelbeeren. Im Anschluss sollen diese Kärtchen anhand der Kriterien, saisonal und regional, an die Tafel geheftet werden. Diese Übung ist bewusst nach dem Sitzkreis einzuleiten, damit die Lernenden die Fachbegriffe regional sowie saisonal eigenständig und anhand den Beispielkarten untereinander bestimmen können. In dieser Aufgabenstellung lernen die Kinder die Unterscheidung sowie die Zuordnung von unterschiedlichen saisonalen und regionalen Früchten. Für diese Arbeitsphase wurden 5 Minuten eingeplant, da die vorherige Besprechung in dem Sitzkreis erneut aufgegriffen und vertieft wurde, wodurch die Lernenden vermutlich weniger Zeit in Anspruch nehmen werden, da es als eine Wiederholung dient.

Nach der Bestimmung und gegebenenfalls Korrektur der angepinnten Karten, werden diese abschließend besprochen und richtig aufgelöst. Dabei wird die Pinntafel mit in den Sitzkreis rotiert, sodass alle Kärtchen einzeln anschaulich besprochen werden können. Während der Ergebnissicherung sitzen die Lernenden im Sitzkreis zusammen und können sich gegenseitig ihre Begründungen, warum und welche Karte sie wohin angepinnt haben, ihren Mitschülerinnen und -schülern erklären. Die durchschnittliche Besprechungsdauer wurde hierfür auf 5 Minuten festgelegt. Allerdings hängt diese Dauer stark von der Korrektur bzw. Erklärungen der zugeordneten Karten ab, wodurch die Besprechungsdauer gekürzt oder eventuell auch verlängert werden kann.

Anschließend wird den Schülerinnen und Schülern der nächste Arbeitsschritt erklärt, die aus 3 Aktivierungen besteht. Hierfür werden sie erneut auf ihre Sitzplätze gebeten. Dort sollen sie die Augen zubinden, wofür die Lehrkraft jeweils 4 Augenbinden pro Tischgruppe zur Verfügung stellt. Zusätzlich erhalten sie einen Beobachtungsbogen pro Person, auf denen sie ihre Ergebnisse und Vermutungen aus den Aktivierungseinheiten auflisten können. Als Nächstes wird jeder Tischgruppe eine Kiste hingestellt, indem sich 4 verschiedene Obstsorten befinden. Die Kinder sollen die Früchte in den Kisten mit den Händen ertasten und benennen. Dabei sollen die Sinne der Schülerinnen und Schüler angeregt werden. Sie sollen unter Ausschluss ihres Sehvermögens, ihren Tastsinn sensibilisieren und die einzelnen Obstsorten fühlen. Im Anschluss der Übung werden die Augenbinden abgenommen und die Lösungen innerhalb der Gruppe besprochen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Ernährungsbildung in der Grundschule. Eine Unterrichtsstunde zum Thema Obst und Gemüse
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
1,3
Jahr
2020
Seiten
15
Katalognummer
V923342
ISBN (eBook)
9783346252739
ISBN (Buch)
9783346252746
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ernährungsbildung, grundschule, eine, unterrichtsstunde, thema, obst, gemüse
Arbeit zitieren
Anonym, 2020, Ernährungsbildung in der Grundschule. Eine Unterrichtsstunde zum Thema Obst und Gemüse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/923342

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