Lesejournal Exodus - 2. Samuel


Seminararbeit, 2007

21 Seiten


Leseprobe

Das Buch Exodus

Benötigte Arbeitszeit: 6 Std.

Der zeitliche Rahmen des Buches Exodus beginnt mit dem Tod Josefs (vgl. Ex 1,6) und endet mit dem Bau der Stiftshütte (vgl. Ex 25-40).

Vom Aufbau her liegt eine Zweiteilung vor: es beginnt wie bei einem Western im Fernsehen mit dem Kampf zwischen Gut, dargestellt durch das Volk Israel, und Böse, dargestellt durch Ägypten (vgl. Ex 1,1-15,21). Der zweite Teil beschreibt die Wanderung durch die Wüste (Ex 15,22-40,38).

Ein ständig wiederkehrendes Motiv in diesem Buch ist das Sprechen Gottes mit Mose (vgl. z. B. Ex 6,2.10.28; 7,8; 8,16; 9,8.13; 10,1; 12,1).

Ein wichtiges Thema des Buches ist der Bundessschluss Gottes mit dem Volk Israel (vgl. Ex 19,3-8). Die nachfolgenden Gebote, die Gott den Israeliten gibt, sind der Maßstab, an dem das Volk seine Treue zu Gott beweisen soll.

Ein wichtiger Rückgriff auf das Buch Genesis findet sich in Ex 1,9, wo der Pharao erkennt, dass die Söhne Israels zu einem großen Volk geworden sind, was in Gen 12,2 von Gott verheißen worden war.

Die Datierung des Exodus und der Landnahme Israels

Wann fand der Exodus und die Landnahme Israels statt? In 1 Kön 6,1 steht, dass der Exodus 476 Jahre vor dem Regierungsantritt Salomos, der auf ca. 1000 v. Chr. datiert wird, stattfand. Demnach hätte der Exodus um 1450 v. Chr. stattgefunden, was auch zu Gal 3,17 passt. Dagegen wird die Errichtung der Städte Pitom und Ramses (vgl. Ex 1,11) auf die Regierungszeit Ramses II. (13. Jh. v. Chr.) datiert. J. J. Bimson macht in seinem Artikel „Die Akte ‚Exodus’“ plausibel, dass die Zeit um 1450 v. Chr. aufgrund archäologischer Erkenntnisse wahrscheinlicher ist.[1] Jericho war nämlich nur zu dieser Zeit eine stark befestigte Stadt. Im 13. Jh. v. Chr. war Jericho nicht bewohnt, da zuvor nach archäologischen Erkenntnissen die Stadtmauern eingestürzt waren (vgl. Jos 6,20) und danach ein Feuer die Stadt zerstört hatte (vgl. Jos 6,24).[2]

Inhalt des Buches Exodus

Die Hauptperson des Buches ist Mose. Über seine Herkunft und Kindheit berichtet das zweite Kapitel des Buches Exodus. Er wird zu einer Zeit geboren, als den Israeliten befohlen war, jeden neugeborenen Sohn in den Nil zu werfen, damit er stirbt (vgl. Ex 1,22). Moses Mutter aber legt ihn in ein Schilfkörbchen am Ufer des Nil, wo er von der Tochter des Pharao gefunden wird, die ihn wie ihren eigenen Sohn annimmt (vgl. Ex 2,1-10).

Als Mose erwachsen ist, zeigt sich sein aufbrausender, ja vielleicht sogar jähzorniger Charakter. In einem Wutanfall erschlägt er einen ägyptischen Sklavenaufseher (vgl. Ex 2,11f.). Daraufhin flieht Mose nach Midian, wo er seine Hilfsbereitschaft unter Beweis stellt und Zippora, die Tochter des Priesters von Midian, heiratet, die ihm einen Sohn gebiert, den Mose Gerschom nennt (vgl. Ex 2,15-22).

In Midian ergeht die Berufung Gottes an ihn, dass er die Israeliten aus der ägyptischen Knechtschaft befreien soll (vgl. Ex 3,10). Gott hatte nämlich die Hilfeschreie des Volkes Israel gehört und weil er an seinen Bund mit Abraham, Isaak und Jakob dachte, kümmerte er sich um sein Volk (vgl. Ex 2,23-25; 3,7-9). Darin offenbart sich Gottes Mitleid mit den Menschen. Gott leidet mit, wenn sein Volk leidet.

Die Szene am brennenden Dornbusch hat Marc Chagall in einem berühmten Gemälde festgehalten (siehe Titelblatt). Auf ihm sieht man, wie Mose vor dem Dornbusch niederkniet (oder genauer gesagt: vor dem im Dornbusch sich offenbarenden Gott), wobei er sich mit seiner rechten Hand an das Herz greift – eine Geste der Ergriffenheit. Von seinem Kopf gehen zwei Strahlen aus – eine Antizipation von Ex 34,29, wo es heißt, dass sein Gesicht strahlte.[3] Im Hintergrund rechts weiden die Tiere, die er hütet. Links auf dem Bild ist der brennende Dornbusch, über dem das Tetragramm in einer Gloriole erscheint. Über all dem Geschehen schwebt ein gelb-grüner Engel, wobei das Gelb die Widerspiegelung der Herrlichkeit Gottes ist, das Kabod -Licht, und Grün die Farbe der Hoffnung, da nun die Befreiung des Volkes Israel aus der Knechtschaft naht.

Mose hält sich für zu gering, als dass er dem Pharao gegenübertreten könnte (vgl. Ex 3,11), zumal er nicht gut zu reden weiß (vgl. Ex 4,10). Außerdem befürchtet er, dass die Israeliten ihm nicht glauben werden (vgl. Ex 4,1). Doch Gott macht ihm klar, dass es nicht auf Moses Können ankommt, sondern dass es nur wichtig ist, sich Gott zur Verfügung zu stellen, damit Er durch Mose wirken kann. Daraus kann ich für mein Leben lernen, dass es nicht unbedingt darauf ankommt, perfekt zu sein, bevor Gott mich gebrauchen kann, sondern dass Er gerade durch meine Schwachheit sich mächtig erweisen kann (vgl. 2 Kor 12,9).

Die Folge von Moses Gehorsam gegenüber Gott ist zunächst, dass das Volk Israel noch mehr zu leiden hat als bisher, woraufhin die Israeliten verständlicherweise wütend auf ihn sind (vgl. Ex 5). Mose versteht Gott nicht mehr, warum Er das Volk noch mehr knechten lässt statt es zu befreien (vgl. Ex 5,22).

Das Ziel des Handeln Gottes ist, dass alle – die Israeliten, Mose, die Ägypter und der Pharao - erkennen sollen, dass Er der Herr ist (vgl. Ex 6,7; 7,5.17; 8,6.18; 10,2). Der Pharao hatte von sich sagt, dass er den Herrn nicht kennt und auf Seine Stimme nicht hört (vgl. Ex 5,2) – jetzt bekommt er seine Macht deutlicher zu spüren, als ihm lieb sein kann. Denn er muss erkennen, dass seine Macht nicht absolut ist und dass er kein Gott ist, sondern dass noch jemand – der einzig wahre Gott – über ihm steht.

Durch zehn Plagen wird der Pharao gefügig gemacht. Diese Plagen sind ein Vorgeschmack auf das Gericht der sieben Posaunen, das noch bevorsteht (vgl. Offb 8-9).

Vor dem Auszug aus Ägypten schlachteten die Israeliten in jedem Haus ein Lamm (vgl. Ex 12), worauf sich das Passahfest begründet. Im NT wird Jesus als „Passahlamm“ bezeichnet (vgl. 1 Kor 5,7); somit ist das Passahlamm ein Antitypus für Christus. In 1 Pt 1,19 wird darauf hingewiesen, dass Jesus ebenso wie das Passahlamm „ohne Fehler“ war (Ex 12,5). Wie an dem Passahlamm kein Bein zerbrochen werden durfte (vgl. Ex 12,46; Num 9,12), so wurden auch Jesu Beine nicht zerbrochen (vgl. Joh 19,36; siehe auch Ps 34,21).

Den Auszug aus Ägypten beschreibt ein berühmtes Spiritual, indem die schwarzen Sklaven in Amerika ihre Hoffnung auf Befreiung zum Ausdruck brachten.[4]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[5]

Der Bundesschluss ist eine zentrale Stelle des Buches. Die Israeliten sollen „ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation“ sein (Ex 19,6). Die gleiche Formulierung benutzt Petrus in seinem ersten Brief (2,9), um zu zeigen, dass diese Berufung nun auf die Christen übergegangen ist.

Aus der Wüstenwanderung der Israeliten bringt Paulus einige warnende Beispiele, wie wir uns nicht verhalten sollen (vgl. 1 Kor 10,1-10). Die Israeliten hatten Gott die Befreiung aus Ägypten nämlich damit gedankt, dass sie gegen Ihn murrten (vgl. Num 14,1-4; 1 Kor 10,10) und sich einen anderen Gott bauten (vgl. Ex 32; 1 Kor 10,7). Das führt mich zu der Frage, wie dankbar ich meinem Gott bin, der mich befreit hat.

Erstaunlich sind die extremen Stimmungsschwankungen des Volkes Israel. Manchmal sind sie voller Begeisterung für den Herrn und bereit, alle seine Weisungen zu befolgen (vgl. Ex 24,3.7), doch dann errichten sie ein Goldenes Kalb, welches sie anbeten (vgl. Ex 32,1-6), sodass Gott sagt: „Sie sind schnell von dem Weg abgewichen, den ich ihnen geboten habe.“ (Ex 32,8).

In den Kapiteln 24-40 ist fast ununterbrochen vom Bau der Stiftshütte die Rede. Bis in die kleinsten Details wird deren Anfertigung von Gott vorgeschrieben. Wenn ich dies lese, wundert es mich nicht, dass die Pharisäer eine – scheinbar übertriebene – Gesetzlichkeit an den Tag legten (vgl. Mt 23,23). Ich vermute, wenn ich mit so vielen Details überschüttet worden wäre, die ich einhalten müsste, dann würde ich wohl auch das eigentliche Ziel dahinter vergessen, weil ich mich ständig fragen würde, ob ich auch alles richtig mache.

Das Buch Leviticus[6]

Benötigte Arbeitszeit: 5 Std.

Beobachtungen / Eindrücke / Fragen

Beim Lesen der Opfervorschriften bin ich dankbar dafür geworden, dass wir diese nicht mehr beachten müssen, denn sie erscheinen mir wie gesetzliche Äußerlichkeiten. Immer wieder erscheint in Kap. 4+5 die Formulierung „So erwirke der Priester Sühnung für...“ (Lev 4,20.26.31.35; 5,10.13). Wenn man das Wort „so“ betont, dann bedeutet es, dass ein Fehler bei der Opferung die Sühnung nicht bewirken kann. Ich frage mich, warum Gott die Opfer und deren genaue Einhaltung so wichtig waren, dass er ihnen so viel Platz in der Bibel einräumt. Dass man nicht von dem vorgeschriebenen Opferritus abweichen darf, zeigt die Geschichte von Aarons Söhnen Nadab und Abihu, die für ein Vergehen beim Opfern mit dem Tod bestraft wurden (10,1f). Ich denke, die Opfergesetze so ausführlich sind, damit man sich Gott nicht leichtfertig naht.

Häufig wiederholt sich die Aussage: „Und der HERR redete zu Mose“. Es erstaunt mich immer wieder, dass Mose so deutlich die Stimme Gottes vernahm. Wenn ich vor schwierigen Entscheidungen stehe, wünsche ich mir, dass ich auch so deutlich Gottes Stimme hören könnte.

Hauptinhalte

Opfer (Kap 1-7)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Weihe Aarons und seiner Söhne (Kap. 8)

Opfer zur Sühnung für das Volkes (Kap 9)

Gesetze (Kap 9-15 / 17-22 / 24-27)

Der Versöhnungstag (Kap 16)

Jüdische Feste (Kap 23)

Lev 16 (Jom Kippur) und Hebr 9,1-10,10 im Vergleich

In Hebr 9,23 werden die irdischen Dinge als Abbilder der himmlischen Dinge bezeichnet. Auch der Tempel, das Heiligtum der Juden ist laut Paulus nur ein „Gegenbild des wahren Heiligtums“ (Hebr 9,24). Es wird betont, dass Christus ein einziges Mal geopfert wurde (Hebr 9,25-28).[7] Der Hohepriester opferte hingegen jedes Jahr (Lev 16,34).

Der Verfasser des Hebräerbriefes betont, dass Blut von Tieren die Sünden der Menschen nicht wegnehmen kann (Hebr 10,4). Für die Juden war die Vorstellung der Sündenvergebung aufgrund des Opfers am Versöhnungstag aber selbstverständlich. Wenn der Verfasser schreibt, Gott nimmt das Erste weg, um das Zweite aufzurichten“, so will er damit sagen, dass die Opfer im Tempel bedeutungs- und damit sinnlos geworden sind. Da Christus, das wahre Opferlamm geschlachtet wurde, müssen keine Abbilder dieses Opfers vollbracht werden, sondern Sein Opfer ist vollkommen.

[...]


[1] Vgl. J. J. Bimson, Die Akte „Exodus“, in : Abenteuer Archäologie 4/2004, 21-28.

[2] Vgl. ebd., 28.

[3] Vom 12. bis 16. Jh. hat man Mose aufgrund eines Übersetzungsfehlers mit zwei Hörnern dargestellt. Berühmtestes Beispiel dafür ist wohl Michelangelos Moses-Statue in San Pietro in Vincoli in Rom.

[4] Verfügbar über: http://web.utanet.at/toscherf/Kirche/Kirchentxt/When_Israel_was_in_Egypt_land.htm (inclusive Melodie). Datum des Zugriffs: 24.11.2006

[5] Grafik verfügbar über: www.uni-essen.de/.../images/egypt-lehmziegel.gif. Datum des Zugriffs: 10.03.2007.

[6] Einführende Internetseiten: http://de.wikipedia.org/wiki/3._Buch_Mose; http://www.animabit.de/bibel/lev.htm; http://www.bibel.lu/spip.php?article107; http://www.hagalil.com/judentum/torah/plaut/vajikra-bamberger-1.htm;

[7] Dies widerspricht übrigens der katholischen Lehre, nach der Christus bei jeder Eucharistiefeier neu geopfert wird.

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Details

Titel
Lesejournal Exodus - 2. Samuel
Autor
Jahr
2007
Seiten
21
Katalognummer
V92335
ISBN (eBook)
9783638061261
Dateigröße
1308 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand.
Schlagworte
Lesejournal, Exodus, Samuel, Altes Testament
Arbeit zitieren
Dirk Fuisting (Autor), 2007, Lesejournal Exodus - 2. Samuel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92335

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