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Gangs als attraktiver Zufluchtsort für Jugendliche. Anreize für den Eintritt und Verbleib in Jugendgangs

Titel: Gangs als attraktiver Zufluchtsort für Jugendliche. Anreize für den Eintritt und Verbleib in Jugendgangs

Hausarbeit , 2020 , 38 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziologie - Kinder und Jugend
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen der Jugendgangs. Konkret soll die folgende Fragestellung beantwortet werden: Warum sind Gangs ein attraktiver Zufluchtsort für Jugendliche? Die Arbeit analysiert die Anreize für Jugendliche einer Gang beizutreten und dort auch für eine längere Zeit zu verbleiben.

Zunächst wird hierfür allgemein das Thema Jugendgang behandelt, Charakteristiken und Merkmale werden definiert. Im Anschluss daran werden der Strukturtypus und die Hierarchie der Gangs genauer betrachtet. Daraufhin wird Bezug auf die Rekrutierung neuer Mitglieder genommen, da diese im Alltag vieler Jugendlichen eine erhebliche Rolle spielt. Des Weiteren wird die Gruppensoziologie genauer analysiert und Gemeinsamkeiten und Differenzen zwischen den Gangs und Gruppen herausgearbeitet. Daraufhin folgt ein empirischer Teil, der sich der Gang der maras widmet.

Kriminelle Jugendgangs sind ein weit verbreitetes Problem und dennoch wird es wenig thematisiert und diskutiert, da vor allem in den letzten 20 Jahren die Forschung zu Jugendgangs deutlich abgenommen hat. Das Problem ist jedoch noch immer so präsent wie zuvor, da vor allem in Zentralamerika Gangs die Straßen regieren.

In Deutschland sind Jugendgangs eher ein kurzfristiges, epochales Phänomen, welches sich oft nach der Adoleszenz auflöst, wenn die Mitglieder erwachsen werden. Die USA hingegen ist am stärksten von der Gang-Problematik betroffen. Hier gibt es tradierte Gangs, die bereits seit Generationen bestehen. Eine Gang ist beispielsweise die mara.

Die maras bestehen seit mehreren Jahrzehnten vor allem in Zentralamerika und nehmen ganze Städte ein. Insbesondere in Honduras, Guatemala und El Salvador sind sie stark verbreitet. Hier werden allein in El Salvador die Mitgliederzahlen auf ungefähr 60.000 geschätzt. Oftmals gehen Gangmitglieder so weit, dass sie erpressen, stehlen und töten, um sich und ihre Gang zu erhalten und beschützen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Das Phänomen der Jugendgangs als zentrales Problem

2. Reflexion über Daten und Quellen

3. Theoriekapitel

3.1. Jugendgangs

3.2. Gruppensoziologie

4. Empirische Analyse mit dem Beispiel „mara“

4.1. Gründe für das Eintreten Jugendlicher

4.2. Mitgliedschaftsmotivation Kollegialität

4.3. Mitgliedschaftsmotivation Zwang

4.4. Anomietheorie nach Merton

5. Fazit und Ausblick

6. Literatur

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Attraktivität von Jugendgangs als sozialen Zufluchtsort. Das zentrale Ziel ist es, die Beweggründe für den Eintritt sowie die Mechanismen des Verbleibs in Gangs – insbesondere anhand des Fallbeispiels der „maras“ – wissenschaftlich zu analysieren und soziologisch zu erklären.

  • Strukturelle Analyse von Jugendgangs und deren Organisationstypen.
  • Untersuchung soziologischer Gruppenkonzepte in Bezug auf kriminelle Gangstrukturen.
  • Analyse der Rekrutierungsstrategien und der Bedeutung von Solidarität und Loyalität.
  • Erklärung von Eintritts- und Verbleibsmotivationen (Zwang vs. Kollegialität).
  • Anwendung der Anomietheorie nach Merton auf das Phänomen der Jugendkriminalität.

Auszug aus dem Buch

3.1. Jugendgangs

„The gang is an interstitial group originally formed spontaneously, and the integrated through conflict. It is characterized by the following types of behavior: meeting face to face, milling, movement through space as a unit, conflict, and planning. The result of this collective behavior is the development of tradition, unreflective internal structure, esprit de corps, solidarity, mo-rale, group awareness, and attachment to a local territory.” (Thrasher 1968, S. 46)

Obiges Zitat nennt fast alle wichtigsten Punkte, die für einen kurzen Überblick für Jugendgangs wichtig sind. Da das Thema „Jugendgangs“ aber erwartungsgemäß in den wenigen Worten nicht erklärbar ist, wird im folgenden Kapitel eine genaue Beschreibung der Jugendgangs dargelegt. Eine verbreitete, alleinige Definition für Gangs gibt es nicht. Generell kann aber gesagt, werden, dass „Gangs [...] auf engem Raum agierende, auf ein Territorium begrenzte, homogene Gruppen [sind], die sich ursprünglich spontan formiert haben und sich dann durch Konflikte integrieren“ (Thiele 1996, S.335). In diesem Zitat sind vier wichtige Punkte, über die Gangs definiert werden können, genannt: ihr Territorium, die Homogenität, die Spontanität und die Konflikte. Wie Gangs aus der Spontanität heraus entstehen können, beschreibt Thrasher genauer. In seiner Definition (siehe oben) erwähnt er zwar die spontane Bildung, beschreibt es vorher in seinem Buch aber exakter: Gangs bilden sich oft aus Spielgruppen heraus. Kinder treffen sich in ihren Wohngebie-ten, oft Slums und verabreden sich zum Spielen. Durch den engen Raum tritt schnell Konfliktopotenzial zwischen den einzelnen Gruppen auf, da alle Anspruch auf ihren eigenen Platz zum Spie-len- ihr Territorium- erheben (vgl. 1968, S. 23). Aufgrund dieser spontanen Bildung als Spiel-gruppe entwickeln sich mit der Zeit jugendliche Gruppen, die die Rivalität untereinander immer weiter ausbauen und ihr Territorium und ihre Freunde beschützen. Letztere sind zwei wichtige Merkmale, die Thiele beschreibt. Sie zählen zu ihren Bedingungen, um eine Gang so nennen zu dürfen: Territorialität, eine stabile Mitgliedschaft, internale Strukturen (Anführer und Rollenzuweisungen) und face-to-face-Kommunikation (vgl. 1996, S. 336). Doch dazu später mehr.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Das Phänomen der Jugendgangs als zentrales Problem: Einführung in die Thematik der Jugendgangs, Darstellung der Relevanz des Problems und Formulierung der zentralen Forschungsfrage.

2. Reflexion über Daten und Quellen: Darlegung der methodischen Vorgehensweise sowie der verwendeten Literatur und Datenbasis für die theoretische und empirische Analyse.

3. Theoriekapitel: Definition des Begriffs Jugendgangs und theoretische Einordnung in die Gruppensoziologie unter Anwendung systemtheoretischer Konzepte.

4. Empirische Analyse mit dem Beispiel „mara“: Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf das Fallbeispiel der „maras“, Untersuchung der Rekrutierung und der Motive für den Verbleib.

5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Reflexion über die zukünftige Entwicklung des Phänomens Jugendgangs.

6. Literatur: Auflistung der im Rahmen der Arbeit herangezogenen Fachliteratur und Quellen.

Schlüsselwörter

Jugendgangs, Maras, Gruppensoziologie, Anomietheorie, Rekrutierung, Territorialität, Mitgliedschaftsmotivation, Kollegialität, Zwang, Jugendkriminalität, Soziale Desintegration, Solidarität, Gangstrukturen, Adoleszenz, Subkultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen Jugendgangs und beleuchtet, warum diese für Jugendliche trotz der damit verbundenen Gefahren und kriminellen Aktivitäten als attraktive soziale Zufluchtsorte wahrgenommen werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten gehören die soziologische Definition von Gangs, die Dynamik der Rekrutierung, die Bedeutung von Loyalität und territorialer Bindung sowie die Frage, wie Gangs als hybride Strukturen zwischen Gruppe und Organisation agieren.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Beweggründe für den Eintritt in eine Gang zu identifizieren und zu erklären, warum Mitglieder trotz massiver persönlicher Risiken, wie Gewalt oder Tod, im Verbund der Gang verbleiben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung soziologischer Konzepte, ergänzt durch eine sekundäranalytische Untersuchung des Fallbeispiels der „maras“, wobei journalistische und wissenschaftliche Quellen kombiniert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Bereich zur Gruppensoziologie und eine empirische Analyse, in der Eintrittsgründe und Motivationsfaktoren wie Kollegialität und Zwang differenziert betrachtet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Jugendgangs, Solidarität, Anomietheorie, Rekrutierung, Territorialität und soziologische Gruppenkonzepte definiert.

Warum wird das Beispiel der „maras“ als Fallbeispiel gewählt?

Die „maras“ werden als Beispiel gewählt, da sie als eine der gefährlichsten und am stärksten organisierten Gangs weltweit gelten und die in der Theorie postulierten Mechanismen von Gewalt, Hierarchie und Rekrutierung extrem deutlich veranschaulichen.

Welche Rolle spielt die „Anomietheorie“ nach Merton in dieser Analyse?

Die Anomietheorie dient dazu, den Eintritt in Gangs als logische Folge einer sozialen Fehlentwicklung zu erklären, bei der Jugendliche aufgrund mangelnder institutioneller Möglichkeiten und gesellschaftlicher Randständigkeit illegale Wege wählen, um Erfolg und Anerkennung zu finden.

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Details

Titel
Gangs als attraktiver Zufluchtsort für Jugendliche. Anreize für den Eintritt und Verbleib in Jugendgangs
Hochschule
Universität Bielefeld
Note
2,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
38
Katalognummer
V923359
ISBN (eBook)
9783346250681
ISBN (Buch)
9783346250698
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gangs Jugendliche Groups Peer groups Jugengsgangs Jugendgruppen Jugendgewalt Gewalt mara
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2020, Gangs als attraktiver Zufluchtsort für Jugendliche. Anreize für den Eintritt und Verbleib in Jugendgangs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/923359
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Leseprobe aus  38  Seiten
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