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Hexen der Frühen Neuzeit im Film

Title: Hexen der Frühen Neuzeit im Film

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 83 Pages , Grade: 1

Autor:in: Anna Purath (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Seit Anbeginn der Filmgeschichte gegen Ende des 19. Jahrhunderts, da der Film selbst noch Zauberwerk galt, bis in die heutige Zeit der computergenerierten Bilder bevölkern Hexen und Teufel in jedweder Gestalt die Leinwände des Kinos. Neben zahlreichen fantastischen Geschichten, okkultistisch geprägten Horrorfilmen und Märchen werden auch die historischen Hexen der großen Verfolgungen zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert immer wieder filmisch verarbeitet. Manche der historischen Darstellungen widmen sich schlicht der seriösen Aufarbeitung, während andere das Gewaltpotenzial der Hexenprozesse für eine spekulative Zurschaustellung von Brutalitäten aufgreifen oder aber dem Thema einen symbolischen Stellenwert zur Übermittlung universeller Werte und Bedeutungen zusprechen. Auf Hexenprozesse wird immer wieder als Sinnbild für brutale Ungerechtigkeit oder gefährlichen Aberglauben verwiesen, als Parabel für gegenwärtige soziale und gesellschaftliche Mißstände oder für die immer wieder hervorbrechende schlechte und niederträchtige Seite der menschlichen Natur. Behandelt werden Spielfilme aus dem gesamten Zeitraum des 20. Jahrhunderts, um die Vielfalt der Erscheinungsformen historischer Hexen im Film abzudecken.

Trotz der beharrlichen filmischen Präsenz von Hexen aller Art fehlt bis jetzt jede zusammenhängende Darstellung. Selbst zu Teilbereichen der Thematik ist einschlägige Literatur nur schwer bis gar nicht zu finden. Die wenigen Aufsätze und Artikel, wie etwa Rolf Giesens Beitrag zu dem Sammelband Hexenwelten, geben indessen nur eine unzureichende Informationsquelle ab. Zudem macht die Interdisziplinarität des Themas seine Erschließung zu einem recht komplexen Unterfangen. Aufgrund dieser prekären Lage ist es beinahe unumgänglich, bei einer ersten Annäherung größtenteils deskriptiv vorzugehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Variationen des ‚Hexen’-Themas im Historienfilm

1.1 Historische Stereotypen

1.2 Authentische Fälle

1.3 Gewaltexzesse: Die Hexe als Sensation

2. Die ‚Hexen’, ihre Verfolger und deren Motive im Historienfilm

3. Die ‚Guten’ und die ‚Bösen’ – Gesellschaftskritik oder kathartische Projektion?

4. Historische Verizität – Zum Umgang mit historischen Quellen im Film

5. Schluß

6. Filmographie

7. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die filmische Darstellung historischer Hexen und der damit verbundenen Hexenverfolgungen im 20. Jahrhundert. Dabei wird analysiert, wie das Thema „Hexe“ als Sinnbild für soziale Missstände, gesellschaftliche Repressionen oder als Projektionsfläche für moralische und politische Fragen instrumentalisiert wird.

  • Typologie der Hexendarstellungen im Historienfilm
  • Charakterisierung von „Hexen“, Verfolgern und deren Motiven
  • Analyse des Gut-Böse-Dualismus in narrativen Strukturen
  • Untersuchung des Authentizitätsanspruchs und des filmischen Umgangs mit historischen Quellen

Auszug aus dem Buch

1.1 Historische Stereotypen

Der schwedische Film Häxan (Hexen – 1919-21) von Benjamin Christensen ist eins der frühesten und zugleich spektakulärsten Beispiele einer filmischen Bearbeitung der frühneuzeitlichen Hexe. In dieser Mischung aus Dokumentar- und Spielfilm geht es weniger um die authentische Darstellung von Geschichte als vielmehr darum, das Phänomen des kollektiven Aberglaubens in seiner Auswirkung auf einzelne Individuen aufzuzeigen. Der Film gliedert sich in drei Teile: Im ersten Teil behandelt der Regisseur Hexenglauben und Teufelsvorstellung aus dem Blickwinkel der mittelalterlichen Zeitgenossen: Da wird eine Hexe in ihrer Höhle beim Brauen von Liebestränken, Heil- und Flugsalben gezeigt; eine ihrer Kundinnen, wie sie durch Zauber einen Mönch verführt; zwei von wissenschaftlichem Ehrgeiz Getriebene, die um der Öffnung einer Leiche willen als „Verhexte“ ausgeschrien werden etc. Der zweite Teil schildert in eindrucksvollen Bildern den Hergang eines Hexenprozesses: Eine alte Bettlerin gerät unversehens in den Verdacht, die schwere Krankheit eines Familienvaters verursacht zu haben. Sie wird festgenommen und gesteht auf der Folter ihren Teufelsbund sowie ihre Teilnahme am fantastischen Hexensabbat, auf dem sie etliche Frauen, darunter auch ihre Anklägerinnen, gesehen haben will.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der filmischen Hexendarstellung ein, erläutert die Typologie der Filme und skizziert den interdisziplinären Ansatz der Untersuchung.

1. Variationen des ‚Hexen’-Themas im Historienfilm: In diesem Kapitel werden drei grundlegende Hexentypen im Film unterschieden: stereotype Darstellungen, authentische Fälle und das Genre des Hexenjägerfilms.

2. Die ‚Hexen’, ihre Verfolger und deren Motive im Historienfilm: Das Kapitel widmet sich der Charakterisierung von Hexenfiguren und ihrer Verfolger sowie der Analyse der Motive, die zu Verfolgung und Hexenwahn führen.

3. Die ‚Guten’ und die ‚Bösen’ – Gesellschaftskritik oder kathartische Projektion?: Hier wird der Dualismus zwischen den als unschuldig dargestellten „Hexen“ und den bösen Verfolgern untersucht und nach den gesellschaftskritischen oder kathartischen Implikationen gefragt.

4. Historische Verizität – Zum Umgang mit historischen Quellen im Film: Dieses Kapitel analysiert die filmischen Mittel, mit denen Authentizität erzeugt wird, wie beispielsweise durch Zitate aus Quellen oder Verweise auf historische Dokumente.

5. Schluß: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt die komplexe Funktion der Hexenfigur als Projektionsfläche für historische und gesellschaftliche Diskurse hervor.

6. Filmographie: Eine Zusammenstellung der untersuchten Filme, unterteilt nach den im ersten Kapitel definierten Kategorien.

7. Literatur: Ein Verzeichnis der herangezogenen wissenschaftlichen Werke und Quellen.

Schlüsselwörter

Hexe, Hexenverfolgung, Historienfilm, Inquisition, Aberglaube, Hexenhammer, Gut-Böse-Dualismus, Folter, Repression, Gesellschaftskritik, Authentizität, Katharsis, Hexenjägerfilm, Filmgeschichte, Hexenprozess.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in der Arbeit?

Die Arbeit analysiert, wie historische Hexenverfolgungen und Hexenfiguren im Spielfilm des 20. Jahrhunderts dargestellt und verarbeitet werden.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die zentralen Felder sind die Typologie der Hexenfilme, die Charakterisierung der Figuren sowie die Funktion der Hexendarstellung als gesellschaftskritische oder sensationsorientierte Projektion.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die filmischen Muster zu verstehen, durch die „Hexen“ und ihre Verfolger charakterisiert werden und wie diese zur Vermittlung historischer Diskurse beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode findet Anwendung?

Es wird ein interdisziplinärer Ansatz gewählt, der filmwissenschaftliche Analyse mit historischer Quellenkritik verbindet.

Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Typisierung der Filmbeispiele, eine detaillierte Figuren- und Motivuntersuchung, eine Analyse des Gut-Böse-Dualismus und eine Betrachtung der filmischen Authentizitätsstrategien.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Hexenverfolgung, Historienfilm, gesellschaftliche Repression und mediale Authentizitätskonstruktion geprägt.

Wie unterscheidet sich der „Hexenjägerfilm“ von anderen Genres?

Der Hexenjägerfilm (oft als „Brutalo“ bezeichnet) nutzt das Gewaltpotenzial der Prozesse explizit zur Schockwirkung und für eine sadistische Inszenierung, oft zulasten einer tiefgründigen Handlung.

Warum spielt die Rolle der „Jeanne d’Arc“-Filme eine Sonderrolle?

Diese Filme sind deshalb besonders relevant, da hier die historische Figur der Jeanne d’Arc einerseits als Märtyrerin und Heilige verklärt, andererseits aber immer wieder in den Kontext von Hexenprozessen und Ketzerei gestellt wird.

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Details

Title
Hexen der Frühen Neuzeit im Film
College
Free University of Berlin  (Friedrich Meinecke Institut)
Course
Hauptseminar: Hexen und Zigeuner der frühen Neuzeit
Grade
1
Author
Anna Purath (Author)
Publication Year
2002
Pages
83
Catalog Number
V9233
ISBN (eBook)
9783638159951
ISBN (Book)
9783656226871
Language
German
Tags
Hexen Frühen Neuzeit Film Hauptseminar Hexen Zigeuner Neuzeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna Purath (Author), 2002, Hexen der Frühen Neuzeit im Film, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9233
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