In der Arbeit wird dargelegt, dass Augustus für alle Bereiche des politischen Lebens eine Vorbildfunktion für seine Nachfolger besaß, wobei vor allem seine Außenpolitik und deren ideologische Grundlagen betrachtet werden. Anschließend wird untersucht, wie Trajan und Hadrian auf die außenpolitischen Herausforderungen ihrer Zeit reagiert haben und die Probleme, die schon zur Zeit des Augustus existiert haben, nun auf ihre Weise zu lösen versuchten.
Dabei war zu berücksichtigen, dass neben der durch Augustus repräsentierten altrömischen Tradition auch andere Impulse das Handeln bestimmten, da sich im Verlauf des 1. Jahrhunderts der Horizont erweitert hatte, sowohl ideell (Stoa) wie materiell (von der Stadt Rom auf die Provinzen). Das Vorbild des Augustus blieb jedoch so dominant (und interpretationsfähig), dass man sich, auch wenn man unterschiedliche Konzeptionen verfolgte (Trajan – Hadrian), doch noch auf ihn zu berufen genötigt sah.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Quellen
Augustus als Vorbild
Trajan: propagator orbis terrarum
Hadrian: restitutor orbis terrarum
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Vorbildfunktion des Augustus für die Außenpolitik seiner Nachfolger Trajan und Hadrian. Dabei wird analysiert, inwieweit die kaiserliche Außenpolitik auf den Idealen der altrömischen Tradition basierte, wie Trajan und Hadrian diese Herausforderungen interpretierten und welche unterschiedlichen Konzeptionen sie zur Stabilisierung des Römischen Reiches entwickelten.
- Die ideologische Vorbildfunktion des Augustus und sein Tatenbericht.
- Die expansive Außenpolitik unter Trajan als "propagator orbis terrarum".
- Die defensive Wende und Konsolidierung unter Hadrian als "restitutor orbis terrarum".
- Der Vergleich der militärischen Strategien und diplomatischen Ansätze.
- Die Rolle der Stoa und der senatorischen Geschichtsschreibung.
Auszug aus dem Buch
Trajan: propagator orbis terrarum
Eine Fortsetzung der Expansionspolitik des Augustus erfolgte unter Trajan, der auf Münzen darum als propagator orbis terrarum gefeiert wurde.
53 geboren in der Provinz Baetica, aus einer gut vernetzten italischer Kolonistenfamilie stammend, vollzog er, zunächst im Gefolge seines Vaters, seinen Aufstieg im Militär- und Staatsdienst und wurde 97 von Nerva adoptiert und zum Mitregenten ernannt. Er war zu dieser Zeit Statthalter in Obergermanien, und Nerva benötigte angesichts wachsender Un-zufriedenheit zur Stabilisierung seiner Regierung die Unterstützung eines bei der Armee beliebten Heerführers. Die Umgehung des Senats bei der Nachfolgeregelung wurde von Plinius im Nachhinein damit gerechtfertigt, dass Nerva bei seiner Designation eine göttliche Weisung befolgt habe. Nach Nervas Tod 98 übernahm Trajan dann die Herrschaft.
Schon in der Antike wurde eine Verbindung zwischen diesen Augustus und Trajan als den besten principes der römischen Geschichte hergestellt. Eutrop berichtet: Sein (des Trajan) Andenken genoss so viel Ehre, dass bis auf unsere Zeiten der gewöhnliche Zuruf an die neuen Regenten im Senat lautet: Sei glücklicher als Augustus und besser als Traianus!“
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der kaiserlichen Vorbildfunktion des Augustus ein und skizziert die wissenschaftliche Untersuchung der unterschiedlichen außenpolitischen Reaktionen von Trajan und Hadrian.
Quellen: Das Kapitel stellt die zentralen historischen Primärquellen vor, darunter Augustus' Tatenbericht, Cassius Dios Römische Geschichte sowie den Panegyricus des Plinius und die Historia Augusta.
Augustus als Vorbild: Hier wird analysiert, wie Augustus durch seine Expansionspolitik und Selbstdarstellung als Friedensbringer den ideologischen Maßstab für seine Nachfolger setzte.
Trajan: propagator orbis terrarum: Dieses Kapitel behandelt die expansive Ära Trajans, die militärischen Feldzüge in Dakien und im Osten sowie seine Rolle als "Mehrer des Reiches".
Hadrian: restitutor orbis terrarum: Das abschließende Kapitel widmet sich der defensiven Neuausrichtung Hadrians, dem Rückzug aus eroberten Gebieten und der Konsolidierung der Reichsgrenzen.
Schlüsselwörter
Augustus, Trajan, Hadrian, Außenpolitik, Expansionspolitik, Defensivpolitik, Prinzipat, Römische Geschichte, Grenzsicherung, Propagator orbis terrarum, Restitutor orbis terrarum, Klientelkönigtum, Pax Romana, Stoa, Armee
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Außenpolitik der römischen Kaiser Augustus, Trajan und Hadrian und analysiert, wie Augustus als ideologisches Vorbild für seine Nachfolger fungierte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentral sind der Vergleich zwischen expansiver Kriegführung unter Trajan und defensiver Konsolidierung unter Hadrian, sowie die ideologische Legitimation dieser Politik durch Bezugnahme auf Augustus.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es wird untersucht, wie Trajan und Hadrian auf die außenpolitischen Herausforderungen ihrer Zeit reagierten und wie sie das Vorbild des Augustus trotz unterschiedlicher politischer Konzeptionen nutzten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine quellenkritische historische Analyse, die Primärquellen (wie den Tatenbericht oder Cassius Dio) und moderne Forschungsliteratur miteinander in Beziehung setzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Regierungsstile und außenpolitischen Entscheidungen von Augustus, Trajan und Hadrian anhand von historischen Ereignissen wie den Daker- und Partherkriegen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Außenpolitik, Expansionspolitik, Defensivpolitik, Prinzipat, Grenzsicherung sowie die kaiserlichen Beinamen "propagator" und "restitutor orbis terrarum".
Warum wird Trajan als "propagator orbis terrarum" bezeichnet?
Trajan erreichte unter seiner Herrschaft die größte Ausdehnung des Imperiums und wurde als "Mehrer des Reiches" gefeiert, was durch Münzprägungen und militärische Erfolge dokumentiert ist.
Was unterscheidet Hadrians Politik von der seines Vorgängers Trajan?
Während Trajan eine expansive Offensive verfolgte, setzte Hadrian auf eine Defensivpolitik, den Rückzug aus instabilen Gebieten wie Mesopotamien und die Befestigung der bestehenden Grenzen (z.B. Hadrianswall).
- Quote paper
- Bjarne Duncker (Author), 2019, Die Außenpolitik von Hadrian im Vergleich zu Augustus und Trajan. Einfluss und Vorbildfunktion des Augustus auf seine Nachfolger, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/923469