Die nachfolgende Seminararbeit analysiert und diskutiert wesentliche Ansätze der Verrechnungspreisproblematik. Darüber hinaus gibt sie noch einen Überblick über gesetzliche Neuregelungen im Bereich internationaler Verrechnungspreise.
Nach diesem Einleitungskapitel folgt in Kapitel 2 der Versuch einer Begriffsabgrenzung. In Kapitel 3 werden die verschiedenen Funktionen von Verrechnungspreisen beleuchtet. Verrechnungspreise erfüllen als Hauptfunktion die Koordination des Managements und die Erfolgszuweisung der einzelnen Einheiten eines Unternehmens.
Kapitel 4 stellt verschiedenen Möglichkeiten dar, wie die zwischen verschiedenen Bereichen des Unternehmens ausgetauschten Lieferungen und Leistungen bewertet werden können. Man unterscheidet hier zwischen marktorientierten Verrechnungspreisen, kostenorientierten Verrechnungspreisen sowie zwischen Verrechnungspreisen die auf Verhandlungen basieren.
Kapitel 5 gibt die wesentliche Bedeutung des Arm´s Length-Grundsatzes wieder und reifiziert dessen Bedeutung im deutschen Steuerrecht.
Kapitel 6 befasst sich ausführlich mit den von der OECD anerkannten Pricing-Methoden. Zudem werden jeweils Vor- und Nachteile dargestellt.
Das letzte Kapitel des Hauptteiles gibt einen Überblick über gesetzliche Neuregelungen im Bereich internationaler Verrechnungspreise der letzten Jahre. Gerade aufgrund der Dokumentationspflicht müssen die Unternehmen Aufzeichnungen bezüglich ihrer Geschäftsbeziehungen erstellen.
Abschließend folgt eine Zusammenfassung der wesentlichen Inhalte.
Inhaltsübersicht
1. EINLEITUNG
2. BEGRIFFSABGRENZUNG
3. FUNKTIONEN VON VERRECHNUNGSPREISEN
3.1. Abrechnungs- und Planungsfunktion
3.2. Koordinations- und Lenkungsfunktion
3.3. Erfolgszuweisungsfunktion
4. ARTEN VON VERRECHNUNGSPREISEN
4.1. Marktorientierte Verrechnungspreise
4.2. Kostenorientierte Verrechnungspreise
4.3. Verrechnungspreise als Verhandlungsergebnis
5. DER ARM´S LENGTH GRUNDSATZ UND SEINE VERANKERUNG IM DEUTSCHEN STEUERRECHT
5.1. Der Arm´s Length-Grundsatz
5.2. Der Arm´s Length-Grundsatz im deutschen Steuerrecht
6. OECD – PRICING METHODEN
6.1. Die Standardmethoden
6.1.1. Die Preisvergleichsmethode
6.1.2. Die Wiederverkaufspreismethode
6.1.3. Die Kostenaufschlagsmethode
6.2. Die gewinnorientierten Methoden
6.2.1. Die Gewinnaufteilungsmethode
6.2.2. Die Nettomargenmethode
7. EINBLICKE IN GESETZLICHE NEUREGELUNGEN IN BEZUG AUF DOKUMENTATIONSPFLICHTEN UND SANKTIONSVORSCHRIFTEN
7.1. Erhöhte Mitwirkungspflicht bei Vorgängen mit Auslandsbezug
7.2. Neue Schätzungsbefugnis für die Finanzverwaltung (im Folgenden FinVerw)
7.3. Weitere Sanktionen bei Nichtbeachtung der Dokumentationspflicht
8. SCHLUSSBETRACHTUNG
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Problematik internationaler Verrechnungspreise in multinationalen Unternehmen (MNU), untersucht deren Funktionen sowie die methodischen Ansätze zu deren Bestimmung unter Berücksichtigung steuerrechtlicher Rahmenbedingungen.
- Grundlegende Funktionen von Verrechnungspreisen in dezentralen Organisationen.
- Klassifizierung von Verrechnungspreisen (marktorientiert, kostenorientiert, verhandlungsbasiert).
- Anwendung des Arm's Length-Prinzips im deutschen Steuerrecht.
- Methoden der OECD zur Bestimmung angemessener Verrechnungspreise.
- Gesetzliche Dokumentationspflichten und Sanktionen bei Verstößen.
Auszug aus dem Buch
4.1. Marktorientierte Verrechnungspreise
Marktorientierte Verrechnungspreise können nur dann ermittelt werden, wenn ein Produkt auch am Markt gehandelt wird. Durch ihre Verwendung wird der Marktmechanismus in idealer Weise auf das Unternehmen übertragen. Für die Realisierbarkeit dieser Übertragung muss ein unvollkommener Markt vorherrschen, auf dem das Unternehmen keine dominierende Stellung einnimmt.
Vorteile des Marktpreises sind, dass sowohl der Gewinn des Gesamtunternehmens als auch die Teilerfolge der einzelnen Bereiche optimiert werden. Zudem wird die gewünschte Autonomie der Bereiche und die damit verbundene Kontrollierbarkeit der eigenen Erfolge gewährleistet. Darüber hinaus zeichnet sich der Marktpreis durch seine Objektivität und geringe Manipulierbarkeit aus, da der Marktpreis nicht von den Informationen der Bereichsleiter abhängig ist.
Dieser Form eines Verrechnungspreissystems stehen in der Realität schwere Einwände gegenüber. Die Form des vollkommenen Marktes ist typischerweise nicht gegeben, da, um ein Beispiel zu nennen, die hergestellten Zwischenprodukte nicht immer substituierbar sind. In diesem Fall wird man sich mit einer Näherungslösung begnügen müssen.
Sind die einzelnen Bereiche rechtlich selbständig, entspricht diesem Verrechnungspreistyp, aus steuerlicher Sicht, die Preisvergleichsmethode; auf die Verrechnungspreise in Konzernunternehmen werde ich während dieser Arbeit noch detaillierter eingehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Bedeutung multinationaler Unternehmen und die historische sowie steuerrechtliche Relevanz internationaler Verrechnungspreise.
2. BEGRIFFSABGRENZUNG: Definition von Verrechnungspreisen durch verschiedene Literaturansätze und Abgrenzung zu innerbetrieblichen Verrechnungspreisen.
3. FUNKTIONEN VON VERRECHNUNGSPREISEN: Erläuterung der Abrechnungs-, Planungs-, Koordinations- und Erfolgszuweisungsfunktion.
4. ARTEN VON VERRECHNUNGSPREISEN: Darstellung marktorientierter, kostenorientierter und auf Verhandlungen basierender Preissysteme.
5. DER ARM´S LENGTH GRUNDSATZ UND SEINE VERANKERUNG IM DEUTSCHEN STEUERRECHT: Analyse des Fremdvergleichsprinzips als internationaler Standard und dessen Umsetzung im deutschen Steuerrecht.
6. OECD – PRICING METHODEN: Detaillierte Betrachtung der von der OECD anerkannten Standardmethoden und gewinnorientierten Methoden.
7. EINBLICKE IN GESETZLICHE NEUREGELUNGEN IN BEZUG AUF DOKUMENTATIONSPFLICHTEN UND SANKTIONSVORSCHRIFTEN: Überblick über die verschärften Anforderungen an die Dokumentation und die Folgen bei Nichteinhaltung.
8. SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Bewertung der Komplexität der Verrechnungspreisgestaltung für multinationale Unternehmen.
Schlüsselwörter
Verrechnungspreise, multinationale Unternehmen, Arm's Length-Prinzip, Fremdvergleich, OECD, Gewinnaufteilung, Nettomargenmethode, Preisvergleichsmethode, Kostenaufschlagsmethode, Steuerarbitrage, Dokumentationspflicht, Finanzverwaltung, Gewinnverlagerung, Transferpreise, Lenkpreise.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Gestaltung und den Funktionen von Verrechnungspreisen bei Leistungsbeziehungen zwischen verschiedenen Einheiten innerhalb multinationaler Konzerne.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretischen Funktionen von Verrechnungspreisen, verschiedene Preistypen, die steuerrechtliche Komponente des Arm's Length-Prinzips sowie die aktuellen gesetzlichen Dokumentationspflichten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, einen Überblick über Methoden der Verrechnungspreisgestaltung zu geben und die steuerrechtlichen Anforderungen sowie deren Auswirkungen auf die Unternehmenspraxis zu diskutieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse betriebswirtschaftlicher Theorien sowie der Auswertung steuerrechtlicher Regelungen und OECD-Leitsätze.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Funktionen, Arten, steuerliche Rahmenbedingungen (Fremdvergleich) und konkrete OECD-Methoden zur Preisbestimmung sowie gesetzliche Neuerungen detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Verrechnungspreise, Fremdvergleich, OECD-Methoden, multinationale Unternehmen und Dokumentationspflicht geprägt.
Warum ist das Arm's Length-Prinzip für Konzerne so wichtig?
Es dient als zentraler Maßstab für Finanzbehörden, um sicherzustellen, dass Preise zwischen Konzerneinheiten so gebildet werden, als ob sie mit unabhängigen Dritten vereinbart worden wären, wodurch unzulässige Gewinnverlagerungen verhindert werden sollen.
Was passiert, wenn ein Unternehmen seine Dokumentationspflichten verletzt?
Bei Verletzung der Mitwirkungspflicht drohen Sanktionen wie die Schätzung von Einkünften zu Lasten des Unternehmens sowie zusätzliche finanzielle Zuschläge gemäß Abgabenordnung.
Wie unterscheiden sich Standardmethoden von gewinnorientierten Methoden?
Standardmethoden (wie Preisvergleich) basieren primär auf Marktdaten oder Kostenkalkulationen, während gewinnorientierte Methoden (wie Gewinnaufteilung) bei komplexen Geschäftsbeziehungen angewendet werden, wenn direkte Marktdaten nicht verfügbar sind.
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- Thomas Rauchfuß (Author), 2008, Internationale Verrechnungspreise in multinationalen Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92355