Zur Person Teresa von Avila - Biographie und Werk


Studienarbeit, 2007
17 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historische Einordnung
2.1. Politischer Hintergrund
2.2. Gesellschaftlicher Hintergrund
2.2.1. Conversos
2.2.2. Inquisition
2.2.3. Stellung der Frau
2.3. Spiritueller Hintergrund

3. Biographie

4. Mystik bei Teresa von Avila

5. Die Seelenburg
5.1. Inhalt
5.2. Deutung
5.3. Bedeutung für die heutige Zeit

6. Stellungnahme

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Heilige begegnen uns heute fast ausschließlich in der Kirche, als Menschen, die Wunder vollbracht haben, und eine ganz besondere Beziehung zu Gott hatten. Der schweizer Theologe Walter Nigg sagte über Heilige: „Da der Heilige die Anwesenheit Gottes lebt, ist er nicht ratlos. Orientierungslosigkeit kennzeichnet aber den heutigen Menschen“ (Nigg, 1964, S.9). Heilige hatten und haben also auch heute noch Vorbildcharakter, da sie auch in Zeiten von Orientierungslosigkeit durch ihre Taten und Werke bis in die Gegenwart ausstrahlen, dass Gott durch sie gewirkt hat, und daher Vorbilder sein können. In dieser Arbeit soll Teresa von Avila, die Nationalheilige Spaniens, vorgestellt werden.

Im ersten Teil meiner Arbeit möchte ich zunächst den historischen Hintergrund klären, und anschließend das Leben der Teresa von Avila in einem biographischen Teil darstellen.

In einem zweiten Teil soll kurz die Mystik bei Teresa von Avila beleuchtet, und daraufhin ihr Werk „Die innere Burg“ zusammengefasst und gedeutet werden. Auch der Frage, welche Bedeutung dieses Werk für die heutige Zeit hat, möchte ich in diesem Teil nachgehen.

Abschließend werde ich in einem dritten Teil zum Leben und Wirken Teresas von Avila Stellung nehmen.

2. Historische Einordnung

Um Leben und Wirken der Teresa von Avila besser verstehen zu können, soll zunächst der politische, gesellschaftliche und spirituelle Kontext dieser Zeit betrachtet werden.

2.1. Politischer Hintergrund

Teresa von Avila lebte während des 16. Jahrhunderts in Spanien. Diese Zeit gilt in der spanischen Geschichte als das „goldene Zeitalter“. Zum einen war unter dem katholischen König Ferdinand V und der katholischen Isabella I der Rückeroberungskampf gegen die Mauren erfolgreich, zum anderen entdeckte Christoph Columbus 1492 Amerika und bescherte so Spanien großen Reichtum (vgl. Strehle, 1982, S.53). Durch Ausweisung der jüdischen Bevölkerung 1492, und Ausweisung der muslimischen Bevölkerung 1502, wurde Spanien in religiöser Hinsicht geeint. Die nationale Einheit wurde 1512 durch die Eroberung des Königreichs Navarra hergestellt. Der Höhepunkt der Ausbreitung und Macht Spaniens war erreicht, als 1580 Portugal annektiert wurde (vgl. Dobhan, 1976, S.6 ff.).

2.2. Gesellschaftlicher Hintergrund

Mehr noch als der politische, ist vor allem der gesellschaftliche Hintergrund bedeutend, um Leben und Handeln Teresas von Avila verstehen zu können.

2.2.1. Conversos

Das bedeutendste gesellschaftliche Problem dieser Zeit waren die Conversos. So wurden zum Katholizismus bekehrte Juden bezeichnet. Sie wurden sowohl seitens der praktizierenden und bekennenden Juden, als auch von so genannten Altchristen verachtet und gemieden, da man ihnen vorwarf sich nur konvertiert zu haben, um dadurch Vorteile zu erlangen, da z.B. der Zugang zu Ämtern an die Konfession geknüpft war. Um Scheinbekehrte zu entlarven, wurde 1485 die Inquisition errichtet. Des Weiteren wurde 1492 die Ausweisung der nicht zur Taufe bereiten Juden bestimmt. Dadurch sollte verhindert werden, dass Conversos mit ihrer ursprünglichen Religion in Kontakt gerieten, und dadurch eventuell wieder zu ihren religiösen Wurzeln zurückkehren könnten (vgl. Dobhan, 1976, S.24 ff.). Mit Hilfe von Statuten versuchten die Spanier eine Unterwanderung ihrer Gesellschaft durch Scheinbekehrte zu verhindern. Hiermit wurde erreicht, dass letztendlich die Abstammung über die Befähigung Ämter zu bekleiden entschied. Dies führte zu einem kulturellen und wirtschaftlichen Rückschritt, und einer besonderen Betonung des Ehrbegriffs (vgl. Strehle 1982, S.37). So galt z.B. „aller Reichtum, der nicht durch landwirtschaftliche Betätigung erworben war als entehrend“ (Dobhan, 1976, 31).

Conversos gaben sich entweder mit dieser Situation zufrieden und lebten in Folge dessen als Außenseiter am Rande der spanischen Gesellschaft, oder aber sie schufen sich durch Literatur, Religiosität und Wissenschaft ein neues Leben, indem sie sich z.B. über die gegeben Zustände lustig machten oder Abhandlungen darüber verfassten (vgl. Dobhan, 1976, S. 35 f.). Teresas Großvater konvertierte im Juni 1485 vor dem Inquisitionstribunal in Toleda vom Judentum zum christlichen Glauben, daher waren sowohl er als auch seine Familie jüdischer Abstammung und somit wurde auch Teresa zu den Conversos gezählt (vgl. ebd, S.36ff).

2.2.2. Inquisition

Ein weiteres Phänomen dieser Zeit war die spanische Inquisition.

Sie wurde ursprünglich eingerichtet, um scheinbekehrte Juden aufzuspüren, entwickelte sich dann aber zu „einem Instrument, das generell Häresien aufdecken und ausmerzen sollte“ (Strehle, 1982, S.37). Das Inquisitionsverfahren begann damit, dass der Angeklagte vor einer Theologenkommission überprüft, und bei Verdacht auf Häresie oder Scheinbekehrung in den Inquisitionskerker gesperrt wurde. Nicht selten wurden Angeklagte dort gefoltert, um ein Geständnis zu erzwingen. Laut Dobhan war das Verwerfliche an der Inquisition nicht zwingend die angewandten Grausamkeiten, sondern dass durch sie der Rassenhass in Spanien noch weiter geschürt wurde (vgl. Dobhan, 1976, S. 43 ff.). Im 16. Jahrhundert wurden fast alle großen Geistlichen Spaniens meist aus Verleumdung oder Neid bei der Inquisition angeklagt, so auch Teresa von Avila (vgl. Strehle, 1982, S.35 f). Die Inquisition ist rückwirkend als gescheitert zu betrachten, da sie das von ihr gesteckte Ziel, sämtliche andere Religionen in Spanien auszumerzen nachweislich nicht erreicht hat (vgl. Dobhan, 1976, S.45).

2.2.3. Stellung der Frau

Da Teresa von Avila eine weibliche Heilige ist, scheint es mir sinnvoll kurz auf die gesellschaftliche Stellung der Frau zu dieser Zeit einzugehen.

Die spanische Gesellschaft wurde im Wesentlichen von Männern bestimmt. So war es gang und gebe, dass die männlichen Familienmitglieder meist sämtliche Entscheidungen trafen. Doch nicht nur im familiären, auch im gesellschaftlichen und religiösen Bereich wurde die Frau als negatives und minderwertiges Wesen betrachtet, so gab es z.B. nicht wenige Theologen, die forderten, den Frauen das Lesen der Bibel zu verbieten. In den Augen der Öffentlichkeit war es außerdem nicht angebracht, dass Frauen selbst Schriften veröffentlichten (vgl. Strehle, 1982, S.35 ff.). Auf die Ausbildung von Mädchen wurde kein besonderer Wert gelegt: „Außer der Wahl zwischen Klostereintritt und Heirat gab es für ein Mädchen damals keine Möglichkeiten“ (Dobhan, 1976, S.51). Dennoch gab es bereits zu dieser Zeit eine Vielzahl an gebildeten Frauen, da ihnen der Zugang zu Bildung nicht generell verweigert war (vgl. ebd., S.47ff).

2.3. Spiritueller Hintergrund

Die Kirche genoss im 16 Jahrhundert europaweit sehr großen Einfluss. Rom und das Papsttum waren eher „weltlich-politische Macht als kirchlich-seelsorgerische Institution“ (Kleine deutsche Geschichte, 2001, S. 128). Missstände in Staat und Kirche wurden öffentlich angeprangert, Persönlichkeiten wie Erasmus von Rotterdam und Martin Luther prägten die spirituellen Strömungen dieser Zeit (vgl. Strehle, 1982, S.39 ff.). Es gab eine Vielzahl von Reformationsbewegungen, und „allen geistlichen Erneuerungsbewegungen ging es um eine Verinnerlichung des christlichen Lebens, um Abkehr von übertriebenen äußeren Formen und Vorschriften“ (Strehle, 1982, S. 41). Dabei wollte man nicht weg von der Kirche und hin zu weltlichen Dingen, vielmehr lag der Kirchenkritik eine intensive Frömmigkeit der Menschen zu Grunde. Eine auf Verweltlichung ausgerichtete Kritik wurde in erster Linie von den Humanisten geführt, sie stellten jedoch nur einen kleinen elitären Kreis dar (vgl. Kleine deutsche Geschichte, 2001, S.117).

[...]

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Details

Titel
Zur Person Teresa von Avila - Biographie und Werk
Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Veranstaltung
Ketzer und Heilige, ihre Leben, ihre Ideen
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
17
Katalognummer
V92370
ISBN (eBook)
9783638058018
ISBN (Buch)
9783640264056
Dateigröße
391 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Person, Teresa, Avila, Biographie, Werk, Ketzer, Heilige, Leben, Ideen
Arbeit zitieren
Kerstin Fischer (Autor), 2007, Zur Person Teresa von Avila - Biographie und Werk, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92370

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