Das Erziehungsverhalten von Eltern und der Einfluss auf die sozial-emotionale Entwicklung der Kinder


Hausarbeit, 2019

18 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitu

2. Theoretische Grundlagen/ Definition der sozial-emotionalen Kompete
2.1 Soziale und emotionale Kompetenz
2.1.1 Emotionale Kompetenz
2.1.2 Soziale Kompetenz
2.1.3 Zusammenhang

3. Entwicklung sozial-emotionaler Kompetenzen im Kindesalte

4 Klassifikation der Erziehungsstile nach Baumrin
4.1 Derautoritative Erziehungsstil
4.2 Der autoritäre Erziehungsstil
4.3 Der permissive Erziehungsstil
4.4 Dervernachlässigende Erziehungsstil (ergänzt durch Maccoby und Martin)

5. Auswirkung der Erziehungsstil
5.1 Einfluss der elterlichen Erziehung auf die kindliche sozial-emotionale Entwicklung

6. Resümee
6.1 Kurzer Ausblick auf Fördermöglichkeiten

7. Literaturverzeichni

Einleitung

Emotionen spielen von Geburt an eine wichtige Rolle in unserem Leben. Sei es im Umgang mit den emotionalen Zuständen der Menschen aus unserem sozialen Umfeld oder die Wahrnehmung der eigenen Gefühle, unsere Emotionen begleiten uns tagtäglich. Sie bestimmen unser Verhalten in den unterschiedlichsten Lebenslagen und sind bedeutsam für das gemeinsame Zusammenleben. Aus diesem Grund sollte der Umgang mit den eigenen Gefühlen bereits in der frühen Kindheit unterstützt und gefördert werden, um die sozial­emotionale Kompetenzentwicklung positiv zu begünstigen. Im Kindesalter sind in erster Linie die Eltern bei der Entwicklung sozial-emotionaler Kompetenzen von großer Bedeutung, da sich Kinder von in den ersten Lebensjahren ausschließlich an ihren Eltern orientieren und deren Verhalten nachahmen. Die elterliche Erziehung unterscheidet sich dabei durch verschiedene Stile.

Das Ziel der Arbeit ist es die Zusammenhänge zwischen elterlichen Erziehungsstilen und der Entwicklung sozial-emotionaler Kompetenzen von Kindern zu untersuchen. Der Fokus liegt dabei auf der Rolle der Eltern als primäre Bezugsperson bzw. der elterlichen Erziehungsstile. Gibt es dabei ein elterliches Erziehungsverhalten, der am meisten geeignet ist, um seine Kinderzu emotional und sozial kompetenten Menschen zu lehren? Wasfüreinen Einfluss bzw. welche Auswirkungen haben Erziehungsstile im Rahmen der frühkindlichen Entwicklung? Zur Klärung dieser Fragen werden zunächst im ersten Teil der vorliegenden Modularbeit theoretische Grundlagen und zentrale Begriffe bestimmt. Darauf aufbauend wird im nächsten Teil die sozial-emotionale Entwicklung im Kindesalter näher untersucht. Im Anschluss werden die unterschiedlichen Erziehungsstile klassifiziert sowie deren Einfluss bzw. Auswirkungen auf die sozial-emotionale Entwicklung betrachtet. Um das breit gefächerte Teilgebiet einzugrenzen, wird im Rahmen der Arbeit nur auf die Erziehungstypologie von Baumrind eingegangen. Im letzten Abschnitt der Hausarbeit ziehe ich ein Resümee und gebe einen kurzen Ausblick auf mögliche Förderungsmaßnahmen zur sozial-emotionalen Kompetenzentwicklung.

2. Theoretische Grundlagen der sozial emotionalen Kompetenz

2.1 Soziale und Emotionale Kompetenz

Zu Beginn der Arbeit werden die verwendeten Begriffe bzw. Terminologien ,emotionale Kompetenz' und ,soziale Kompetenz' näher bestimmt, um das Verständnis der weiteren Analyse zu erleichtern. Anschließend wird aufgezeigt, inwiefern die soziale und emotionale Kompetenz miteinander verknüpft sind bzw. Zusammenhängen.

2.1.1 Emotionale Kompetenz

An ersterStelle bedeutet emotionale Kompetenz laut Petermann und Wiedebusch „die Fertigkeiten eines Kindes, in der Interaktion mit anderen eigenen Emotionen auszudrücken und die des Gegenübers zu erkennen" (Petermann & Wiedebusch 2008, 5). Demnach erwerben Kinder emotionale Kompetenzen in den Kategorien „der eigene mimische Emotionsausdruck, das Erkennen des mimischen Emotionsausdrucks anderer Personen, der sprachliche Emotionsausdruck, das Emotionswissen und -Verständnis und die selbstgesteuerte Emotionsregulation" (Petermann & Wiedebusch 2008, 14).

Dem amerikanischen Psychotherapeuten Claude Steiner zufolge differenziert sich emotionale Kompetenz in drei Fähigkeiten. Das Empfinden der eigenen Gefühle, die Wahrnehmung der Emotionen anderer sowie ein adäquates bzw. sinngemäßes Ausdrücken der Gefühle. Demnach sind sich emotional kompetente Kinder ihren eigenen Gefühlen bewusst, wissen ihre emotionalen Erfahrungen richtig zu deuten und können die Gefühlszustände anderer Personen wahrnehmen, unterscheiden und verstehen (vgl. Steiner 1997, 21).

2.1.2 Soziale Kompetenz

Die soziale Kompetenz schließt eine Vielzahl an Fähigkeiten ein, weshalb eine verbindliche Definition des Begriffs sehr schwierig ist. Aus diesem Grund werden im folgenden Abschnitt der Ausarbeitung unterschiedliche Definitonsansätze von verschiedenen Autoren zur Sozialkompetenz gelistet.

Aus der Sicht von Kanning zeichnet sich eine sozial kompetente Person dadurch aus, dass sie persönliche Ziele in sozialen Situationen erreichen kann ohne dabei verbindliche gesellschaftliche Regeln und Werte zu brechen und die Interessen und Bedürfnisse anderer Personen zu vernachlässigen (vgl. Kanning 2009, 15).

Des Weiteren führt er an, dass eine sozial kompetente Person imstande ist, sich an die sozialen Begebenheiten seines Umfeldes anzupassen. Demnach wird nach diesem Ansatz die Sozialkompetenz mit der Anpassungsfähigkeit einer Person an die soziale Umgebung gleichgesetzt (vgl. Kanning 2009, 14 f.).

Einen weiteren Definitionsansatz führt Silbereisen an und erläutert, dass die soziale Kompetenz „sowohl das Wissen über die Welt sozialer Geschehnisse, als auch den Prozess des Verstehens von Menschen, ihrer Beziehungen sowie der sozialen Gruppen und Institutionen, an denen sie teilhaben" einschließt (Silbereisen, 1995, 823).

Dettenborn und Schmidt-Denter hingegen vertreten die Ansicht, dass ein Mensch mit ausgeprägter Sozialkompetenz fähig ist soziale Verhaltensweisen zu verstehen und darüber hinaus adäquate Kompromisse zwischen dem eigenen Verlangen und den Bedürfnissen Fremderzu finden (Dettenborn & Schmidt-Denter 1996, 188).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Gemeinsamkeit der verschiedenen Definitionsansätze darin besteht, dass soziale Kompetenz den Bereich des zwischenmenschlichen Handelns umfasst (vgl. Kanning 2009, 11).

2.1.3 Zusammenhang

Im folgenden Abschnitt wird der Zusammenhang zwischen der sozialen und der emotionalen Kompetenz veranschaulicht. Die soziale Entwicklung ist eng verknüpft mit der emotionalen Entwicklung eines Kindes, weshalb oft die Rede von sozial-emotionaler Kompetenz ist. Sozialkompetenz und emotionale Kompetenz bedingen sich gegenseitig und bauen aufeinander auf. Die Entwicklung von Emotionswissen und die Emotionsregulation bilden die Voraussetzung für zwischenmenschliche Beziehungen und Interaktionen.

Es zeigen sich Verbindungen zwischen der emotionalen und der sozialen Kompetenzentwicklung darin, dass eine Reihe von emotionalen Fertigkeiten die Grundlage für prosoziale und empathische Verhaltensweisen bilden. Durch die Unterstützung der emotionalen Kompetenz wird zeitgleich das Sozialverhalten begünstigt.

Überdies zeichnet sich das Emotionsverständnis nicht nur durch die Empfindung eigener Gefühle aus, sondern auch das Erkennen von Emotionen anderer Personen wird mitberücksichtigt.

Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt ist, dass andere Personen als Vorbildfunktion in Bezug auf Emotionsregulation fungieren können. Die Bedeutung der Emotionsregulation für soziale Interaktionen und die täglichen Reaktionen und Rückmeldungen, die Kinder von anderen bezüglich der Regulierung ihrer Emotionen erhalten sind ebenfalls Schnittstellen der sozialen und emotionalen Kompetenzentwicklung. Hinzukommend wird das Emotionsverständnis durch den Gedankenaustausch über Gefühle mit anderen Menschen erweitert. Darüber hinaus wird auch in sozialen Situationen deutlich, dass die soziale Entwicklung nicht von der emotionalen Entwicklung zu trennen ist, da soziale Interaktionen immervon Emotionen begleitet werden (vgl. Frank, 2012, 8).

Letztendlich stehen emotionale und soziale Kompetenzen in wechselseitiger Beziehung zueinander und beeinflussen sich gegenseitig. Bestimmte emotionale Fertigkeiten bilden die Basis für sozial kompetentes Verhalten. Hinzu kommt, dass eine hohe emotionale Kompetenz mit einer höheren sozialen Kompetenz einhergeht. Daraus lässt sich schließen, dass die emotionale Kompetenz als Voraussetzung für die soziale Kompetenz gilt und umgekehrt.

3. Entwicklung sozial-emotionaler Kompetenzen im Kindesalter

Im nachstehenden Kapitel wird der Weg bzw. Verlauf der sozial-emotionalen Kompetenzentwicklung imfrühen Kindesalteraufgezeigt. Die Eltern-Kind-Beziehung bietetdie Grundlage für die soziale und emotionale Entwicklung. Das Verhalten der Eltern ist von Geburt an bzw. in den ersten Lebensjahren richtungsweisend für die frühkindliche Entwicklung. Dies hängt damit zusammen, dass der Nachwuchs sich zunächst ausschließlich am Verhalten der Mutter oder dem Vater orientiert und Verhaltensmuster nachahmt. Die frühkindliche Entwicklung von sozial-emotionalen Kompetenzen erweist sich als eine vielseitige und nicht immer problemlose Herausforderung. Schon von Geburt an wird der Grundstein für die sozial­emotionale Kompetenzentwicklung gelegt und im Laufe der Kindheit kommen immer mehr neu zu entwickelnden Fähigkeiten und Fertigkeiten auf die Kinder zu.

Die emotionale Entwicklung von Kindern unterliegt einem Entwicklungsprozess und erfolgt Schritt für Schritt genauer gesagt von Lebensjahr zu Lebensjahr. Es beginnt in den ersten Lebensmonaten und setzt sich während der gesamten Kindheit und sogar darüber hinaus fort. Besonders prägend für die Bildung emotionaler Kompetenzen sind die ersten sechs Lebensjahre. Die Gefühlsentwicklung unterliegt einem Lernprozess, der durch das eigene Erleben und durch Handlungen und Verhaltensweisen der Eltern stattfindet.

Grundlegende Emotionen bzw. Basisemotionen wie Freude sind bereits im frühen Säuglingsalter zu beobachten. Im Laufe der ersten Lebensmonate kommen noch Traurigkeit, Angst und Wut dazu. Im Jahre 1932 stellte die englische Psychologin Bridges ihr Konzept der emotionalen Differenzierung auf und war der Ansicht, dass sich das emotionale Befinden eines Kindes im Laufe der Entwicklung anfänglich von sehr allgemeinen Gefühlserregungen weiter in konkretere Emotionszustände differenziert, wie man sie bei Erwachsenen zu sehen gewohnt ist (Bridges, 1932 zitiert nach Scherer & Wallbott 1999, 320). Neugeborene beginnen ungefähr ab dem ersten Monat an zwischen Gemütszuständen bzw. emotionalem Befinden zu differenzieren. Bespielweise sind sie schon in der Lage Unzufriedenheit und Wohlbefinden voneinander zu trennen, wenn sie z.B. aufgrund von Leid oder Hunger weinen oder wenn sie aus Freude und Zufriedenheit lächeln. In den darauffolgenden Monaten entwickeln sich Gefühle wie Wut, Ekel, Angst und Eifersucht weiter (vgl. Schmidt- Atzert 1996, 218). Nach Petermann und Wiedebusch kann man Emotionen im frühen Kindesalter zwei Gruppen zuordnen. Auf der einen Seite gibt es die Basisemotionen auch primäre Emotionen genannt, die Neugeborene bereits im ersten Lebensjahr nachweisen und auf der anderen Seite gibt es die sekundären Emotionen, die sich sukzessiv gegen Ende des zweiten Lebensjahres entwickeln (vgl. Petermann & Wiedebusch 2003, 30).

Im zweiten und dritten Lebensjahr der frühkindlichen Entwicklung werden sekundäre bzw. selbstbezogene Emotionen wie Empathie, Neid, Mitgefühl und Stolz erworben. Laut Goleman beginnen Kleinkinder in diesem Abschnitt des Entwicklungsverlaufes „die Sensibilität [...] für die emotionale Erregung anderer zu divergieren" (vgl. Goleman 2001, 131). Mit der Zeit entwickelt sich das Einfühlvermögen und das Kind weist immer mehr empathisches Verhalten nach, welches zentral für das soziale Miteinander ist. Überdies entwickeln Kinder in diesem Alter die Selbstwahrnehmung und entfalten das Bewusstsein über die eigene Person. Goleman ist der Ansicht, dass die Selbstwahrnehmung die Grundlage der Empathie bildet. Dies lässt darauf schließen, dass ein Individuum als erstes dazu fähig sein muss, seine persönlichen Emotionen zu verstehen, bevor es die Gefühle von anderen deuten kann (vgl. Goleman 2001,127).

Ab einem Alter von circa vier bis fünf Jahren nimmt das kindliche Emotionsverständnis zu und die Kleinkinder beginnen den Unterschied zwischen glücklich, traurig und wütend sein zu erkennen und zu differenzieren. Durch das erhöhte Emotionsverständnis entwickeln Kinder zudem die Fähigkeit, Auslöser und Folgen von eigenen und fremden Gefühlen zu verstehen (vgl. Petermann & Wiedebusch 2013, 16).

In den ersten sechs Lebensjahren der Entwicklung erwerben Kinder Fähigkeiten, die es ihnen gewähren mit den eigenen und den Gefühlen anderer umzugehen. In dieser Phase der Entwicklung wird die Basis für den Erwerb aller weiteren bzw. folgenden Fähigkeiten gelegt und zudem grundlegende soziale Kompetenzen erlernt. In diesem Alter besitzen Kinder bereits eine hohe Bandbreite an Regeln des sozialen Lebens und können Freundschaften schließen. Zusätzlich entfalten Kinder in dem Alter den eigenen mimischen und verbalen Emotionsausdruck, das Erkennen von mimischen Emotionsausdrücken anderer Menschen und die Entwicklung der Emotionsregulation (vgl. Petermann & Wiedebusch 2003, 11 ff.)

An dieser Stelle ist an die Entwicklung der Emotionsregulation anzuknüpfen. Betrachtet man Kleinkinder und Erwachsene bei erfreulichen oder traurigen Situationen, fällt auf, dass Kinder ihre Emotionen stärker zeigen als Erwachsene. Dies liegt daran, dass sich Kinder von ihren Emotionen leiten lassen und ihre Gefühle ausdrucksstark an den Tag legen, da es ihnen noch schwer fällt diese zu regulieren. Neugeborene sind in erster Linie noch vollkommen auf die äußere bzw. externe Regulation der Emotionen durch ihre Eltern angewiesen. Mit zunehmendem Alter entwickelt sich die innere bzw. interne Emotionsregulation weiter und die Kinder sind in der Lage ihre eigenen Emotionen weitgehend selbst zu steuern. Dies kann beispielsweise bereits durch das gezielte Verlagern derAufmerksamkeit erfolgen, (vgl. Petermann & Wiedebusch, 2003, 62). Nach Abschluss des sechsten Lebensjahres verfügen die Kinder über wesentliche Fähigkeiten, um das Leben als sozial und emotional kompetente Individuen anzugehen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die sozial-emotionale Entwicklung ein lebenslanger Entwicklungsprozess ist, der aus der zwischenmenschlichen Interaktion hervorgeht. Durch die verschiedenen Situationen im Beisammensein mit Bezugspersonen sammeln Kinder beim Heranwachsen Erfahrungen über Gefühlszustände, den Umgang mit Emotionen und sozialen Beziehungen. Diese Erfahrungen können sich als wirkungsvoll erweisen und das Selbstwertgefühl steigern oder Verunsicherung verursachen und das Selbstwertgefühl mindern (vgl. Pfeffer2014, 16 f.).

4. Klassifikation der Erziehungsstile nach Baumrind

Von großer Bedeutung bei der Entwicklung sozial-emotionaler Kompetenzen sind die unterschiedlichen Erziehungsstile der Eltern. In diesem Kapitel werden dafür als Erstes die unterschiedlichen Erziehungsverhalten definiert und im Anschluss die Auswirkungen auf die sozial-emotionale Entwicklung geklärt. Um den Rahmen der Ausarbeitung nicht zu sprängen bezieht sich die Arbeit größtenteils nur auf die Erziehungsstiltypen von Diana Baumrind. Nach der Typologie Baumrinds unterscheidet man drei Arten von elterlicher Kontrolle bzw. elterlichem Erziehungsverhalten: autoritativ, autoritär und permissiv.

4.1 Der autoritative Erziehungsstil

Als autoritative Erziehung bezeichnet man eine Erziehungshaltung bei dem die Eltern dem Kind viel Freiheit gewähren aber dennoch viel Wert auf die Einhaltung von klaren Standards und Regeln legen. Allerdings werden die vorgegebenen Regeln auch begründet und den Kindern verständlich erläutert. Die Erziehungsberechtigten beim autoritativen Erziehungsstil kommunizieren offen über positive und negative Emotionen mit ihren Kindern und gehen auf ihre Bedürfnisse und Interessen ein. Des Weiteren sanktionieren bzw. disziplinieren autoritative Eltern gemäßigt und konsequent sind aber gleichzeitig sensibel, warm und liebevoll gegenüber ihren Kindern. Es besteht ein gutes Gleichgewicht zwischen elterlicher Kontrolle und elterlicher Wärme und Zuneigung (vgl. Scheithauer, 2014, Führer, 2005, 232).

4.2 Der autoritäre Erziehungsstil

Beim autoritären Erziehungsstil bieten Eltern ihren Kindern wenig Freiraum, diskutieren nicht über ihre Entscheidungen und lassen ihre elterliche Autorität nicht infrage stellen. Außerdem versuchen autoritäre Eltern ihre Ziele mit strafenden Maßnahmen durchzusetzen und greifen unter Umständen sogar auf körperliche Strafen zurück (vgl. Hoppe­Graf, 1999). Darüber hinaus wird den Kindern beim autoritären Erziehungsverhalten wenig Unterstützung und emotionale Nähe von den Eltern gegeben dafür aber ein hohes Maß an Kontrolle und Lenkung (siehe Abb.l). Die autoritäre Erziehungsmethode zeichnet sich durch ein kaltes Familienklima aus. Autoritäre Eltern sind tendenziell streng und nicht sensibel in Bezug auf die Bedürfnisse und Interessen des Kindes (Baumrind 1973, 1991 zitiert nach Scheithauer, 2014).

4.3 Der permissive Erziehungsstil

Die nachstehende Erziehungsmethode ist das genaue Gegenteil der autoritären Erziehung und wird aufgrund dessen auch oftmals als antiautoritärer Erziehungsstil bezeichnet. Beim permissiven Erziehungsverhalten stellen Eltern ihren Kindern kaum Anforderungen oder kontrollieren und lenken das kindliche Verhalten. Die Erziehungsberechtigten sind sensibel für die Bedürfnisse der Kinder und sind geradezu widerstandslos bzw. nachgiebig. Oftmals ist der permissive Erziehungsstil mit viel elterlicher Wärme bzw. Unterstützung und wenig Lenkung und Kontrolle verbunden (siehe hierzu Abb. 1). Den Kindern werden viele Freiheiten gewährt, kaum Grenzen gesetzt, Zwänge werden abgelehnt und Bestrafungen gemieden. Beim permissiven Erziehungsstil zeigen Eltern dem kindlichen Verhalten gegenüber einer übermäßig hohen Toleranz. Dementsprechend steuern Kinder permissiver Eltern ihr Verhalten weitgehend selbständig (vgl. Scheithauer, 2014, Wittmann, 2008, 58)

[...]

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Details

Titel
Das Erziehungsverhalten von Eltern und der Einfluss auf die sozial-emotionale Entwicklung der Kinder
Hochschule
Freie Universität Berlin
Autor
Jahr
2019
Seiten
18
Katalognummer
V923807
ISBN (eBook)
9783346251954
Sprache
Deutsch
Schlagworte
erziehungsverhalten, eltern, einfluss, entwicklung, kinder
Arbeit zitieren
Nazli Cihan (Autor), 2019, Das Erziehungsverhalten von Eltern und der Einfluss auf die sozial-emotionale Entwicklung der Kinder, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/923807

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