Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Methods, Research

Deutschlands Außenpolitik und der Kosovokonflikt

Title: Deutschlands Außenpolitik und der Kosovokonflikt

Seminar Paper , 2007 , 25 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Raoul Giebenhain (Author)

Politics - Methods, Research
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

[...]
Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich in dieser Arbeit keineswegs die Verbrechen und Menschenrechtsverletzungen Serbiens im Kosovo in Frage stelle. Es geht mir vielmehr darum eine völlig unvoreingenommene und wissenschaftlich korrekte Antwort auf die Frage zu finden, weshalb sich die Bundesrepublik Deutschland letztlich am Kosovokrieg beteiligt hat. Ich möchte dabei prüfen ob es zutrifft, dass Deutschlands Handeln immer nur unter internationalem Druck zustande kam und humanitäre Argumente hierbei lediglich vorgeschoben wurden, um machtpolitische Interessen als tatsächlichen Beteiligungsgrund zu kaschieren.

Bevor ich nun ausführlicher auf die Wahl der Methode eingehen möchte, noch ein paar kurze Anmerkungen zur verwendeten Literatur: Für einen ersten Überblick zum methodischen Aufbau der Arbeit als Einzelfallanalyse hat mir Ulrich von Alemanns Buch „Politikwissenschaftliche Methoden – Grundriss für Studium und Forschung“ sehr weitergeholfen. Ein besonderes Augenmerk auf Einzelfallanalysen richtet John Gerring in seinem Aufsatz „What is a Case Study and what is it good for?“, während sich Stephen van Evera in seinen Ausarbeitungen unter dem Titel „What are Case Studies? How should they be performed?“ zur Möglichkeit des Testens von Theorien mit Hilfe von Fallstudien äußert.
Für eine kompakte Zusammenfassung zur Außenpolitik des vereinigten Deutschlands kann ich Gregor Schöllgens Buch „Die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland - von den Anfängen bis zur Gegenwart“ empfehlen.
Zur Provinz, Bevölkerung und Geschichte des Kosovo seien an dieser Stelle kurz Heinz Loquai, Matthias Rüb und Paul J.J. Welfens genannt, die sowohl die Ursachen, als auch die Wege in den Krieg sowie diesen an für sich hervorragend darstellen und analysieren.
Für das Kapitel zur Erklärung des Akteursverhaltens anhand der außenpolitischen Theorieschulen konnte ich schließlich Zeitschriftenartikel von Christian Hacke zur Deutschlands Außenpolitik im Bezug auf den Kosovokonflikt, Karsten D. Voigts Aufsatz „Bündnistreue als Emanzipation“ sowie Gregor Schöllgens Buch „Deutschlands Außenpolitik in der Ära Schröder“ heranziehen

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Wahl der Methode

3. Die Außenpolitik des Vereinigten Deutschlands

4. Das Kosovo

a.) Provinz und Bevölkerung

b.) Historisches

c.) Konfliktparteien

5. Ursachen und Wege in den Krieg

6. Erklärung des Akteurverhaltens anhand der Theorieschulen

a.) Erklärung aus sozialkonstruktivistischer Sicht

b.) Erklärung aus Realismussicht

c.) Erklärung aus Liberalismussicht

7. Epilog

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Beweggründe der Bundesrepublik Deutschland für ihre Beteiligung am Kosovokonflikt. Der Autor prüft dabei die kritische These, ob humanitäre Argumente lediglich als Vorwand dienten, um machtpolitische Interessen der Bundesregierung zu kaschieren.

  • Die Entwicklung der deutschen Außenpolitik seit 1945 und der Bruch des antimilitärischen Konsenses.
  • Die historischen und strukturellen Hintergründe des Kosovo-Konflikts zwischen Serben und Albanern.
  • Analyse des Akteurverhaltens durch die theoretischen Linsen des Sozialkonstruktivismus, Realismus und Liberalismus.
  • Die Rolle von Bündnistreue (NATO) und machtpolitischen Ambitionen innerhalb der EU und UN.
  • Kritische Reflexion der öffentlichen Legitimationsstrategien der Regierung Schröder/Fischer.

Auszug aus dem Buch

b.) Historisches

„Man sieht im Fernsehen die Bilder von serbischen Soldaten und paramilitärischen Einheiten, die Menschen aus ihren Häusern und Dörfern vertreiben, die junge Männer – die möglichen Rächer von morgen – erschießen. Häuser werden angezündet, Geld und Schmuck geraubt, Dokumente vernichtet, albanische Kosovaren aus der Heimat vertrieben.“32

Was Paul J. J. Welfens in seiner Arbeit „Der Kosovokrieg und die Zukunft Europas“ schildert, spiegelt den Alltag Ende 1998 / Anfang 1999 im Kosovo wieder. Es ist die Beschreibung des Höhepunktes eines jahrhundertjahrelangen Konfliktes zwischen Serben und Albanern, bei dem sich beide Seiten auf historisches Erbgutrecht berufen, was bis ins Jahr 1000 v. Chr. zurückreicht.

Als wohl bekanntestes Datum und Ereignis ist in diesem Zusammenhang die „Schlacht auf dem Amselfeld“ von 1389 zu nennen, bei der die Armee des serbischen Fürsten Lazar von dem Heer des türkischen Sultans Murad geschlagen wurde. Dies beendete die bis dato vorherrschende Vormachtstellung der Serben im Kosovo. In der geschichtlichen Überlieferung entwickelte sich die Schlacht zu einem zentralen politischen Mythos für die Serben. Diese, so will es jedenfalls der Mythos, formierten sich für das christliche Abendland in den Kampf gegen das islamische Morgenland. Letztlich erlitten sie zwar auf dem Schlachtfeld eine Niederlage, sie verloren allerdings nicht den Kulturkampf, wie die Geschichte verdeutlichen sollte.33

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik des Kosovokonflikts und die zentrale Forschungsfrage zur deutschen Kriegsbeteiligung.

2. Zur Wahl der Methode: Erläuterung des methodischen Vorgehens als Einzelfallanalyse unter Einbeziehung hermeneutischer Ansätze.

3. Die Außenpolitik des Vereinigten Deutschlands: Analyse des Wandels der deutschen Außenpolitik von der militärischen Zurückhaltung zur aktiven Bündnisbeteiligung.

4. Das Kosovo: Untersuchung der demografischen, historischen und soziopolitischen Gegebenheiten der Krisenregion.

5. Ursachen und Wege in den Krieg: Darstellung der Eskalationsstufen des Konflikts und der diplomatischen bzw. militärischen Reaktion der internationalen Staatengemeinschaft.

6. Erklärung des Akteurverhaltens anhand der Theorieschulen: Theoretische Einordnung der deutschen Beteiligung durch realistische, sozialkonstruktivistische und liberale Ansätze.

7. Epilog: Zusammenfassende Schlussfolgerung, die die These untermauert, dass machtpolitische Interessen hinter dem humanitären Deckmantel standen.

Schlüsselwörter

Kosovokonflikt, deutsche Außenpolitik, Bundeswehr, NATO, Machtpolitik, Realismus, Sozialkonstruktivismus, Bündnistreue, humanitäre Katastrophe, Schröder, Fischer, Slobodan Milosevic, UÇK, Friedensmissionen, internationale Sicherheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Gründe für die militärische Beteiligung der Bundesrepublik Deutschland am Kosovokrieg unter besonderer Berücksichtigung der Frage, ob humanitäre Gründe lediglich ein Vorwand für machtpolitische Interessen waren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten gehören der Wandel der deutschen Außenpolitik, die historische Genese des Konflikts im Kosovo sowie die außenpolitische Theoriebildung in Bezug auf staatliches Handeln.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Das Ziel ist eine unvoreingenommene, wissenschaftliche Überprüfung der These, dass Deutschlands Handeln stärker von machtpolitischen Zwängen und Bündnisinteressen geprägt war als von den offiziell kommunizierten humanitären Zielen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Der Autor nutzt eine Einzelfallanalyse unter Anwendung des Leitbildes der kritisch-empirischen Forschung, ergänzt durch hermeneutische Textinterpretation von Dokumenten und Regierungsstatements.

Was wird im theoretischen Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil evaluiert das deutsche Akteurverhalten anhand von drei politikwissenschaftlichen Theorieschulen: dem Sozialkonstruktivismus, dem Realismus und dem Liberalismus.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Kosovokonflikt, Bündnistreue, Machtpolitik, Außenpolitik der Ära Schröder/Fischer sowie die theoretische Unterscheidung zwischen humanitärer Intervention und nationalem Interesse.

Inwiefern spielt der Begriff „Bündnistreue als Emanzipation“ eine Rolle?

Dieser Begriff wird im Kontext der Argumentation von Karsten D. Voigt diskutiert, um zu verdeutlichen, dass die militärische Beteiligung auch als Weg zur sicherheits- und verteidigungspolitischen Handlungsfähigkeit innerhalb der NATO und EU gesehen wurde.

Warum wird die Rolle von Slobodan Milosevic thematisiert?

Seine Politik wird als zentraler Auslöser für die Eskalation betrachtet, wobei der Autor auch die gegenseitige Inkompatibilität der Ziele von Serben und Albanern als Grundlage des Akteurskonflikts analysiert.

Excerpt out of 25 pages  - scroll top

Details

Title
Deutschlands Außenpolitik und der Kosovokonflikt
College
Technical University of Darmstadt  (Politikwissenschaft)
Grade
2,0
Author
Raoul Giebenhain (Author)
Publication Year
2007
Pages
25
Catalog Number
V92423
ISBN (eBook)
9783638061476
ISBN (Book)
9783638951555
Language
German
Tags
Deutschlands Außenpolitik Kosovokonflikt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Raoul Giebenhain (Author), 2007, Deutschlands Außenpolitik und der Kosovokonflikt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92423
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  25  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint