Wissenschaftliche Methoden. Quantitative versus qualitative Forschung

Vor- und Nachteile, Einsatzvoraussetzungen und Ziele


Seminararbeit, 2020

10 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Unterschiede zwischen qualitativer und quantitativer Forschung
2.1 Gegenüberstellung qualitativer und quantitativer Forschung
2.2 Ziele & Kennzeichen
2.2.1 Quantitative Forschung
2.2.2 Qualitative Forschung
2.3 Vor- und Nachteile
2.3.1 Quantitative Forschung
2.3.2 Qualitative Forschung
2.4 Einsatzgebiete
2.4.1 Quantitative Forschung
2.4.2 Qualitative Forschung

3 Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

bspw. beispielsweise

bzw. beziehungsweise

1 Einleitung

Die beiden Konzepte der quantitativen und qualitativen Forschung stehen nach Wolf und Priebe nicht für klar abgegrenzte wissenschaftstheoretische Programme, viel mehr geben sie als eine Art Sammelbezeichnung breitgefächerte methodische Richtungsangaben vor.1

Ziel dieser Arbeit ist es einen kompakten Überblick über die Richtungsvorgaben, wie sie bei Wolf und Priebe genannt werden bzw. die Merkmale der qualitativen und quantitativen Forschung zu geben, sowie deren Unterschiede, Stärken und Schwächen aufzuzeigen. Hierzu soll zunächst eine grobe Gegenüberstellung der beiden Ansätze in das Thema einleiten, daraufhin soll auf die besonderen Kennzeichen und Ziele der beiden Ansätze, sowie auf deren Kritik, Vor- und Nachteile und ihre jeweiligen Einsatzgebiete und die typischen Erhebungsmethoden eingegangen werden.

Abschließend soll aufbauend auf den theoretischen Unterschieden aus den vorherigen Kapiteln anhand des Beispiels der Befragung aufgezeigt werden, inwiefern sich die Anwendung der Befragung als Erhebungsmethode im qualitativen und quantitativen Ansatz unterscheidet.

2 Unterschiede zwischen qualitativer und quantitativer Forschung

Im Folgenden werden die Merkmale quantitativer und qualitativer Forschung, sowie die damit verbundenen Vor- und Nachteile behandelt. Darüber hinaus soll auf gängige Erhebungsmethoden und die jeweiligen Einsatzgebiete eingegangen werden.

2.1 Gegenüberstellung qualitativer und quantitativer Forschung

Ein erstes wichtiges Unterscheidungsmerkmal zwischen qualitativer und quantitativer Forschung ist die Art des verwendeten Datenmaterials.2 Als Daten im sozialwissenschaftlichen Forschungskontext werden alle Informationen verstanden, welche mit Hilfe einer sozialwissenschaftlichen Methode gewonnen worden sind.

Dabei kann in zwei Arten von Daten unterschieden werden. Es kann einerseits ein bestimmter Sachverhalt, zum Beispiel die Zufriedenheit eines Arbeitnehmers mit seiner derzeitigen Arbeitssituation, mit Hilfe von Zahlen (quantitativ) beschrieben. Eine Bewertung von einem Wert 1, kann als sehr unzufrieden und eine Bewertung von 9 als sehr zufrieden gewertet werden. Es ist aber auch möglich, eine (qualitative) ausführliche verbale Auskunft bei einem Arbeitsnehmer über dessen Zufriedenheit mit seiner gegenwärtigen Arbeitssituation einzuholen, bspw. indem im Rahmen eines Personalgespräches der Arbeitnehmer gebeten wird, zu erzählen, wie er sich im Unternehmen fühlt und wie es um seine Zufriedenheit steht. Auch in diesem Fall wird von Daten gesprochen.3

In der qualitativen Forschung die Erfahrungsrealität wird zuerst verbalisiert und anschließend interpretativ ausgewertet. In der quantitativen Forschung eher numerisch beschrieben bzw. ausgewertet wird. Sie repräsentiert eine Vorgehensweise zur numerischen Darstellung von empirischen Sachverhalten.

Zudem unterscheiden sich die beiden Forschungsarten auch hinsichtlich des Forschungsgegenstandes und des Wissenschaftsverständnisses.

Außerdem wurden die beiden Ansätze in der Vergangenheit nicht selten als miteinander unvereinbare Gegensätze beschrieben.4

2.2 Ziele & Kennzeichen

2.2.1 Quantitative Forschung

Wie bereits der Name „quantitative Forschung“ vermuten lässt, geht es bei diesem Forschungsumsatz hauptsächlich um das Zählen und die Arbeit mit Zahlen auf Menge. Die Quantifizierung bedeutet, qualitative Merkmale in Zahlen und damit in messbare Größen umzuwandeln.5

Ziel der quantitativen Forschung ist es das Verhalten, die soziale Wirklichkeit in Form von Modellen, Zusammenhängen und numerischen Daten zu beschreiben und analysierbar zu machen. Hier sind vor allem die Zahlen das Hauptmedium.

Es werden Einstellungen, Handlungen, Orientierungsmuster und Strukturen auf standardisierte Weise, meist in großen Zufallsstichproben erhoben, um sie anschließend in statistisch verarbeitbaren Zahlenwerten, Prozentwerten, Tabellen usw. gegenüberstellen und vergleichen zu können.6

Es werden vorrangig Hypothesen über Zusammenhänge verschiedener Merkmale (Variablen) an der Realität.

Mit quantitativer Forschung können zum Teil sehr komplexe Informationen mit Zuhilfenahme geeigneter mathematisch-statistischer Verfahren auf wesentliche Merkmale reduziert werden. Der Informationsgewinn bei der Anwendung von quantitativen Methoden besteht somit auch in einer erheblichen Datenreduktion.7

Da zu Beginn eines Forschungsprozesses meist schon Theorien oder Modelle über den Forschungsgegenstand vorhanden sind, werden quantitative Verfahren zumeist im Zusammenhang mit dem deduktiven Erkenntnisgewinn genutzt.8

Um den wissenschaftlichen Anforderungen zu genügen, muss quantitative Forschung zwingend die nachfolgend aufgezählten Gütekriterien erfüllen, welche seit vielen Jahrzenten zum wissenschaftlichen Standard bei quantitativen Untersuchungen zählen:9

- Objektivität: Verschiedene Forscher müssen unter gleichen Bedingungen zu den gleichen Ergebnissen kommen.
- Reliabilität: Bezeichnet die Zuverlässigkeit und Beständigkeit einer Untersuchung. Reliabel ist ein Instrument, wenn es bei einem relativ gleichbleibenden Verhalten gleiche oder ähnliche Ergebnisse liefert.
- Validität: Beurteilt eine quantitative Untersuchung danach, ob sie gemessen hat, was sie messen wollte.

2.2.2 Qualitative Forschung

Ziel der qualitativen Forschung ist es, die soziale Wirklichkeit anhand der subjektiven Sicht der relevanten Personen abzubilden, um so ihr Verhalten und die möglichen Ursachen dafür nachvollziehen und verstehen zu können.10

Qualitative Forschung erfasst Daten möglichst genau, differenziert und gegenstandsnah. Im Gegensatz zur quantitativen Forschung, liegt weder Messen oder Erklären im Fokus, sondern das Verstehen. Dementsprechend wird im qualitativen Ansatz die Beobachtungsrealität in nichtnumerisches Material, welches zumeist aus Texten besteht, abgebildet.11

Statt große Stichproben zeichnet sich die qualitative Forschung durch eine starke Subjektbezogenheit aus. Um dabei möglichen Verzerrungen der Ergebnisse durch zu starre theoretische Vorannahmen oder standardisierte Untersuchungsinstrumente prophylaktisch entgegenzuwirken, verzichtet der qualitative Ansatz nach Möglichkeit weitestgehend oder gänzlich auf eine Standardisierung bei der Datenerhebung und bevorzugt den direkten Zugang zu den betroffenen Personen, bspw. in Form eines persönlichen Interviews anstelle eines unpersönlichen Fragebogens.12

Hierdurch wird der qualitativen Forschung eine theorieentwickelnde und somit hypothesengenerierende Eigenschaft zugesprochen.

2.3 Vor- und Nachteile

2.3.1 Quantitative Forschung

Quantitative Methoden liefern exakte Ergebnisse in Form von statistisch auswertbaren Zahlen. Die haben somit einen hohen Grad an Objektivität und eine gute Vergleichbarkeit. Es kann durch die Standardisierung mit geringem Aufwand und geringen Kosten, eine größere Stichprobe untersucht werden und somit für die Grundgesamtheit repräsentative Forschungsergebnisse erreicht werden. Ein weiterer Vorteil sind die bereits genannten Güterkriterien Objektivität, Reliabilität und Validität, welche den Grad der Wissenschaftlichkeit überprüfbar machen sollen.

Es gibt allerdings auch einige Nachteile. Aufgrund des hohen Grades der Standardisierung wird eine Flexibilität innerhalb der Erhebung quasi ausgeschlossen. Die Kritiker der quantitativen Forschung werfen ihr vor, dass sie zu weit von der Praxis entfernt wäre und damit abstrakt und undurchschaubar sei. Außerdem fehle es ihr an Handlungsbezug. Sie würde das Zweck-Mittel-Denken präferieren und somit das Forschungssubjekt mehr und mehr aus den Augen verlieren. Zudem wäre die Messmodelle unangemessen und es wäre keine Einzelfallforschung möglich.13

[...]


1 Vgl. Wolf/Priebe, (2001), S. 44

2 Vgl. Bortz/Döring, (2006), S. 296

3 Vgl. Häder, (2010), S. 23

4 Vgl. Bortz/Döring, (2006). S. 297

5 Vgl. Schirmer, (2009), S. 67

6 Vgl. Schirmer, (2009), S. 75

7 Vgl. Raithel, (2016), S. 7

8 Vgl. Hussy/Schreier/Echterhoff, (2013), S. 10

9 Vgl. Hussy/Schreier/Echterhoff, (2013), S. 23

10 Vgl. Röbken/Wetzel, (2016), S. 13

11 Vgl. Raithel, (2008), S. 279

12 Vgl. Röbken/Wetzel, (2016), S. 15

13 Vgl. Wolf/Priebe, (2001), S. 49

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Wissenschaftliche Methoden. Quantitative versus qualitative Forschung
Untertitel
Vor- und Nachteile, Einsatzvoraussetzungen und Ziele
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
2,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
10
Katalognummer
V924370
ISBN (eBook)
9783346258052
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wissenschaftliche, methoden, quantitative, forschung, vor-, nachteile, einsatzvoraussetzungen, ziele
Arbeit zitieren
Farouk Saou (Autor:in), 2020, Wissenschaftliche Methoden. Quantitative versus qualitative Forschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/924370

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