Bei der ÖH handelt es sich um die gesetzliche Vertretung der Studierenden an Privatuniversitäten, öffentlichen Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen, welche seit 1946 existiert. Die Österreichische HochschülerInnenschaft ist eine in Österreich tätige Körperschaft öffentlichen Rechts, welche die Interessen der Studierenden gegenüber den Bundesministerien und Parteien sowie auch gegenüber den Hochschulen vertritt und damit an diesen Schnittstellen agiert. Die ÖH setzt sich aus der Bundesvertretung – welche aus 14 Referaten besteht – den Hochschulvertretungen mit deren Referaten, der Fakultätsvertretung und der Studienvertretung zusammen. Die ÖH-Wahl, bei der die VertreterInnen gewählt werden, findet alle zwei Jahre statt.
Die ÖH berät Studieninteressierte und Studierende in vielen Bereichen des Studienalltags, wie beispielsweise der Studienauswahl, dem barrierefreien Studieren, beim Studieren mit Kind, dem Studieren im Ausland oder dem Studieren in Österreich. Darüber hinaus werden umfassende Informationen zu den Themen Wohnen, Mobilität, Arbeiten sowie Soziales und Geld angeboten.
Die ÖH Studien- und MaturantInnenberatung ist eines der 14 Referate der ÖH. Dieses Referat hilft bei Fragen zur Studienwahl, zu Aufnahmebedingungen oder zum Start in das Studium. Die kostenlose Beratung erfolgt persönlich in den Büroräumlichkeiten, via Chat, per E-Mail oder telefonisch. Auch Schul- und Messebesuche, „Studieren Probieren“ sowie die Studienplattform werden von diesem Referat betreut. Die ÖH Studien- und MaturantInnenberatung hat Standorte in Wien, Graz, Linz, Salzburg, Klagenfurt und Innsbruck. Der Wiener Standort ist zudem die Hauptzentrale.
Das Wissens- und Innovationsmanagement wird in den weiteren Ausführungen für dieses Referat erläutert und veranschaulicht. Dabei wird einerseits der Status Quo analysiert, andererseits Empfehlungen und Verbesserungsvorschläge erarbeitet.
Inhaltsverzeichnis
1 Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH)
1.1 Die Bundesvertretung der ÖH
1.2 Die ÖH Studien- und MaturantInnenberatung (MatBe)
2 Wissensmanagement der ÖH Studien- und MaturantInnenberatung
2.1 Angewandtes Wissensmanagementmodell und vorhandene Wissensziele
2.2 Empfohlene Wissensziele und Maßnahmen
3 Innovationsmanagement der ÖH Studien- und MaturantInnenberatung
3.1 Verbesserung interner Abläufe
3.2 Verbesserung der Beratungs- und Servicequalität
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Ziel der Arbeit ist es, das Wissens- und Innovationsmanagement innerhalb der ÖH Studien- und MaturantInnenberatung zu analysieren, bestehende Prozesse und Wissensziele zu bewerten und konkrete Empfehlungen zur Optimierung der Beratungsqualität sowie der internen Wissensweitergabe abzuleiten.
- Analyse des bestehenden Wissensmanagements nach der Wissensspirale
- Evaluation der Beratungsqualität und Identifikation von Optimierungspotenzialen
- Untersuchung der internen Kommunikationsstrukturen und Prozessabläufe
- Erarbeitung von Maßnahmen zur Wissenssicherung bei Personalfluktuation
- Konzeptentwicklung zur Förderung des standortübergreifenden Wissensaustauschs
Auszug aus dem Buch
2.1 Angewandtes Wissensmanagementmodell und vorhandene Wissensziele
Eines der bedeutendsten Wissensmanagement-Konzepte ist die Wissensspirale nach Nanoka und Takeuchi. Das Modell beschreibt, wie neues Wissen geschaffen wird bzw. wie personengebundenes Wissen anderen zugänglich gemacht wird. Die Voraussetzung zur Wissensschaffung und -erweiterung ist daher die Umwandlung von implizitem in explizites Wissen. Der erste Schritt in der Wissensspirale ist die Sozialisierung, also die Aneignung impliziten Wissens. Wird dieses neue Wissen im zweiten Schritt verschriftlicht, entsteht explizites Wissen. Wenn das explizite Wissen von der Person erkannt, bewertet und eventuell um eigene Erfahrungen erweitert wird, findet eine Kombination statt. Die vierte Phase beschreibt die Internalisierung, sprich die Anwendung von explizitem Wissen, wodurch dieses wieder zu implizitem Wissen wird. Dadurch, dass die Wissensschaffung bei der Wissensspirale in einem Kreislauf passiert, erhöht sich das Niveau des Wissens kontinuierlich (Nonaka und Takeuchi 1997). Auch in der Studien- und MaturantInnenberatung erfolgt die Wissensschaffung und -erweiterung nach diesem Modell.
Auf den Schulterminen der MatBe tragen im Normalfall drei bis vier BeraterInnen vor, wobei eine Person – im Regelfall der/die SachbearbeiterIn – diesen Termin koordiniert und leitet. Diese Person hat das umfangreichste Wissen und ist demzufolge auch für die Einschulung der neuen PoolberaterInnen zuständig. Grundsätzlich erhalten die neuen PoolberaterInnen eine Grundschulung in den Büroräumlichkeiten der ÖH, bei der ihnen anschließend ein Leitfaden für die zukünftigen Vorträge mitgegeben wird. Dieser Leitfaden enthält eine Erklärung darüber, was jedenfalls zu den einzelnen Folien zu sagen ist. Die neuen PoolberaterInnen werden in weiterer Folge auf zwei Schultermine mitgenommen, bei denen sie den Vortragenden erstmals nur zuhören. Dadurch, dass die Vortragenden über mehr Erfahrung und eben auch Expertenwissen verfügen, erwähnen sie im Vortrag einige zusätzliche Informationen, die nicht im Leitfaden stehen. Hier lässt sich folglich der erste Schritt – also die Sozialisierung – erkennen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH): Dieses Kapitel bietet einen Überblick über die gesetzliche Interessenvertretung der Studierenden in Österreich, ihre Strukturen, Finanzierung und Aufgabenbereiche.
1.1 Die Bundesvertretung der ÖH: Dieser Abschnitt beschreibt den organisatorischen Aufbau der Bundesvertretung, ihre legislativen Aufgaben sowie die Arbeit der verschiedenen Ausschüsse.
1.2 Die ÖH Studien- und MaturantInnenberatung (MatBe): Hier wird das spezifische Referat vorgestellt, das Studieninteressierte bei der Wahl und Aufnahme eines Studiums berät und administrativ unterstützt.
2 Wissensmanagement der ÖH Studien- und MaturantInnenberatung: Das Kapitel analysiert die Wissensstrukturen des Referats und identifiziert zentrale Wissensträger innerhalb der Organisation.
2.1 Angewandtes Wissensmanagementmodell und vorhandene Wissensziele: Hier wird der theoretische Rahmen durch die Wissensspirale von Nonaka und Takeuchi definiert und auf die Praxis der Schulungsprozesse in der Studienberatung angewendet.
2.2 Empfohlene Wissensziele und Maßnahmen: Dieses Kapitel liefert konkrete Verbesserungsvorschläge für das Wissensmanagement, insbesondere zur Vermeidung von Wissensverlust bei Personalfluktuation und zur Förderung des standortübergreifenden Austauschs.
3 Innovationsmanagement der ÖH Studien- und MaturantInnenberatung: Hier werden aktuelle Ansätze diskutiert, wie durch innovative Projekte und Prozessanpassungen die Qualität der Beratungsarbeit gesteigert wird.
3.1 Verbesserung interner Abläufe: Dieser Abschnitt beleuchtet Optimierungen in der internen Kommunikation, wie etwa durch Strategieworkshops oder die Überarbeitung digitaler Kalendersysteme.
3.2 Verbesserung der Beratungs- und Servicequalität: Dieses Kapitel beschreibt die Erweiterung des Beratungsangebots durch neue Formate wie Workshops zur Studien-Recherche sowie den Einsatz digitaler Tools bei Messen.
Schlüsselwörter
Wissensmanagement, Innovationsmanagement, ÖH Studien- und MaturantInnenberatung, Wissensspirale, Studienberatung, Wissensweitergabe, Beratungsqualität, Personalfluktuation, Wissensziele, Prozessoptimierung, Studienwahl, Hochschulvertretung, interne Kommunikation, Wissensdatenbank, Servicequalität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und Optimierung des Wissens- und Innovationsmanagements in der Studien- und MaturantInnenberatung (MatBe) der Österreichischen HochschülerInnenschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der internen Wissensweitergabe zwischen BeraterInnen, der Struktur von Schulungen, der Prozessgestaltung bei Beratungsaufträgen und der Implementierung innovativer Lösungen zur Qualitätssteigerung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?
Das Ziel ist die Erhöhung der Beratungs- und Servicequalität durch die Identifikation von Defiziten und die Ableitung konkreter, praxisnaher Maßnahmen zur Wissenssicherung.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit nutzt die "Wissensspirale" nach Nonaka und Takeuchi als theoretisches Modell, um bestehende Wissensschaffungs- und Internalisierungsprozesse innerhalb der MatBe kritisch zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der bestehenden Wissensmanagement-Modelle und deren Ziele sowie die Evaluation von Innovationsmaßnahmen zur Verbesserung interner Abläufe und der Servicequalität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wissensmanagement, Innovationsmanagement, Studienberatung, Wissensspirale, Beratungsqualität und interne Prozesse sind die prägendsten Begriffe.
Wie geht die Arbeit mit der hohen Fluktuation des Personals um?
Die Autoren empfehlen eine bessere Dokumentation von ExpertInnenwissen, kompakte digitale Broschüren für Aufnahmeverfahren und eine engere Taktung von Schulungen, um Wissensverluste bei ausscheidenden BeraterInnen zu minimieren.
Welche Rolle spielt die Wissensdatenbank in der aktuellen Strategie?
Die Wissensdatenbank dient als Werkzeug für schwierige Einzelfälle, wird jedoch derzeit kaum genutzt; die Arbeit schlägt daher vor, die Nutzung durch regelmäßige Beiträge zur Pflichtaufgabe der SachbearbeiterInnen zu machen.
Warum wird ein österreichweites Kommunikationstool empfohlen?
Derzeit agieren die regionalen Standorte der MatBe sehr isoliert voneinander, was zu Kontroll- und Kommunikationsproblemen führt; ein verbindendes Tool soll den Austausch von spezifischem Wissen über Studienstandorte hinweg erleichtern.
- Citation du texte
- BSc (WU) M.A. Katharina Feigl (Auteur), Sandra Oswald (Auteur), Maria Pulay (Auteur), Marlene Reumann (Auteur), Julia Stumpf-Fekete (Auteur), 2019, Wissens- und Innovationsmanagement der ÖH Studien- und MaturantInnenberatung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/925468