Basierend auf dem Grundlagenskript zu Lehrveranstaltung "Business Business Ethics and Corporate Social Responsibility" wurde versucht, kurz und prägnant zu erläutern, was Ethik überhaupt ist und inwiefern sich dieser Begriff von jenem der Moral unterscheidet. Im Zuge dessen wurden die verschiedenen Varianten der Ethik beleuchtet, wobei vor allem die teleologischen Theorie und die deontologischen Theorie erklärt und einander gegenübergestellt wurden.
Die Ethik ist eine der Kerndisziplinen der Philosophie und hat die Moral zum Gegenstandsbereich. Bei der Moral handelt es sich dabei um ein System von Werten und Verhaltensnormen, das in einem bestimmten Personenkreis gültig ist, und von den Personen in diesem Personenkreis als verbindlich erachtet wird. Anhand der Moral wird von den Personen in diesem Personenkreis versucht, zwischen gut und böse zu unterscheiden, und moralisch richtig zu handeln. Folglich ist der Zweck der Moral, menschliches Verhalten zu leiten und zu regulieren, da das Wohlergehen aller über der Befriedigung von Einzelinteressen steht. Die Ethik fällt dabei keine moralischen Urteile, sondern untersucht die Moral auf Funktion, Sinnhaftigkeit, Begründbarkeit, Wahrheit und Bedeutungsgehalt, oder bringt eigene Moraltheorien/-systeme hervor.
Inhaltsverzeichnis
1. Exzerpt zur Ethik und den Varianten der präskriptiven Ethik
2. Präskriptiv-ethische Theorien
2.1 Werttheorien
2.2 Normtheorien
2.2.1 Teleologische Theorie
2.2.2 Deontologische Theorie
Zielsetzung und Themen
Das Ziel der Arbeit ist die fundierte theoretische Auseinandersetzung mit den Grundzügen der Ethik, insbesondere der präskriptiven Ethik, um moralische Handlungsentscheidungen in Wirtschaft und Gesellschaft kritisch hinterfragen zu können.
- Grundlagen der Ethik und Moral
- Systematik der philosophischen Ethik (Metaethik, angewandte Ethik)
- Unterscheidung und Analyse von Wert- und Normtheorien
- Teleologische Ethik nach Jeremy Bentham
- Deontologische Ethik nach Immanuel Kant
- Umgang mit Normkonflikten und moralischen Entscheidungsprozessen
Auszug aus dem Buch
Die deontologische Theorie
Einer der bekanntesten Vertreter der deontologischen Theorie war Immanuel Kant. Kant vertritt die Meinung, dass der moralische Wert einer Handlung – im Gegensatz zur teleologischen Theorie – nicht auf den Folgen einer Handlung beruhen sollte. Stattdessen sei jemands Wille moralisch dann gut, wenn der Ursprung bzw. die Triebfeder des Handelns auf der Achtung des sittlich Gebotenen beruht. Kant begründet diese Überlegungen u.a. damit, dass die Folgen einer Handlung moralisch gut erscheinen können, obwohl sie durch eine unmoralische Geisteshaltung hervorgerufen worden sind.
Kant sagt, dass eine Handlung nur dann moralisch richtig ist, wenn sich die ihr zugrunde liegenden subjektiven Leitsätze zu einem objektiven Gesetz verallgemeinern lassen. Wichtig ist dabei, dass jene subjektive Maxime, die verallgemeinert werden soll, ohne Widerspruch gedacht bzw. gewollt werden kann. Darüber hinaus muss im Sinne der Zweck-an-sich-Formel gewährleistet sein, dass alle von der Handlung Betroffenen niemals nur als Mittel betrachtet werden. Weiters verlangt die Autonomie-/Freiheitsformel, dass jedes vernünftige Wesen in der Lage sein muss, seine eigenen Präferenzen und Handlungsgründe selbst festzulegen. Sprich, jede/r muss so handeln können wie er/sie will. Im Wesentlichen muss man sich der deontologischen Theorie nach also überlegen, ob man als vernünftiges Wesen wollen kann, das die fragliche Maxime verallgemeinert wird – sprich, dass jede und jeder auf die fragliche Weise handeln kann/darf.
Zusammenfassung der Kapitel
Exzerpt zur Ethik und den Varianten der präskriptiven Ethik: Dieses Kapitel führt in die Disziplin der Ethik ein, definiert den Begriff der Moral und differenziert zwischen deskriptiver, theologischer und philosophischer Ethik.
Präskriptiv-ethische Theorien: Dieser Abschnitt behandelt die Unterteilung in Wert- und Normtheorien sowie die zentrale Abgrenzung zwischen teleologischen und deontologischen Ansätzen der moralischen Entscheidungsfindung.
Schlüsselwörter
Ethik, Moral, Präskriptive Ethik, Werttheorie, Normtheorie, Teleologie, Deontologie, Utilitarismus, Jeremy Bentham, Immanuel Kant, Kategorischer Imperativ, Handlungsfolgen, Universalisierbarkeit, Moralprinzipien, Autonomie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Dokument grundsätzlich?
Das Dokument bietet eine systematische Einführung in die Grundlagen der Ethik, mit einem spezifischen Fokus auf die theoretischen Ansätze zur Bewertung moralisch richtigen Handelns.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Moral, die Systematik der Ethik (deskriptiv vs. philosophisch) und die Analyse präskriptiver Theorien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein Verständnis für die rationale Begründbarkeit moralischer Handlungen zu schaffen und die zwei Hauptstränge der Ethik – teleologische und deontologische Ansätze – gegenüberzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt zugrunde?
Es handelt sich um eine systematische, philosophische Grundlagenanalyse, die verschiedene ethische Konzepte und Prinzipien anhand klassischer Philosophen wie Bentham und Kant methodisch expliziert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden Werttheorien, das Problem der Universalisierbarkeit sowie die teleologische Ethik (mit ihren Prinzipien) und die deontologische Ethik (mit Kants Imperativen) detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Ethik, Moral, präskriptive Theorien, Normtheorien sowie die Gegenüberstellung von teleologischen und deontologischen Ansätzen beschreiben.
Welche spezifischen Prinzipien nennt Singer für die teleologische Bewertung?
Singer führt unter anderem das Prinzip der gleichen Behandlung, das Vorrangprinzip für primäre Interessen und das Unschuldsprinzip an, um die moralische Qualität von Handlungsfolgen abzuwägen.
Was besagt Kants Zweck-an-sich-Formel?
Diese Formel postuliert, dass alle von einer Handlung betroffenen Personen niemals lediglich als Mittel zum Zweck betrachtet werden dürfen, sondern stets als Individuen mit eigenen Rechten zu achten sind.
Wie unterscheidet der Text Sitte von Sittlichkeit?
Die Sitte bezeichnet lediglich das, was gesellschaftlich für richtig gehalten wird, während die Sittlichkeit das beschreibt, was tatsächlich moralisch richtig ist.
Warum ist laut Text keine der normativen Ethik-Ansätze in reiner Form haltbar?
Da in der Praxis oft Konflikte zwischen Maximen auftreten, ergänzen sich die Ansätze gegenseitig, was die Notwendigkeit gemischter Theorien und persönlicher Abwägungsprozesse unterstreicht.
- Arbeit zitieren
- BSc (WU) M.A. Katharina Feigl (Autor:in), 2020, Exzerpt zur Ethik und den Varianten der präskriptiven Ethik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/925476