Diese Arbeit ist eine Mitschrift zu mehreren Vorlesungen mit dem Titel "STEOP-VO Einführung in die deutsche Philologie".
In der Vorlesung zu Deutsch als Fremdsprache werden die weltweiten Deutschsprechenden analysiert, wobei Deutsch in Europa die am häufigsten gesprochene Erstsprache ist. Die Verbreitung in Osteuropa und den ehemaligen UdSSR-Staaten resultiert aus historischen Verbindungen, während die Präsenz in anderen Teilen der Welt von der jeweiligen Geschichte abhängt. Der Großteil erlernt Deutsch in Schulen, während einige es erst an der Universität studieren.
Die Vorlesung zu Deutsch als Zweitsprache (DaZ) betrachtet die Aneignung des Deutschen in einer deutschsprachigen Umgebung unter gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen. DaZ bezieht sich häufig auf Migranten und wird sowohl aus linguistischer als auch bildungswissenschaftlicher Perspektive erforscht, wobei die Erwachsenen- und schulische Bildung im Fokus steht.
Die Germanistischen Sprachwissenschaften suchen Antworten zur deutschen Sprache, von Kommunikation über Aussprache bis zu Grammatikregeln. Die Verbindung zwischen Sprache und Gesellschaft ist eine zentrale Erkenntnis dieses Feldes. Sie konzentrieren sich auf die Sprachproduktion und Soziolinguistik, wobei die Entwicklung von Sprachen und das Verhältnis verschiedener Sprachen im Mittelpunkt stehen.
Eine Vorlesung zu Sprache und Literatur des Mittelalters gliedert das Mittelalter in Früh-, Hoch- und Spätmittelalter und betrachtet die Sprache und Literatur jeder Phase, von Althochdeutsch bis Mittelhochdeutsch. Die Heldenepik ist durch strukturelle Sequenzialität, strophische Struktur und Nutzung von realen Orten charakterisiert. Die Artusepik und der Minnesang sind Schwerpunkte der Vorlesung zu Sprache und Literatur im Mittelalter.
In der Vorlesung zu neuerer deutscher Literatur wird der Übergang von älterer zu neuerer Literatur durch den Buchdruck definiert. Bibliotheken als soziale Räume werden durch digitale Medien herausgefordert, wobei Beispiele wie die Prager Bibliothek und österreichische Bibliotheken genannt werden, die durch ihre Organisation und Architektur herausragen.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorlesung: Deutsch als Fremdsprache
2. Vorlesung: Deutsch als Zweitsprache
3. Vorlesung: Germanistische Sprachwissenschaften
4. Vorlesung: Germanistische Sprachwissenschaften
5. Vorlesung: Sprache und Literatur des Mittelalters
6. Vorlesung: Sprache und Literatur im Mittelalter
7. Vorlesung: Neuere deutsche Literatur
8. Vorlesung: Neuere deutsche Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit bietet einen systematischen Überblick über zentrale Bereiche der germanistischen Philologie, ausgehend von der Didaktik des Deutschen als Fremd- und Zweitsprache bis hin zu linguistischen Grundlagen und der Literaturwissenschaft. Ziel ist es, die komplexen Zusammenhänge zwischen Sprachvermittlung, historischer Sprachentwicklung und literarischer Analyse darzustellen.
- Grundlagen des Deutschen als Fremd- und Zweitsprache
- Strukturen der germanistischen Sprachwissenschaft (Phonetik, Morphologie, Syntax)
- Historische Entwicklung der deutschen Sprache und Literatur
- Analyse und Interpretation literarischer Werke vom Mittelalter bis zur Neuere
- Konzepte der Textlinguistik und Sprachvariationen
Auszug aus dem Buch
3.Vorlesung: Germanistische Sprachwissenschaften (16.03.2015):
Die Sprachwissenschaft, auch Linguistik genannt, sucht nach Antworten und Lösungen zur Deutschen Sprache. Man beschäftigt sich dabei unter anderem mit den Fragen: Was bedeutet Kommunikation? Wie spricht man ein Wort aus? Was sind die Regeln der Grammatik und wer macht sie? Wer bestimmt was richtig und was falsch ist? Wie verändert sich die Sprache? Woran erkennen wir Alter und Geschlecht einer Person, wenn wir nur ihre Stimme hören? Was macht einen Text zu einem Text? Natürlich gibt es noch viel mehr Fragen, es soll nur ein sehr allgemeiner Überblick über die Fragen bzw. Gebiete gegeben werden. Eine treffende Aussage zu dem Gebiet Sprachwissenschaften ist in dem Zusammenhang: „Keine Sprache ohne Gesellschaft, keine Gesellschaft ohne Sprache.“
Semiotik ist die Lehre von Zeichen, Sprache wiederum ein System sprachlicher Zeichen. Ein bekanntes sprachliches Zeichenmodell stammt von Saussure. Ebenso bekannt ist das semiotische Dreieck nach Odgen und Richards:
Am Anfang gibt es ein Symbol, welches geschrieben oder gesprochen vorliegen kann (z.B.: das Wort „Rose“). Sobald man das Wort hört oder liest, hat man ein bestimmtes Bild im Kopf. Das Symbol symbolisiert somit eine Bedeutung (einen Gedanken). Dieser Gedanke nimmt Bezug auf einen Referenten (ein reales Objekt), wobei auch schon das Symbol selber für einen Referenten stehen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorlesung: Deutsch als Fremdsprache: Einführung in das didaktische Dreieck aus Lehrperson, Schüler und Stoff sowie die Rahmenbedingungen des Erlernens von Deutsch als Fremdsprache.
2. Vorlesung: Deutsch als Zweitsprache: Beleuchtung der Aneignung des Deutschen in einer deutschsprachigen Umgebung, inklusive Sprachförderung, Erwerbsphasen und dem Konzept der Bildungssprache.
3. Vorlesung: Germanistische Sprachwissenschaften: Übersicht über linguistische Kerndisziplinen wie Semiotik, Phonetik, Phonologie, Morphologie, Syntax und Textlinguistik.
4. Vorlesung: Germanistische Sprachwissenschaften: Historische Sprachbetrachtung der deutschen Sprache, unterteilt in Epochen von Althochdeutsch bis Neuhochdeutsch und dialektale Gliederungen.
5. Vorlesung: Sprache und Literatur des Mittelalters: Analyse der Epochen des Mittelalters, der höfischen Literatur wie Minnesang und Heldenepik sowie Methoden der Textherstellung.
6. Vorlesung: Sprache und Literatur im Mittelalter: Vertiefung in Artusepik, Minnesang und die Rolle von Handschriften in der mittelalterlichen Literaturproduktion.
7. Vorlesung: Neuere deutsche Literatur: Einblick in Literatur seit dem Buchdruck, exemplarisch analysiert an Goethes Simplicissimus und Schillers Maria Stuart.
8. Vorlesung: Neuere deutsche Literatur: Auseinandersetzung mit performativen Verben, Robert Walsers Werk "Der Gehülfe" und der Poetik des Schreibens.
Schlüsselwörter
Deutsch als Fremdsprache, Deutsch als Zweitsprache, Didaktisches Dreieck, Linguistik, Semiotik, Phonetik, Morphologie, Syntax, Sprachgeschichte, Literaturwissenschaft, Mittelalter, Artusepik, Minnesang, Simplicissimus, Poetik
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Ziel dieser Vorlesungsreihe?
Die Vorlesungen bieten einen einführenden Überblick über das Fach Germanistik, der die Bereiche Sprachvermittlung (DaF/DaZ), linguistische Theorie und Literaturwissenschaft umfasst.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die didaktische Aufbereitung von Sprachunterricht, die Struktur von Sprachebenen, die historische Entwicklung des Deutschen und die Analyse literarischer Epochen.
Was beschreibt das "didaktische Dreieck"?
Es veranschaulicht die Interaktion zwischen Lehrperson, Schüler und Lerngegenstand sowie die damit verbundenen Aufbereitungsprozesse des Materials.
Welche linguistischen Teildisziplinen werden thematisiert?
Die Arbeit behandelt die Semiotik, Phonetik, Phonologie, Morphologie, Syntax sowie die Textlinguistik und Pragmatik.
Was steht im Hauptteil der Literaturvorlesungen?
Der Hauptteil widmet sich der Entwicklung der deutschen Literatur vom Mittelalter (z.B. Nibelungenlied, Minnesang) bis zur neueren Literatur (z.B. Romananalysen, Dramen).
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sprachvariationen, Lautverschiebung, Handschriftenkultur, Performative Verben und Textanalyse.
Was bedeutet "strukturelle Amnesie" im Kontext der Heldenepik?
Dies ist ein Konzept, bei dem durch Selektion und Reduktion von Informationen historische Ereignisse so gefiltert werden, dass sie in der Form einer Sage dauerhaft im Gedächtnis bleiben.
Wie unterscheidet sich "Hohe Minne" von "Niederer Minne"?
Bei der Hohen Minne ist die Angebetete unerreichbar und der Dichter verfasst Rollenlyrik für Adelige, während bei der Niederen Minne sexuelles Begehren und die Erfüllung der Liebe thematisiert werden.
Was ist der Kern der "Durchgängigen Sprachbildung"?
Es ist ein Ansatz, bei dem fächerübergreifend über einen längeren Zeitraum an der sprachlichen Bildung aller Schüler gearbeitet wird, anstatt nur punktuell Sprachförderung zu betreiben.
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- BSc (WU) M.A. Katharina Feigl (Author), 2015, STEOP-VO Einführung in die deutsche Philologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/925482