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Echte und gefühlte Grenzen des Sagbaren in der Politik

Analyse der Dresdner Rede von Björn Höcke

Título: Echte und gefühlte Grenzen des Sagbaren in der Politik

Trabajo , 2020 , 47 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Julia Ziegert (Autor)

Filología alemana - Lingüística
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Die seit mehreren Jahren, geführte Diskussion über die gefühlten und tatsächlichen Grenzen des Sagbaren verdeutlicht die herausragende Stellung von Sprache in der Gesellschaft. Dabei ist nicht nur ausschlaggebend, was gesagt wird, sondern auch wie. Denn dieses herausragende Kommunikationsmittel ist selten objektiv in der Information und ebenso selten ideologie-indifferent. Dabei ist der Fokus sowohl auf die Text-, als auch auf die Wortebene zu richten.

Die Arbeit gibt zunächst einen theoretischen Überblick über die Begrifflichkeiten der Öffentlichkeit und der Meinungsfreiheit und wird die politische Rede als Textform näher beleuchten. Besonderes Augenmerk wird im Anschluss auf die Analyse der Dresdner Rede des umstrittenen AfD-Politikers Björn Höcke aus dem Jahr 2017 und der dort verwendeten sprachlichen Strategien gelegt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorieteil

2.1. Was man unter Öffentlichkeit versteht

2.2. Was man unter Meinungsfreiheit versteht

2.3. Zensur versus Restriktion

2.4. Die politische Rede als Textform

2.5. Hassrede

3. Die Dresdner Rede von Björn Höcke

3.1. Einordnung der AfD

3.2. Anlass, Redner, Adressaten und Situation der Rede

3.3. Inhaltlicher Aufbau der Rede

4. Populistische Rhetorik und Grenzen des Sagbaren am Beispiel der Dresdner Rede

4.1. Die Argumentationsmuster in Höckes Rede

4.2. Diffamierung politischer Gegner / eigene Erhöhung

4.3. Schlagwörter und Kampfvokabeln

4.4. Höckes Bewertung von historischen Ereignissen

5. Schlussbetrachtung / Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die rhetorischen Strategien und die Verschiebung der Grenzen des Sagbaren in der politischen Kommunikation, exemplarisch dargestellt an der Dresdner Rede von Björn Höcke aus dem Jahr 2017. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie populistische Redeweisen existierende gesellschaftliche Normen herausfordern und durch eine gezielte Nutzung von Sprache die Wahrnehmung politischer Diskurse beeinflussen.

  • Analyse der theoretischen Grundlagen zu Öffentlichkeit, Meinungsfreiheit und Zensur.
  • Einordnung der politischen Rhetorik der AfD und ihrer Einbettung in den aktuellen Zeitgeist.
  • Untersuchung spezifischer Argumentationsmuster, Diffamierungsstrategien und der Nutzung von Schlagwörtern in Höckes Rede.
  • Kritische Reflexion über die Wirkung von Tabubrüchen und die instrumentelle Nutzung von Geschichte.

Auszug aus dem Buch

4.1. Die Argumentationsmuster in Höckes Rede

Ein deutliches Argumentationsmuster Björn Höckes ist das von ihm bevorzugt verwendete Stilmittel der Metapher. So scheint seine Argumentation stets so deutlich wie nötig, aber gleichzeitig so vage wie möglich. So behält er sich, wie auch in der vorliegenden Rede, später die Möglichkeit offen, jegliche Kritik abzuwehren. Nachdem ihm im Anschluss an der Rede harsche Kritik (auch innerparteilich) entgegenschlug, äußerte er sich in einem Beitrag bei Facebook empört und wies sämtliche Missbilligung von sich. Vielmehr handele es sich um eine „bösartige und bewusst verleumdende Interpretation dessen“, was er tatsächlich gesagt habe. Laut eigener Aussage wollte er lediglich die Gedenkkultur hinterfragen. Diese Sprachthematisierung, die sich Höcke hier bedient, soll den eigenen Sprachgebrauch sowohl verteidigen und bekräftigen, während er gleichzeitig seiner Kritiker verurteilt.

Björn Höcke nutzt in diesem Zusammenhang das Stilmittel der kalkulierten Mehrdeutigkeit. Gerade Metaphern zielen auf Assoziationen ab, die unabhängig vom Gesagten im Bewusstsein des Rezipienten Anknüpfungspunkte treffen. Diese Assoziationen sind zum einen geeignet, beim Rezipienten ein bestimmtes Szenario hervorzurufen, andererseits die Verantwortung des Emittenten für diese beim Rezipienten hervorgerufenen Bilder von sich zu weisen.

Dabei ist diese Assoziation auch ein Mittel der Wahl, um Emotionalität bei den Zuhörern hervorzurufen. Durch diese Verknüpfung zielt der Redner darauf ab, ein Gemeinschaftsgefühl hervorzurufen. Dies geschieht unter anderem durch die immer wieder erneute Anrede der Zuhörer als „liebe Freunde“ (siehe u.a.1, 24, 41, 56), was deutlich eine gegenseitige Zuneigung ausdrücken soll, sowie die Tatsache, dass Höcke in seiner Ansprache zuerst auf seine Zuhörer als Patrioten verweist (vgl.: 1f), sich aber später selbst miteinbezieht und von „wir Patrioten“ (54) spricht. Insgesamt spricht Björn Höcke sein Publikum 34 Mal mit der Floskel liebe Freunde bzw. junge Freunde direkt an. Höcke generiert so eine tiefe Vertrautheit zwischen sich und seinen Zuhörern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz der Untersuchung von sprachlichen Grenzen im Kontext politischer Diskurse ein und erläutert die Problemstellung anhand aktueller Debatten.

2. Theorieteil: Es werden die theoretischen Grundlagen zu Öffentlichkeit, dem juristischen und gesellschaftlichen Verständnis von Meinungsfreiheit sowie Begriffen wie Zensur, Restriktion und der politischen Rede als Textform dargelegt.

3. Die Dresdner Rede von Björn Höcke: Dieses Kapitel ordnet die Partei AfD ein und analysiert den spezifischen Kontext, den Redner sowie die äußeren Umstände der Dresdner Rede.

4. Populistische Rhetorik und Grenzen des Sagbaren am Beispiel der Dresdner Rede: Der Hauptteil untersucht die angewandten rhetorischen Mittel, darunter Argumentationsmuster, Diffamierungstechniken, den Einsatz von Kampfbegriffen und die geschichtspolitische Aufladung der Rede.

5. Schlussbetrachtung / Fazit: Die Arbeit fasst die Erkenntnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Höcke gezielt Tabubrüche nutzt, um Diskurse zu besetzen und die Grenzen des Sagbaren zu verschieben.

Schlüsselwörter

Populismus, Rhetorik, Politische Rede, Björn Höcke, Dresdner Rede, Meinungsfreiheit, Sprachkritik, Grenze des Sagbaren, Diffamierung, AfD, Gedenkkultur, Tabubruch, Politische Kommunikation, Metaphorik, Gemeinschaftsgefühl.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die rhetorischen Strategien in einer spezifischen Rede von Björn Höcke, um zu verstehen, wie politische Akteure durch Sprache Grenzen verschieben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind politische Rhetorik, der Begriff der Meinungsfreiheit im Spannungsfeld von Restriktionen sowie die Wirkung populistischer Sprachmuster.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie populistische Rhetorik bewusst genutzt wird, um Diskurse zu beeinflussen und gesellschaftliche Tabus zu brechen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine diskursanalytische Untersuchung, die textlinguistische Methoden auf die konkrete politische Rede anwendet.

Welche Inhalte bilden den Kern des Hauptteils?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Argumentationsmustern, der Diffamierung politischer Gegner und dem geschichtspolitischen Kontext der Rede.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Populismus, Rhetorik, Politische Rede und Sprachkritik charakterisieren.

Warum spielt der Begriff der Metapher eine so große Rolle in der Analyse?

Metaphern erlauben es dem Redner laut der Autorin, inhaltlich vage zu bleiben, während er Assoziationen erzeugt, für die er formal keine direkte Verantwortung übernimmt.

Wie bewertet die Arbeit den Einsatz von "Tabubrüchen" durch den Redner?

Tabubrüche werden als kalkulierte Strategie gewertet, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und eine mediale Positionierung jenseits der etablierten Normen zu erreichen.

Was schließt die Arbeit über die Existenz "sprachlicher Restriktionen" im politischen Raum?

Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass zwar sprachliche Normen existieren, diese jedoch von populistischen Akteuren gezielt angegriffen werden, um eine vermeintliche Opferrolle zu inszenieren.

Final del extracto de 47 páginas  - subir

Detalles

Título
Echte und gefühlte Grenzen des Sagbaren in der Politik
Subtítulo
Analyse der Dresdner Rede von Björn Höcke
Universidad
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"
Calificación
2,0
Autor
Julia Ziegert (Autor)
Año de publicación
2020
Páginas
47
No. de catálogo
V925709
ISBN (Ebook)
9783346253149
ISBN (Libro)
9783346253156
Idioma
Alemán
Etiqueta
Diskursanalyse Sprachliche Restriktionen Grenzen des Sagbaren Meinungsfreiheit Björn Höcke Sprache der AfD AfD Sprachdiskurs Öffentlichkeitsdiskurs
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Julia Ziegert (Autor), 2020, Echte und gefühlte Grenzen des Sagbaren in der Politik, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/925709
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