Diese Einsendeaufgabe befasst sich mit Grundlagen des wissenschaftliches Arbeitens. Es geht um die Operationalisierung des Konstrukts Unternehmensreputation und die Konzeption eines vollständigen qualitativen Interviewleitfadens. Dabei wird erläutert, welche Verzerrungen im Interview auftreten können und es werden Möglichkeiten vorgestellt, wie der Grad der Verzerrung so gering wie möglich gehalten werden kann. Die Autorin stellt außerdem den typischen Ablauf der inhaltlich strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse und der evaluativen qualitativen Inhaltsanalyse dar und erklärt die wichtigsten Unterschiede beider Analysemethoden.
Inhaltsverzeichnis
1. Aufgabe B1
1.1 Der qualitative Interviewleitfaden
1.2 Das Konstrukt Unternehmensreputation
1.3 Konzeption eines qualitativen Interviewleitfadens
1.4 Stakeholder
1.5 Fallauswahl
1.6 Ablauf und Durchführung eines qualitativen Interviews
2. Aufgabe B2
2.1 Verzerrungen im Interview
2.2 Verzerrungen durch den Interviewer
2.3 Verzerrungen durch den Befragten
3. Aufgabe B3
3.1 Qualitative Inhaltsanalyse
3.2 Ablauf der inhaltlich strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse
3.3 Ablauf einer evaluativen qualitativen Inhaltsanalyse
3.4 Vergleich beider Methoden
4. Anlage
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Anwendung qualitativer Forschungsinstrumente in der Organisationskommunikation, insbesondere der Operationalisierung des Konstrukts Unternehmensreputation durch Experteninterviews und deren anschließende systematische Analyse.
- Konzeption und Durchführung qualitativer Leitfadeninterviews
- Messung und Dimensionierung von Unternehmensreputation (kognitiv, affektiv, normativ)
- Identifikation und Minimierung von Verzerrungseffekten in Erhebungssituationen
- Vergleich der inhaltlich strukturierenden und der evaluativen qualitativen Inhaltsanalyse
- Praktische Anwendung am Fallbeispiel der Vertical Media GmbH
Auszug aus dem Buch
1.1 Der qualitative Interviewleitfaden
Da die qualitative Forschung sehr vielfältig ist, haben sich unzählige Methoden entwickelt. Insbesondere wenn es um Fragen nach dem Erleben und Verhalten des Menschen geht, stößt die quantitative Forschung an ihre Grenzen. Ein wichtiges Prinzip des qualitativen Forschens ist die Offenheit, um Gegenstände in ihrer spezifischen Erscheinung untersuchen und beschreiben zu können. Daher werden im Gegensatz zur quantitativen Forschung vorab keine Beschreibungskategorien festgelegt wie bspw. Ratingskalen in Fragebögen, sondern offene Verfahren wie das Interview eingesetzt, damit sich die Befragten in ihren eigenen Worten äußern können.1 Das Prinzip der Offenheit bedeutet jedoch keine Beliebigkeit. Im Gegenteil bestehen bei der qualitativen Forschung methodische Regeln und Ablaufpläne. So sind Spielräume für Nachfragen, Vertiefungen oder Umformulierungen nach festen Regeln ausgestaltet, damit die Validität gesichert wird.2 Des Weiteren ist die qualitative Forschung durch eine Ganzheitlichkeit geprägt. So werden die auf den Untersuchungsgegenstand bezogenen subjektiven Perspektiven und die Reflexionen der Forschenden über Emotionen, Handlungen, etc. mit einbezogen.3
Zusammenfassung der Kapitel
1. Aufgabe B1: Dieses Kapitel erläutert die Konzeption eines qualitativen Interviewleitfadens am Beispiel der Vertical Media GmbH und definiert das theoretische Konstrukt der Unternehmensreputation.
2. Aufgabe B2: Hier werden potenzielle Verzerrungseffekte während eines Interviews thematisiert, die sowohl durch den Interviewer als auch durch den Befragten entstehen können.
3. Aufgabe B3: Dieser Abschnitt beschreibt die methodischen Abläufe der inhaltlich strukturierenden sowie der evaluativen qualitativen Inhaltsanalyse und vergleicht beide Ansätze hinsichtlich ihrer Anwendung.
4. Anlage: Dieser Teil enthält das konkrete Interviewleitfaden-Design, das für die empirische Untersuchung zur Unternehmensreputation der Vertical Media GmbH entwickelt wurde.
Schlüsselwörter
Qualitative Forschung, Interviewleitfaden, Unternehmensreputation, Stakeholder, Fallauswahl, Antwortverzerrung, Sozialerwünschtheit, Qualitative Inhaltsanalyse, Evaluative Inhaltsanalyse, Forschungsdesign, Interviewführung, Kategoriensystem, Datenauswertung, Operationalisierung, Validität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit konzentriert sich auf die theoretischen und praktischen Grundlagen der qualitativen Sozialforschung, insbesondere auf die Durchführung von Experteninterviews und die systematische Auswertung der Daten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die Interviewmethodik, das Reputationsmanagement von Unternehmen sowie unterschiedliche Techniken der qualitativen Inhaltsanalyse.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein methodisches Vorgehen zur Operationalisierung der Unternehmensreputation zu entwickeln und dieses anhand der Vertical Media GmbH praktisch in Form eines Interviewleitfadens und eines Analysekonzepts anzuwenden.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Es wird der qualitative Forschungsansatz verfolgt, speziell das leitfadengestützte Interview als Erhebungsmethode und die inhaltlich strukturierende sowie evaluative qualitative Inhaltsanalyse als Auswertungsmethode.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Konzeption von Leitfadeninterviews, die kritische Analyse von Fehlerquellen in Interview-Situationen und die methodische Herleitung von Kategoriensystemen für die Datenauswertung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem die Unternehmensreputation, Inhaltsanalyse, Leitfadeninterviews, Antwortverzerrung und das Forschungsdesign.
Welche Bedeutung hat das Konstrukt der Unternehmensreputation in der Arbeit?
Die Unternehmensreputation dient als theoretisches Ankerkonstrukt, das in drei Dimensionen (kognitiv, affektiv, normativ) zerlegt wird, um daraus messbare Indikatoren für das Interview abzuleiten.
Warum unterscheidet der Autor zwischen zwei Arten der Inhaltsanalyse?
Die Unterscheidung dient dazu, je nach Forschungsziel entweder eine rein inhaltlich strukturierende Beschreibung der Daten zu ermöglichen oder eine evaluative, bewertende Einschätzung vorzunehmen.
- Arbeit zitieren
- Sina Heller (Autor:in), 2020, Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens. Erstellung eines Interviewleitfadens, Möglichkeiten von Verzerrungen im Interview, Ablauf einer qualitativen Inhaltsanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/925761