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Gründe für die Verschlechterung Thomas Manns Deutschlandbildes in der Zeit nationalsozialistischer Herrschaft

Title: Gründe für die Verschlechterung Thomas Manns Deutschlandbildes in der Zeit nationalsozialistischer Herrschaft

Seminar Paper , 2008 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Lutz Feike (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Thomas Mann war nicht nur einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, vielen galt er als Inbegriff deutscher Kultur, insbesondere deutscher Bürgerkultur. Mit dieser Rolle konnte er sich durchaus identifizieren: „Ich bin ein Kind des deutschen Bürgertums, und nie habe ich die seelischen Überlieferungen verleugnet.“
Die enge Bindung zu seinem Geburtsland zeigte sich zunächst besonders in der politisch schwierigen Zeit der Weimarer Republik, in der er die deutsche Demokratie im Herbst 1930 gegen den aufkommenden Nationalsozialismus verteidigte. Auch nach der Machtübernahme der NSDAP bemühte sich der Schriftsteller vom amerikanischen Exil aus, die deutsche Bevölkerung zum Handeln gegen Hitler zu bewegen.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges folgte Thomas Mann jedoch nicht der Aufforderung und Bitte einer Vielzahl deutscher Persönlichkeiten, in sein Vaterland zurückzukehren. Seine Sicht von Deutschland hatte sich in den Jahren des Nationalsozialismus ins Negative gekehrt.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, welche Ursachen das Deutschlandbild Thomas Manns in der Zeit nationalsozialistischer Herrschaft, also in den Jahren 1933 bis 1945, verschlechtert haben. Hierbei werden zwei mögliche Gründe ins Blickfeld genommen. Einerseits sind dies Maßnahmen der Nationalsozialisten gegen seine Person, nämlich die Ausbürgerung sowie die Aberkennung der Ehrendoktorwürde. Andererseits wird die Rolle Deutschlands bei den Ereignissen des Zweiten Weltkrieges als ein weiterer Grund für die Veränderung des Bildes in Betracht gezogen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hintergrundinformationen

2.1 Biographische Daten zu Thomas Mann

2.2 Das Deutschlandbild Manns vor Hitlers Machterlangung

3. Gründe für die Veränderung Thomas Manns Deutschlandbildes

3.1 Maßnahmen der Nationalsozialisten gegen seiner Person

3.1.1 Ausbürgerung

3.1.2 Aberkennung der Ehrendoktorwürde

3.2 Der Zweite Weltkrieg

3.2.1 Erste Phase

3.2.2 Zweite Phase

3.2.3 Dritte Phase

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für die sukzessive Verschlechterung des Deutschlandbildes von Thomas Mann während der Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945). Dabei wird analysiert, wie politische Maßnahmen gegen seine Person sowie der Verlauf und die Schrecken des Zweiten Weltkriegs den Schriftsteller dazu bewogen, eine zunehmend kritische Distanz zu seinem Vaterland einzunehmen und eine Rückkehr nach dem Krieg abzulehnen.

  • Die Auswirkungen der Ausbürgerung und Aberkennung der Ehrendoktorwürde auf Manns Identifikation mit Deutschland.
  • Die Rolle der deutschen geistigen Elite und ihre Vereinnahmung durch das NS-Regime.
  • Die Entwicklung von Manns Rundfunkbotschaften als Spiegel seiner sich wandelnden Sicht auf das deutsche Volk.
  • Die Auseinandersetzung mit dem Begriff der Kollektivschuld und der Frage nach der moralischen Verantwortung der Deutschen.
  • Der Konflikt zwischen der Identifikation als "Kind des Bürgertums" und der Realität des Exils.

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Aberkennung der Ehrendoktorwürde

Am 19. Dezember 1936, wenige Tage nach der Ausbürgerung, erkannte man dem Schriftsteller auch die Ehrendoktorwürde der Universität Bonn ab. Dies ließ seine Feindschaft gegenüber dem NS-Regime nun endgültig öffentlich und offensiv werden. Als Grund für diese Maßnahme gegen ihn wurde die zuvor vollzogene Ausbürgerung angegeben. Der Nobelpreisträger verfasste daraufhin ein Schreiben an den Dekan der Philosophischen Fakultät jener Hochschule. Darin sprach er die „schwere Mitschuld an allem gegenwärtigen Unglück, welche die deutschen Universitäten“ auf sich nahmen an, da sie „aus schrecklichem Missverstehen der historischen Stunde sich zum Nährboden der verworfenen Mächte machten, die Deutschland moralisch, kulturell und wirtschaftlich […] verwüsteten.“

Allzu deutlich wird Thomas Manns Unmut gegenüber deutschen Intellektuellen, die sich vom NS-Regime für seine Propagandazwecke scheinbar widerstandslos vereinnahmen ließen. Wie sehr der Schriftsteller darüber enttäuscht war, zeigt sein Antwortschreiben an von Molo: „Als eine Art Trophäe bekam ich kürzlich von amerikanischer Seite ein altes Heft einer deutschen Zeitschrift zugeschickt: ‚Volk im Werden’, März 1937 […] herausgegeben von einem hochgestellten Nazi-Professor und Doktor h.c. […] Es war eine bange Lektüre.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die zentralen Quellen, anhand derer Thomas Manns Entfremdung von Deutschland analysiert wird.

2. Hintergrundinformationen: Dieses Kapitel liefert biographische Eckdaten zu Thomas Mann und beschreibt sein Selbstverständnis als deutscher Schriftsteller vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten.

3. Gründe für die Veränderung Thomas Manns Deutschlandbildes: Hier werden die beiden zentralen Einflussfaktoren – die persönliche Verfolgung durch das NS-Regime und die katastrophalen Ereignisse des Zweiten Weltkriegs – detailliert beleuchtet.

4. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Ergebnis, dass Manns Deutschlandbild zwar negativ geprägt wurde, er sich jedoch zeitlebens als deutscher Schriftsteller verstand und einen totalen Bruch vermied.

Schlüsselwörter

Thomas Mann, Nationalsozialismus, Deutschlandbild, Exil, Ausbürgerung, Ehrendoktorwürde, Zweiter Weltkrieg, Rundfunkbotschaften, Deutsche Intelligenz, Kollektivschuld, Patriotismus, Identität, Innere Emigration, Kultur, NS-Regime.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Gründe und den Prozess, wie sich das Deutschlandbild des Schriftstellers Thomas Mann zwischen 1933 und 1945 durch die Erfahrungen im Exil und die nationalsozialistische Herrschaft grundlegend verschlechterte.

Welche zentralen Themenfelder behandelt der Autor?

Zentrale Themen sind die Ausgrenzung Manns aus der deutschen Gesellschaft, die Rolle der Intellektuellen im "Dritten Reich" sowie der moralische Diskurs über das Verhalten des deutschen Volkes während des Zweiten Weltkriegs.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Ursachen für Thomas Manns Entscheidung zu verstehen, nach dem Zweiten Weltkrieg nicht in sein deutsches Heimatland zurückzukehren, obwohl er zuvor tief mit ihm verbunden war.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit stützt sich auf eine historische Analyse von Primärquellen – insbesondere Thomas Manns Offenem Brief an Walter von Molo sowie ausgewählten Rundfunkbotschaften – und setzt diese in den zeitgeschichtlichen Kontext anhand relevanter Sekundärliteratur.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Repressalien gegen Manns Person (Ausbürgerung, Aberkennung der Ehrendoktorwürde) sowie die Analyse der dreiphasigen Entwicklung seiner Sicht auf den Zweiten Weltkrieg.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Exilliteratur, Thomas Mann, NS-Kulturpolitik, Kollektivschuld und die Transformation nationaler Identität einordnen.

Warum lehnte Thomas Mann eine Rückkehr nach Deutschland nach 1945 ab?

Mann war zutiefst enttäuscht über das mangelnde Aufbegehren der deutschen "geistigen Elite" und die breite Unterstützung für das NS-Regime, was dazu führte, dass Deutschland für ihn zu einem "fremden" Ort wurde.

Welche Bedeutung hatte die Aberkennung der Ehrendoktorwürde der Universität Bonn?

Dieser symbolische Akt markierte für Mann den endgültigen Bruch mit den deutschen akademischen Institutionen und forcierte seine offene Feindschaft gegenüber dem nationalsozialistischen System.

Wie bewertete Thomas Mann die Rolle der "inneren Emigration"?

Mann stand der "inneren Emigration" sehr kritisch gegenüber und warf ihr und der deutschen Intelligenz eine Mitschuld an der Ausbreitung der nationalsozialistischen Macht vor, da sie sich in seinen Augen für Propagandazwecke instrumentalisieren ließ.

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Details

Title
Gründe für die Verschlechterung Thomas Manns Deutschlandbildes in der Zeit nationalsozialistischer Herrschaft
College
University of Kassel  (Abteilung für Neuere und Neueste Geschichte)
Course
Historische Fragestellungen und Methoden
Grade
1,0
Author
Lutz Feike (Author)
Publication Year
2008
Pages
17
Catalog Number
V92589
ISBN (eBook)
9783638065146
ISBN (Book)
9783638955539
Language
German
Tags
Thomas Mann Deutschlandbild Nationalsozialismus Exil Kontroverse Gründe Drittes Reich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lutz Feike (Author), 2008, Gründe für die Verschlechterung Thomas Manns Deutschlandbildes in der Zeit nationalsozialistischer Herrschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92589
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