Im Rahmen der vorliegenden Seminararbeit soll untersucht werden, inwieweit sich die Finanzkrise und etwaige Veränderungen des Images von Banken auf die Motivation zur Aufnahme einer Ausbildung als Bankkaufmann/-frau ausgewirkt haben. Da sich in der Folge der Finanzkrise wesentliche Veränderungen in den weltweiten Finanzsystemen ergeben haben, welche technische Veränderungen im Bankensektor vorangetrieben haben, soll die Ausbildungsmotivation außerdem im Hinblick auf die Digitalisierung untersucht werden. Die Forschungsfrage ist gerade in der heutigen Zeit relevant, da der technische Fortschritt exponentiell zunimmt und jedes Unternehmen bzw. jeder Markt unterschiedlich betroffen ist. Die Arbeit hat eine wissenschaftliche Relevanz, da die Auswirkungen der Finanzkrise und möglicherweise einen direkten Einfluss auf die Bewerbersituation hat und durch eine Befragung der Interviewteilnehmer Erkenntnisse über die aktuelle und zukünftige Situation getroffen werden können.
Zunächst soll ein kurzer theoretischer Überblick über die Finanzkrise geschaffen werden. Der Zusammenhang mit der fortschreitenden Digitalisierung soll hergestellt und ein aktueller Bezug darüber geschaffen werden, mit welchen Herausforderungen sich Banken heutzutage stellen müssen. Der Einfluss der genannten Aspekte auf die Ausbildungsmotivation wurde anhand von zwei qualitativen Interviews untersucht. Diese wurden in der Folge analysiert und kategorisiert. Die Ergebnisse werden zusammengefasst und aufbereitet, sodass anschließend eine Prognose für die Zukunft der Bankenbranche und das Bewerberverhalten abgegeben werden kann. Abschließend erfolgt eine kritische Auseinandersatzung mit den gesammelten Ergebnissen.
Im Jahr 2008 erlebte die Weltwirtschaft einen starken Einbruch, als in der Folge von Ausfällen einer Reihe von Banken und Versicherungen eine weltweite Finanzkrise ausgelöst wurde, deren Auswirkungen noch bis heute spürbar sind. Durch fehlerhafte Spekulationen mussten Banken Insolvenz anmelden. Viele Kundinnen und Kunden verloren einen großen Teil ihres Vermögens und Zentralbanken mussten eingreifen, um Schäden zu regulieren und einen Stillstand der Finanzmärkte zu verhindern. Aufgrund des massiven Versagens von Banken, Versicherungen und Kontrollinstitutionen im Rahmen der Finanzkrise sank insbesondere das Vertrauen in den gesamten Bankensektor.
1 Einleitung
2 Grundlagen zur Forschungsfrage
2.1 Kurze Zusammenfassung der Finanzkrise
2.2 Digitalisierung und Personalbedarf im Bankensektor
2.3 Veränderung der Geschäftsmodelle von Banken
3 Empirische Datenerhebung
3.1 Forschungsfrage
3.2 Forschungsdesign
3.3 Auswahl der Daten
3.4 Erhebung der Daten
3.5 Auswertung der Daten
4 Ergebnisse
4.1 Ergebnisse K1
4.2 Ergebnisse K2
4.3 Ergebnisse K3
5 Kritische Auseinandersetzung mit den Ergebnissen
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Finanzkrise von 2008 und der Motivation junger Menschen, eine Ausbildung zum Bankkaufmann oder zur Bankkauffrau zu beginnen. Dabei wird insbesondere analysiert, inwieweit das durch die Krise geschädigte Image des Bankensektors und die fortschreitende Digitalisierung die Berufswahl beeinflussen.
- Auswirkungen der Finanzkrise 2008 auf das Image von Banken
- Einfluss der Digitalisierung auf den Personalbedarf und Geschäftsmodelle
- Veränderung der Motivation und Erwartungshaltung bei Auszubildenden
- Bedeutung technologischer Entwicklungen für das Berufsbild Bankkaufmann/-frau
- Analyse der aktuellen Bewerbersituation im Bankensektor
Auszug aus dem Buch
2.1 Kurze Zusammenfassung der Finanzkrise
Über die Jahre veränderte sich der Blickwinkel auf sogenannte „Investments“. Die Anlage erfolgte nicht mehr in Produktionsmittel oder Maschinen, sondern vermehrt in Geld als Ware. Dadurch stieg die Nachfrage nach Investmentmöglichkeiten in solche Finanzwerte und entsprechend erfolgte eine Ausweitung des Angebots. Die Basis bildeten Aktien, bei denen man sein Kapital in ein Unternehmen investiert und einen Eigentumsanteil an diesem erhält und meist jährlich einen Gewinn in Form einer Dividende ausgeschüttet bekommt. Zur Mehrung dieser Finanzware lassen sich mehrere dieser Aktienbündel zu einem abstrakten Fonds zusammenfassen, wobei die Anteilseigner keine Stimmrechte genießen. Die Dividenden werden nach einem Abzug der Verwaltungskosten an die Käufer der Fonds ausgezahlt. Im Immobiliensektor wurden hier die Finanzierungen von Hauskäufen als Bündel in sogenannte „mortgage backed securities“ zusammengefasst und an institutionelle und private Anleger verkauft. Das große Risiko solcher Anlagen lag in der Zahlungsunfähigkeit der Kreditnehmer. Sollte eine solche eintreten und mehrere Kreditnehmer fallen aus, kann es zu einer Kettenreaktion und einer Zahlungsunfähigkeit der Investmentbanken führen, die nur durch andere Financiers wie z.B. Staaten oder Zentralbanken abgewendet werden können. Genau dies passierte, als es in den USA speziell im Bereich der Immobilienfinanzierungen zu massenhaften Zahlungsausfällen kam. Eine stetige Wertsteigerung der Immobilien wurde prophezeit und Banken vergaben Kredite, die hauptsächlich durch den physischen Wert der Immobilie besichert wurden. Dies führte zu einer Vertrauenskrise in Folge derer die Preise der Immobilien rasant fielen und eine Rückzahlung der Kredite nicht möglich war. Dies führte zu einem Platzen der Immobilienblase und einem Dominoeffekt, der die Finanzkrise zu einer weltweiten Wirtschaftskrise anwachsen und das Vertrauen in Banken verschwinden ließ, da vor allem die Federal Reserve Bank der USA und die Europäische Zentralbank als Financiers dienen mussten und Kredite zu Niedrigzinsen vergaben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themen Finanzkrise und Digitalisierung ein und erläutert die Relevanz der Untersuchung für das Berufsbild der Bankkaufleute.
2 Grundlagen zur Forschungsfrage: Das Kapitel bietet einen theoretischen Überblick über die Entstehung der Finanzkrise sowie die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Bankensektor.
3 Empirische Datenerhebung: Hier wird das qualitative Forschungsdesign dargelegt, das auf Leitfadeninterviews mit Mitarbeitern einer Sparkasse basiert.
4 Ergebnisse: Die gewonnenen Erkenntnisse aus den Interviews werden in drei Kategorien unterteilt und hinsichtlich Image, Zukunft und Bewerberprofil analysiert.
5 Kritische Auseinandersetzung mit den Ergebnissen: In diesem Teil werden die Forschungsergebnisse interpretiert und in den Kontext der theoretischen Grundlagen gesetzt.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Digitalisierung aktuell einen stärkeren Einfluss auf die Entscheidung zur Ausbildung hat als die Nachwirkungen der Finanzkrise.
Schlüsselwörter
Finanzkrise 2008, Bankensektor, Ausbildungsmotivation, Bankkaufmann, Bankkauffrau, Digitalisierung, Personalbedarf, Image, Geschäftsmodell, Qualitatives Interview, Bewerberverhalten, Bankberater, Sparkasse, Fachkräfte, Finanzmarkt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welche Faktoren die Entscheidung junger Menschen beeinflussen, eine Ausbildung in der Bankenbranche aufzunehmen, unter besonderer Berücksichtigung der Finanzkrise 2008.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Imageverlust der Banken durch die Finanzkrise, der fortschreitenden Digitalisierung des Bankwesens und der Veränderung des Anforderungsprofils an Bankauszubildende.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Untersuchung, inwieweit die Finanzkrise von 2008 und die Digitalisierung die Motivation zur Aufnahme einer Ausbildung zum Bankkaufmann/-frau beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der qualitativen Forschung in Form von Leitfadeninterviews mit einer Auszubildenden und einer Mitarbeiterin der Personalabteilung einer Sparkasse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die methodische Vorgehensweise der Datenerhebung sowie die detaillierte Darstellung und kritische Analyse der gewonnenen Interviewergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Finanzkrise, Bankensektor, Ausbildungsmotivation, Digitalisierung und Bewerberverhalten.
Wie unterscheidet sich die Motivation heutiger Bewerber von früheren Generationen?
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass heutige Bewerber deutlich fordernder sind und bereits in Einstellungsgesprächen gezielt nach Weiterbildungsmöglichkeiten fragen, während die Ausbildung früher einen höheren, weniger hinterfragten Stellenwert genoss.
Welchen Einfluss hat die Digitalisierung konkret auf die Ausbildung?
Die Digitalisierung führt zur Verschlankung von Prozessen, Filialreduktionen und der Entstehung neuer Ausbildungsschwerpunkte wie Social Media oder digitaler Vertrieb, was das traditionelle Berufsbild verändert.
- Arbeit zitieren
- Malik Boysen (Autor:in), 2018, Auswirkungen der Finanzkrise von 2008 auf die Ausbildungsmotivation im Bankensektor, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/926026