Diese Arbeit beschäftigt sich mit der dystopischen Jugendliteratur. Anhand der Jugendbuchreihe "Legend" von Marie Lu werden dystopische und evolutionstheoretische Aspekte im Jugendroman analysiert. Konkret wird untersucht, inwieweit sich dystopische und evolutionstheoretische Merkmal im ersten Band "Fallender Himmel" (2012) in Verbindung setzen lassen.
Hierfür wird zunächst eine allgemeine Hinführung zur Dystopie in Abgrenzung zur Utopie geliefert. Dabei werden die zentralen Merkmale im dystopischen Roman anhand von Literatur hervorgehoben und mit Textstellen aus dem Roman veranschaulicht. Weiterhin wird die Evolutionstheorie in die Arbeit eingebettet. Die Theorie nach Motzkin, über die Verbindung von Dystopie und Evolution wird vorgestellt und dann exemplarisch mit Textstellen analysiert. Abschließend folgt eine Positionierung sowie ein Rückbezug zur Fragestellung.
In der literarischen Welt der Dystopie gibt es die Welt, wie wir sie kennen, nicht mehr. Ihr Zweck ist es, eine kompatible Warngeschichte zur Problemorientierung und Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Entwicklung wiederzugeben. Ihre LeserInnen sollen dazu angetrieben werden, die fiktive Gesellschaftsordnung mit der eigenen Lebenswelt zu vergleichen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Vom Klassiker "1984" bis zur aktuellen Jugendliteratur
1.1 Dystopien und Utopien in der Literatur
1.2 Zwischen Dystopie und Adoleszenzroman
1.3 Ein Klassiker des Genres und die Parallelen zu "Legend"
1.4 Dystopische Merkmale im Jugendliteratur „Legend“
2. Was hat Evolution mit Dystopie zu tun?
2.1 Die Evolutionstheorie nach Motzkin
2.2 Der Zusammenhang zwischen der Evolution und dem Jugendliteratur
3. Resultat der Hausarbeit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Verbindung zwischen dystopischen Erzählstrukturen und evolutionstheoretischen Aspekten im ersten Band der "Legend"-Trilogie von Marie Lu, um aufzuzeigen, wie das totalitäre Regime der Republik biologische Selektionsmechanismen zur Machtsicherung instrumentalisiert.
- Analyse dystopischer Genre-Merkmale in zeitgenössischer Jugendliteratur
- Vergleichende Betrachtung von George Orwells "1984" und Maries Lus "Legend"
- Anwendung der Evolutionstheorie nach Motzkin auf fiktive Herrschaftssysteme
- Untersuchung der Instrumentalisierung genetischer Selektion (der "Große Test")
- Kritische Reflexion über die Darstellung von Macht und Biopolitik in Jugendromanen
Auszug aus dem Buch
1.2 Zwischen Dystopie und Adoleszenzroman
Dystopien zählen zu den Genrehybriditäten. Sie greifen, abgesehen von dystopischen Merkmalen, ebenfalls auf Merkmale aus dem Adoleszenzroman, Abenteuerroman oder Science-Ficion auf. Zwar ist „Legend“ eher der Dystopie zuzuordnen, wie ich später noch konkretisieren werde, weist aber dennoch typische Merkmale aus dem Adoleszenzroman auf. Hierzu gehört die fließende Übergang zwischen der Jugend und dem Erwachsensein.
Im Adoleszenzroman wird es zunehmend wichtiger, dass die Kinder und Jugendlichen an die Suche nach der Wahrheit herangeführt werden. Die Auseinandersetzung mit ihrer Identität ebenso wie eine kritische Reflexion ihrer Umgebung, werden thematisiert.
So wird auch in „Legend“ durch das selbstständige und aufmerksame Suchen, die Wahrheit ans Licht gebracht, die, die Republik vermeintlich zu verstecken versuchte. Statt die vorgegebenen Werte und Normen des Staates zu akzeptieren und nichts zu hinterfragen, brachten June und Day im Verlaufe des Buches in Erfahrung, dass die Seuche, die sich in der Republik ausgebreitet hat, initiiert war.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in das Genre der Dystopie, Vorstellung des Romans "Legend" von Marie Lu und Formulierung der zentralen Forschungsfrage.
1. Vom Klassiker "1984" bis zur aktuellen Jugendliteratur: Definition von Utopie und Dystopie, Abgrenzung zum Adoleszenzroman sowie inhaltliche Gegenüberstellung von Orwells "1984" mit "Legend".
2. Was hat Evolution mit Dystopie zu tun?: Erläuterung der Evolutionstheorie nach Motzkin und Transfer der Prinzipien von Adaption und Selektion auf das dystopische Weltbild der Republik.
3. Resultat der Hausarbeit: Zusammenfassung der Ergebnisse und Bestätigung, dass die Republik durch gezielte genetische Auslese und biologische Kriegsführung dystopische und evolutionstheoretische Elemente verknüpft.
Schlüsselwörter
Dystopie, Utopie, Evolutionstheorie, Marie Lu, Legend, Adoleszenzroman, totalitäres System, Selektionsprinzip, Genetik, Republik, George Orwell, 1984, Überwachung, Biopolitik, Jugendliteratur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die dystopischen Merkmale und die Anwendung evolutionstheoretischer Konzepte in Marie Lus Roman "Legend".
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die Genredesignierung von Dystopien, die Funktion von Adoleszenzromanen und die ethischen Implikationen biologischer Selektion innerhalb totalitärer Systeme.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu klären, inwiefern sich dystopische Darstellungen im Roman "Legend" mit evolutionstheoretischen Elementen verknüpfen lassen und wie diese zur Machtausübung genutzt werden.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die literarische Texte mit theoretischen Ansätzen zur Dystopie und der Evolutionstheorie nach Motzkin verbindet.
Was wird im Hauptteil detailliert beleuchtet?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Begriffe Dystopie und Utopie, einen Vergleich mit George Orwells "1984" sowie die spezifische Analyse des "Großen Tests" und der Seuche als Instrumente der Republik.
Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?
Dystopie, Evolution, Selektion, totalitäres System, Legend, Genetik und Jugendliteratur.
Wie spielt die Evolutionstheorie konkret im Roman eine Rolle?
Die Regierung nutzt den "Großen Test", um genetisch überlegene Kinder zu selektieren und das "unwerte" Genmaterial durch eine künstlich herbeigeführte Seuche auszusortieren.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich des dystopischen Charakters von "Legend"?
Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass "Legend" eindeutig dystopische Züge aufweist, welche durch die bewusste Manipulation biologischer Prozesse (Evolution) noch verstärkt werden.
- Arbeit zitieren
- Mahsa Ghadamie (Autor:in), 2018, Der dystopische Jugendroman. Dystopische und evolutionstheoretische Aspekte in Marie Lus "Legend"-Reihe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/926164