Die Entwicklung der Liebesbeziehung in „David Tage Mona Nächte“ von Andreas Steinhöfel und Anja Tuckermann


Seminararbeit, 2007

16 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Briefroman
2.1 Eine kurze Definition
2.2 Die Probleme des Briefromans

3 Die Entstehung des Romans

4 Die Figuren
4.1 Mona
4.2 David

5 Die drei Phasen der Liebesgeschichte
5.1 Die erste Phase 18.07.1998 bis 07.08.1998
5.2 Analyse und Interpretation der ersten Phase
5.3 Die zweite Phase 07.08.1998 bis 26.08.1998
5.4 Analyse der zweiten Phase
5.5 Die dritte Phase 26.08.1998 bis 08.09.1998
5.6 Analyse und Interpretation der dritten Phase

6 Ludwigs Ansätze in „David Tage, Mona Nächte“

7 Fazit

8 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

In meiner Hausarbeit zum Proseminar “Jugend und Adoleszenzliteratur der Gegenwart” soll es um die Liebesbeziehung der jungen Protagonisten des Romans „David Tage Mona Nächte“ von Steinhöfel und Tuckermann gehen. Die Frage ist hierbei, wie bzw. auf welche Art und in welchen Schritten sich die Liebesbeziehung von David und Mona entwickelt.

Bei meiner Arbeit soll zunächst das Genre ´Briefroman´ kurz beleuchtet werden, um später die Relevanz formaler Einflüsse darstellen zu können. Darauf folgt eine Beschreibung der Entstehung des Romans. Danach soll die Geschichte selbst betrachtet werden. Nach einer Beschreibung der beiden Hauptfiguren und ihrer Lebenssituation werde ich auf die Liebesbeziehungen der beiden eingehen, wobei ich diese im Kontext des jeweiligen Teils der Geschichte beschreiben werde. Gegen Ende der Arbeit möchte ich klären, ob die Form des Briefromans das Thema der Geschichte trägt oder eher beschränkt. Darauf folgt das Fazit.

Da ich primär aus dem Roman direkt zitieren werde, werden nicht für jede Angabe aus dem Buch Fußnoten gesetzt. Dies hätte den Grossteil jeder Seite mit textbezogenen Fußnoten gefüllt. Ich habe jedoch an besonders wichtigen Stellen eine Fußnote gesetzt, um den Textbezug eindeutig zu belegen.

2 Der Briefroman

Im Folgenden möchte ich auf die spezielle Form des Briefromans zu sprechen kommen und die Probleme ansprechen, die diese Form des Schreibens aufwerfen könnte.

2.1 Eine kurze Definition

Als Briefroman versteht man einen aus fiktiven Briefen komponierten Roman, bei dem die Briefe einem oder mehreren Protagonisten zugeschrieben und oft von einem ebenfalls fiktiven Herausgeber eingeleitet werden[1]. Es gibt also keinen Erzähler, der das Geschehen schildert, da die Figuren selbst in ihren Briefen zu Wort kommen und somit zu Ich-Erzählern werden. Aus diesem Grund kann das Werk sehr viel authentischer auf den Leser wirken.

Der Briefroman „erfreute sich seit den 1740er Jahren einer großen Beliebtheit bei Autoren wie beim Publikum, und zwar europaweit. Richardson, Rousseau und Goethe legten mit Pamela und Clarissa, der Novelle Héloise und dem Werther die noch heute prominentesten Exemplare vor.[2]

Die verschiedenen Begebenheiten in Briefromanen erscheinen real als etwas wirklich Erlebtes. Der Text hat eine starke Ausrichtung auf das Innenleben der Schreibenden. Meistens werden Konflikte und Empfindungen thematisiert. Das erzähltheoretische Potential des Briefromans besteht deshalb in einer von der subjektiven Position eines Individuums gestalteten Beziehung zur Umwelt und zu anderen Personen, die durchaus den Charakter von Erwiderungen in einem Dialog annehmen und damit ein Kommunikationsschema entwickeln, das einem dramatischem Text ähneln kann[3]. Für den Leser wird das Geschehen dabei in einem Brief scheinbar unmittelbar übermittelt. Jeder einzelne Brief ist somit Selbstdarstellung des Schreibers[4].

2.2 Die Probleme des Briefromans

Nach Ludwig hat der Briefroman folgende formbedingte Probleme: Alles, was berichtet wird, ist nur mittelbar, weil die Personen es erlebt haben. Zusätzlich wird nur das berichtet, was den Figuren als erzählenswert erscheint. Es gibt danach keinen Erzähler, der eine übergeordnete Geschichte erzählt. Dies hat zwei Effekte: Es kann zum Einen eine sehr persönliche Atmosphäre geschaffen werden, die für sich selbst, ohne zusätzliche Beschreibungen steht, und es kann auf der anderen Seite nur und ausschließlich über das im Brief Geschriebene diskutiert werden. Was sich die Schreiber mitteilen, ist also „[…] Teil der Wirklichkeit, auf die es ankommt […]“[5].

Der Leser hat also zwei Perspektiven, einmal die Innensicht der Geschichte und einmal die Außensicht. Einmal eine an die Figur gebundene Realität und einmal eine distanzierte, weniger subjektive Perspektive, die auch die Figuren mit einbezieht.

Das zweite Problem nach Ludwig ist die Beschränkung der Stilformen, die der Briefroman mit sich bringt. Ludwig definiert dies allerdings nicht weiter.

Der Briefroman ist also stark individualisiert, zugleich kann er jedoch auch ein starkes Gefühl von Authentizität erzeugen, dies jedoch nur im Rahmen bestimmter Stilformen.

3 Die Entstehung des Romans

Das Buch „David Tage Mona Nächte“ erschien erstmals 1999 im Carlsen Verlag. Die vorliegende Ausgabe ist die des Jahres 2001.Verfasst wurde dieser Briefroman von Andreas Steinhöfel, der den Part des David schrieb und von Anja Tuckermann, die den Erzählteil der Mona übernahm. Die Autoren schreiben einander Briefe und erstellen so den Roman. Andreas Steinhöfel ist ein renommierter Kinder- und Jugendbuchautor, während es für die freie Autorin, Anja Tuckermann, das erste Buch im Carlsen Verlag war.

4 Die Figuren

Im nächsten Abschnitt meiner Arbeit möchte ich genauer auf die Protagonisten David und Mona eingehen. Was macht sie aus und in welcher Lebenssituation befinden sie sich? Im Folgenden sollen diese Fragen durch Beschreibung beider Figuren und ihrer Hintergründe und Lebensumstände beantwortet werden.

4.1 Mona

Monas 17. Geburtstag liegt innerhalb der Zeit, in der sie sich mit David schreibt. Sie ist also zu Beginn der Geschichte 16 Jahre alt. Sie hat eine dunklere Hautfarbe als David, es ist jedoch nicht klar, ob sie einer fremden Ethnie zuzuordnen ist. Sie lebt mit ihrer Mutter, ihrem Vater und ihren zwei Geschwistern, ihrem älteren Bruder Florian und ihrer jüngeren Schwester Nadja, zusammen in einer Wohnung in Berlin Kreuzberg. Mit ihrem Bruder versteht Mona sich nicht sehr gut. Er hilft nie im Haushalt und lacht Mona aus, wenn sie in Probleme gerät. Zu Nadja hat Mona ein besseres Verhältnis. Immer wenn die Eltern weg sind, kümmert sich Mona um sie. Sie will nicht, dass ihre kleine Schwester sich um sie sorgt. Deshalb ruft sie sie auch aus Paris an, um ihr zu sagen, dass alles in Ordnung ist und dass sie bald wieder nach Hause kommt.

Mona nennt ihren Vater nur den “Freund ihrer Mutter“, da er ihrer Meinung nach versäumt hat ein Vater zu sein und es somit auch nicht verdient so genannt zu werden. Er ließ und lässt die Familie oft allein, was auch zur Scheidung der Eltern führte, die dann allerdings wieder zueinander fanden. Mona versteht sich nicht mit ihrem Vater und fühlt sich ungeliebt. Manchmal verlässt auch Monas Mutter die Familie und lässt ihre Kinder allein zurück. Dann muss Mona sich um ihre Geschwister kümmern. Dieses Verhalten der Eltern hat bei Mona Spuren hinterlassen. Sie lebt immer mit der Angst, verlassen und enttäuscht zu werden und kommt deshalb zu dem Schluss: „Liebe muss schrecklich sein“[6].

[...]


[1] Vgl. http://de.encarta.msn.com/encyclopedia_721526301/Briefroman.html (08.12.07).

[2] Stiening, Gideon: Epistulare Subjektivität. Das Erzählsystem in Friedrich Hölderlins Briefroman Hyperion oder der Eremit in Griechenland. IN: Frühe Neuzeit. Hg. v. Achim Aumhammer, Klaus Garber et al. Tübingen. 2005. Bd. 105. S.5.

[3] Vgl Moravetz,Monika: Formen der Rezeptionslenkung im Briefroman des 18. Jahrhunderts. Richardsons 'Clarissa', Rousseaus 'Nouvelle Heloise' und Laclos' 'LiaisonsDangereuses'. Tübingen : Narr, 1990, S.25.

[4] Vgl. ebd., S.26.

[5] Ludwig, Hans-Werner (Hrsg.): Arbeitsbuch Romananalyse, Reihe: Literaturwissenschaft im Grundstudium 12, 5. Auflage, Tübingen, 1995, S.204.

[6] Steinhöfel, Andreas und Tuckermann, Anja: David Tage, Mona Nächte.2001, Carlsen Verlag: Hamburg, S.59 (Im Folgenden zitiert als „Steinhöfel Tuckermann“).

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Die Entwicklung der Liebesbeziehung in „David Tage Mona Nächte“ von Andreas Steinhöfel und Anja Tuckermann
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Germanistisches Institut)
Veranstaltung
Jugend- und Adoleszenzliteratur
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
16
Katalognummer
V92630
ISBN (eBook)
9783638065979
ISBN (Buch)
9783638952910
Dateigröße
476 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklung, Liebesbeziehung, Tage, Mona, Nächte“, Andreas, Steinhöfel, Anja, Tuckermann, Jugend-, Adoleszenzliteratur
Arbeit zitieren
Anne Nickel (Autor), 2007, Die Entwicklung der Liebesbeziehung in „David Tage Mona Nächte“ von Andreas Steinhöfel und Anja Tuckermann, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92630

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