Kulturelle Deutungsmuster - Theorie und Praxis


Projektarbeit, 2006

12 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Index

1. Einleitung

2. Kulturelle Deutungsmuster in Texten – Theorie
2.1. Kulturbegriff des Faches Deutsch als Fremdsprache
2.2. Text und Textverstehen
2.3. Kulturelle Deutungsmuster
2.4. Verfahren der Analyse

3. Kulturwissenschaftliche Textanalyse am Beispiel
3.1. Präsupponiertes Wissen auf der Handlungsebene
3.1.1. Situatives Kontextwissen
3.1.2. Textmusterwissen
3.2. Präsupponiertes Wissen auf der Inhaltsebene
3.2.1. Intertextualitätsmarkierungen
3.2.2. Kulturelle Schlüsselwörter
3.2.3. Bilder
3.3. Kulturelles Deutungsmuster

Bibliographie

1. Einleitung

Folgende Hausarbeit beschäftigt sich mit der kulturwissenschaftlichen Textanalyse von Claus Altmayer. Zunächst werden theoretische Grundlagen der Analyse dargelegt. Es gilt, Definitionen zu finden für Begriffe wie ‚Kultur’, ‚Text’ und ‚Textverstehen’. Ich werde des weiteren darauf eingehen, was man unter ‚Kulturellen Deutungsmustern’ versteht und wie deren Analyse abläuft.

Als Quellen dienen dabei Aufsätze von Claus Altmayer aus Zeitschriften sowie ein Buch aus den Jahren 1997 und 2004. Davon ausgehend werde ich im zweiten Teil anhand eines Beispieltextes die Analyse praktisch anwenden und dabei Diskussionsergebnisse aus dem dazugehörigen Seminar II „Projektseminar Landeskunde“ nutzen.

2. Kulturelle Deutungsmuster in Texten – Theorie

2.1. Kulturbegriff des Faches Deutsch als Fremdsprache

Der Begriff ‚Kultur’ hat viele Bedeutungsfacetten und es ist nicht immer einfach zufriedenstellende Definitionen zu finden. Altmayer versucht in seinem Aufsatz den Kulturbegriff im Bezug zu dem Fach Deutsch als Fremdsprache zu systematisieren. Oft genutzt wird eine Definition von Thomas (1993), der sagt, dass zentrale Merkmale von Kulturen die so genannten ‚Kulturstandards’ darstellen, „d.h. ‚alle Arten des Wahrnehmens, Denkens, Wertens und Handelns [...], die von der Mehrzahl der Mitglieder einer bestimmten Kultur für sich persönlich und andere als normal, selbstverständlich, typisch und verbindlich angesehen werden’.“[1] Nach dieser Definition wären „‚Kulturen‘ also mehr oder weniger klar abgegrenzte soziale Einheiten, die in der Regel national oder ethnisch definiert sind, deren Mitglieder bestimmte, ihnen selbst häufig nicht bewusste Gemeinsamkeiten im Verhalten oder in Denk- und Wahrnehmungsweisen zeigen und die nach außen, d.h. gegenüber den Mitgliedern anderer ‚Kulturen‘, sich vornehmlich durch Differenz auszeichnen.“[2] Außen vorgelassen wird dabei etwa die Globalisierung. Eine weitere Problematik die Altmayer hierbei sieht, ist das ‚Kulturstandards’ schnell zur Stereotypisierung und Klischeebildung neigen.[3] Passender ist da die Definition von dem Amerikanist Klaus P. Hansen (2000), der sich abwendet von einer homogenisierenden, nur auf den Nationalstaat bezogenen Definition, hin zu einem Verständnis von ‚Kultur‘ als kollektive Gewohnheiten oder Standardisierungen zwar festhält, diese Gewohnheiten oder Standardisierungen aber auf eine Vielzahl von teilweise in- und übereinander verschachtelten Kollektiven bezieht und zwischen einfachen Monokollektiven, etwas komplexeren Multikollektiven, den nationalstaatlich organisierten Superkollektiven und schließlich dem Globalkollektiv differenziert und auf jeder Ebene verschiedene kulturelle Identifikationsangebote unterscheidet, die den verschiedenen Kollektiven angehörigen Individuen für sich und ihre je individuelle Identitätskonstruktion verwenden“[4].

Eine weitere gute Definition bringt Clifford Geertz an (1995), der unter ‚Kultur’ ein ‚selbstgesponnenes Bedeutungsgewebe’ versteht, „in das Menschen als Mitglieder sozialer Gruppen "verstrickt" sind, und ihre Erforschung " ist daher keine experimentelle Wissenschaft, die nach Gesetzen sucht, sondern eine interpretierende, die nach Bedeutungen sucht". [...] Mit ‚Kultur‘ wären demnach vor allem diejenigen Bestände eines ‚lebensweltlichen‘, d.h. von uns als ‚normal‘, ‚selbstverständlich‘ und allgemein bekannt angenommenen Wissens gemeint, das wir in unseren alltäglichen Lebensvollzügen immer schon verwenden, auf das wir aber in aller Regel erst dann reflektieren, wenn es [...] in Frage gestellt ist. Kultur [...] ist geteiltes Wissen“[5].

2.2. Text und Textverstehen

Den Text, im engeren Sinn, als sprachliche Äußerungen zu sehen, ist für die kulturelle Textanalyse eine zu starke Einschränkung. Zwar ist alles Text, was im sprachlichen und nichtsprachlichen Symbolsystem existiert, dennoch muss hier eine genauer Definition von Nöten sein. Altmayer grenzt den ‚Text’ auf „auf Formen der öffentlichen und medial vermittelten Kommunikation“ ein. „Unter ‚Texten‘ sollen hier also alle Formen der Kommunikation angesehen werden, die entweder mit Hilfe der herkömmlichen Drucktechnik oder auf elektronischem Weg (analog oder digital) gespeichert sind und die in herkömmlichen Printmedien (Zeitungen, Zeitschriften, Bücher usw.) oder in neuen elektronischen Medien (Rundfunk, Fernsehen, Video, CD, Internet usw.) öffentlich zirkulieren. Zu ‚Texten‘ in diesem Sinn gehören demnach traditionelle und rein sprachlich verfasste Zeitungstexte oder literarischen Texte ebenso wie etwa Werbeanzeigen, Plakate, Karikaturen oder Lieder, die neben der Sprache auch andere Symbolsysteme wie Musik und/oder Bilder verwenden.“ Ausgenommen sind demzufolge private Texte, wie etwa Briefe und die private Alltagskommunikation[6].

[...]


[1] Altmayer, Claus. Kulturelle Deutungsmuster in Texten. Prinzipien und Verfahren einer kulturwissenschaftlichen Textanalyse im Fach Deutsch als Fremdsprache. In: Zeitschrift für interkulturellen Fremdsprachenunterricht 6/3, 2002. <http://www.spz.tudarmstadt.de/projekt_ejournal/jg-06-3/beitrag/deutungsmuster.htm>

[2] Altmayer, Claus. 2002. <http://www.spz.tudarmstadt.de/projekt_ejournal/jg-06-3/beitrag/deutungsmuster.htm>

[3] Vgl.: Altmayer, Claus. 2002. <http://www.spz.tudarmstadt.de/projekt_ejournal/jg-06-3/beitrag/deutungsmuster.htm>

[4] Altmayer, Claus. 2002. <http://www.spz.tudarmstadt.de/projekt_ejournal/jg-06-3/beitrag/deutungsmuster.htm>

[5] Altmayer, Claus. 2002. <http://www.spz.tudarmstadt.de/projekt_ejournal/jg-06-3/beitrag/deutungsmuster.htm>

[6] Vgl.: Altmayer, Claus. 2002. <http://www.spz.tudarmstadt.de/projekt_ejournal/jg-06-3/beitrag/deutungsmuster.htm>

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Kulturelle Deutungsmuster - Theorie und Praxis
Hochschule
Technische Universität Dresden
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
12
Katalognummer
V92691
ISBN (eBook)
9783638062473
Dateigröße
473 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kulturelle, Deutungsmuster, Theorie, Praxis
Arbeit zitieren
Antje Schöne (Autor), 2006, Kulturelle Deutungsmuster - Theorie und Praxis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92691

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