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Hugo von Hofmannsthals Auseinandersetzung mit dem Ästhetizismus in den 90er Jahren

Title: Hugo von Hofmannsthals Auseinandersetzung mit dem Ästhetizismus in den 90er Jahren

Thesis (M.A.) , 2007 , 88 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Jana Beutel (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Hugo von Hofmannsthal gehört zu den bekanntesten österreichischen Schriftstellern der Wiener Moderne. Sein Frühwerk, das er in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts verfasste, zeichnet sich durch eine intensive Auseinandersetzung mit dem neu aufkommenden literarischen Ästhetizismus und dem damit verbundenen Ästhetentum aus. Das Signifikante an seinem Schaffen ist dabei die Tatsache, dass er trotz seines literarischen Wirkens auf diesem Gebiet auch Kritik daran übt. Hugo von Hofmannsthal hinterfragt das ästhetische Leben wie kaum ein anderer Dichter seiner Epoche.
In dieser Untersuchung wird die Theorie des Ästhetizismus näher beleuchtet. Dabei steht die Darstellung und Bewertung des Ästhetentums durch die verschiedenen Protagonisten in Hugo von Hofmannsthals Frühwerk und die Diskussion seiner theoretischen Schriften im Mittelpunkt.
Bemerkenswert ist dabei, die Ambivalenz, die sich in seinem ästhetizistischen Diskurs offenbart. Hugo von Hofmannsthal schätzt die Neuerungen, die sich in der Literaturlandschaft zeigen, aber er sieht auch die Gefahren, die sich hinter dem Ästhetizismus verbergen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wien am Ende des 19. Jahrhunderts

2.1. Tendenzen im Fin de siècle

2.2. Hugo von Hofmannsthal und das literarische Leben in Wien

3. Hugo von Hofmannsthal und der Ästhetizismus

3.1. Die Vorbilder Hugo von Hofmannsthals: Oscar Wilde und die französischen Symbolisten

3.2. Das Ästhetizismusverständnis Hugo von Hofmannsthals

4. Die Rose und der Schreibtisch – Die Gegenüberstellung von Kunst und Natur

5. Die Aufsätze

5.1. Die D’Annunzio-Essays

5.1.1. Gabriele D’Annunzio (I)

5.1.2. Gabriele D’Annunzio (II)

5.1.3. Der neue Roman von D’Annunzio, Le Vergini delle Rocce

5.2. Algernon Charles Swinburne

5.3. Walter Pater

6. Die Erzählungen

6.1. Gerechtigkeit – Die zweite Chance eines Ästheten

6.2. Das Märchen der 672. Nacht

6.2.1. Das ästhetische Leben des jungen Kaufmannssohns

6.2.2. Die Gegenüberstellung von Stadt und Land

6.2.3. Der Garten und das Gewächshaus

7. Lyrik – Mein Garten

8. Die lyrischen Dramen

8.1. Gestern

8.1.1. Andreas Verhältnis zu Gegenwart und Vergangenheit

8.1.2. Die Konfrontation mit der Vergangenheit – Die Widerlegung der Überzeugungen Andreas

8.1.3. Der Ästhet Andrea

8.2. Der Tod des Tizian

8.2.1. Die Darstellung Tizians und seiner Schüler – Künstler und Dilettant

8.2.2. Garten und Stadt in der Wahrnehmung der Schüler Tizians

8.3. Der Tor und der Tod

8.3.1. Claudio und sein ästhetisches Leben

8.3.2. Die Darstellung des Todes

8.3.3. Die Bedeutung des Sterbens Claudios

9. Ein Brief

9.1. Ursachen und Merkmale der Krise

9.2. Der Ästhet Lord Chandos

10. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Untersuchung analysiert Hugo von Hofmannsthals Frühwerk im Hinblick auf dessen kritische Auseinandersetzung mit dem Ästhetizismus. Dabei wird die Ambivalenz beleuchtet, mit der der Autor sowohl die ästhetische Lebensform als auch deren zugrundeliegende Problematik und drohendes Scheitern an der Realität darstellt.

  • Differenzierung zwischen Ästhetizismus als literarischer Strömung und Ästhetentum als Lebensform
  • Untersuchung der Bedeutung von künstlerischen Vorbildern wie Oscar Wilde und französischen Symbolisten
  • Analyse von Hofmannsthals Kritik an der "Lebensferne" und Sprachkrise ästhetischer Protagonisten
  • Gegenüberstellung von Kunst und Natur in Hofmannsthals Prosa und Dramatik
  • Rolle der Wiener Moderne und der Schriftsteller des "Jungen Wien" für Hofmannsthals künstlerische Entwicklung

Auszug aus dem Buch

3.2. Das Ästhetizismusverständnis Hugo von Hofmannsthals

Das Verhältnis Hugo von Hofmannsthals zum Ästhetizismus birgt einige Ambivalenzen, denn wie Corinna Jäger-Trees bemerkt, gibt er sich dieser Stilrichtung „[...] aber nicht hin und macht sie nicht zum Hauptgegenstand seiner Dichtung wie Wilde, Baudelaire und andere, sondern begreift sie als ein Zwischenstadium, das es letztlich zu überwinden gilt.“ Wie in diesem Zitat wird der Ästhetizismus bei Hugo von Hofmannsthal oft als eine weniger künstlerische Strömung angesehen, die es unbedingt zu überwinden gilt. Er wir oft negativ konnotiert. Doch Hofmannsthals Jugendwerk ist trotzdem durchaus repräsentativ für sein damaliges Umfeld in der Wiener Moderne und ein Ausdruck des zeitgenössischen Geistes. Der Dichter war jemand, der sich in höchstem Maße für Literatur und ihr Handwerk interessierte, da ist es natürlich nur verständlich, dass er sich auch an den neuesten Strömungen ausprobierte. Der Ästhetizismus ist, wie wahrscheinlich jede andere Literaturströmung in seinem Repertoire limitiert, und doch war es für den jungen Hugo von Hofmannsthal mehr als nur die notwendige Überwindung eines Übels. Es reizte ihn wohl eher die praktische Arbeit an etwas Neuem, im deutschsprachigen Raum vorher nicht Existentem.

„Aus der geistigen und psychischen dekadenten [und ästhetischen] Lebenshaltung ergeben sich zwei Möglichkeiten der künstlerischen Gestaltung: entweder man stellt sie mit ihren Folgeerscheinungen dar, d.h. die Sehnsucht nach dem Leben und die Angst vor der Lebensversäumnis, oder man kreiert eine traumhafte, phantastische Ersatzwelt. Erstere Gestaltungsweise bedingt eine kritische Haltung des Künstlers gegenüber der dekadenten Lebenshaltung, während letztere aus der Hingabe an dieselbe ihre gestalterischen Kräfte schöpft.“ Hugo von Hofmannsthal ist den Ästhetizismus von dem ersten Aspekt, also der analytischen Seite angegangen. Er hat sich in seinem privaten Sein dem ästhetischen Leben nicht in so hohem Maße verschrieben, dass ihm sein Urteilsvermögen abhanden hätte kommen können. Seine Werke verraten eine kritische Distanz, die immer gewahrt blieb.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in Hofmannsthals Frühwerk und die kritische Distanz zum Ästhetizismus.

2. Wien am Ende des 19. Jahrhunderts: Beleuchtung des kulturellen und politischen Kontexts der Wiener Moderne sowie der Rolle des "Jungen Wien".

3. Hugo von Hofmannsthal und der Ästhetizismus: Analyse der Vorbildwirkung von Wilde und französischen Symbolisten sowie Hofmannsthals ambivalentem Verständnis.

4. Die Rose und der Schreibtisch – Die Gegenüberstellung von Kunst und Natur: Analyse der Prosaskizze hinsichtlich der Konkurrenz von Künstlichkeit und Natürlichkeit.

5. Die Aufsätze: Untersuchung der Wandlung von Hofmannsthals Meinung über D'Annunzio sowie Würdigung von Swinburne und Pater.

6. Die Erzählungen: Analyse von "Gerechtigkeit" und "Das Märchen der 672. Nacht" als Paradebeispiele für die Kritik am Ästhetentum.

7. Lyrik – Mein Garten: Untersuchung des Gedichts als Ausdruck des ästhetischen Isolationismus.

8. Die lyrischen Dramen: Untersuchung von "Gestern", "Der Tod des Tizian" und "Der Tor und der Tod" auf ihren Umgang mit der ästhetischen Lebensweise.

9. Ein Brief: Analyse der Sprachkrise von Lord Chandos als Symptom einer ästhetizistischen Sackgasse.

10. Fazit: Zusammenfassende Bewertung von Hofmannsthals kritischer Haltung und der Entwicklung seiner Protagonisten.

Schlüsselwörter

Hugo von Hofmannsthal, Wiener Moderne, Ästhetizismus, Fin de siècle, Junge Wien, Ästhetentum, Literaturkritik, Lebensferne, Sprachkrise, Dekadenz, Identität, Kunstverständnis, Subjektivität, Mimesis, Dandy

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Frühwerk von Hugo von Hofmannsthal und beleuchtet dessen kritische, ambivalente Auseinandersetzung mit dem Ästhetizismus des ausgehenden 19. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Konkurrenz von Kunst und Natur, die Rolle des Künstlers als Dilettant, die Sprachkrise sowie die soziale Isolation ästhetischer Lebensentwürfe.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Hofmannsthal den Ästhetizismus nicht nur ausübte, sondern in seinen Werken zunehmend distanziert und kritisch hinterfragte, um die Gefahr der Lebensentfremdung aufzudecken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wählt eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die sowohl theoretische Grundlagen als auch eine detaillierte Werkinterpretation einschließt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Essays, Erzählungen und Dramen (wie "Der Tor und der Tod" oder "Das Märchen der 672. Nacht") sowie die abschließende Untersuchung des "Chandos-Briefs".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Wiener Moderne, Ästhetizismus, Lebensferne, Sprachkrise, Dekadenz und die Unterscheidung von Künstler und Dilettant.

Wie bewertet Hofmannsthal Gabriele D'Annunzio?

Die Bewertung wandelt sich: Anfangs bewundert er D'Annunzio als Mitstreiter für die Erneuerung der Literatur, doch später übt er harsche Kritik an dessen Lebensferne und mangelndem Realitätsbezug.

Was bedeutet die "Anempfindung" bei Hofmannsthal?

Der Begriff beschreibt das Suchen des Ästheten nach fremden Gefühlen und Erfahrungen, um die eigene Leere zu füllen, ohne selbst schöpferisch aktiv im wirklichen Leben zu werden.

Warum ist der Tod ein zentrales Motiv bei Hofmannsthal?

Der Tod dient oft als Zäsur oder notwendige Instanz, die den Ästheten aus seiner künstlichen Scheinwelt reißt und ihn mit der Realität oder der eigenen Sinnlosigkeit konfrontiert.

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Details

Title
Hugo von Hofmannsthals Auseinandersetzung mit dem Ästhetizismus in den 90er Jahren
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"
Grade
1,7
Author
Jana Beutel (Author)
Publication Year
2007
Pages
88
Catalog Number
V92725
ISBN (eBook)
9783638054867
ISBN (Book)
9783638946490
Language
German
Tags
Hugo Hofmannsthals Auseinandersetzung Jahren
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jana Beutel (Author), 2007, Hugo von Hofmannsthals Auseinandersetzung mit dem Ästhetizismus in den 90er Jahren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92725
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