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Die Leipziger Pleißenburg

Title: Die Leipziger Pleißenburg

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 73 Pages

Autor:in: Janet Neßmann (Author)

Art - Architecture / History of Construction
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Summary Excerpt Details

Als im Jahr 1992 am Burgplatz Ausschachtungsarbeiten für das
Bauwenshaus begannen, ahnte vermutlich niemand mit dem reichen
Fundus, der sich drei Jahre später offenbaren würde. Das Interesse an
einem zunächst freigelegten Teil der stadtzugewandten Pleißenburgmauer
und an einzelnen Steinfunden war verschwindend gering. Es reichte
jedoch aus, um das Fortsetzen der Bauarbeiten zu verhindern. Das
Sächsische Landesamt für Archäologie konnte sich soweit stark machen,
dass im Sommer 1995 auf dem einstigen Areal der Pleißenburg
umfangreiche Ausgrabungen beginnen konnten. In diversen Bauphasen
und in zunächst drei Bauabschnitten1 konnten auf einer Fläche von
insgesamt 4.000 qm umfangreiche Mauerreste und Burggrabenverläufe
der ersten deutschen Befestigungsanlage freigelegt und nachgewiesen
werden. (Abb. 1-2)
Die Entstehungsgeschichte dieser „allein nach den Regeln der
Kriegskunst angelegt[en]“3 Zitadelle gilt es in jener vorgelegten Hausarbeit
darzulegen. Dabei macht die Geschichte Leipzigs und seiner
Befestigungsanlagen ein wichtiges Pflasterstück des Weges aus, der bis
zum Bau der 1897/1898 abgebrochenen Pleißenburg zurückgelegt wurde.
Auch europäische Verwandte, die sowohl den Entwurf als auch den Bau
der Leipziger Festung beeinflussten, werden eine Rolle spielen.
Doch nicht nur der Prozess bis zum Baubeginn, sondern auch und vor
allem die Baugeschichte und die im Laufe ihres Bestehens von ihrer
eigentlichen Funktion abweichenden Nutzungen der unter der Bauleitung
Hieronymus Lotters errichteten Wehranlage sollen einen gewichtigen Part
innerhalb meiner Betrachtungen bilden. Aufgrund der begrenzten
Kapazität für dieses umfangreiche Thema wird der Aspekt der
ausführlichen und detaillierten Architekturbeschreibung jedoch keine
Berücksichtigung finden können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Leipzig und seine Burgen

3. Die Pleißenburg zu Leipzig

3.1 Die Planung beginnt

3.2 Inspirationsquellen aus Europa

3.3 Die architektonische Umsetzung

3.4 Die Fremdnutzung der Pleißenburg nach dem verlorenen Festungsstatus und ihr allmählicher Bedeutungsverlust

4. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die bauliche Entstehungsgeschichte, die strategische Bedeutung sowie die spätere Umnutzung der Leipziger Pleißenburg vom 16. Jahrhundert bis zu ihrem Abbruch im späten 19. Jahrhundert. Im Fokus steht dabei die Einordnung der Festung in den militärtechnischen Kontext der Zeit sowie der Einfluss europäischer Vorbilder auf ihre architektonische Konzeption.

  • Die historische Entwicklung der Leipziger Befestigungsanlagen.
  • Die Rolle der Pleißenburg als militärisches Bollwerk und fürstliche Residenz.
  • Einflüsse italienischer und niederländischer Festungsbaukunst.
  • Die Bauleitung unter Hieronymus Lotter und die architektonische Gestaltung.
  • Die Transformation der Festung zu akademischen und bürgerlichen Zwecken nach dem Bedeutungsverlust.

Auszug aus dem Buch

Die architektonische Umsetzung

Nachdem die planerische Grundlage der „erste[n] Befestigungsanlage in Deutschland“ durch Caspar Vogt von Wierandt geschaffen und diese der Weiterbearbeitung durch „den Oberzeug- und Baumeister Ernst von Miltitz, den Leipziger Oberbürgermeister Hans von Dieskau und den ansässigen Ratsmaurer, Steinmetzen und Obermeister Paul Speck“ unterzogen war, beauftragte Herzog Moritz im Jahr 1549 Hieronymus Lotter mit der Bauleitung. Ein dazu von Lotter eigenhändig gefertigter Bericht aus dem Jahr 1573, der sich im Turmknopf des Alten Rathauses befindet, beinhaltet Folgendes:

„Es hat mich Churfürst Moritz die Zeit seiner Regierung tzw einem Baumeister alhie tzw Leipzigk über das Schloß Pleissenburg gemacht, Do hab ich mit meiner aigenen Hand als sein verordneter Baumeister, den ersten Stein in Gründen gelegt, und das ohn einigen Beystandt, außerhalb der Wergkleut, gar auferbauet. [...]“

Wie bereits erwähnt, stand ihm Caspar Vogt von Wierandt als Militärarchitekt zur Seite. Nach dem Abstecken des Grundrisses anno 1553 konnte der Bau jedoch nur unter einer Voraussetzung vollzogen werden. Aufgrund des Mangels an Baumaterial, wurde das in der Nähe gelegene Benediktiner Nonnenkloster Sankt Georg abgetragen und die so gewonnenen Steine für den Bau der Pleißenburg genutzt. Zu diesem Zweck mussten sich ebenfalls 1546 die Katharinenkirche und der Chor der Paulinerkirche ihrem Schicksal fügen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die archäologischen Funde am Burgplatz und skizziert das Ziel der Arbeit, die Entstehungs- und Baugeschichte der Pleißenburg darzulegen.

2. Leipzig und seine Burgen: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Ausgangslage Leipzigs und die Entwicklung seiner frühen Befestigungsanlagen, die für das Verständnis der späteren Pleißenburg essentiell sind.

3. Die Pleißenburg zu Leipzig: Das Hauptkapitel widmet sich der konkreten Planung, den europäischen Einflüssen auf die Festungsarchitektur, der baulichen Umsetzung unter Hieronymus Lotter und der späteren Nutzungsgeschichte.

4. Resümee: Das Schlusskapitel fasst die Bedeutung der Pleißenburg als erste nach den Regeln der Kriegskunst erbaute Befestigungsanlage Deutschlands zusammen und würdigt ihr bleibendes historisches Erbe.

Schlüsselwörter

Pleißenburg, Leipzig, Hieronymus Lotter, Festungsbau, Burgplatz, Wehrarchitektur, Stadtbefestigung, Residenzstadt, Renaissance, Schlossbastei, Festungsdreieck, Militärgeschichte, Kurfürst Moritz, Denkmalpflege, Stadtentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Geschichte der Leipziger Pleißenburg, von ihren militärischen Ursprüngen als Festung im 16. Jahrhundert bis hin zu ihrer Umnutzung und dem späteren Abbruch.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Baugeschichte, der architektonischen Konzeption, dem militärhistorischen Kontext sowie der zivilen und akademischen Fremdnutzung der Anlage.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Entstehung der Pleißenburg als bedeutende Wehranlage unter Kurfürst Moritz darzulegen und den Prozess ihres allmählichen Bedeutungsverlustes nachzuvollziehen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung historischer Quellen, Chroniken, zeitgenössischer Berichte und archäologischer Forschungsberichte.

Was umfasst der inhaltliche Hauptteil der Hausarbeit?

Der Hauptteil behandelt die Planungsphasen, den Einfluss europäischer Zitadellen, die bauliche Umsetzung unter Hieronymus Lotter sowie die geschichtliche Entwicklung bis zum Ende des 19. Jahrhunderts.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Pleißenburg, Festungsbau, Wehrarchitektur, Historische Stadtentwicklung Leipzigs und Hieronymus Lotter.

Warum wurde das Benediktinerkloster abgetragen?

Aufgrund eines akuten Mangels an Baumaterial für den Bau der Pleißenburg wurde das in der Nähe gelegene Kloster Sankt Georg abgetragen, um die benötigten Steine zu gewinnen.

Welche Bedeutung hatte das Festungsdreieck?

Das geometrische Prinzip des Festungsdreiecks war Ausdruck der modernen militärtechnischen Erkenntnisse Europas und prägte die strategische Anordnung der Pleißenburg als eigenständiger Verteidigungspunkt.

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Details

Title
Die Leipziger Pleißenburg
College
University of Leipzig  (Institut für Kunstgeschichte)
Course
Residenzstadt- Handelsstadt: Die bauliche Entwicklung von Dresden und Leipzig vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Author
Janet Neßmann (Author)
Publication Year
2006
Pages
73
Catalog Number
V92784
ISBN (eBook)
9783638067058
Language
German
Tags
Leipziger Pleißenburg Residenzstadt- Handelsstadt Entwicklung Dresden Leipzig Mittelalter Ende Jahrhunderts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janet Neßmann (Author), 2006, Die Leipziger Pleißenburg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92784
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