In der vorliegenden Arbeit wurde ein Quartier innerhalb der historischen Altstadt der Hansestadt Stralsund
untersucht, welches seit 1944 als ungenutzte Brachfläche existiert. Die Arbeit gliedert sich in einen theoretischen
Teil, welcher sich auf die Erforschung der historischen Bebauung bezieht sowie in einen planerischen Teil, in dem
ich versuchte ein Nutzungskonzept für dieses innerstädtische Areal, in Form eines dem Charakter der Altstadt entsprechenden Gebäudeensembles zu entwickeln.Diese Auswertung erfolgte durch ausgiebige Akten-Recherche
im Stralsunder Stadtarchiv und Bauamt. Dabei wurde nicht nur auf größere Veränderungsmaßnahen der Gebäude eingegangen. Es wurden auch kleinere Um- und Ausbaumaßnahmen mit berücksichtigt um eine möglichst
lückenlose und nachvollziehbare Abfolge der baulichen Veränderungen wiedergeben zu können. Dabei wurden auch Korrespondenzen zwischen den Eigentümern und den zuständigen Ämtern zur Erforschung herangezogen.
Diese wurden zum Teil auch übersetzt um den Inhalt der Schriften dem Leser näher zu bringen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Stadtgeschichtliche und städtebauliche Quartiersuntersuchung
2.1 Die Stadtgeschichte der Hansestadt Stralsund
2.1.1 Frühgeschichte
2.1.2 Die Zeit der Hanse
2.1.3 Die Schwedenzeit
2.1.4 Die Preußenzeit
2.1.5 Der Nationalsozialismus
2.1.6 Stralsund nach dem Krieg und heute
2.2 Zur Vorgeschichte des Grundstücks (historische Quartiersbeschreibung)
2.2.1 Die Lage in der Stadt
2.2.2 Die Parzellierung
2.2.3 Straßenbezeichnungen
2.2.4 Die ursprüngliche Haustypologie
2.2.5 Eigentümerfolge und Bauphasen
2.2.6 Städtebauliche Bewertung
2.2.7 Denkmalpflegerische Bewertung
2.3 Vorangegangene Untersuchungen
2.3.1 Archäologische Grabungen
2.3.2 Baugrundgutachten
2.4 Ziele der geplanten Neubebauung und städtische Vorgaben
2.4.1 Stellungnahme zur Bebauung des Landesamts für Bodendenkmalpflege
2.4.2 Stadtbildplanung der Hansestadt Stralsund
2.4.3 Parameter der LEG
2.4.4 Zusammenfassung
3. Nutzungskonzept in Varianten (Variantendiskussion)
3.1 Vorüberlegungen
3.2 Vorentwürfe
3.2.1 Variante 1
3.2.2 Variante 2
3.2.3 Variante 3
3.3 Gegenüberstellung der Varianten
3.4 Vorzugsvariante
4. Entwurfs- und Genehmigungsplanung für die Vorzugsvariante
4.1 Erläuterung und Begründung
4.2 Baubeschreibung Haus 5
4.3 Bauphysikalische Untersuchung ausgewählter Bauteile
4.3.1 Fassade West
4.3.2 Deckenauskragung Erdgeschoss
4.3.3 Terrasse Dachgeschoss
4.3.4 Dach
5. Ausführungsplanung - Detailplanung für ein Gebäude
6. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Masterarbeit entwickelt ein Nutzungs- und Gestaltungskonzept für eine seit 1944 unbebaute Brachfläche in der Stralsunder Altstadt, um das zerstörte Stadtbild durch ein modernes, den städtebaulichen Vorgaben entsprechendes Gebäudeensemble wieder zu vervollständigen.
- Historische Stadt- und Quartiersanalyse von Stralsund
- Untersuchung der ursprünglichen Parzellen- und Haustypologie
- Variantendiskussion zur städtebaulichen Einpassung eines Neubaus
- Entwurfs- und Genehmigungsplanung für eine Vorzugsvariante
- Bauphysikalische Untersuchungen für moderne Bauteile
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Frühgeschichte
Für die Entstehung Stralsunds waren verschiedene, begünstigende Faktoren ausschlaggebend. Einen entscheidenden Einfluss hatte dabei die Lage der entstehenden Stadt am Strelasund. Von dort aus gehend bot sich in westlicher und östlicher Richtung ein Zugang zur offenen See. Der entstehenden Stadt war eine kleine Insel - »Strale« oder »Strela« - vorgelagert, die später Dänholm genannt werden sollte. Sie schuf einen natürlichen Hafen an welchem schon im 12. Jahrhundert Dänische Schiffe anlegten.
Zu dem liess sich der Ort, an dem die Stadt entstehen sollte, von der Landseite her gut gegen Angriffe verteidigen. Das umgebende Sumpf- und Teichgelände bot dabei eine gut geschützte Lage. Da sich hier außerdem alte Handelsstraßen kreuzten war dieser Platz hervorragend zur Besiedelung geeignet. Auch die Nähe zu sehr ertragreichen Heringsfanggründen in den Gewässern um Rügen ist wohl der Grund für die frühe Besiedlung.
Natürlich lassen sich die Anfänge der Stadt nicht genau rekonstruieren. Dennoch existierte bereits vor der späteren Stadtgründung ein slawisches Fährdorf. Vermutlich trug es den Namen Stralow. Wie lange diese Ansiedlung am Strelasund schon bestand und wo genau sich diese befand, ist nicht mehr nachvollziehbar. Wahrscheinlich lag sie auf einer südöstlichen Halbinsel der ursprünglichen Altstadtinsel im Bereich der unteren Langen- und Heiligeiststraße. Archäologische Befunde für eine derartige Siedlung stehen bisher aber noch aus.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung beschreibt das Ziel der Arbeit, eine theoretische und planerische Quartiersuntersuchung in Stralsund zur Gestaltung einer Brachfläche durchzuführen.
2. Stadtgeschichtliche und städtebauliche Quartiersuntersuchung: Dieses Kapitel bietet eine umfassende Analyse der historischen Entwicklung Stralsunds sowie der spezifischen Grundstücksvorgeschichte unter Berücksichtigung von Parzellierung und Haustypologien.
3. Nutzungskonzept in Varianten (Variantendiskussion): Hier werden verschiedene Entwurfsvarianten für den Neubau diskutiert und hinsichtlich ihrer städtebaulichen Einpassung in das historische Umfeld bewertet.
4. Entwurfs- und Genehmigungsplanung für die Vorzugsvariante: Dieses Kapitel vertieft die gewählte Vorzugsvariante durch detaillierte Baubeschreibungen und bauphysikalische Analysen der Bauteile.
5. Ausführungsplanung - Detailplanung für ein Gebäude: Dieser Abschnitt behandelt die zeichnerische Ausführungsplanung für eines der geplanten Gebäude des Ensembles.
6. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die erarbeiteten theoretischen Erkenntnisse und die planerische Umsetzung des Entwurfs für das Quartier.
Schlüsselwörter
Stralsund, Altstadt, Quartiersuntersuchung, Städtebau, Parzellierung, Baulückenschließung, Denkmalpflege, Hansestadt, Baugeschichte, Fassadengestaltung, Gebäudekonzept, Baugrund, Baudynamik, Bauphysik, Sanierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit?
Die Arbeit untersucht ein innerstädtisches Gebiet in der Stralsunder Altstadt, das seit 1944 als Brachfläche existiert, und entwirft ein Konzept für eine moderne, städtebaulich angepasste Neubebauung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die historische Stadtgeschichte, die Analyse der ursprünglichen Grundstücksstrukturen sowie die Entwicklung eines baulichen Nutzungskonzepts, das moderne Anforderungen mit denkmalpflegerischen Vorgaben vereint.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor mit dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, das durch Baulücken gestörte Stadtraumgefüge in der Stralsunder Altstadt durch ein neues Gebäudeensemble wieder zu schließen und die städtebauliche Qualität des Viertels wiederherzustellen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Der Autor nutzt Literaturrecherche, Archivarbeit zur Aufarbeitung der Grundstücks- und Eigentümerfolge, städtebauliche Analysen sowie bautechnische und bauphysikalische Berechnungen zur Vorplanung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Quartiersgeschichte, die Variantenplanung für die neuen Baukörper sowie die Entwurfs- und Genehmigungsplanung inklusive der bauphysikalischen Nachweise.
Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Stralsunder Altstadt, städtebauliche Quartiersuntersuchung, Parzellenstruktur, Denkmalpflege und modernes Bauen im historischen Kontext.
Welche Rolle spielen die historischen Parzellen für das Projekt?
Die historischen Parzellengrenzen dienen als maßgebliche Orientierung für die Grundrissstruktur der Neubauten, um den historischen Kontext des Stadtgrundrisses zu respektieren.
Wie geht der Autor mit der bauphysikalischen Anforderung um?
Es wurden spezifische Untersuchungen für Fassaden- und Deckenbauteile durchgeführt, um sicherzustellen, dass die modernen Konstruktionen den geltenden Anforderungen an Wärme- und Feuchteschutz nach DIN-Normen entsprechen.
Warum wird für die Neubebauung ein Parklift vorgeschlagen?
Der Parklift dient als platzsparende Lösung, um die geforderte Stellplatzanzahl auf der begrenzten Fläche des Grundstücks zu realisieren, ohne das Stadtbild durch großflächige oberirdische Parkplätze zu stören.
Wie ist die Entscheidung zur Fassadengestaltung begründet?
Es wurde ein Kompromiss gewählt, der im Erdgeschoss verputzte Flächen vorsieht und in den Obergeschossen eine vorgehängte, hinterlüftete Fassade nutzt, um sowohl die historische Ziegelästhetik zu interpretieren als auch aktuelle bauphysikalische Standards zu erfüllen.
- Quote paper
- Swen Krause (Author), 2006, Nutzungs- und Gestaltungskonzeption für eine Lückenschließung in der Stralsunder Altstadt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92805