China ist in vielen Bereichen „ein Drache auf dem Sprung“. Nach den marktwirtschaftlich orientierten Reformen Deng Xiaopings setzte ein enormes wirtschaftliches Wachstum ein. Viele sehen heute in dem Land eine echte Konkurrenz im Kampf um Märkte, günstige Produkte und zukünftigen Wohlstand. In China selbst nimmt der Wohlstand des Einzelnen in breiten Bevölkerungsschichten zu. Nie zuvor wurden so viele Menschen aus absoluter Armut befreit und nie zuvor konnte so viel konsumiert werden.
Die Kehrseite dieses Wirtschaftsaufschwungs ist ein immenser Rohstoffverbrauch. Die Massenproduktion billiger Güter ist nur durch eine rücksichtslose Ausbeutung der natürlichen Ressourcen machbar. Die Investition in Umweltschutzmaßnahmen unterbleibt fast regelmäßig. Sichtbarste Zeichen der Zerstörung sind die Luftverschmutzung, der Landverbrauch und die Verunreinigung der Gewässer.
Welche Bereiche besonders zur Verschmutzung beitragen und wie sich die Umweltzerstörung in China und weltweit auswirkt soll im Folgenden dargestellt werden.
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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlegende Ursachen der Ressourcenübernutzung
3 Die vier Hauptbereiche der Umweltzerstörung
3.1 Industrie
3.2 Städte und Verkehr
3.3 Energieerzeugung
3.4 Landwirtschaft
4 Kosten der Umweltzerstörung
4.1 Allgemeinkosten
4.2 Individualkosten
5 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert den massiven wirtschaftlichen Aufschwung Chinas und dessen tiefgreifende ökologische Auswirkungen. Ziel ist es, die strukturellen Ursachen der Ressourcenübernutzung aufzuzeigen, die zentralen Sektoren der Umweltzerstörung zu identifizieren und sowohl die globalen Kosten als auch die direkten Folgen für die chinesische Bevölkerung zu bewerten.
- Die ökonomischen Reformen und ihre Rolle bei der Ressourcenübernutzung.
- Die ökologische Belastung durch Industrie, Städtebau und Energieerzeugung.
- Die Auswirkungen der landwirtschaftlichen Praxis auf Boden und Gewässer.
- Die Externalisierung von Umweltkosten und deren Auswirkungen auf die Allgemeinheit.
- Die direkten gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen für die Bevölkerung in China.
Auszug aus dem Buch
3.1 Industrie
Wie einem Artikel des Magazins Der Spiegel (22/2005) zu entnehmen ist, trägt die Industrie rund 20 % zur Wirtschaftsleistung Chinas bei. Die Industrieproduktion stieg seit 1990 jährlich zwischen 10 und 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr wobei das Ziel der Staatsführung eine Vervierfachung der Wirtschaftsleistung innerhalb der nächsten 20 Jahre ist. Das traditionelle Rückgrat der Industrie bilden die Provinzen nördlich von Peking, vor allem Heilongjian, Jilin und Liaoning. In typisch kommunistischer Weise wurden hier Schwerindustrie, Chemie und Erdölverarbeitung in einer „Modellregion“ konzentriert. Nach einer relativ langen Phase wirtschaftlichen Aufschwungs, ist heute die Produktion rückläufig, da vor allem die Erdölfelder ausgebeutet sind. Umweltaspekte spielten beim Aufbau der Industrie in den 1970er Jahren keinerlei Rolle, so dass die gesamte Region verseucht ist. Hauptsächlich Altlasten der Chemie- und Stahlproduktion wie Schlacken und wilde Deponien geben Gifte in den Boden und ins Grundwasser ab.
Die heutige Industriestruktur ist vor allem durch Dezentralisierung und eine Konzentration der Leichtindustrie in den Küstenprovinzen von Peking bis Hongkong geprägt. Diese Leichtindustrie verarbeitet überwiegend Halbfertigprodukte zu Waren für den Export, wie Schuhe, Spielzeug, Kleidung und Elektronikartikel. Die dafür eingesetzten Halbfertigprodukte wiederum stammen aus den weit im Land verstreuten Zulieferfabriken, welche auf Geheiß der KPC errichtet wurden, um rückständige Provinzen zu entwickeln. Dadurch erreicht die Verschmutzung auch Regionen, die bislang keine nennenswerte Industrieansiedlung hatten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in Chinas wirtschaftlichen Aufstieg seit den Reformen Deng Xiaopings ein und thematisiert den damit verbundenen massiven Ressourcenverbrauch.
2 Grundlegende Ursachen der Ressourcenübernutzung: Dieses Kapitel erläutert den Zusammenhang zwischen wirtschaftlichem Aufschwung, Bevölkerungswachstum und den politischen Rahmenbedingungen, die eine Maximierung des Wohlstands priorisieren.
3 Die vier Hauptbereiche der Umweltzerstörung: Hier werden die Sektoren Industrie, Städte und Verkehr, Energieerzeugung und Landwirtschaft als zentrale Treiber der ökologischen Krise detailliert analysiert.
4 Kosten der Umweltzerstörung: Dieses Kapitel differenziert zwischen globalen Kosten für die Allgemeinheit und den direkten, lebensbedrohlichen Auswirkungen für die Menschen innerhalb Chinas.
5 Zusammenfassung: Diese Zusammenfassung reflektiert das Spannungsfeld zwischen Wirtschaftswachstum und ökologischer Zerstörung und identifiziert das wachsende Umweltbewusstsein der jungen Generation als positiven Ausblick.
Schlüsselwörter
China, Umweltzerstörung, Wirtschaftsaufschwung, Ressourcenverbrauch, Industrie, Luftverschmutzung, Gewässerbelastung, KPC, Energiewirtschaft, Landwirtschaft, Gesundheitsrisiken, Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Kohle, Klimawandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Kehrseite des chinesischen Wirtschaftsbooms und analysiert die daraus resultierenden, gravierenden Umweltprobleme im Land.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Sektoren Industrie, Verkehr, Städtebau, Energieerzeugung und Landwirtschaft in ihrem jeweiligen Einfluss auf die Umweltqualität.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die spezifischen Bereiche aufzuzeigen, die zur Verschmutzung beitragen, und die Auswirkungen dieser Zerstörung auf China sowie weltweit darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive Analyse auf Basis von Sekundärdaten, Berichten der SEPA sowie aktuellen Medien- und Fachpublikationen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die industriellen Strukturen, die Probleme der Urbanisierung, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und die Folgen der intensiven Landnutzung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Ressourcenübernutzung, Luftverschmutzung, Kohleabhängigkeit, Umweltschutz und ökonomische Reformen.
Welche Rolle spielt die KPC bei der Umweltzerstörung?
Die Politik der KPC hat durch das Ziel der Wohlstandsmaximierung und eine teils eigenmächtige Übererfüllung der Wachstumspläne durch lokale Kader den ökologischen Druck massiv verstärkt.
Wie hoch sind die Kosten der Umweltzerstörung für China?
Nach Schätzungen der OECD führen die Schäden durch Landverlust, Waldverlust und gesundheitliche Folgen zu einem jährlichen Verlust von 8 bis 13 % des BIP.
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- Markus Müller (Author), 2007, Umweltprobleme in China, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92811