Sterben ist ein Thema das in unserer Gesellschaft oft beiseite geschoben wird. Man spricht nicht gern darüber. Das kann man im Alltag erfahren und in etlichen Abhandlungen nachlesen. Der Tod ist eine heikle Angelegenheit und kaum jemand spricht gerne darüber, da man dabei an die eigene Sterblichkeit und an den möglichen Tod geliebter Menschen erinnert wird. Dadurch wird das Problem der Sterbehilfe nicht gerade erleichtert. Doch durch den immer weiter zunehmenden medizinischen Fortschritt und die gestiegene Lebenserwartung ist eine umfangreichere Debatte unbedingt notwendig. Darf ein Mensch selbst bestimmen wann er stirbt? Kann man von medizinischem Personal erwarten, dass sie eine Tötung durchführen? Darf der Mensch über sein eigenes von Gott geschenktes Leben oder über das Leben eines anderen Menschen in irgend einer Form verfügen? Wenn ja, wer entscheidet für Patienten, die das Bewusstsein verloren haben? Wo ist die Grenze zu setzen? Dies und noch viele weitere, sind die Fragen, welche zu klären sind. Dazu möchte ich einen Blick in die Geschichte werfen, die verschiedenen gesetzlichen Regelungen in Europa betrachten und vergleichen und die Position der Kirche beschreiben. Zusätzlich werden die für Deutschlands Ärzte geltenden Grundsätze betrachtet und es werden Argumente von Befürwortern und Gegnern der Sterbehilfe gegenübergestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Formen von Sterbehilfe
3. Kurzer geschichtlicher Abriss der Euthanasie-Frage
4. Sterbehilfe in Europa
4.1 Sterbehilfe in den Niederlanden
4.2 Sterbehilfe in Deutschland
5. Grundsätze der Bundesärztekammer
6. Argumente der Befürworter und Gegner
6.1 Befürworter
6.2 Konträre Positionen
7. Abschlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die ethische und rechtliche Problematik der Sterbehilfe vor dem Hintergrund zunehmenden medizinischen Fortschritts und steigender Lebenserwartung. Ziel ist es, die verschiedenen Positionen zur aktiven Sterbehilfe kritisch zu beleuchten, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der theologisch-ethischen Perspektive und der Abwägung zwischen Selbstbestimmungsrecht und dem Schutz menschlichen Lebens liegt.
- Differenzierung der Sterbehilfeformen (aktiv, passiv, indirekt)
- Rechtliche Situation in europäischen Staaten und Deutschland
- Argumentationslinien der Befürworter (Autonomie, Utilitarismus)
- Kritische Positionen und kirchliche Sichtweise
- Bedeutung von Hospizbewegung und Palliativmedizin
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Sterben ist ein Thema das in unserer Gesellschaft oft beiseite geschoben wird. Man spricht nicht gern darüber. Das kann man im Alltag erfahren und in etlichen Abhandlungen nachlesen. Der Tod ist eine heikle Angelegenheit und kaum jemand spricht gerne darüber, da man dabei an die eigene Sterblichkeit und an den möglichen Tod geliebter Menschen erinnert wird. Dadurch wird das Problem der Sterbehilfe nicht gerade erleichtert. Doch durch den immer weiter zunehmenden medizinischen Fortschritt und die gestiegene Lebenserwartung ist eine umfangreichere Debatte unbedingt notwendig. Darf ein Mensch selbst bestimmen wann er stirbt? Kann man von medizinischem Personal erwarten, dass sie eine Tötung durchführen? Darf der Mensch über sein eigenes von Gott geschenktes Leben oder über das Leben eines anderen Menschen in irgendeiner Form verfügen? Wenn ja, wer entscheidet für Patienten, die das Bewusstsein verloren haben? Wo ist die Grenze zu setzen? Dies und noch viele weitere, sind die Fragen, welche zu klären sind.
Wie diffizil das Thema Sterbehilfe ist, macht auf besondere Art und Weise die politische Debatte im Europarat deutlich.
Konnte 1999 noch eine einheitliche Empfehlung („Protection of Human Rights and Dignity of the Terminally Ill and the Dying“1) vereinbart werden, in der man sich auf ein allgemeines Verbot der aktiven Sterbehilfe und weitgehende Forderungen bei der palliativen (schmerzlindernden) Betreuung verständigte, so gelangte man mit der Einführung der Regelungen in den Niederlanden und in Belgien 2002 (Legalisierung der aktiven Sterbehilfe) und durch eine Initiative des Schweizer Parlamentariers Dick Marty von 2003, der Straffreiheit in gewissen Fällen der Tötung forderte, in eine Sackgasse.2
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die gesellschaftliche Verdrängung des Sterbens und begründet die Notwendigkeit einer ethischen Debatte angesichts des medizinischen Fortschritts.
2. Formen von Sterbehilfe: In diesem Kapitel werden die verschiedenen medizinischen und rechtlichen Kategorien der Sterbehilfe, nämlich direkte aktive, passive und indirekte aktive Sterbehilfe, definiert.
3. Kurzer geschichtlicher Abriss der Euthanasie-Frage: Der geschichtliche Bogen spannt sich von der Antike über die christliche Ethik bis hin zum Missbrauch des Begriffs während der Zeit des Nationalsozialismus und der heutigen Debattenlage.
4. Sterbehilfe in Europa: Hier erfolgt ein Überblick über die heterogene Rechtslage in verschiedenen europäischen Ländern, mit speziellem Fokus auf die Niederlande und Deutschland.
5. Grundsätze der Bundesärztekammer: Dieses Kapitel erläutert die Richtlinien für Ärzte, die einen Rahmen zwischen Lebenserhaltung, Palliative-Medizin und dem Patientenwillen abstecken.
6. Argumente der Befürworter und Gegner: Gegenüberstellung der utilitaristischen und autonomieorientierten Befürworter der Sterbehilfe mit den skeptischen Positionen von Ethikern und der Kirche.
7. Abschlussbetrachtung: Der Autor resümiert, dass keine eindeutige moralische Lösung existiert, betont jedoch die hohe Bedeutung einer qualitativ hochwertigen Sterbebegleitung.
Schlüsselwörter
Sterbehilfe, Euthanasie, aktive Sterbehilfe, passive Sterbehilfe, indirekte Sterbehilfe, Palliativmedizin, Selbstbestimmung, Autonomie, Utilitarismus, Patientenverfügung, Lebensrecht, Ethik, christliche Position, Bundesärztekammer, Hospizbewegung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der komplexen Problematik der Sterbehilfe und den damit verbundenen ethischen, theologischen und rechtlichen Fragestellungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den Schwerpunkten gehören die Differenzierung verschiedener Sterbehilfeformen, die rechtlichen Rahmenbedingungen in Europa sowie die moralphilosophischen Argumente der Befürworter und Gegner.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die vielschichtige Debatte um das Recht auf ein selbstbestimmtes Lebensende und die Rolle des medizinischen Personals sowie gesellschaftlicher Wertvorstellungen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Autorin nutzt eine analytische Literaturrecherche, um ethische Diskurse, rechtliche Regelungen und Positionspapiere kirchlicher und medizinischer Institutionen gegenüberzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, eine Darstellung der europäischen Gesetzeslage, eine Analyse der Positionen von Befürwortern wie dem Utilitarismus sowie eine kritische Auseinandersetzung mit den Grundsätzen der Kirchen und der Bundesärztekammer.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Sterbehilfe, Selbstbestimmung, Palliativmedizin, Ethik und Lebensrecht geprägt.
Wie unterscheidet die Autorin zwischen "Person" und "Mensch" im utilitaristischen Kontext?
Unter Bezugnahme auf John Locke und Peter Singer wird erläutert, dass im Utilitarismus ein "Person-Status" an bestimmte kognitive Eigenschaften wie Bewusstsein und Erinnerung geknüpft wird, was die moralische Bewertung der Tötung von Nicht-Personen beeinflusst.
Warum lehnen die Kirchen eine aktive Sterbehilfe ab?
Die Kirchen argumentieren, dass das Leben ein von Gott gegebenes Geschenk und somit für den Menschen unverfügbar sei; die aktive Sterbehilfe widerspreche zudem dem ärztlichen Ethos und berge die Gefahr eines Dammbruchs.
Welche Bedeutung misst die Arbeit der Palliativmedizin bei?
Die Arbeit hebt die Palliativmedizin als essenzielle Alternative hervor, die durch umfassende menschliche und schmerztherapeutische Zuwendung den Wunsch nach vorzeitigem Tod mindern oder gar verhindern kann.
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- Anonym (Author), 2008, Die Problematik der Sterbehilfe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92880