Die Arbeit wurde mit dem Titel Homosexualität als Herausforderung an die neutestamentliche Gemeinde überschrieben. Schwerpunkt soll hierbei die praktische Theologie sein. Es stellte sich daher zunächst die Frage nach einer Beurteilung der Homosexualität. Was ist Homosexualität, wie entsteht sie, ist sie genetisch bedingt oder spielen andere Faktoren hierbei eine Rolle? Was sagt die Bibel zur Homosexualität und wie verhält es sich mit der Meinung der großen Kirchen in Deutschland in diesem Thema? Auch die „Schwule Theologie“ sollte kurz betrachtet werden, um sich ein Bild über sie zu verschaffen.
Des Weiteren wurde eine Umfrage zum genannten Thema durchgeführt, um eine Tendenzmeldung seitens Gläubiger zu diesem Thema zu erhalten. Dabei sollte beachtet werden, dass die Umfrage keine wissenschaftliche Studie ist. Diese hatte lediglich zum Ziel, die Meinung der Befragten zum gestellten Thema festzuhalten und zu sammeln. Die Umfrage ist jedoch nicht repräsentativ für die gesamtchristliche Landschaft in Deutschland, da hierzu nicht genügend Stimmen gezählt werden konnten.
Diese Arbeitschritte waren nötig, da sie darüber entscheiden, ob, und wenn ja, in wie weit eine Änderbarkeit homosexueller Orientierung möglich ist. Was wiederum die Überlegungen in Bezug auf die Seelsorge stark beeinflussen. Daher wurden hiernach seelsorgerliche und therapeutische Konzepte untersucht, die mögliche Therapieformen zu Gunsten homosexueller Menschen darlegen. Diese galt es zu beurteilen, um hieraus mögliche Schlussfolgerungen für die neutestamentliche Gemeinde ziehen zu können.
Die vorliegende Arbeit berücksichtigt fast ausschließlich die männliche Homosexualität. Denn trotz gewisser Parallelen zur weiblichen Homosexualität gibt es gleichwohl deutliche Unterschiede zwischen beiden Geschlechtern, zumal ihre Problematik oft anders gelagert ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsdefinition
2.1 Was ist Homosexualität?
2.2 Der Homosexuelle
2.3 Homosexualität im Wandel der Gesellschaft
3. Zur Entstehung homosexueller Gefühle
3.1 Homosexualität – biologische Ursachen
3.1.1 Störung im Hormonhaushalt?
3.1.2 Genetisch bedingt?
3.1.3 Die Zwillingsforschung
3.1.4 Veränderungen der Chromosomen?
3.1.5 Bewertung und Stellungnahme
3.2 Psychologische Ursachen für Homosexualität
3.2.1 Tiefenpsychologischer Ansatz
3.2.2 Lerntheoretischer Ansatz
3.2.3 Bewertung und Stellungnahme
3.3 Homosexualität – ein multikausales Modell
3.3.1 Bewertung und Stellungnahme
3.4 Fazit
4. Exkurs: Homosexualität und Gesundheit
5. Exkurs: Homosexualität in der Bibel
5.1 Homosexualität im AT
5.1.1 Genesis 19
5.1.2 Richter 19
5.1.3 Die Levitikus - Stellen
5.2 Homosexualität im NT
5.2.1 Römer 1
5.2.2 1. Kor 6,9-11 und 1. Tim 1,8-11
5.3 Bewertung und Stellungnahme
6. Stellungnahme der beiden großen Kirchen zur Homosexualität
6.1 Die Katholische Kirche
6.2 Die Evangelische Kirche
6.3 Bewertung und Stellungnahme
7. Die Schwule Theologie
7.1 Bewertung und Stellungnahme
8. Umfrageergebnisse
8.1 Vorbemerkung
8.2 Auswertung
9. Homosexualität und Seelsorge
9.1 Ist Homosexualität veränderbar?
9.2 Christlicher Ansatz
9.2.1 Anti- Selbstmitleid-Therapie (AST) nach van den Aardweg
9.2.2 IGNIS
9.2.2 Wüstenstrom
9.2.3 Michael Dieterich (BTS)
9.3 Bewertung und Stellungnahme
9.4 Seelsorge – Chancen und Grenzen
10. Die Verantwortung der neutestamentlichen Gemeinde
11. Abschließende Worte
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die Homosexualität aus Sicht der praktischen Theologie zu beleuchten und eine ethische sowie seelsorgerliche Beurteilung für die neutestamentliche Gemeinde zu entwickeln. Die Forschungsfrage untersucht dabei, ob Homosexualität genetisch bedingt oder psychologisch erlernbar ist, wie die Bibel und die großen Kirchen das Thema bewerten und ob eine Veränderung der sexuellen Orientierung seelsorgerlich möglich ist.
- Biologische und psychologische Entstehungsmodelle der Homosexualität
- Biblische Exegese und theologische Einordnung
- Stellungnahme der katholischen und evangelischen Kirche
- Kritische Analyse der "Schwulen Theologie"
- Seelsorgerliche Ansätze und praktische Konzepte zur Begleitung
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Genetisch bedingt?
Das Problem bei der Behauptung, Homosexualität sei genetisch bedingt, besteht darin, dass man hierdurch zu einer weiteren Schlussfolgerung zu kommen versucht, die besagt: „Wenn Homosexualität genetisch bedingt ist, dann muss es „natürlich“ sein und somit eine in der Schöpfung Gottes angelegte Sexualität“ – das würde bedeuten, dass Gott die Homosexualität gewollt haben müsse, wird argumentiert.
Zell- und Genforscher haben immer wieder versucht, die homosexuelle Neigung auf Genetik und Erbanlagen zurück zu führen. Doch die so oft propagierte Meinung, dass es ein „homosexuelles Gen“ gebe, nach dem der Homosexuelle von Geburt an so veranlagt sei, konnte bislang nicht eindeutig bestätigt werden. Selbst die von Dean Hamer durchgeführten Forschungen, denen zufolge es ein Schwulen-Gen geben soll, konnte bisher von keinem anderen Forscher wiederholt werden. Dennoch legen Hamer und Copeland in ihrem Buch Das unausweichliche Erbe sehr beeindruckende Forschungsergebnisse vor, die Hinweise für eine durch die Gene beeinflusste sexuelle Orientierung liefern. Sie weisen jedoch selbst darauf hin, dass die Gene nur eines von vielen Einflüssen sind, die eine sexuelle, wie auch immer geartete Orientierung vorgeben. Die Behauptung, dass die sexuelle Neigung allein auf den Genen beruhe, wird hierdurch jedoch nicht belegt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt den Fokus auf praktische Theologie, die methodische Vorgehensweise durch Literaturanalyse und Umfrage sowie die Eingrenzung auf männliche Homosexualität.
2. Begriffsdefinition: Erläutert die etymologische Herkunft des Begriffs, seine gesellschaftliche Entwicklung und die Unterscheidung zwischen verschiedenen Ausprägungen wie situativer oder latenter Homosexualität.
3. Zur Entstehung homosexueller Gefühle: Diskutiert die Debatte zwischen biologischen, genetischen und psychologischen Ursachen sowie ein multikausales Erklärungsmodell.
4. Exkurs: Homosexualität und Gesundheit: Betrachtet medizinische Aspekte, insbesondere die Infektionsrisiken bei praktizierter Homosexualität.
5. Exkurs: Homosexualität in der Bibel: Analysiert relevante Stellen im Alten und Neuen Testament und bewertet die biblische Haltung zur gleichgeschlechtlichen Praxis.
6. Stellungnahme der beiden großen Kirchen zur Homosexualität: Stellt die unterschiedlichen Positionen der katholischen und evangelischen Kirche gegenüber und beleuchtet deren Begründungszusammenhänge.
7. Die Schwule Theologie: Setzt sich kritisch mit der "Schwulen Theologie" auseinander, die eine biblische Legitimation homosexueller Lebensweisen anstrebt.
8. Umfrageergebnisse: Präsentiert und analysiert die Resultate einer Internetumfrage unter Gläubigen zum Thema Homosexualität und Gemeinde.
9. Homosexualität und Seelsorge: Untersucht die Frage der Veränderbarkeit und stellt verschiedene christliche therapeutische Ansätze sowie deren Grenzen vor.
10. Die Verantwortung der neutestamentlichen Gemeinde: Leitet ethische Konsequenzen für die christliche Gemeinde im Umgang mit homosexuellen Menschen ab.
11. Abschließende Worte: Fasst das Ergebnis zusammen, dass trotz der Komplexität der Ursachen eine gelebte Homosexualität biblisch als sündhaft bewertet wird, jedoch seelsorgerliche Hilfe geboten bleibt.
Schlüsselwörter
Homosexualität, praktische Theologie, Bibel, Seelsorge, Schöpfungsordnung, genetische Disposition, psychosexuelle Entwicklung, christlicher Glaube, Gemeinde, Sünde, Therapie, Lebenspartnerschaft, Identität, neutestamentliche Gemeinde, Veränderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Thema Homosexualität im Kontext der neutestamentlichen Gemeinde und der praktischen Theologie, insbesondere unter dem Aspekt der biblischen Bewertung und seelsorgerlicher Begleitung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit deckt die Entstehungsursachen (biologisch/psychologisch), die biblische Einordnung, die Haltung der großen Kirchen, sowie spezifische seelsorgerliche Therapiekonzepte ab.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist eine fundierte Beurteilung der Homosexualität aus biblisch-theologischer Perspektive, um daraus Handlungsanweisungen für eine verantwortungsvolle Seelsorge abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Neben einer ausführlichen Literaturanalyse der theologischen und psychologischen Fachliteratur wird eine empirische (nicht repräsentative) Internetumfrage unter Gläubigen durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Entstehung von Homosexualität, der biblischen Auslegung der einschlägigen Texte, den gegensätzlichen kirchlichen Positionen sowie konkreten therapeutischen Modellen wie z.B. dem Ansatz von Van den Aardweg.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Homosexualität, Seelsorge, biblische Schöpfungsordnung, Sünde und die Verantwortung der neutestamentlichen Gemeinde.
Wie unterscheidet sich die "Schwule Theologie" von der traditionellen Auslegung?
Während die traditionelle Auslegung die Bibel als normative Richtschnur betrachtet, versucht die Schwule Theologie, den biblischen Kontext so zu interpretieren, dass eine homosexuelle Lebensweise biblisch legitimiert werden kann.
Was ist das Hauptergebnis zur Veränderbarkeit von Homosexualität?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Homosexualität zwar eine multikausale Entstehung haben kann, jedoch keine allgemeingültige "Heilungsgarantie" existiert; seelsorgerlich steht die Hilfe zur Lebensführung vor Gott und nicht primär die erzwungene Veränderung im Vordergrund.
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- Sascha Schmuck (Author), 2007, Homosexualität als Herausforderung an die neutestamentliche Gemeinde, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92882