Was wäre der Mensch ohne seine Kreativität? Irgendetwas, aber kein Mensch. Was dem Vogel die Flügel und dem Raubtier seine Reißzähne ist dem Menschen seine Fähigkeit, neues zu schaffen und es sich zu nutze zu machen. Nun stellt sich die Frage, was ist Kreativität?
Das Wort kommt aus dem Lateinischen von creare, was schaffen und erschaffen bedeutet. Dieses Wort existiert schon sehr lange im deutschen Sprachgebrauch, zum Beispiel im Wort Schöpfertum.
Heute hat der Begriff Kreativität eine andere Bedeutung, die er von der Übertragung des englischen Wortes „creativity“ erhält. Er kennzeichnet die neuen Denkströme und Forschungsarbeiten in vielen Bereichen. Die neue Kreativitätsforschung entstand, da man mit den Ergebnissen der damaligen Intelligenzforschung unzufrieden war. Diese Forschung wurde aus einem aktuellen und ökonomischen Interesse heraus durchgeführt.
Kreativität ist grundsätzlich eine Fähigkeit, die als etwas Positives angesehen werden kann.
Kreativität darf also nicht nur unter dem kognitiven Aspekt, sondern auch aus dem persönlichkeitstheoretischen Aspekt gesehen werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Definition des Begriffes Kreativität
1.1 Was ist Kreativität?
1.1.1 Die kreative Persönlichkeit
1.1.2 Der kreative Prozess
1.1.3 Das kreative Produkt
2 Die verschiedenen Theorien der Kreativität
2.1 Die psychoanalytische Theorie der Kreativität
2.2 Die Gestalttheorie der Kreativität
2.3 Die assoziationspsychologische Theorie der Kreativität
2.4 Die Übertragungstheorie der Kreativität
2.5 Die existentialistische Theorie der Kreativität
2.6 Die interpersonale oder Kulturtheorie der Kreativität
3 Kreativität und Intelligenz
3.1 Übertragbarkeit der Kreativität
3.2 Weitere Forschungsergebnisse zur Beziehung zwischen Kreativität und Intelligenz
4 Kreatives Denken und Problemlösen
5 Ist Kreativität erlernbar?
6 Kreativität an Schulen
6.1 Die kreative Grundschule
6.2 Kreativität anstatt Gewalt an Schulen
6.3 Kurzbeschreibung des TSD-Z
6.3.1 Empirische Studie mit TSD-Z
6.3.2 Weitere Studien mit TSD-Z
6.4 Internationaler und nationaler Vergleich
6.4.1 Die PIRLS/IGLU- Studie
6.4.2 Die TIMSS-Studie (Vergleich Japan und Deutschland)
7 Kreativität im Beruf
7.1 Clusterorganisation
7.2 Market Driving Unternehmen
7.3 Anregungen der Beruflichen Kreativität in Malaysia
8 Unterschiedliche Konzeptionen von Kreativität
8.1 Westliche Perspektive
8.2 Östliche Perspektive
9 Wie kann man Kreativität fördern?
10 Abschließende Bemerkung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das vielschichtige Phänomen der Kreativität in der Psychologie, beleuchtet theoretische Modelle sowie deren Anwendung in Bildung und Beruf und analysiert die Wechselwirkung zwischen Kreativität, Intelligenz und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.
- Theoretische Grundlagen und psychologische Theorien der Kreativität
- Zusammenhang zwischen Kreativität, Intelligenz und Problemlösekompetenz
- Kreativitätsförderung im schulischen Kontext und bei gewaltpräventiven Maßnahmen
- Internationaler Vergleich von Bildungsleistungen und deren Einfluss auf Kreativität
- Kreative Organisationsstrukturen und Innovationsstrategien in der Arbeitswelt
Auszug aus dem Buch
1.1.1 Die kreative Persönlichkeit
Kreativität ist laut Joy Paul Guilford und seinen Kollegen, jede neue, noch nicht dagewesene, von wenigen Menschen gedachte und effektive Methode ein Problem zu lösen, bzw. die Miteinbeziehung von Faktoren wie: Problemsensitivität, Ideenflüssigkeit, Flexibilität und Originalität.
Joy Paul Guilford war der erste Forscher, der von Persönlichkeitsmerkmalen der kreativen Persönlichkeit sprach. Er kam zu dem Entschluss, dass jeder Mensch kreativ sein kann, wenn dessen potential gefördert bzw. wieder aktiviert werden würde.
Demzufolge wäre Kreativität die zeitnahe Lösung (Flexibilität) für ein Problem, mit ungewöhnlichen, vorher nicht gedachten Mitteln (Originalität) und mehreren Möglichkeiten der Problemlösung (Ideenflüssigkeit), die für das Individuum vor der Problemlösung in irgendeiner Weise nicht denkbar ist (Problemsensitivität).
Zusammenfassung der Kapitel
Definition des Begriffes Kreativität: Das Kapitel führt in den Kreativitätsbegriff ein und differenziert zwischen Persönlichkeit, Prozess und Produkt.
Die verschiedenen Theorien der Kreativität: Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über tiefenpsychologische, gestaltpsychologische und assoziationspsychologische Ansätze sowie die Übertragungstheorie und den existentiellen Kreativitätsbegriff.
Kreativität und Intelligenz: Hier wird die komplexe Beziehung zwischen kreativen Fähigkeiten und der allgemeinen Intelligenz diskutiert, inklusive des dreidimensionalen Modells der Struktur des Intellekts von Guilford.
Kreatives Denken und Problemlösen: Es wird die Analogie zwischen kreativem Denken und Problemlösungsprozessen sowie die damit verbundenen Phasenmodelle erläutert.
Ist Kreativität erlernbar?: Das Kapitel untersucht die Trainierbarkeit kreativer Fertigkeiten und den Einfluss von Coaching auf das kreative Potenzial.
Kreativität an Schulen: Ein umfassender Blick auf die Bedeutung der Kreativität in Grundschulen, Maßnahmen gegen Gewalt durch Kreativität und die Analyse empirischer Studien wie TSD-Z, PIRLS/IGLU und TIMSS.
Kreativität im Beruf: Das Kapitel beleuchtet Kreativität in Arbeitsorganisationen, insbesondere durch Clusterorganisationen und Market-Driving-Konzepte, sowie regionale Entwicklungen wie in Malaysia.
Unterschiedliche Konzeptionen von Kreativität: Hier werden die kulturellen Divergenzen zwischen der produktorientierten westlichen und der selbstverwirklichungsorientierten östlichen Perspektive gegenübergestellt.
Wie kann man Kreativität fördern?: Abschließende Betrachtung, wie Kreativität durch gezielte Maßnahmen in Schule und Arbeitswelt gestärkt werden kann.
Abschließende Bemerkung: Ein kurzes Resümee der gesamten Arbeit über den Entwicklungsprozess der Kreativität.
Schlüsselwörter
Kreativität, Psychologie, Intelligenz, Problemlösen, Kreativitätsförderung, Grundschule, Schulentwicklung, TSD-Z, Innovationsmanagement, Clusterorganisation, Market-Driving, Persönlichkeit, kreativer Prozess, kulturelle Unterschiede, kognitive Fähigkeiten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte Übersicht über das psychologische Konstrukt der Kreativität, deren verschiedene theoretische Erklärungsmodelle sowie die praktische Anwendung in Bildung und Arbeitswelt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen die theoretische Definition, die Forschung zu Kreativität und Intelligenz, das kreative Problemlösen, die Förderung an Schulen und im Beruf sowie kulturvergleichende Perspektiven.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es, den Entwicklungsprozess der Kreativität darzustellen, von ihren theoretischen Wurzeln bis hin zu ihrer Bedeutung für die moderne Bildung und berufliche Innovation.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich verschiedener psychologischer Theorien und empirischer Studien, wie z.B. der TSD-Z, der PIRLS-Studie und der TIMSS-Studie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung, die Untersuchung der Zusammenhänge zwischen Intelligenz und Kreativität sowie die Anwendung dieser Erkenntnisse in konkreten Projekten und Organisationen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Kreativität, Intelligenz, Problemlösen, Kreativitätsförderung, Schule, Innovation, Kulturvergleich.
Wie unterscheidet sich die westliche von der östlichen Konzeption der Kreativität?
Während die westliche Perspektive primär produktorientiert ist und originelle, nützliche Ergebnisse fokussiert, betrachtet die östliche Perspektive Kreativität eher als einen Zustand der Selbstverwirklichung und Variation des Ganzen.
Warum wird im Kapitel 6.2 das Modell "K.I.D.S." in München erwähnt?
Das Projekt wird angeführt, um zu verdeutlichen, wie durch kreative Projektarbeit und die Öffnung der Schule für externe Experten gewalttätigen Jugendlichen alternative soziale Identitäten und Möglichkeiten des Kompetenzaufbaus geboten werden können.
Was besagt die Übertragungstheorie der Kreativität nach Guilford?
Sie postuliert, dass Kreativität ein allgemeiner Aspekt des Lernens ist. Während spezifische Fakten nur für bestimmte Aufgaben geeignet sind, ermöglichen allgemeine Lernfaktoren die Übertragbarkeit auf neue Bereiche.
Welche Rolle spielt der TSD-Z Test?
Der TSD-Z dient als Screening-Instrument zur groben Einschätzung des kreativen Potenzials, wobei seine Stärke in der Kulturfairness durch zeichnerische Produktion liegt.
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- Sarah Moser (Author), 2007, Kreativität der Psychologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92902