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„Qualitätsinstrumente als neue Herrschaftstechniken“ – Fragen zum EU-Reformprozess im Bildungsbereich

Titel: „Qualitätsinstrumente als neue Herrschaftstechniken“ – Fragen zum EU-Reformprozess im Bildungsbereich

Examensarbeit , 2007 , 14 Seiten , Note: 1,4

Autor:in: Alexander Kunz (Autor:in)

Pädagogik - Allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Man sollte nicht vergessen, dass Europa nicht nur das Europa des Euro, der
Banken und der Wirtschaft ist: es muss auch ein Europa des Wissens sein“
(Sorbonne-Erklärung: 25Mai 1998)
Dieser Auszug aus der Pariser Sorbonne-Erklärung soll dieser Arbeit vorangestellt
sein, da er m. A. nach auf eindrückliche Weise die Entwicklungen der europäischen
Bildungspolitik seit knapp 10 Jahren zusammenfassend wiedergibt. D.h. wird ie
Immanenz von Wissen und Bildung im Informationszeitalter gewürdigt und als
wesentlicher, vielleicht sogar gleichberechtigter, Pfeiler des geeinten Europas, neben
Finanzen und Handel, etabliert. Des Weiteren macht dieses Zitat deutlich, wie
Wirtschaft und Bildung enggeführt werden und schließlich zusammenfallen. Bildung
und Wissen definieren nur mehr einen Bereich der Wirtschaft. Das Verständnis von
Bildung wird demnach neu-formuliert und steht in dieser neuen Auffassung dem
tradierten emanzipatorischen Impetus gegenüber. Zu Fragen ist auch wie dies dem
Humboldt Bildungsideal gegenüber tritt. Der große deutsche Bildungstheoretiker, gibt
Bildung als Notwendigkeit zu verstehen, durch die der Mensch seinem ideellen Bild
nach geformt werde.
Es geht mir nun zunächst darum, (1). die Reformation des Bildungssystem und damit
auch des Bildungsverständnisses durch die EU nachzuzeichnen. Ich konzentriere
mich dabei auf die Entwicklung der letzten zehn Jahre und im besonderen den
Wandel im Hochschulewesen.
Des weiteren gilt dann (2.) meine Aufmerksamkeit der Diskussion im Anschluss an
den Reformprozess. Hier wiegt gerade der Vorwurf der Kommerzialisierung des
Bildungswesens schwer.
Zum anderen möchte ich (3.) dieses von der EU entworfene Bildungsverständnis mit
der Theoriefigur der „Gouvernementalität“ Foucaults konfrontieren. Um die
geäußerten Bedenken theoretisch zu untermauern.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I.

II.

Zielsetzung & Themen

Das Ziel der Arbeit ist die kritische Analyse des europäischen Bologna-Reformprozesses im Hochschulwesen, indem dieser mit der Theoriefigur der Gouvernementalität von Michel Foucault konfrontiert wird, um die damit einhergehende Kommerzialisierung von Bildung zu untersuchen.

  • Der Bologna-Prozess und seine Auswirkungen auf das Hochschulwesen
  • Kritik an der Kommerzialisierung und ökonomischen Funktionalisierung von Bildung
  • Theoretische Konfrontation mit Foucaults Gouvernementalitätsprinzip
  • Wandel von Herrschaftstechniken und Subjektivierungsprozessen
  • Spannungsfeld zwischen humboldtschem Bildungsideal und neoliberaler Modernisierung

Auszug aus dem Buch

II.

Die Theoriefigur der Gouvernementalität stellt eine Weiterentwicklung der ursprünglichen Machtanalyse Foucaults dar. Denn zunächst geht Foucault davon aus, das sich Macht allein durch die Zurichtung des Subjekts herstellt und fortsetzt. Foucault bleibt dafür zunächst auf einer äußerlichen Ebene, d.h. es ist der Körper des Subjekts, welcher durch verschiedene Disziplinierungs- und Kontrolltechniken beherrschbar gemacht wird. Um dies zu verdeutlichen skizziert Foucault dies anhand der Praxis in Institutionen wie Gefängnis und Krankenhaus. In diesen würden Dimensionen wie Zeit und Raum zu immer kleineren Fragmenten und Parzellen zerlegt, welche durch je bestimmte Übungen und Regelmuster auszufüllen sind. Abweichungen werden Sanktioniert. In dem Foucault das Subjekt auf seine physische Materialität reduziert, streicht er letztlich das Subjekt als cogito radikal durch. Das Subjekt erscheint dem gemäß als Objekt seiner eigenen Herrschaftsform (vgl. Foucault 1997: 31f.).

Unklar bleibt für Foucault aber aus dieser Perspektive, wie sich das Subjekt als Denkendes konstituiert und wie Macht Einfluss auf das Denken nimmt. Foucault versucht nun in seinen späteren Werken diesen Subjektivierungsprozess plausibel zu machen, indem er den Blick auf die Rolle des Staates bzw. der Regierung richtet. Die Gemeinsamkeiten der beiden Termini erkennt Foucault in dem Führen der Subjekte. Kennzeichen des modernen Staates seien dann eben nicht nur institutionellen Herrschaftstechniken wie Disziplinierung und Kontrolle, sondern vielmehr Macht, die auf das Innere des Subjekts ausgeübt wird – auf die Seele des Subjekts. Verantwortlich dafür macht Foucault die christliche Ethik. Diese verspreche dem Subjekt jenseitiges Heil, wenn dieses das Leben in je bestimmter Weise führe. Foucault spricht hier von Pastoral-Techniken.

Zusammenfassung der Kapitel

I.: Dieses Kapitel zeichnet die Entstehung und den Verlauf des Bologna-Prozesses sowie seine Verzahnung mit der Lissabon-Strategie nach und beleuchtet die damit verbundene Kritik an einer neoliberalen Umgestaltung der Hochschullandschaft.

II.: Dieses Kapitel führt den theoretischen Rahmen der Gouvernementalität nach Michel Foucault ein, um die Machtstrukturen und den Subjektivierungsprozess innerhalb des modernen Bildungsreformkontexts kritisch zu hinterfragen.

Schlüsselwörter

Bologna-Prozess, Hochschulreform, Gouvernementalität, Michel Foucault, Bildungspolitik, Lissabon-Strategie, Kommerzialisierung, Neoliberalismus, Machtanalyse, Subjektivierung, Bildungsideal, Humboltd, Arbeitsmarkt, Studiengebühren, ECTS

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Untersuchung des Bologna-Reformprozesses an europäischen Hochschulen und dessen Einfluss auf das Verständnis von Bildung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die europäische Bildungspolitik, die Ökonomisierung von Hochschulbildung, der Einfluss der Lissabon-Strategie sowie Foucaults Machttheorie.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die von der EU vorangetriebene Hochschulreform mit Foucaults Gouvernementalitätsbegriff theoretisch zu hinterfragen und die Veränderung von Bildungsbegriffen zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine politikwissenschaftliche und bildungstheoretische Analyse unter Heranziehung des theoretischen Instrumentariums von Michel Foucault.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Implementierung des Bologna-Prozesses, die Koppelung mit wirtschaftlichen Interessen und die anschließende theoretische Reflexion mittels der Gouvernementalität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bologna-Prozess, Kommerzialisierung, Gouvernementalität, neoliberale Modernisierung und Bildung als Ware definiert.

Wie bewertet der Autor die Rolle des ECTS-Systems?

Das ECTS-System wird als Kontrollinstrument und eine Art "Studienwährung" interpretiert, das der Überwachung der Qualität von Lehrenden und Studierenden dient.

Inwieweit lässt sich das humboldtsche Bildungsideal noch anwenden?

Der Autor diskutiert, ob das tradierte Bildungsideal in der heutigen Zeit als "Zukunftsvision" oder "Parodie" gegenüber der Macht erhalten bleiben kann, auch wenn Bildung zunehmend funktionalisiert wird.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
„Qualitätsinstrumente als neue Herrschaftstechniken“ – Fragen zum EU-Reformprozess im Bildungsbereich
Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,4
Autor
Alexander Kunz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
14
Katalognummer
V92906
ISBN (eBook)
9783638053143
ISBN (Buch)
9783638945691
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Herrschaftstechniken“ Fragen EU-Reformprozess Bildungsbereich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexander Kunz (Autor:in), 2007, „Qualitätsinstrumente als neue Herrschaftstechniken“ – Fragen zum EU-Reformprozess im Bildungsbereich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92906
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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