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"Ein Pfund Orangen" von Marieluise Fleißer - eine Textbeschreibung und Analyse des Mädchens

Title: "Ein Pfund Orangen" von Marieluise Fleißer - eine Textbeschreibung und Analyse des Mädchens

Seminar Paper , 2006 , 17 Pages , Grade: 2,5

Autor:in: Helen Lorentz (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Ich befasse mich mit der Erzählung „ Ein Pfund Orangen“ von Marieluise Fleißer. In dem Seminar „ Marieluise Fleißer – Leben und Schreiben im Spagat“ wurde die Verbindung zwischen ihrer Biographie und ihren Werken thematisiert. Erstaunlich war meiner Meinung nach, dass in der abschließenden Sitzung von den Kommilitonen keinerlei Verständnis für das Verhalten der Frauen aus den Werken aufgebracht wurde.
Die Erzählung geht zurück auf Erfahrungen, die Marieluise Fleißer in München gemacht hat. In dem Aufsatz „die ersten Schritte“ aus dem Jahr 1950 beschreibt sie die Umstände unter denen sie in dieser Zeit lebte:
Die ersten erzählenden Versuche schrieb ich 1923 und 1924, unmittelbar nach der Inflation. Ich hatte wirtschaftlich den Boden unter den Füßen verloren, hungerte ziemlich unvernünftig, um meine sich kaum erst bildende Position ganz am Rande der Münchener Kunstwelt nicht aufgeben zu müssen und kämpfte mit seelischen Niederbrüchen.

Diese Aussage soll als Bindeglied zwischen dem Leben Marieluise Fleißers und der Erzählung genügen, da es das Ziel dieser Arbeit ist, die Erzählung zu interpretieren und aufzuweisen, dass die in ihr dargestellten Verhaltenanomalien kein Relikt aus den zwanziger Jahren sind, sondern das sie auch heute noch Aktualität besitzen und unter dem Terminus Borderline zusammengefasst werden können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. die Erzählung

2.1 der Inhalt

2.2 Beschreibung des Textes

3. Charakterisierung des Mädchens

3.1 die Borderlineerkrankung

3.1.1 Stimmungsschwankungen

3.1.2 Utopische Zielsetzungen

3.1.3 gestörtes Selbstbild

3.1.4 Intensive Kontakte

3.1.5 Masochismus / Selbstzerstörung

3.1.6 Ursachen

3.1.5.1 Grundangst

3.2 Entfremdung

3.2.1 das Fremde

3.2.2 Selbstmord als Erlösung

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Das Ziel der Arbeit ist es, die Erzählung „Ein Pfund Orangen“ von Marieluise Fleißer zu interpretieren und aufzuzeigen, dass die im Text dargestellten Verhaltensanomalien keine historischen Relikte sind, sondern unter dem modernen Terminus Borderlinesyndrom zusammengefasst werden können.

  • Psychologische Analyse des Mädchens anhand des Borderlinesyndroms
  • Untersuchung der Entfremdung als zentrale Lebensstörung
  • Analyse des Schreibstils und der erzählerischen Perspektive
  • Biographische Bezüge zwischen Fleißers Leben und ihrem Werk
  • Die Bedeutung von Symbolen wie den Orangen für den Suizid

Auszug aus dem Buch

3.1.5 Masochismus / Selbstzerstörung

Das Aussehen des Mädchens wird nicht ausführlich beschrieben. Da sie jedoch in der Erzählung häufiger als Kind bezeichnet wird, kann man davon ausgehen, dass sie trotz ihrer Volljährigkeit nicht aussieht wie eine Frau. Da sie Hunger leidet, selten gesättigt ist, wird sie zudem einen sehr schlanken, geraden Körper besitzen, der den kindlichen mädchenhaften Ausdruck noch verstärkt. Sie legt weiterhin ein selbstzerstörerisches Verhalten an den Tag und erlangt Befriedigung durch Demütigung und Schmerzen. Ihr ausgezehrter, schmächtiger Körper hängt damit zusammen, dass sie sich aufgrund des Geldmangels nicht einmal die nötigsten Nahrungsmittel leisten kann. Trotzdem entsteht auch der Eindruck, dass es sich um ein freiwilliges Hungern, Anorexie handelt.

Sie fühlt sich schlecht, weil sie nicht dasselbe leistet, wie ihre Freundinnen, die arbeiten und sich selbst versorgen. ‚Sie hält das Schwere aufmerksam in der Hand‘29, kostet Momente von Melancholie und Trauer aus, ohne zu versuchen, etwas daran zu ändern. Es könnte sein, dass sie sich durch das Hungern für ihr, in ihren Augen minderwertiges Verhalten, bestraft. Meist beginnt die Sucht als Selbstbestrafung, entwickelt sich aber nach und nach zu einem einstudierten und ritualisierten Verhalten. Auch ihre Mitmenschen, im speziellen ihren Freund versucht sie damit zu bestrafen. Indem sie sich anstelle von Brot Seidenstrümpfe kauft, die er an den anderen Mädchen so gern sieht und sie dadurch kein Geld mehr für Nahrung besitzt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Autorin legt dar, warum sie die Erzählung aus einer psychologischen Perspektive betrachtet und das Borderlinesyndrom als Interpretationsrahmen wählt.

2. die Erzählung: Dieses Kapitel gibt eine Inhaltsangabe der Erzählung und analysiert die erzählerischen Mittel, insbesondere den Sprachstil der „Reflexiven Naivität“.

3. Charakterisierung des Mädchens: Hier wird das Mädchen durch die Diagnose des Borderlinesyndroms und das Phänomen der Entfremdung umfassend psychologisch charakterisiert.

4. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Einordnung der Problematik als aktuell und diskutiert die Möglichkeiten einer therapeutischen Nutzung der Erzählung im Rahmen der Bibliotherapie.

Schlüsselwörter

Marieluise Fleißer, Ein Pfund Orangen, Borderlinesyndrom, Entfremdung, Selbstmord, Psychologie, Literaturwissenschaft, Reflexive Naivität, Geschlechterrollen, Bibliotherapie, Suizid, Identitätsstörung, Verhaltensanomalien, Symbolik, Selbstzerstörung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Erzählung „Ein Pfund Orangen“ von Marieluise Fleißer unter psychologischen Gesichtspunkten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen das Borderlinesyndrom, das gestörte Selbstbild der Protagonistin und die Entfremdung als Ursache für ihr Handeln.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass das Verhalten der Protagonistin, das in den zwanziger Jahren spielt, ein zeitloses Borderline-Störungsbild widerspiegelt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Autorin kombiniert eine literaturwissenschaftliche Textanalyse mit psychologischen Diagnosemodellen und philosophischen Begriffen wie dem Entfremdungsbegriff nach Hegel.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Darstellung, eine sprachliche Analyse und eine detaillierte Charakterisierung der Borderline-Symptome und der Entfremdung des Mädchens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Borderlinesyndrom, Identitätskrise, Entfremdung, Fleißers Sprachstil und bibliotherapeutische Relevanz.

Wie deutet die Autorin den symbolischen Kauf der Orangen?

Die Orangen symbolisieren die Unerfülltheit der Wünsche; der Kauf am Ende der Geschichte wird als Zeichen für das endgültige Scheitern der Beziehung und die Vorbereitung auf den Suizid gesehen.

Warum wird der Begriff „Reflexive Naivität“ verwendet?

Damit beschreibt die Autorin Fleißers Technik, Figuren so darzustellen, dass sie sich selbst entlarven, ohne dass sie die Sprache, die sie benutzen, vollständig reflektieren oder verstehen können.

Inwiefern spielt der Selbstmord eine Rolle in der Argumentation?

Der Selbstmord wird nicht als bloße Schwäche, sondern als letzte Konsequenz der Borderline-Erkrankung und als unbewusster Versuch der „Selbstauflösung“ in der Natur interpretiert.

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Details

Title
"Ein Pfund Orangen" von Marieluise Fleißer - eine Textbeschreibung und Analyse des Mädchens
College
Bielefeld University
Grade
2,5
Author
Helen Lorentz (Author)
Publication Year
2006
Pages
17
Catalog Number
V92922
ISBN (eBook)
9783638067263
Language
German
Tags
Pfund Orangen Marieluise Fleißer Textbeschreibung Analyse Mädchens
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Helen Lorentz (Author), 2006, "Ein Pfund Orangen" von Marieluise Fleißer - eine Textbeschreibung und Analyse des Mädchens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92922
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