Im ersten Teil der Hausarbeit habe ich mich mit Wilhelm Meister, der Hauptfigur aus Goethes „Wilhelm Meisters Theatralische Sendung“, beschäftigt. Wilhelm interessiert sich schon in frühester Kindheit für die Schauspielerei. Zunächst spielt er mit noch mit Handpuppen, dann dirigiert er Geschwister und Bekannte, bis er schließlich selbst auf der Bühne steht. Nebenbei verfasst er Theaterstücke. Retrospektiv scheint alles darauf hinzuweisen, dass er einmal einen Beruf im kulturellen Bereich ausüben würde, doch Wilhelm muss viele Erfahrungen machen, bis er sich sicher ist, den richtigen Weg gegangen zu sein. Die größte Bedeutung bei seiner Berufswahl kommt wohl der Familie zu, seinen Eltern, die ihn erzogen haben und seiner Großmutter, die ihn in seinen Talenten unterstützte. Später lernt er Menschen kennen, die ihn auf seinem Weg voranbringen und ihn prägen und macht Erfahrungen, an denen er wächst. Der Roman liest sich als Künstlerbiografie, ist aber ein Bildungsroman. Die Protagonisten aus dem Film „Die Spielwütigen“, verlassen wie Wilhelm das Elternhaus und erleben die Zeit der Ausbildung. Sie verlieben sich, trennen sich, durchleiden Selbstzweifel, legen sich mit ihren Lehrern an, schließen die Schule ab. Sie sind Wilhelm aber einen Schritt voraus, da schon wissen, dass sie Schauspieler werden wollen. Das verhindert keine Selbstzweifel, den auch die Protagonisten machen Fehler, an denen sie sich abarbeiten müssen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. „Wilhelm Meisters Theatralische Sendung“
2.1 Weg der Reifung
2.1.1 Inhalt
2.2 das familiäre Umfeld
2.2.1 die Großmutter
2.2.2 Schwager Werner
2.3 erste Liebe- Mariane
2.4 Mignon
2.3 Das Theater
3. Die Spielwütigen
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Werdegang von Künstlern anhand zweier unterschiedlicher Medien: Sie analysiert die innere Entwicklung und Selbstfindung von Wilhelm Meister in Goethes literarischem Fragment „Wilhelm Meisters Theatralische Sendung“ und setzt diese in Bezug zu der filmischen Langzeitbeobachtung „Die Spielwütigen“ von Andres Veiel, welche die Ausbildung junger Schauspielschüler dokumentiert.
- Die literarische Konzeption der Künstlerbiografie und des Bildungsromans.
- Einfluss des familiären und sozialen Umfelds auf die Berufswahl.
- Die psychologische Dimension von Selbstzweifeln und künstlerischem Wachstum.
- Vergleich zwischen historischer Literaturtradition und zeitgenössischer Dokumentarfilm-Methodik.
- Die Rolle der Schauspielkunst bei der Persönlichkeitsbildung und Weltverbesserung.
Auszug aus dem Buch
2. „Wilhelm Meisters Theatralische Sendung“
In dem Fragment „Wilhelm Meisters Theatralische Sendung“ von Johann W.v. Goethe wird die innere Entwicklung von Wilhelm Meister beschrieben, der in jungen Jahren das bürgerliche Elternhaus verlässt, sich einer fahrenden Schauspieltruppe anschließt und versucht seine Bestimmung in der Welt zu finden.
Goethe begann seine Ausführungen über Wilhelm Meister in den Weimarer Jahren. Er arbeitete von 1777 bis 1786 zunächst eine fragmentarische Fassung aus. Die einzige erhaltene Abschrift davon wurde im Nachlass von Barbara Schultheß, einer Züricher Freundin Goethes, entdeckt und 1911 als „Wilhelm Meisters theatralische Sendung“ veröffentlicht.
Goethe hatte das Fragment 1794 überarbeitet und integrierte es bis zum Kapitel V.3 in den Roman „Wilhelm Meisters Lehrjahre“, der 1795/96 in vier Bänden erschien.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Künstlerbiografien ein und stellt die Protagonisten aus Goethes Werk und dem Film „Die Spielwütigen“ gegenüber.
2. „Wilhelm Meisters Theatralische Sendung“: Dieses Kapitel beleuchtet Wilhelms Reifungsprozess, sein schwieriges familiäres Umfeld sowie seine prägenden Erfahrungen mit dem Theater und ersten zwischenmenschlichen Beziehungen.
3. Die Spielwütigen: Der Abschnitt dokumentiert Andres Veiels Langzeitbeobachtung von vier Schauspielschülern an der Hochschule „Ernst Busch“ und beschreibt deren Weg von der Aufnahmeprüfung bis zum ersten Engagement.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Herausforderungen für angehende Künstler zusammen und reflektiert die notwendige Balance zwischen Emotionalität und Rationalität.
Schlüsselwörter
Künstlerbiografie, Bildungsroman, Wilhelm Meister, Johann Wolfgang von Goethe, Die Spielwütigen, Andres Veiel, Schauspielausbildung, Selbstfindung, Ernst Busch Hochschule, Theater, Identitätsentwicklung, Rollenfindung, Filmdokumentation, Künstlerleben, Berufswahl.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den künstlerischen Entwicklungsweg in Literatur und Film, konkret anhand von Goethes „Wilhelm Meisters Theatralische Sendung“ und dem Dokumentarfilm „Die Spielwütigen“.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind der Bildungsaspekt, die Bedeutung des familiären Hintergrunds, die psychologische Belastung durch die Schauspielausbildung und die künstlerische Selbstverwirklichung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Parallelen im Werdegang von Künstlern in unterschiedlichen Epochen und Medien aufzuzeigen und zu verstehen, wie äußere Umstände und innere Selbstzweifel den Entwicklungsprozess formen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin wählt einen analytisch-vergleichenden Ansatz, der sowohl literaturwissenschaftliche Fragestellungen als auch medienwissenschaftliche Aspekte der Filmanalyse kombiniert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Wilhelms Reifungsschritte sowie die siebenjährige Ausbildung der vier Protagonisten bei Andres Veiel detailliert und chronologisch nachgezeichnet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Künstlerbiografie, Schauspielausbildung, Identitätsbildung und den Vergleich zwischen Literatur und Dokumentarfilm definieren.
Wie beeinflusst das familiäre Umfeld Wilhelm Meister?
Das Umfeld wird als eher einengend und von einem Leistungsanspruch des Vaters geprägt beschrieben, was Wilhelm dazu bewegt, die bürgerliche Sicherheit für den unsicheren Weg der Schauspielerei zu verlassen.
Was macht den Film „Die Spielwütigen“ für die Autorin besonders?
Besonders ist die Nähe zur Entwicklung der Protagonisten über sieben Jahre hinweg, die einen voyeuristischen Einblick in den harten Alltag einer Elite-Schauspielschule gewährt.
- Arbeit zitieren
- Helen Lorentz (Autor:in), 2007, Künstlerbiografien: "Wilhelm Meisters Theatralische Sendung" und "Die Spielwütigen", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92923