Künstlerbiografien: "Wilhelm Meisters Theatralische Sendung" und "Die Spielwütigen"


Seminararbeit, 2007

18 Seiten, Note: 2,5

Helen Lorentz (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. “Wilhelm Meisters Theatralische Sendung“
2.1 Weg der Reifung
2.1.1 Inhalt
2.2 das familiäre Umfeld
2.2.1 die Großmutter
2.2.2 Schwager Werner
2.3 erste Liebe- Mariane
2.4 Mignon
2.3 Das Theater

3. Die Spielwütigen

4. Fazit

Endnoten

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im ersten Teil der Hausarbeit habe ich mich mit Wilhelm Meister, der Hauptfigur aus Goethes „Wilhelm Meisters Theatralische Sendung“, beschäftigt. Wilhelm interessiert sich schon in frühester Kindheit für die Schauspielerei. Zunächst spielt er mit noch mit Handpuppen, dann dirigiert er Geschwister und Bekannte, bis er schließlich selbst auf der Bühne steht. Nebenbei verfasst er Theaterstücke. Retrospektiv scheint alles darauf hinzuweisen, dass er einmal einen Beruf im kulturellen Bereich ausüben würde, doch Wilhelm muss viele Erfahrungen machen, bis er sich sicher ist, den richtigen Weg gegangen zu sein. Die größte Bedeutung bei seiner Berufswahl kommt wohl der Familie zu, seinen Eltern, die ihn erzogen haben und seiner Großmutter, die ihn in seinen Talenten unterstützte. Später lernt er Menschen kennen, die ihn auf seinem Weg voranbringen und ihn prägen und macht Erfahrungen, an denen er wächst. Der Roman liest sich als Künstlerbiografie, ist aber ein Bildungsroman. Die Protagonisten aus dem Film „Die Spielwütigen“, verlassen wie Wilhelm das Elternhaus und erleben die Zeit der Ausbildung. Sie verlieben sich, trennen sich, durchleiden Selbstzweifel, legen sich mit ihren Lehrern an, schließen die Schule ab. Sie sind Wilhelm aber einen Schritt voraus, da schon wissen, dass sie Schauspieler werden wollen. Das verhindert keine Selbstzweifel, den auch die Protagonisten machen Fehler, an denen sie sich abarbeiten müssen.

2. „Wilhelm Meisters Theatralische Sendung“

In dem Fragment „Wilhelm Meisters Theatralische Sendung“ von Johann W.v. Goethe wird die innere Entwicklung von Wilhelm Meister beschrieben, der in jungen Jahren das bürgerliche Elternhaus verlässt, sich einer fahrenden Schauspieltruppe anschließt und versucht seine Bestimmung in der Welt zu finden.

Goethe begann seine Ausführungen über Wilhelm Meister in den Weimarer Jahren. Er arbeitete von 1777 bis 1786 zunächst eine fragmentarische Fassung aus. Die einzige erhaltene Abschrift davon wurde im Nachlass von Barbara Schultheß, einer Züricher Freundin Goethes, entdeckt und 1911 als „Wilhelm Meisters theatralische Sendung“ veröffentlicht.

Goethe hatte das Fragment 1794 überarbeitet und integrierte es bis zum Kapitel V.3 in den Roman „Wilhelm Meisters Lehrjahre“, der 1795/96 in vier Bänden erschien.

Die Bedeutung dieses Romans wurde von F. Schiller, F. Schlegel und anderen bedeutenden Persönlichkeiten seiner Zeit sofort erkannt und ist heutzutage der Prototyp des bürgerlichen Romans, vor allem in seiner Ausprägung als Bildungsroman.

Kurz nach der Veröffentlichung seines Werkes, sprach Goethe davon, eine Fortsetzung zu schreiben, welche in erweiterter Form acht Jahre später herausgebracht wurde, aber nicht soviel Zuspruch erhielt.

2.1 Weg der Reifung

Wilhelm Meister beschreiten den Weg der Reifung. Er durchläuft mehrere Reifestufen und sammelt Erfahrungen in unterschiedlichen Bereichen seines Lebens, um dadurch seine Persönlichkeit auszubilden.

2.1.1 Inhalt

1. Buch

Wilhelm Meisters Großmutter hat Puppen gebastelt, mit denen am Christabend 174- ein Puppentheater für Wilhelm und seine Geschwister aufgeführt wird. Davon ist besonders Wilhelm sehr angetan und als er die Drahtfiguren kurze Zeit später in der Vorratskammer findet, probiert er sich am Spielen. Er vertraut sich seiner Großmutter an, die sein Talent Texte zu lernen und aufzusagen wahrnimmt und ihm eine Kammer zum Üben zur Verfügung stellt. Anfänglich hat er Probleme seine Vorstellungen umzusetzen und zuende zu führen, aber nachdem sich seine Freunde und Geschwister bereit erklären mitzuspielen, kommt er voran und ist schon bald Direktor der kleinen Gruppe. Aus diesem Hobby entwickelt sich der Kontakt zu einer umherziehenden Schauspieltruppe, die in seiner Stadt residiert. Dort lernt er die verwitwete Schauspielerin Mariane kennen, in die er sich verliebt und mit der er anbändelt. Er macht ihr nächtliche Besuche und will nicht wahrhaben, dass sie neben ihm noch einen weiteren Liebhaber empfängt. Als die Truppe beschließt, den Ort zu verlassen, macht er Mariane in einem Brief einen Heiratsantrag. Er gibt ihr den Brief aus einer Ahnung heraus jedoch nicht. Beim Abschied klaut er ihr ein Tuch, in dem er einen Liebesbrief des Kontrahenten findet, worauf für ihn eine Welt zusammenbricht und er in starken Liebeskummer verfällt.

2. Buch

Nachdem Wilhelm seinen Liebeskummer in destruktive Bahnen lenkte, findet er wieder zurück zum Leben und begeistert sich für Dinge, die ihn auch davor interessierten. Er diskutiert mit seinem Schwager Werner über das Theater und die Schauspielerei. Dabei stellt sich heraus, dass Wilhelm selbst Gedichte verfasst und Theaterstücke schreibt. Werner möchte das Geschriebene lesen und kann Wilhelm gerade noch davon abhalten, seine alten Hefte zu verbrennen. Als sie eines Tages diskutierend im Freien sitzen, kommt die Miliz vorbei, die auf der Suche nach einem vermissten Paar aus der benachbarten Stadt ist. Es wird kurze Zeit später gefasst und in einer Kutsche zurück gebracht. Wilhelm erkennt in dem Häftling den Komödianten Pfefferkuchen aus der Schauspieltruppe wieder und beschließt den beiden zu helfen. Er hält Fürsprache für die Liebenden, die daraufhin freigesprochen werden und heiraten.

Werner schlägt dem vom Liebeskummer immer noch angeschlagenen Wilhelm vor, loszufahren, um Schulden für ihn einzutreiben. Da Wilhelm ein Teil des Geldes behalten darf und hofft auf seiner Reise große Theater zu sehen, willigt er ein.

3. Buch

Wilhelm macht sich auf den Weg und kommt zum ersten Schuldner, zu dessen Geburtstag seine Arbeiter ein Theaterstück aufführen, welches er sich anschaut. Im Wirtshaus des nächsten Ortes trifft er auf Pfefferkuchen und dessen Frau, die sich derweil in Melina umbenannt haben. Sie haben sich einer Schauspieltruppe angeschlossen, zu der auch das zwitterhafte Kind Mignon gehört, von dem er fasziniert ist. Nachdem er mit der Prinzipalin anregende Gespräche über die Ernsthaftigkeit des Schauspielens geführt hat, beschließt er vorläufig bei der Truppe zu bleiben. Er gibt Ratschläge und unterstützt sie finanziell. Als er der Truppe eines Abends eines seiner selbstgeschriebenen Stücke vorträgt, sind die Schauspieler derart begeistert, dass sie beschließen, das Stück aufzuführen. Während der Proben zum Stück wird seine Bindung zu Mignon immer stärker. Er lernt außerdem einen Offizier kennen, den er mit seinen schriftstellerischen Fähigkeiten ebenfalls begeistert und der ihn in die Gesellschaften der Stadt einführt. Kurz bevor das Stück aufgeführt werden soll, erkrankt einer der Darsteller, weshalb Wilhelm die Hauptfigur selbst spielt. Obwohl dieser nicht so überzeugt von sich ist, ist es das Publikum umso mehr.

4. Buch

Nach der gelungenen Aufführung rät ihm Melina das Geld zurückzuverlangen, dass ihm die Prinzipalin schuldet. Er geht zu ihr, doch sie überzeugt ihn, dass sie ihm nur einen geringen Teil zurückgeben kann, woraufhin er in Sorge gerät. Die Theatergruppe führt das Stück weiter auf, wird vom Publikum jedoch nicht akzeptiert, da anstelle Wilhelms der gesundete Schauspieler die Hauptrolle spielt, den sie von der Bühne jagen. Das ist für Melina Rechtfertigung genug, die Kasse der Prinzipalin an sich zu nehmen, die sich daraufhin aus dem Staub macht. Aufgrund der Turbulenzen und wegen seinem Bekannten, dem Offizier, der sich wegen ihm duelliert hat und jetzt schwer verletzt ist, bricht die Wunde des Selbstzweifels wieder auf.

Die Schauspieltruppe beschließt nach H- zu ziehen, was aufgrund des Kriegs, der ausgebrochen ist, verspricht, schwierig zu werden. Auf dem Weg dahin gelangen sie in ein Hotel, aus dem sie wegen dem Krieg nicht weiterkommen. Langsam geht der Truppe das Geld aus. Derweilen findet Wilhelm aufgrund der Gesänge eines Harfenspielers wieder zurück zu alter Form. Auch die Aktrice Philine, die ihm Avancen macht, trägt zu seiner Aufmunterung bei. Auch die anderen Schauspieler werden aus ihrer missliche Lage befreit, da ein Grafenpaar vorbeikommt und die Truppe zu sich an den Hof lädt.

5. Buch

Der Sekretär des Grafenpaares ist beauftragt worden, alles zu regeln und so bereitet sich die Theatertruppe vor. Obwohl Wilhelm die Truppe eigentlich verlassen wollte, hilft er ihr, da er glaubt, dass sie den Ansprüchen des Grafenhauses nicht gewachsen sind. Der Sekretär malt der Truppe die Zeit in dem Schloss in den schönsten Farben aus, so dass die Schauspieler sich darauf sehr freuen. Als sie jedoch bei dem Grafenhof ankommen, sind die guten Zimmer im Schloss schon vergeben und sie müssen hungrig im unbeheizten alten Teil des Schlosses unterkommen. Einige der Schauspieler, so auch Wilhelm stehen in der Gunst der gräflichen Herrschaft und bekommen von ihnen viele Geschenke. Unter der Leitung Wilhelms führt die Truppe ein Stück zu Ehren des Grafen auf, was bei diesem und seinen Gästen sehr gut ankommt. Sie spielen jeden Abend. Wilhelm lernt einen der Gäste kennen, der ihm rät, Shakespeare zu lesen. Daraufhin liest Wilhelm „Hamlet“, wovon er sehr angetan ist.

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Künstlerbiografien: "Wilhelm Meisters Theatralische Sendung" und "Die Spielwütigen"
Hochschule
Universität Bielefeld
Note
2,5
Autor
Jahr
2007
Seiten
18
Katalognummer
V92923
ISBN (eBook)
9783638067966
Dateigröße
476 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Künstlerbiografien, Wilhelm, Meisters, Theatralische, Sendung, Spielwütigen
Arbeit zitieren
Helen Lorentz (Autor), 2007, Künstlerbiografien: "Wilhelm Meisters Theatralische Sendung" und "Die Spielwütigen", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92923

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