Welche Unternehmensform ist in steuerlicher Hinsicht optimal? Diese Frage soll durch einen analytischen Vergleich der Personengesellschaft und der Kapitalgesellschaft unter Betrachtung wesentlicher Unternehmenskennzahlen unter steuerlichen Aspekten beantwortet werden.
Zunächst sollen jedoch die wichtigsten Gesellschaftsformen des U.S. Amerikanischen Rechtssystems betrachtet werden und gleichzeitig sollen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zum Deutschen Rechtssystem herausgestellt werden.
Um die Wahl der optimalen Unternehmensform nicht subjektiv zu beeinflussen, müssen einige nicht steuerliche Vorteile und auch Nachteile, die jede Gesellschaftsform mit sich bringt, untersucht werden. Sicherlich kann eine Kapitalgesellschaft im Gegensatz zu einer Personengesellschaft, z.B. der Offenen Handelsgesellschaft, leichter Kapital beschaffen, da sie durch die Ausgabe von Anteilen an ihrem Eigenkapital den öffentlichen Kapitalmarkt, z.B. eine Börse, nutzen kann. Die Personengesellschaft ist dagegen ausschließlich auf das Kapital ihrer Gesellschafter beschränkt. Ein entgegengesetzter Effekt tritt jedoch bei Fragen der Organisation, dem Führungs- und Entscheidungsverhalten, der Gründung, dem Mindestkapital usw. auf.
Versuchen wir diese nicht steuerlichen Effekte auszublenden und widmen uns der Analyse der Vorteilhaftigkeit entweder der Personen- oder der Kapitalgesellschaft. Am Ende eines jeden Abschnitts wird eine Auswertung der jeweiligen Daten vorgenommen und ein kurzes Fazit gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Unternehmensformen
3 Die Analyse von Kapital- und Personengesellschaften
3.1 Nachsteuergewinne auf Ebene der Kapital- und Personengesellschaft
3.2 Die angestrebte Vorsteuerrendite bei Unternehmensaktivitäten von Kapital- und Personengesellschaften
3.3 Die angestrebte Rendite bei Dividendenzahlungen
3.4 Jährlicher Effektivsteuersatz auf Anteile
3.5 Erforderliche Vorsteuerrendite bei gegebener Rendite einer Gesellschaft
3.6 Abweichungen bei der Körperschafts- und Einkommenssteuer und der Besteuerung auf Anteilseignerebene
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht auf analytischer Basis, welche Unternehmensform – Personengesellschaft oder Kapitalgesellschaft – unter steuerlichen Gesichtspunkten optimal ist. Dabei liegt ein besonderer Schwerpunkt auf dem Vergleich der Steuersysteme in den U.S.A. und Deutschland unter Einbeziehung wesentlicher Unternehmenskennzahlen und der Entwicklung von Renditemodellen.
- Vergleich der Besteuerungsmechanismen zwischen Personen- und Kapitalgesellschaften
- Analyse der Nachsteuerrendite unter Berücksichtigung von Kapitalertrags- und Einkommensteuern
- Untersuchung der erforderlichen Vorsteuerrendite bei unterschiedlichen Planungshorizonten
- Einfluss der Ausschüttungspolitik und Dividendenbesteuerung auf die Rechtsformwahl
- Gegenüberstellung des deutschen und des U.S.-amerikanischen Steuersystems
Auszug aus dem Buch
3.1 Nachsteuergewinne auf Ebene der Kapital- und Personengesellschaft
Im Folgenden werden die Besteuerungsebene von Gewinnen und ein Vergleich von Nachsteuergewinnen zwischen der Kapitalgesellschaft und Personengesellschaft betrachtet. Die Differenzen, die die steuerliche Behandlung von Gewinnen in den jeweiligen Unternehmen betreffen, sind trivial. Gewinne bei Personengesellschaften, wie z.B. die Offene Handelsgesellschaft, durchlaufen die Firma und werden erst auf Gesellschafterebene versteuert. Im Gegensatz dazu wird die Kapitalgesellschaft, wie z.B. die Aktiengesellschaft, als eine eigenständige Rechtspersönlichkeit behandelt und wird deshalb auf Unternehmensebene mit der Körperschaftssteuer einerseits versteuert und andererseits auf Anteilseignerebene, falls Dividenden gezahlt werden, so werden diese mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert. Ferner wird hier festgelegt, dass das Unternehmen keine Dividenden ausschüttet, jedoch sind Veräußerungsgewinne nach § 17 Abs. I bis IV i. V. m. § 3 Nr. 40c und § 3 c Abs. II EStG oder § 23 I Nr. 2 i. V. m. § 3 Nr. 40 c EStG steuerpflichtig und vereinfachend wird angenommen, dass der kombinierte Ertragssteuersatz die Grundlage für die Besteuerung bildet. Darüber hinaus fällt innerhalb des deutschen Steuersystems zusätzlich die Gewerbesteuer an, die sowohl von Personen- als auch von Kapitalgesellschaften abzuführen ist. Aus Gründen der Vereinfachung wird bei allen Berechnungen der Solidaritätszuschlag vernachlässigt und des Weiteren wird bei der Ermittlung des effektiven Gewerbesteuerbetrages auf Freibeträge und Staffeltarife verzichtet.
Die folgende Abbildung soll die Unterschiede zwischen der deutschen und amerikanischen Besteuerung von Unternehmensgewinnen deutlich machen und gleichzeitig die Steuerlast aufzeigen, die auf die Gewinne vor Steuern entfällt. Erkenntlich ist, dass vor allem im deutschen System die Nachsteuerrendite bei der Personengesellschaft höher ist, als bei der Kapitalgesellschaft.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein und begründet den Vergleich zwischen Personen- und Kapitalgesellschaften unter steuerlichen Aspekten unter Ausklammerung nicht-steuerlicher Effekte.
2 Unternehmensformen: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über verschiedene Gesellschaftsformen des U.S.-amerikanischen und deutschen Rechts und stellt deren grundlegende steuerliche und rechtliche Merkmale dar.
3 Die Analyse von Kapital- und Personengesellschaften: Hier erfolgt die detaillierte analytische Untersuchung der steuerlichen Belastungen unter Anwendung verschiedener Renditemodelle und Steuerparameter in den U.S.A. und Deutschland.
4 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen steuerlichen Nachteile des deutschen Systems (insbesondere Gewerbesteuer und Halbeinkünfteverfahren) zusammen und reflektiert die Effekte des U.S.-amerikanischen Steuersystems auf die Rechtsformwahl.
Schlüsselwörter
Steuerplanung, Unternehmensform, Personengesellschaft, Kapitalgesellschaft, Nachsteuerrendite, Körperschaftssteuer, Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Dividendenbesteuerung, Kapitalertragssteuer, Rechtsformwahl, Steuerbelastung, Vorsteuerrendite, Steuersystemvergleich, Anteilseigner
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die steuerliche Vorteilhaftigkeit bei der Wahl zwischen einer Personengesellschaft und einer Kapitalgesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Vergleich von Steuerbelastungen, die Auswirkung der Rechtsform auf die Nachsteuerrendite und die Gegenüberstellung der Steuersysteme in Deutschland und den U.S.A.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, durch analytische Vergleiche und Modellrechnungen aufzuzeigen, welche Unternehmensform steuerlich optimal ist, wobei Faktoren wie Planungshorizonte und Ausschüttungspolitik einbezogen werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine analytische Methode verwendet, die auf mathematischen Modellen und Formeln zur Berechnung von Nachsteuerrenditen und Steuerbelastungen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Berechnung von Nachsteuergewinnen, der angestrebten Vorsteuerrendite, dem jährlichen Effektivsteuersatz auf Anteile sowie steuerlichen Besonderheiten bei Dividenden und Verlusten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Typische Schlüsselbegriffe sind Steuerplanung, Rechtsformwahl, Kapitalgesellschaft, Personengesellschaft und Nachsteuerrendite.
Warum schneidet die Personengesellschaft im deutschen Vergleich oft besser ab?
Aufgrund der Gewerbesteuer und der Belastung durch das Halbeinkünfteverfahren weist die Kapitalgesellschaft in den untersuchten Modellen des deutschen Steuersystems eine höhere erforderliche Rendite auf.
Wie beeinflusst die Dauer des Investitionszeitraums die Wahl der Rechtsform?
Mit steigendem Planungshorizont nähert sich die erforderliche Rendite bei Kapitalgesellschaften jener der Personengesellschaften an, da Steuerzahlungen auf Kapitalerträge in die Zukunft verlagert werden können.
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- Anonym (Autor:in), 2007, Die Wahl der optimalen Unternehmensform unter steuerlichen Gesichtspunkten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92931