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Reziprozitätprinzip

Eine spieltheoretische Perspektive und ihre sozialpsychologische Kritik

Title: Reziprozitätprinzip

Seminar Paper , 2007 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Agnieszka Walorska (Author)

Psychology - Social Psychology
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit einen der wichtigsten Prinzipien des menschlichen Zusammenlebens, nämlich mit dem Reziprozitätprinzip. Dieses Prinzip fasziniert zahlreiche Wissenschaftler aus verschiedensten Bereichen – Soziologie, Anthropologie, Psychologie, aber auchWirtschaftswissenschaften, Mathematik, Biologie... Abhängig von der Disziplin ist die auch verschieden definierbar. Das Vorhaben dieser Arbeit ist zwei Perspektiven der Reziprozität, nämlich die spieltheoretische und die sozialpsychologische, zu Analysieren und sie miteinander zu konfrontieren. Warum gerade die beiden? Weil sich die beiden relativ jungen (beide sind erst in dem zweiten Viertel des zwanzigsten Jahrhundert entstanden) Disziplinen mit der Analyse menschlicher Entscheidungen beschäftigen und dabei von den ziemlich unterschiedlichen Menschenbilder ausgehen. Während wir in der Spieltheorie mit dem völlig rational handelnden, Nutzen maximierenden homo oeconomicus zu tun haben, ist er in der Sozialpsychologie animal sociale, nicht mehr so rational, empfänglich für Manipulation und Einfluss. Es ist also zu prüfen, ob sich dieser Verhaltensmuster auch auf den Umgang mit der Reziprozität übertragen lässt und welche sind dessen Konsequenzen.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Reziprozität in der Spieltheorie

2.1 Einführung

2.1.1 Der Inhalt der Spieltheorie

2.1.2 Allgemeines zur Reziprozität in der Spieltheorie

2.2 Das reinste Beispiel der Reziprozität in der Spieltheorie - TIT FOR TAT

2.2.1 Das Programm:

2.2.2 Das Auszahlungsmatrix:

2.3 Wann ist die Reziprozität unmöglich?

2.3.1 Einfache Zweipersonen-Nullsummenspiele

2.3.2 Einfache Diktatorspiele

2.4 Verschiedene Arten der Reziprozität in der Spieltheorie

2.4.1 Negative vs. positive Reziprozität

2.4.2 Direkte vs. indirekte Reziprozität

2.4.3 Informationenbasierte Reziprozität vs. vermutungsbasierte Reziprozität

2.5 Wann ist die Reziprozität unerwünscht?

3 Reziprozität in der Sozialpsychologie

3.1 Einführung

3.2 Reziprozität in der Sozialpsychologie

3.3 Manipulation dank der Reziprozitätprinzip und Abwehrstrategie

3.3.1 Erst ein Wohltäter dann Bettler

3.3.2 „Tür-ins-Gesicht-Taktik“

3.3.3 „Das-ist-noch-nicht-alles“

3.3.4 Abwehr

4 Reziprozität in der Spieltheorie vs. Reziprozität in der Sozialpsychologie

4.1 Annahme der Rationalität vs. Annahme der Einflussanfälligkeit

4.2 1 zu 1 vs. 1 zu ∞

4.3 Axiologische Neutralität vs. moralische Wertung

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis:

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Reziprozitätsprinzip aus zwei komplementären Perspektiven: der Spieltheorie und der Sozialpsychologie, um deren unterschiedliche Annahmen über menschliches Entscheidungsverhalten gegenüberzustellen.

  • Vergleichende Analyse spieltheoretischer und sozialpsychologischer Reziprozitätsmodelle.
  • Untersuchung der Rationalitätsannahme versus der psychologischen Einflussanfälligkeit.
  • Analyse von Manipulationsstrategien auf Basis des Reziprozitätsprinzips.
  • Gegenüberstellung von mathematischer Nutzenmaximierung und sozio-moralischer Normenbefolgung.

Auszug aus dem Buch

3.3 Manipulation dank der Reziprozitätprinzip und Abwehrstrategie

Richtig verstanden und angewendet, macht das Reziprozitätprinzip die Menschen allerdings auch enorm gefügig und anfällig für Manipulation. Die Manipulation durch Reziprozität ist besonders effektiv dank ihren mindestens drei Eigenschaften: sie ist sehr stark eingeprägt, meistens stärker als andere Prinzipien; sie ist beeinflusst die Entscheidung noch bevor dem Betroffenen bewusst ist, dass er sie treffen muss; die Menschen tendieren dazu eine überreichliche Gegenleistung zu bringen. Hier ein plakatives Beispiel aus der Geschichte:

3.3.1 Erst ein Wohltäter dann Bettler

Gewisser Herr A. C. Bhaktivedanta verbrachte Großteil seines Lebens als Direktor eines erfolgreichen Unternehmens in Indien. In den sechzigen Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts verlass er seine Familie, nannte sich swami (Lehrer) Prabhupada, kam nach USA und gründete Die Internationale Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein. Innerhalb von weniger als zehn Jahren gelang es ihn genügend Ressourcen für mehr als hundert Tempeln auf der ganzen Welt, davon vierzig selbst in USA zu finden23. Dies schaffte er dank der großzügigen Spenden der Gläubigen und des Verkaufs der Devotionalien, trotz der Verachtung der meisten Manipulationstechniken. Tatsächlich, anfangs, solange die Angehörigen der Bewegung um Spenden bettelten, erlitten sie meistens Niederlagen. Alles hat sich aber geändert als sie das Reziprozitätprinzip entdeckt haben. Sie bettelten nicht mehr, sondern gaben dem Passanten erst einen kleinen Geschenk (Wohltäter) – zum Beispiel eine Rose – und sagten dabei explizit es sei ein Geschenk. Erst dann baten sie ihn um eine kleine Spende (Bettler). Da dem Passanten natürlich schon in der frühen Kindheit die Norm der Reziprozität eingeprägt worden ist, fühlte er sich verpflichtet das Geschenk zu erwidern. Das konnte er tun indem er etwas Geld spendiert hat oder ein Buch gekauft hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung des Reziprozitätsprinzips als zentrales Element menschlichen Zusammenlebens und Skizzierung des Vergleichs zwischen spieltheoretischer Rationalität und sozialpsychologischer Irrationalität.

2 Reziprozität in der Spieltheorie: Untersuchung der Reziprozität in mathematischen Modellen, unter besonderer Berücksichtigung der TIT-FOR-TAT-Strategie und der Bedingungen für Kooperation oder Defektion.

3 Reziprozität in der Sozialpsychologie: Analyse der sozialen Norm des Gebens und Nehmens sowie Darstellung psychologischer Manipulations- und Abwehrtechniken im Alltag.

4 Reziprozität in der Spieltheorie vs. Reziprozität in der Sozialpsychologie: Systematischer Vergleich der zugrunde liegenden Menschenbilder, Motivationsstrukturen und moralischen Einordnungen beider Disziplinen.

5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Unterschiede, bei der die Sozialpsychologie als notwendige Ergänzung zur spieltheoretischen Modellierung ökonomischen Verhaltens identifiziert wird.

Schlüsselwörter

Reziprozität, Spieltheorie, Sozialpsychologie, TIT-FOR-TAT, Manipulation, Homo Oeconomicus, Animal Sociale, Gefangenendilemma, Ultimatumspiel, Gegenseitigkeit, Normen, Nutzenmaximierung, Dissonanzreduktion, Entscheidungstheorie, Soziale Beeinflussung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Prinzip der Reziprozität aus zwei verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und vergleicht, wie diese das menschliche Handeln interpretieren.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Arbeit beleuchtet die mathematische Modellierung von Reziprozität in der Spieltheorie sowie die psychologische Wirkung und Manipulation durch soziale Verpflichtungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen rational-ökonomischen Modellen und der sozialpsychologischen Realität menschlicher Entscheidungsfindung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin kombiniert theoretische spieltheoretische Analysen mit sozialpsychologischen Erkenntnissen und führt eine vergleichende Literaturstudie durch.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Spielstrategien, die Analyse psychologischer Manipulationsmechanismen und den direkten Vergleich der theoretischen Grundlagen beider Disziplinen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Reziprozität, Rationalität, Manipulation, TIT-FOR-TAT und das Gegensatzpaar Homo Oeconomicus vs. Animal Sociale.

Was versteht die Spieltheorie unter der TIT-FOR-TAT-Strategie?

TIT-FOR-TAT ist eine Strategie, bei der man zunächst kooperiert und in den folgenden Runden jeweils die Entscheidung des Gegners aus dem vorangegangenen Zug repliziert.

Wie unterscheidet sich die Bewertung von Reziprozität zwischen den Disziplinen?

Während die Spieltheorie axiologisch neutral zwischen Erfolg und Misserfolg unterscheidet, bewertet die Sozialpsychologie Reziprozität als eine grundlegende, positive moralische Norm.

Welche Bedeutung haben "Diktatorspiele" im Kontext der Arbeit?

Diktatorspiele dienen dazu, Situationen zu illustrieren, in denen echte Reziprozität unmöglich ist, da eine Seite in einer dominanten Position über die Verteilung entscheidet.

Wie erklärt die Arbeit den Erfolg von Manipulationstechniken?

Die Arbeit argumentiert, dass Menschen aufgrund tief verankerter frühkindlicher Normen dazu neigen, auf kleine Geschenke mit überproportionalen Gegenleistungen zu reagieren, um Schuldgefühle zu vermeiden.

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Details

Title
Reziprozitätprinzip
Subtitle
Eine spieltheoretische Perspektive und ihre sozialpsychologische Kritik
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Sozialwissenschaften)
Course
Theorien gesellschaftlicher Integration
Grade
1,0
Author
Agnieszka Walorska (Author)
Publication Year
2007
Pages
19
Catalog Number
V92943
ISBN (eBook)
9783640131648
Language
German
Tags
Reziprozitätprinzip Theorien Integration
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Agnieszka Walorska (Author), 2007, Reziprozitätprinzip, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92943
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