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Religionskriege. Ist in Syrien und dem Irak ein Westfälischer Frieden möglich?

Parallelen zwischen den Auseinandersetzungen im Mittleren Osten und dem Dreißigjährigen Krieg

Titel: Religionskriege. Ist in Syrien und dem Irak ein Westfälischer Frieden möglich?

Hausarbeit , 2020 , 28 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Isaak Berlin (Autor:in)

Politik - Region: Naher Osten, Vorderer Orient
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Hausarbeit beschäftigt sich mit dem modernen Mittleren Osten und dem Dreißigjährigen Krieg. Dabei setzt sie sich mit der Frage auseinander, ob Prinzipien des Westfälischen Friedens von 1648 zur Lösung der gegenwärtigen gewalttätigen Auseinandersetzungen, mit Fokus auf Syrien und dem Irak, beitragen können.

Das bedeutet im Detail, ob das damalige Friedensabkommen als Gerüst zur Neuordnung der Region geeignet ist, um dem dort stattfindenden Staatenzerfall und der gesellschaftlichen Radikalisierung entgegenzuwirken, so wie der Westfälische Frieden den Dreißigjährigen Krieg zwischen Protestanten und Katholiken beendete.

Die kriegerischen Auseinandersetzungen im Irak und Syrien werden von historischen Konflikten zwischen zahlreichen Ethnien und Konfessionen getragen. Hinzu kommen moderne, geopolitische Interessen, die die alten Rivalitäten befeuern. Immer wieder werden von Beobachtern Parallelen zum Dreißigjährigen Krieg gezogen. Dieser wurde 1648 vom Westfälischen Frieden gelöst, nachdem er Europa jahrzehntelang verwüstete. Die Hausarbeit setzt sich mit der Frage auseinander, ähnliche Lösungsansätze den modernen Konflikt im Mittleren Osten beilegen könnten.

Zunächst wird erläutert, warum ein Vergleich des modernen Mittleren Ostens mit dem Europa des 17. Jahrhunderts überhaupt zutreffend ist, um grundsätzliche Voraussetzungen für das Friedenskonzept aufzuzeichnen. Einen großen Teil der Hausarbeit soll daher die Parallelen zwischen dem Dreißigjährigen Krieg und den Auseinandersetzungen im Mittleren Osten darstellen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Forschungsstand und alternative Deutung des Westfälischen Friedens

3 Historische Einordnung des Kernproblems

3.1 Dreißigjährige Krieg

3.2 Mittlerer Osten

3.3 Universeller Anspruch der Religion als Friedenshindernis?

4 Religionskriege: Geht es um Glauben oder Geopolitik?

4.1 Konfessionalismus und Sektierertum

4.2 Das komplexe Netz aus Großmächten und regionalen Kräften

4.3 Geopolitik als Katalysator für religiöse Konflikte

5 Zwischenergebnis: Interessensüberschneidungen

6 Die Friedensordnung

6.1 Motive für Friedensbereitschaft

6.2 Weshalb scheiterten bisherige Friedensbemühungen?

6.3 Erfolgskonzept des Westfälischen Friedens

7 Fazit

8 Literatur

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, ob die Prinzipien des Westfälischen Friedens von 1648 als Modell dienen können, um die komplexen, von sektiererischer Gewalt und geopolitischen Interessen geprägten Konflikte in Syrien und im Irak zu lösen und den dortigen Staatenzerfall zu stoppen.

  • Vergleich zwischen den religiös-politischen Konflikten des Dreißigjährigen Krieges und der gegenwärtigen Situation im Mittleren Osten.
  • Analyse der Rolle externer Großmächte und regionaler Akteure in sogenannten Stellvertreterkriegen.
  • Bewertung der Inklusivität und der Machtgleichgewichtsmechanismen des Westfälischen Systems.
  • Diskussion über die Möglichkeiten und Grenzen der Anwendung westfälischer Souveränitäts- und Friedenskonzepte auf die aktuelle Region.

Auszug aus dem Buch

4.2 Das komplexe Netz aus Großmächten und regionalen Kräften

Genauso wie der 30 Jährige Krieg nicht auf den protestantisch-katholischen Antagonismus reduziert werden kann, handelt es sich bei den Rebellionen und Kriegen im Mittleren Osten nicht um Feindschaften, die sich auf die islamischen Konfessionen reduzieren lassen. Die Situation im Mittleren Osten und Europa des 17. Jahrhunderts haben eine auffällige Parallele: Lokale Unruhen, bedingt durch sektiererische Rivalitäten, eskalieren soweit, dass sie zu internationalen Konflikten zwischen externen Mächten werden (vgl. Milton et al. S. 33, 2018). In beiden Konflikten sind Religion und Machtpolitik wechselwirkend verbunden. Es wäre daher ebenso falsch, die Konfessionen auszuklammern und es auf säkulare Machtpolitik zu reduzieren. Selbiges gilt für Spaniens Unterstützung für die deutschen Habsburger.

Auffällig war, dass große Teile der Protestantischen Union Böhmen nicht zur Seite standen. Der sächsische Kurfürst Johann Georg I., auch Protestant, schloss sich zu Beginn des Böhmisch-Pfälzischen Krieges sogar den katholischen Habsburgern an (vgl. Westphal 2015, S. 17). Nicht nur, weil ihm Gebiete als Ausgleich versprochen wurden, sondern auch weil er keine politische Verbindung mit dem calvinistischen Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz eingehen wollte (vgl. Ghillany 1865, S. 121). Er versuchte den Status quo des Augsburger Religionsfriedens zu bewahren und eine Politik des Ausgleichs zwischen den Konfessionen fortzuführen. Auf Grund des Restitutionsedikts, worauf die radikale Rekatholisierungspolitik und die Verfolgung der Protestanten in Böhmen folgte, distanzierte sich Sachsen vom Heiligen Römischen Reich 1631 wieder (vgl. Schmidt 2018, S. 50) und wechselte zum protestantischen Schweden. Dieses Bündnis hielt nur bis 1635, denn mit dem Prager Frieden wechselte der sächsische Kurfürst Johann Georg I. zurück ins kaiserliche Lager. Das heutige Katar führt, ähnlich wie Sachsen, eine eigensinnige Außenpolitik.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, ob Prinzipien des Westfälischen Friedens auf die aktuellen Konflikte in Syrien und dem Irak übertragen werden können.

2 Forschungsstand und alternative Deutung des Westfälischen Friedens: Dieses Kapitel hinterfragt die gängige Interpretation des Westfälischen Friedens als reines Geburtsmodell souveräner Nationalstaaten und beleuchtet Machtmechanismen.

3 Historische Einordnung des Kernproblems: Der Abschnitt bietet einen historischen Überblick über den Dreißigjährigen Krieg sowie die Entstehung und Entwicklung der aktuellen Konflikte im Mittleren Osten.

4 Religionskriege: Geht es um Glauben oder Geopolitik?: Hier wird verdeutlicht, wie religiöse Differenzen als Katalysatoren für geopolitische Stellvertreterkriege genutzt werden, sowohl historisch als auch aktuell.

5 Zwischenergebnis: Interessensüberschneidungen: Dieses Kapitel fasst zusammen, wie regionale Akteure durch die Nutzung konfessioneller Konflikte versuchen, eigene Interessen in einem komplexen Umfeld durchzusetzen.

6 Die Friedensordnung: Es wird analysiert, wie Friedensbereitschaft entsteht und welche Elemente des Westfälischen Friedens – wie Inklusivität und Machtgleichgewicht – für eine Neuordnung im Mittleren Osten adaptierbar sind.

7 Fazit: Das Fazit betont, dass eine tragfähige Friedenslösung sowohl externe Großmächte als auch regionale Akteure einbinden muss, um sektiererische Feindseligkeiten geopolitisch zu neutralisieren.

8 Literatur: Ein vollständiges Verzeichnis der in der Arbeit verwendeten Quellen.

Schlüsselwörter

Westfälischer Frieden, Dreißigjähriger Krieg, Syrien, Irak, Mittlerer Osten, Konfessionalismus, Geopolitik, Stellvertreterkrieg, Souveränität, Religionsfreiheit, Sektierertum, Friedensordnung, Machtgleichgewicht, Diplomatie, Radikalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Hausarbeit primär?

Die Arbeit untersucht die Möglichkeit, historische Prinzipien des Westfälischen Friedens von 1648 als Lösungsansatz für die gegenwärtigen Konflikte und den Staatenzerfall in Syrien und im Irak anzuwenden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Interaktion zwischen konfessionellen Spannungen und machtpolitischen Interessen, der Einfluss externer Großmächte sowie die historische Analogie zwischen dem Dreißigjährigen Krieg und modernen Stellvertreterkonflikten.

Welches wissenschaftliche Ziel verfolgt der Autor?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, unter welchen Bedingungen ein inklusiver Friedensprozess nach westfälischem Vorbild dazu beitragen könnte, sektiererische Feindseligkeiten in Syrien und dem Irak juristisch und politisch beizulegen.

Welche methodische Herangehensweise wird gewählt?

Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, bei der historische Strukturen des Westfälischen Friedens mit den gegenwärtigen geopolitischen Dynamiken im Mittleren Osten verglichen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl die historische Genese der Konflikte rekonstruiert als auch die Rolle von Akteuren wie der Türkei, Katar, dem Iran, Russland und den USA im Kontext von Stellvertreterkriegen analysiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Westfälische Souveränität, Sektierertum, Machtgleichgewicht, Inklusivität und Stellvertreterfrieden.

Inwiefern spielt der "Arabische Frühling" eine Rolle für die Argumentation?

Der Arabische Frühling dient als Ausgangspunkt für die Eskalation lokaler Unruhen zu internationalen Stellvertreterkriegen, was die Notwendigkeit einer umfassenden, inklusiven Friedensordnung unterstreicht.

Warum wird die Rolle externer Großmächte so stark betont?

Der Autor argumentiert, dass lokale Friedensbemühungen oft scheitern, weil sie die geopolitischen Interessen und Sponsoren der beteiligten Konfliktparteien ignorieren, weshalb ein "Stellvertreterfrieden" zwingend erforderlich ist.

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Details

Titel
Religionskriege. Ist in Syrien und dem Irak ein Westfälischer Frieden möglich?
Untertitel
Parallelen zwischen den Auseinandersetzungen im Mittleren Osten und dem Dreißigjährigen Krieg
Hochschule
Universität Bielefeld
Note
1,3
Autor
Isaak Berlin (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
28
Katalognummer
V930097
ISBN (eBook)
9783346256607
ISBN (Buch)
9783346256614
Sprache
Deutsch
Schlagworte
religionskriege syrien irak westfälischer frieden parallelen auseinandersetzungen mittleren osten dreißigjährigen krieg nahost naher osten islam
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Isaak Berlin (Autor:in), 2020, Religionskriege. Ist in Syrien und dem Irak ein Westfälischer Frieden möglich?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/930097
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Leseprobe aus  28  Seiten
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