Im Rahmen des Seminars „Women’s novels over the Centuries“ beschäftige ich mich unter anderem mit dem Roman „Pride and Prejudice“ von Jane Austen. Schon beim ersten Lesen fiel mir auf, dass das zentrale Thema dieser Geschichte das Heiraten darstellt. Es wird immer wieder thematisiert und dem Leser wird bewusst, welch wichtige Rolle die Eheschließung zu Jane Austens Zeit gehabt haben muss. Hat man sich im Vorfeld keine Gedanken über dieses Thema gemacht, so regt die Lektüre dazu an, sich ein wenig mehr mit der Thematik des Heiratens auseinanderzusetzen. Mir wurde bewusst, dass dieses gesellschaftliche und persönliche Ereignis im Laufe der Zeit einen großen Wandel erlebte und wir diesem heutzutage wohl eine andere Bedeutung beimessen. Nicht zuletzt, dass sich die Hauptperson des Romans, Elizabeth Bennet, in meinem Alter befindet, führte mich zu der Idee, mich speziell mit dem Gegenstand Hochzeit eingehender zu beschäftigen.
Zunächst werde ich einen kurzen Überblick über das Zeitalter um 1800 geben, was ich für wichtig halte, um den folgenden Inhalt der Arbeit den angemessenen Umständen zuordnen zu können.
Anschließend gehe ich speziell auf die Rolle der Heirat, in eben dieser Zeit, ein.
Im nächsten Abschnitt sollen ausgewählte Eheschließungen aus dem Roman vorgestellt und analysiert werden, wobei der Bezug zum vorangegangenen Kapitel hergestellt werden wird.
Abschließend werde ich eine Schlussbetrachtung vornehmen, in der ich auch einen Bogen zu der heutigen Zeit schlagen werde.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Heirat im frühen 19. Jahrhundert
2.1 England zur Zeit der industriellen Revolution – ein Abriss
2.2 Gründe für eine Heirat im frühen 19. Jahrhundert
2.3 Alternativen zu einer Hochzeit zu Jane Austens Zeit
3. Die Eheschließungen im Roman „Pride and Prejudice“
3.1 Die Heirat von Elizabeth und Mr. Darcy
3.2 Die Heirat von Jane und Mr. Bingley
3.3 Die Heirat von Charlotte Lucas und Mr. Collins
3.4 Die Heirat von Lydia and Mr. Wickham
3.5 Die Ehe von Mrs. Bennet und Mr. Bennet
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die soziokulturelle Bedeutung der Eheschließung zur Zeit des frühen 19. Jahrhunderts im Kontext von Jane Austens Roman „Pride and Prejudice“ zu untersuchen. Dabei wird analysiert, wie unterschiedliche Formen der Eheschließung — von der Vernunftehe bis zur Liebesheirat — die Stellung der Frau und die gesellschaftlichen Erwartungen jener Epoche widerspiegeln.
- Gesellschaftlicher Wandel in England während der industriellen Revolution.
- Die ökonomische Notwendigkeit der Heirat als existenzielle Absicherung für Frauen.
- Analyse verschiedener Ehemodelle im Roman anhand ausgewählter Charakterkonstellationen.
- Gegenüberstellung von Vernunftaspekten und romantischen Idealvorstellungen.
- Kritik an den rigiden sozialen Strukturen und der Rolle der Frau im 19. Jahrhundert.
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Heirat von Elizabeth und Mr. Darcy
Die Hochzeit von Mr. Darcy und Elizabeth Bennet ist eine, die man als erfolgreiche bezeichnen würde. Er hat Vermögen, was folgende Textstelle belegt: „Mr. Darcy […] having ten thousand a year.“, und sie bekommt einen besseren Stand in der Gesellschaft.
Trotzdem ist dieser Bund auf besondere Weise zustande gekommen, was untypisch für die Zeit Jane Austens war.
Darcys erste Meinung über Miss Bennet ist: „She is tolerable; but not handsome enough to tempt me;…“ Hieran lässt sich erkennen, dass sie nicht sofort eine attraktive Wirkung auf ihn hat. Mit dem Satz „[…] she had hardly a good feature in her face“, dessen Inhalt Darcy vor sich selbst und seinen Freunden gegenüber zum Ausdruck bringt, wird seine anfängliche Auffassung untermalt.
Doch schon kurze Zeit später bemerkt der wohlhabende Mr. Darcy, dass er sich doch äußerlich zu ihr hingezogen fühlt: „[…] he began to find it was rendered uncommonly intelligent by the beautiful expression of her dark eyes.“ Trotz dieser Anziehung zieht Bingleys Freund keine ernsthafte Beziehung zu Elizabeth in Erwägung, da sein Stolz und sein Ansehen es ihm verbieten.
Elizabeth, für ihre Zeit mit einer besonderen Einstellung, hält von Anfang an an ihrem Standpunkt fest, dass nur eine echte Liebe sie zu einer Heirat bewegen könne. Nachdem sie hörte, wie Darcy bei ihrer ersten Begegnung über sie sprach, er sie als „tolerable“ bezeichnete, ist sie behaftet mit Vorurteilen, welche zu wachsen scheinen, sobald beide Charaktere aufeinander treffen. Sie teilt die schlecht Meinung der anderen über Mr. Darcy, welche in diesem Satz deutlich wird: „He was the proudest, most disagreeable man in the world, and every body hoped that he would never come there again.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt das Thema Heiraten in Jane Austens Roman „Pride and Prejudice“ vor und erläutert die Zielsetzung sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.
2. Die Heirat im frühen 19. Jahrhundert: Dieses Kapitel gibt einen historischen Abriss über England zur Zeit der industriellen Revolution, untersucht die ökonomischen Gründe für Eheschließungen und betrachtet alternative Lebensentwürfe für Frauen.
3. Die Eheschließungen im Roman „Pride and Prejudice“: In diesem Hauptteil werden die verschiedenen Paarkonstellationen des Romans detailliert analysiert, um ihre Beweggründe und die jeweilige Qualität ihrer Ehen zu beleuchten.
4. Zusammenfassung: Hier werden die Ergebnisse der Analyse zusammengeführt und die Bedeutung von Liebe, Respekt und Gleichheit für eine gelungene Ehe im historischen sowie zeitgenössischen Kontext reflektiert.
Schlüsselwörter
Jane Austen, Pride and Prejudice, Eheschließung, Vernunftehe, Liebesheirat, 19. Jahrhundert, industrielle Revolution, ökonomische Sicherheit, Frauenrolle, Gesellschaftskritik, Elizabeth Bennet, Mr. Darcy, soziale Schichtung, Feminismus, Heiratsmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der zentralen Rolle der Eheschließung im Roman „Pride and Prejudice“ von Jane Austen und setzt diese in den Kontext der gesellschaftlichen Bedingungen des frühen 19. Jahrhunderts.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der sozioökonomische Druck auf Frauen, die Bedeutung der Vernunftehe gegenüber der Liebesheirat sowie der gesellschaftliche Wandel während der industriellen Revolution.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Ehekonstellationen im Roman die damaligen sozialen Barrieren widerspiegeln und Austens Fortschrittlichkeit hinsichtlich der Definition der Frauenrolle zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, bei der Textstellen aus dem Roman mit historischem Hintergrundwissen über das 19. Jahrhundert in Bezug gesetzt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden fünf spezifische Ehekonstellationen analysiert: Elizabeth und Darcy, Jane und Bingley, Charlotte und Mr. Collins, Lydia und Wickham sowie das Ehepaar Bennet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Heiratsmarkt, ökonomische Sicherheit, gesellschaftlicher Wandel, Geschlechterrollen und die individuelle Selbstbestimmung der Frau charakterisiert.
Wie bewertet die Autorin die Ehe von Charlotte Lucas und Mr. Collins?
Die Ehe wird als pragmatische Vernunftehe eingestuft, die Charlotte primär zur materiellen Absicherung eingeht, wobei Austen dies als „legal prostitution“ kritisch hinterfragt.
Warum ist die Ehe von Elizabeth und Darcy für Austen so bedeutend?
Sie gilt als exemplarisches Beispiel für eine erfolgreiche Verbindung, die auf gegenseitigem Respekt, intellektueller Gleichheit und echter Liebe basiert, statt nur auf finanzieller Basis.
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- Anett Hobe (Author), 2008, Die Rolle der Hochzeit in Jane Austens „Pride and Prejudice“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93014