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Untersuchung zur Bedeutung der Begriffe "Achtung", "Gunst" und "Neigung"

Title: Untersuchung zur Bedeutung der Begriffe "Achtung", "Gunst" und "Neigung"

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Thomas Kauf (Author), Jinan Khalil (Author)

German Studies - Literature of History, Eras
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Summary Excerpt Details

In dieser Arbeit wird die Bedeutung der Begriffe Achtung, Gunst und Neigung untersucht werden. Ausgangspunkt stellt dabei Immanuel Kants „Kritik der Urteilskraft“ dar, in der diese Begriffe miteinander kontrastiert werden, um zu einer Definition des Geschmacks zu gelangen. In genau diesem Zusammenhang stellte sich die Frage, was unter Achtung, Gunst und Neigung aus der Sprachperspektive heraus verstanden werden kann, weshalb in den folgenden Kapiteln eine eingehendere Untersuchung dieser drei Begriffe stattfinden wird. Um die Bedeutungen der Begriffe aus möglichst vielen unterschiedlichen Richtungen zu beleuchten wurden verschiedene Ansätze gewählt. Auf eine Erläuterung der Begriffe im kantischen Verständnis folgen zunächst Annäherungen an heute geläufige Verwendungsweise, gestützt durch aktuelle Lexika und eigene Korpora-Stichproben, um schließlich die Begriffe einer eingehenden etymologischen Untersuchung zu unterziehen. Das jeweilige methodische Vorgehen wird an den entsprechenden Stellen eingehender darstellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Begriffe Achtung, Neigung und Gunst bei Kant

3. Gebrauch und Herkunft der Begriffe Achtung, Gunst und Neigung

3.1 Achtung

3.1.1 Allgemeiner heutiger Wortgebrauch

3.1.2 Etymologischer Hintergrund

3.1.3 Schlussfolgerung

3.2 Neigung

3.2.1 Allgemeiner heutiger Sprachgebrauch

3.2.2 Etymologischer Hintergrund

3.2.3 Schlussfolgerung

3.3 Gunst

3.3.1 Allgemeiner heutiger Sprachgebrauch

3.3.2 Etymologischer Hintergrund

3.3.3 Schlussfolgerung

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Begriffe Achtung, Gunst und Neigung, ausgehend von Immanuel Kants „Kritik der Urteilskraft“, um deren Rolle bei der Definition des ästhetischen Geschmacks aus sprachwissenschaftlicher und etymologischer Perspektive zu ergründen.

  • Semantische Analyse der Begriffe in Kants Philosophie.
  • Untersuchung des heutigen Sprachgebrauchs mittels Korpusanalysen.
  • Etymologische Herleitung und historischer Bedeutungswandel der Begriffe.
  • Kontrastierung der Begriffe hinsichtlich ihrer Anwendung im ästhetischen Urteil.

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Etymologischer Hintergrund

Achtung steht als Verbalabstraktum des Verbs achten, das dessen Grundwort Acht im Lauf der Zeit weitgehend abgelöst hat, im engen Zusammenhang mit diesen beiden Wörtern, welche bei der Suche nach den Ursprüngen von Achtung eine bedeutende Rolle spielen. Deutlich weiter als Achtung reicht der Begriff Acht, wie er heute nur noch in Redewendungen wie außer Acht lassen oder sich in Acht nehmen existiert, zurück. Er lässt sich über das mittelhochdeutsche ahte bzw. aht, womit sich so unterschiedliches wie Meinung, Berechnung als auch Gehorsam ausdrücken ließ, über das althochdeutsche ahta, das Fürsorge, Nachdenken, Meinung, Weise und Gedanke bedeuten konnte bis zum westgermanischen ahto im Sinne von Beachtung und Aufmerksamkeit zurückverfolgen.

Über die weitere Herkunft des Begriffs Acht kann nur spekuliert werden. Denkbar scheinen Beziehungen zu den indogermanischen Wurzeln *ag- (bewegen, treiben) oder *ak- mit den Bedeutungen scharf und spitzig. Am weitesten zeitlich zurück führen Spekulationen über den Ursprung von Acht in der Wurzel aks- (wach sein) in der zur indogermanischen Sprachfamilie gehörenden tocharischen Sprachgruppe Tocharisch B, wie sie Rekonstruktionen gemäß vor etwa 2000 Jahren in der heute im Nordwesten Chinas gelegenen Region Xinjiang gesprochen wurde. Auch über Verbindungen zu außergermanischen Formen wird gemutmaßt, eine Beziehung zum griechischen óknos (Bedenklichkeit, Zaudern) scheint zumindest möglich.

Der Ursprung des Wortes Achtung selbst lässt sich bis ins 9. Jahrhundert zum althochdeutschen althunga zurückverfolgen, mit dem sich ein breites Bedeutungsspektrum im Bereich des Denkens und Bewertens abdecken ließ. So konnte damit sowohl Meinung, Nachdenken, Ansicht, Beurteilung und Wertung, aber auch der Ruf sowie das Maß bezeichnet werden. Das mittelhochdeutsche ahtunge deckte sich weitgehend mit diesen Bedeutungen. So konnte damit ebenfalls die Meinung bzw. das Gutdünken und ebenso die Abschätzung im Sinne von Beurteilung bezeichnet werden. Darüber hinaus wurde ahtunge gebraucht, um das Beachten und Aufmerken auszudrücken und erhielt offenbar eine im Verhältnis zum relativ neutralen althochdeutschen ahtunga eine deutlich positiver geprägte Konnotation im Sinne von Wertschätzung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Untersuchung ab, indem sie Immanuel Kants „Kritik der Urteilskraft“ als Ausgangspunkt für die sprachwissenschaftliche Analyse der Begriffe Achtung, Gunst und Neigung definiert.

2. Die Begriffe Achtung, Neigung und Gunst bei Kant: Dieses Kapitel erläutert die kantische Differenzierung der Lust am Angenehmen, am Guten und am Schönen und verknüpft diese mit den jeweiligen Begriffen Achtung, Neigung und Gunst.

3. Gebrauch und Herkunft der Begriffe Achtung, Gunst und Neigung: Das Hauptkapitel untersucht die heutige Verwendung und die etymologische Herkunft der drei Begriffe mittels Textkorpora und etymologischer Standardwerke.

3.1 Achtung: Die Untersuchung von Achtung zeigt die Zweiteilung in den Appell „hab Acht!“ und die Wertschätzung, wobei der Begriff etymologisch eng mit dem Denken und Verstand verbunden ist.

3.2 Neigung: Hier wird der Wandel von der ursprünglichen Bedeutung des „Neigens“ (Gefälle) hin zur heute dominanten uneigentlichen Bedeutung als Vorliebe oder Trieb analysiert.

3.3 Gunst: Gunst wird als schwieriger Begriff identifiziert, dessen Bedeutung eng an ein Wohlwollen gegenüber anderen gebunden ist, jedoch oft ein Abhängigkeitsverhältnis impliziert.

4. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass insbesondere die Gunst und das in ihr enthaltene freiheitliche Moment eine entscheidende Rolle für das ästhetische Urteil spielen.

Schlüsselwörter

Immanuel Kant, Kritik der Urteilskraft, Ästhetik, Geschmack, Achtung, Gunst, Neigung, Sprachgebrauch, Etymologie, Wortbedeutung, Wohlgefallen, Urteilskraft, Philosophie, Sprachwissenschaft, Begriffsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die philosophische und sprachliche Bedeutung der drei Begriffe Achtung, Gunst und Neigung im Kontext von Kants Ästhetik.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?

Im Fokus stehen die kantische Differenzierung des Wohlgefallens, der heutige Sprachgebrauch in Medien und Literatur sowie die etymologische Herkunft der Begriffe.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das ästhetische Urteil zu gewinnen, indem untersucht wird, warum Kant genau diese drei Begriffe zur Kontrastierung und Definition des Geschmacks wählte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autoren nutzen einen interdisziplinären Ansatz, bestehend aus philosophischer Textanalyse, der Untersuchung aktueller Lexika und der Korpusanalyse (IDS) sowie einer historisch-etymologischen Betrachtung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei Abschnitte, die jeden Begriff einzeln hinsichtlich heutigem Gebrauch, Etymologie und Schlussfolgerungen für den kantischen Sprachgebrauch analysieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Schlagworte sind Immanuel Kant, Ästhetik, Achtung, Gunst, Neigung und Begriffsgeschichte.

Was ist der wesentliche Unterschied zwischen Neigung und Gunst laut der Untersuchung?

Die Arbeit identifiziert als zentralen Unterschied das Abhängigkeitsverhältnis; während Neigung oft eine sinnliche Komponente hat, impliziert Gunst häufig eine Machtkonstellation zwischen Gönner und Begünstigtem.

Welche Rolle spielt das Wort „Achtung“ im militärischen Kontext?

Die Autoren stellen fest, dass sich Achtung im 18. Jahrhundert vom abstrakten Begriff für Aufmerksamkeit und Schätzung zum militärischen Kommando- und Warnruf „Achtung!“ verkürzte.

Warum spielt die Etymologie bei den gewählten Begriffen eine Rolle?

Die Etymologie hilft zu belegen, dass die Begriffe schon vor Kant mit spezifischen Bedeutungsschichten (wie Denken, Verstand oder Unterwerfung) belegt waren, was Kants philosophische Wahl dieser Wörter präziser nachvollziehbar macht.

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Details

Title
Untersuchung zur Bedeutung der Begriffe "Achtung", "Gunst" und "Neigung"
College
Justus-Liebig-University Giessen
Course
Theorien des Schönen im 18. Jahrhundert
Grade
1,0
Authors
Thomas Kauf (Author), Jinan Khalil (Author)
Publication Year
2007
Pages
22
Catalog Number
V93025
ISBN (eBook)
9783638067294
ISBN (Book)
9783638955614
Language
German
Tags
Untersuchung Bedeutung Begriffe Achtung Gunst Neigung Theorien Schönen Jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Kauf (Author), Jinan Khalil (Author), 2007, Untersuchung zur Bedeutung der Begriffe "Achtung", "Gunst" und "Neigung", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93025
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