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Die Einführung des dualen Systems (1984) und seine Folgen - Eine Studie zur Einführung des Privatfernsehens in Deutschland

Title: Die Einführung des dualen Systems (1984) und seine Folgen - Eine Studie zur Einführung des Privatfernsehens in Deutschland

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Thomas Kauf (Author)

History of Europe - Newer History, European Unification
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Die Zulassung privater Programmanbieter im Jahr 1984 hat die bundesdeutsche Fernsehlandschaft für immer nachhaltig verändert. Mit der Etablierung eines dualen Systems, in dem private und öffentlich-rechtliche Sender nebeneinander existieren, kam ein Entwicklungsprozess zum Abschluss, dessen Ursprünge mehr als 30 Jahre vorher liegen.
Ziel dieser Arbeit ist es, diese Entwicklung, unter besonderer Berücksichtigung prägender technologischer, politischer und juristischer Rahmenbedingungen, darzustellen. Im Anschluss daran wird die Entfaltung des privatwirtschaftlichen Fernsehsektors seit Beginn der 1980er Jahre anhand ausgewählter Beispiele nachgezeichnet und im Hinblick auf die Programmgestaltung und den sich daraus ergebenden Konsequenzen, etwa feststellbare Rück- und Auswirkungen auf die öffentlich-rechtlichen Sender, untersucht. Knut Hickethiers „Geschichte des deutschen Fernsehens“ bildet zusammen mit Angela Vennebuschs zusammenfassender Darstellung der „Neugliederung der deutschen Fernsehlandschaft“ und Dominik Koch-Gomberts „Fernsehformate und Formatfernsehen“ die zentrale Basis dieser Arbeit, diverse weitere Publikationen fließen ergänzend ein.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Vorgeschichte des Privatfernsehens in Deutschland

2.1 Adenauers „Deutschlandfernsehen“

2.1.1 Der politische Rahmen: Der Bund-Länder-Konflikt

2.1.2 „Deutschland-Fernsehen GmbH“ und„Freies Fernsehen GmbH“

2.1.3 Das Scheitern des „Adenauer-Fernsehens“

2.2 „Telesaar“

3. Voraussetzung und Umsetzung der Einführung des dualen Systems

3.1 Voraussetzungen des dualen Systems

3.1.1 Der technische Rahmen: Neue Distributionstechniken

3.1.2 Die Positionen der Parteien

3.2 Der Einstieg in das duale System: Die Kabelpilotprojekte

4. Aufbau und Entwicklung der neuen Sender

4.1 Allgemein

4.2 RTL

4.3 SAT.1

4.4 Die Entstehung weiterer Sender

5. Das Programm der privaten Anbieter

5.1 Der Wandel des Paradigmas

5.2 Die Entwicklung privater Programmstrukturen

5.3 Programmformen im Privatfernsehen

5.3.1 Besetzung tabuisierter thematischer Nischen

5.3.2 Variationen bestehender Sendeformen

5.3.3 Versuch der Monopolisierung von Sportgroßereignissen

6. Grundlegende Auswirkungen der Einführung des dualen Systems

6.1 Werbung

6.2 Auswirkungen auf das öffentlich-rechtliche Fernsehen

6.3 Veränderungen im Zuschauerverhalten

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den historischen Prozess der Einführung des dualen Rundfunksystems in Deutschland im Jahr 1984 und analysiert die daraus resultierenden langfristigen Folgen für die Fernsehlandschaft, insbesondere im Hinblick auf Programmstrukturen und das Zuschauerverhalten.

  • Historische Genese des Privatfernsehens
  • Politischer und rechtlicher Rahmen
  • Aufbau und Etablierung privater Sendergruppen
  • Veränderungen in Programmgestaltung und Inhalten
  • Auswirkungen auf öffentlich-rechtliche Sender

Auszug aus dem Buch

3.1.2.1 SPD

Die SPD hatte sich bereits in ihrem 1971 verabschiedeten Medienkonzept klar gegen die Privatisierung des Rundfunks ausgesprochen, da sie damit einhergehend die im Grundgesetz verankerten Grundrechte auf Meinungsfreiheit und Freiheit der Information durch die Profitinteressen privater Anbieter gefährdet sah. Als unproblematisch beurteilte sie hingegen die privatwirtschaftliche Produktion von Rundfunkbeiträgen, solange die Kontrolle darüber durch die öffentlich-rechtlichen Anstalten gewährleistet blieb.

Den neuen Informations- und Kommunikationstechniken und den damit möglich gewordenen Veränderungen der Medienlandschaft, wie sie sich im weiteren Verlauf der 1970er Jahre abzeichneten, stand die SPD insgesamt skeptisch gegenüber, wovon unter anderem auch die im Januar 1978 verabschiedeten „Leitlinien zur Zukunftsentwicklung der elektronischen Medien“ zeugen. Als beispielhaft für die kritische Haltung der SPD kann auch eine im November 1979 gehaltene Rede des damaligen Bundeskanzlers und SPD-Vorsitzenden Helmut Schmidt betrachtet werden, in der dieser ausführliche Untersuchungen zu den gesellschaftlichen Auswirkungen der sich abzeichnenden neuen Medienlandschaft forderte um „(…) nicht heute diejenigen Weichen (zu stellen), auf denen morgen der Zug unserer Demokratie entgleisen könnte“.

Die SPD blieb bei ihrer ablehnenden Haltung gegenüber privaten kommerziellen Rundfunkanbietern bis in die frühen 1980er Jahre hinein. Vor dem Hintergrund der ersten Kabelpilotprojekte und der Zulassung privaten Rundfunks in einigen Unions-regierten Ländern vollzog die SPD auf dem Essener Parteitag von 1984 ihre so genannte „medienpolitische Wende“, in der sie von ihrer strikten Ablehnung privater Sender abrückte, um sich somit die Möglichkeit zur Mitgestaltung des Mediensystems offen zu halten. Ihre nach wie vor skeptische Haltung gegenüber privaten Anbietern fand nun ihrer Niederschlag im Hinwirken der SPD auf eine besondere Stärkung der Stellung der öffentlich-rechtlichen Sender.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den Übergang zur dualen Rundfunklandschaft und definiert das Ziel, die technologischen, politischen und juristischen Rahmenbedingungen sowie die Entwicklung des privaten Sektors zu untersuchen.

2. Zur Vorgeschichte des Privatfernsehens in Deutschland: Das Kapitel beleuchtet die frühen Versuche Konrad Adenauers, ein staatsnahes Privatfernsehen zu etablieren, und den gescheiterten Sender Telesaar.

3. Voraussetzung und Umsetzung der Einführung des dualen Systems: Hier werden die technischen Fortschritte, die parteipolitischen Debatten und die entscheidenden Urteile des Bundesverfassungsgerichts als Grundlagen für das duale System dargestellt.

4. Aufbau und Entwicklung der neuen Sender: Dieser Abschnitt analysiert die drei Phasen der Sendergründungen von 1983 bis 1995, mit Fokus auf RTL, SAT.1 und die zunehmende Spartenbildung.

5. Das Programm der privaten Anbieter: Das Kapitel beschreibt den Wandel der Programmkonzepte hin zur Werbewirksamkeit und Methoden wie Programmstripping sowie die Besetzung tabuisierter Nischen.

6. Grundlegende Auswirkungen der Einführung des dualen Systems: Hier werden die Zunahme der Werbung, die Reaktion der öffentlich-rechtlichen Sender durch Formatnachahmung und das veränderte Zuschauerverhalten analysiert.

7. Fazit: Das Fazit resümiert, dass das Privatfernsehen das Fernsehen zum Unterhaltungsmedium transformiert hat und ein durch gegenseitiges Kopieren der Sender geprägter Massengeschmack dominiert.

Schlüsselwörter

Duales System, Privatfernsehen, Rundfunkstaatsvertrag, Adenauer, Medienpolitik, Programmgestaltung, Werbewirksamkeit, RTL, SAT.1, Kabelpilotprojekte, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Zapping, Unterhaltungsfernsehen, Medienwandel, Fernsehgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der Einführung des dualen Fernsehsystems in Deutschland ab 1984 und die damit verbundenen Konsequenzen für die Medienlandschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themen umfassen die politischen Hintergründe der frühen Jahre, den rechtlichen Rahmen durch Verfassungsurteile, die Entwicklung der privaten Sender wie RTL und SAT.1 sowie die Auswirkungen auf Programmstrukturen und das Verhalten der Zuschauer.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Ziel der Arbeit ist es, die Entwicklung zum dualen System unter Berücksichtigung prägender technologischer, politischer und juristischer Rahmenbedingungen darzustellen und die Entfaltung des privatwirtschaftlichen Sektors sowie dessen Rückwirkungen auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu untersuchen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit angewendet?

Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse, wobei zentrale Publikationen zur Geschichte des deutschen Fernsehens von Autoren wie Knut Hickethier, Angela Vennebusch und Dominik Koch-Gombert als Basis dienen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Vorgeschichte, die Voraussetzungen und Umsetzung des dualen Systems, die Senderentwicklung, eine Analyse der Programmkonzepte sowie die Auswirkungen auf Werbung, das öffentlich-rechtliche System und das Zuschauerverhalten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem das duale Rundfunksystem, das Adenauer-Fernsehen, Kabelpilotprojekte, Programmstripping, Marktparadigmen und die Veränderung des Zuschauerverhaltens.

Welche Bedeutung hatten die Kabelpilotprojekte für das deutsche Fernsehen?

Sie dienten als Versuchsfeld, um neue mediale Angebote zu erproben, und schufen faktisch die Grundlagen für den Durchbruch des privaten Rundfunks, da eine Rückkehr zum Status quo nach dem Start nicht mehr möglich war.

Wie reagierten die öffentlich-rechtlichen Sender auf die private Konkurrenz?

Sie passten ihre Programmgestaltung an, indem sie Unterhaltungssegmente ausbauten, Sendezeiten erweiterten und teilweise private Formate im Stil von Daily-Soaps oder Casting-Shows imitierten.

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Details

Title
Die Einführung des dualen Systems (1984) und seine Folgen - Eine Studie zur Einführung des Privatfernsehens in Deutschland
College
Justus-Liebig-University Giessen
Course
Fenster zur Welt - Die Frühzeit des Fernsehens in Deutschland
Grade
1,0
Author
Thomas Kauf (Author)
Publication Year
2006
Pages
24
Catalog Number
V93035
ISBN (eBook)
9783638068000
ISBN (Book)
9783638955645
Language
German
Tags
Einführung Systems Folgen Eine Studie Einführung Privatfernsehens Deutschland Fenster Welt Frühzeit Fernsehens Deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Kauf (Author), 2006, Die Einführung des dualen Systems (1984) und seine Folgen - Eine Studie zur Einführung des Privatfernsehens in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93035
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