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Praktikum in der Betreuungsstelle eines Sozialamtes

Title: Praktikum in der Betreuungsstelle eines Sozialamtes

Internship Report , 2006 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Astrid Gnielka (Author)

Social Work
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Vorwort

Ich muss zugeben, dass ich mir nicht sicher war, wie ich den Praxisbericht am besten gliedern sollte. Einerseits schien mir eine Aufteilung in soziale, psychische, rechtliche usw. Themen am übersichtlichsten. Andererseits fragte ich mich, wie authentisch das Bild der Frau dann noch sei, dass ich hier zeichnen wollte. So entschied ich mich dafür, den Fall chronologisch darzustellen. Dies führt unter Umständen dazu, dass der Bericht an der einen oder anderen Stelle wie eine Abhandlung klingen mag. Ich hoffe jedoch, mir ist es gelungen, meine Begeisterung und mein Interesse für den betroffenen Menschen hier wieder zu geben.
Trotz des wissenschaftlichen Anspruches an die Arbeit, war es darüber hinaus mein Anliegen, den Bericht so zu verfassen, dass ihn auch ein Nicht-Fachmann bzw. eine Nicht-Fachfrau versteht. Aus diesem Grunde sind im Anhang einige Begriffserklärungen zu finden, die einem geschulten Sozialarbeiter oder denen, die es einmal werden wollen, überflüssig erscheinen mögen. Mir liegt das Verständnis jedoch sehr am Herzen. Begriffe, die im Anhang erklärt werden, sind kursiv geschrieben.
Ich hoffe, mit den folgenden Seiten einen spannenden Einblick in die Arbeit während meines Praktikums liefern zu können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Meine Motivation

2. Die Praxisstelle

3. Ein Beispiel aus der Praxis

3.1. Vorgeschichte und Sozialanamnese

3.2. Die Aufgaben

3.3. Was wir erreichen konnten

4. Fazit

Zielsetzung und Themen

Dieser Praxisbericht dokumentiert die Erfahrungen einer Studierenden der Sozialen Arbeit während ihres Praktikums in der Betreuungsstelle eines Sozialamtes. Ziel ist es, den beruflichen Alltag in der rechtlichen Betreuung zu reflektieren, ethische Dilemmata im Umgang mit Klienten aufzuzeigen und die erlebte Diskrepanz zwischen fachlichem Anspruch und bürokratischer Realität zu analysieren.

  • Grundlagen und Arbeitsweise einer behördlichen Betreuungsstelle
  • Chronologische Falldarstellung einer Klientin mit psychischer Erkrankung
  • Herausforderungen bei der rechtlichen und sozialen Unterstützung (Finanzen, Wohnen, Gesundheit)
  • Reflexion über Professionalität und Standardisierung in der Sozialen Arbeit
  • Einfluss von Sparmaßnahmen und Behördenstrukturen auf die Klientenversorgung

Auszug aus dem Buch

3.1. Vorgeschichte und Sozialanamnese

Der Sozialpsychiatrische Dienst (SPD) war von der Wohnungsbaugesellschaft, von der Frau L. ihre Wohnung vermietet bekommt, informiert worden, da diese durch auffälliges Verhalten der Frau L. auf sie aufmerksam geworden waren. Sie hatte Möbel wochenlang im Hausflur abgestellt, einen Fernseher, der – wie sie später erklärte – gebrannt haben soll, aus dem Fenster geschmissen, sie hatte die Sicherungen in ihrer Wohnung grundlos rausgedreht und wirkte auch im Allgemeinen sehr verwirrt.

Der SPD begutachtete Frau L. und regte aufgrund der gesammelten Informationen beim Vormundschaftsgericht im November 2005 eine Betreuung der Frau L. an. Sodann wurde ein psychologisches Gutachten in Auftrag gegeben, das Aufschluss darüber liefern sollte, ob und an welcher Erkrankung Frau L. litt und ob somit eine Betreuung gerechtfertigt wäre.

Basierend auf den Ergebnissen des Gutachtens kam es im Januar 2006 zu einer einstweiligen Anordnung des Gerichts, da es befand, dass bei Frau L. Gefahr im Vollzug war und sie ohne sofortige Hilfe hilflos wäre. Bei Frau L. bestand der Verdacht, dass sie an einem beginnenden dementiellen Syndrom (vermutlich Alzheimer-Typ) erkrankt war. Außerdem vermutete man bei ihr eine Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis. Sie hatte paranoid halluzinatorische Ideen und hörte Stimmen. So schaltete sie ständig ihre Gastherme aus, da ihr davon schwindelig würde und außerdem die Nachbarn ihr Wasser mitverbrauchten. Und sie hatte auch zwei Telefone, wobei sie mit dem zweiten die Gegend abhöre. Darüber hinaus litt sie an einer Herz-Kreislauferkrankung (Hypertonie) und an Diabetes mellitus. Das hatte eine Befragung ihrer ehemaligen Hausärztin ergeben. Seit Jahren sei sie nicht mehr zum Arzt gegangen, sagte Frau L. selbst und auch zum Zeitpunkt des Gutachtens verweigerte sie die Hilfe von Ärzten und Sozialstationen. Dies rechtfertigte, dass die eigentlich notwendige Anhörung der Frau L. nachgeholt wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Die Autorin begründet ihre Entscheidung für eine chronologische Darstellung des Fallbeispiels, um ein authentisches und für Laien verständliches Bild der Klientin zu zeichnen.

1. Meine Motivation: Die Autorin reflektiert ihre Entscheidung für das Praktikum in der Betreuungsstelle, um ein breiteres Verständnis für gesellschaftliche Problemkomplexe jenseits der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu gewinnen.

2. Die Praxisstelle: Das Kapitel beschreibt den organisatorischen Rahmen der Betreuungsstelle, die gesetzlichen Grundlagen nach dem BGB sowie die räumliche Isolation der Klienten im Sozialamt.

3. Ein Beispiel aus der Praxis: Anhand einer Klientin wird der Prozess der Betreuungsaufnahme, die rechtliche Situation und die praktische Unterstützung bei Alltagsproblemen detailliert nachgezeichnet.

3.1. Vorgeschichte und Sozialanamnese: Darstellung der Anlassdiagnosen, der gesundheitlichen Situation und der sozialen Vereinsamung der Klientin, die zur Bestellung einer Betreuung führten.

3.2. Die Aufgaben: Analyse der notwendigen Schritte zur Sicherung der Lebensgrundlage, inklusive Einwilligungsvorbehalt, Postkontrolle und finanzieller Regulierung.

3.3. Was wir erreichen konnten: Bilanz der praktischen Erfolge bei der Stabilisierung der Lebenssituation der Klientin trotz bürokratischer Hürden und fortbestehender persönlicher Herausforderungen.

4. Fazit: Die Autorin kritisiert das Fehlen einheitlicher fachlicher Standards in der Betreuungsarbeit und reflektiert die ethischen Spannungsfelder zwischen Fürsorgepflicht und Selbstbestimmung.

Schlüsselwörter

Soziale Arbeit, Betreuungsstelle, Rechtliche Betreuung, Sozialanamnese, Schizophrenie, Einwilligungsvorbehalt, Behördenstruktur, Sozialpsychiatrischer Dienst, Professionalisierung, ethische Dilemmata, Sparzwang, Fallbeispiel, Gesundheitsfürsorge, Vermögenssorge, Patientenschutz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in diesem Praxisbericht?

Der Bericht schildert die praktischen Erfahrungen und Reflexionen einer Studierenden der Sozialen Arbeit während eines Semesters in einer behördlichen Betreuungsstelle.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit behandelt die rechtliche Betreuung von Menschen mit psychischen oder geistigen Einschränkungen, die Organisation behördlicher Abläufe und die praktische Fallarbeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den beruflichen Alltag in der Betreuungsstelle darzustellen und kritisch zu hinterfragen, inwiefern die Praxis dem wissenschaftlichen Anspruch und den ethischen Anforderungen der Sozialen Arbeit gerecht wird.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Der Bericht nutzt eine praxisorientierte, chronologische Falldarstellung (Fallstudie) in Kombination mit einer kritischen Reflexion der institutionellen Rahmenbedingungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf ein spezifisches Praxisbeispiel, wobei Vorgeschichte, rechtliche Aufgabenbereiche und die erzielten Erfolge bei der Unterstützung einer Klientin detailliert analysiert werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem rechtliche Betreuung, Sozialanamnese, Schizophrenie, Einwilligungsvorbehalt und die ethische Reflexion sozialarbeiterischen Handelns.

Wie bewertet die Autorin die personelle Ausstattung der Praxisstelle?

Sie äußert sich kritisch darüber, dass neben Sozialpädagogen auch fachfremde Kräfte (z.B. Verwaltungsfachwirte) ohne spezifische methodische Schulung in der Betreuungsarbeit tätig sind.

Welches ethische Dilemma wird am Beispiel des männlichen Klienten mit offenen Beinen deutlich?

Das Dilemma besteht in der Abwägung zwischen dem Schutz des Klienten (notwendige medizinische Versorgung) und dessen Recht auf Selbstbestimmung, selbst wenn dies gesundheitliche Gefahren birgt.

Excerpt out of 16 pages  - scroll top

Details

Title
Praktikum in der Betreuungsstelle eines Sozialamtes
College
Catholic University for Applied Sciences Berlin
Grade
1,0
Author
Astrid Gnielka (Author)
Publication Year
2006
Pages
16
Catalog Number
V93108
ISBN (eBook)
9783640120840
Language
German
Tags
Praktikum Betreuungsstelle Sozialamtes
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Astrid Gnielka (Author), 2006, Praktikum in der Betreuungsstelle eines Sozialamtes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93108
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