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Außenpolitische Kommunikation und Konfliktmanagement

Eine vergleichende Analyse außenpolitischer Kommunikation in sicherheitspolitischen Spannungsfeldern westlicher Demokratien seit dem Ende des Kalten Krieges

Title: Außenpolitische Kommunikation und Konfliktmanagement

Doctoral Thesis / Dissertation , 2007 , 269 Pages , Grade: cum laude

Autor:in: Dr. Maria Dorn (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security
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Summary Excerpt Details

Das ausgewogene Verhältnis von Mitteln, Zielen und bilateraler Kommunikation im
internationalen Staatengefüge lobt Josef Joffe in seinem Artikel: „Von Merkel umgarnt“
in Bezug auf die von Bundeskanzlerin Merkel verfolgte außenpolitische Strategie.
Joffe verbindet in seiner Einschätzung die Elemente, welche ein bislang in der
Wissenschaft weniger behandeltes Thema beeinflussen: Die Kommunikation in der
Sicherheitspolitik westlicher Demokratien.
Immer wieder kommt es bei außenpolitischen Aktivitäten von Staaten und im
internationalen Konfliktmanagement zu Missverständnissen, Krisen und Konflikten,
weil die Kommunikation nicht der Situation angemessen und / oder nicht an den Adressaten abgestimmt erfolgt.
Verstimmungen in den internationalen Beziehungen auf Grund kommunikativer
Schwächen ereignen sich, obwohl persönliche Kommunikation nach wie vor als die höchste ausgebildete und bedeutendste Form kommunikativen Handelns angesehen
wird und bereits Jürgen Habermas immer wieder auf die Funktion als „überindividuelles
Handeln“ hingewiesen hat. Zu klären ist insbesondere die Frage, inwiefern sich westliche Demokratien in der Verwendung und Gestaltung politischer Kommunikation in der Außen- und Sicherheitspolitik unterscheiden. Welche Bedeutung der Kommunikation in der Außen- und Sicherheitspolitik zwischen westlichen Demokratien beigemessen werden kann, soll im Folgenden kurz anhand der aktuellen Entwicklungen in der internationalen Politik aufgezeigt werden.
Die klassischen Staatengefüge, insbesondere die westlichen Demokratien,
sehen sich mit neuen, ungewohnten Herausforderungen konfrontiert: Anstelle traditioneller Akteure in Form von Nationalstaaten treten vermehrt regional übergreifende, national nicht eingrenzbare Gruppierungen, die das internationale Gleichgewicht in unterschiedlichen Bereichen beeinflussen. Konfliktmanagement, Krisenprävention und Konfliktnachbearbeitung bestimmen mehr und mehr den Alltag im internationalen Umfeld.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

1. Zentrale Fragestellung des Forschungsvorhabens

2. Ziel der Untersuchung

II. Theorie – wissenschaftliche Hintergründe und Grundlagen

1. Politikwissenschaft – Diskursanalyse im konstruktivistischen Sinne

1.1 Demokratie und ihre Ausprägungen: Grundlage des Vergleichs außen- und sicherheitspolitischer Kommunikation

1.2 Vergleichende Systemforschung

1.2.1 Das Input-Output – Modell

1.2.2 Dimensionen des Politischen in der vorliegenden Untersuchung

1.2.3 Konzepte der Politischen Kultur: Öffentliche Meinung, Nationale Identität

2. Kommunikationswissenschaft

2.1 Das Koorientierungsmodell beruhend auf der Lasswell-Formel

2.2 Kommunikationssystem und Kommunikationskultur

3. Sozialwissenschaft – Internationales Konfliktmanagement

III. Methodik

1. Außenpolitische Kommunikation in der Literatur

2. Außen- und sicherheitspolitische Kommunikation und ihre Dimensionen in der vorliegenden Analyse

2.1 Machtverhältnisse und Führungsstil

2.2 Strategie der Außenpolitik und Politikstil

2.3 Kommunikationsstil der Akteure

3. Das Untersuchungsmodell außenpolitischer Kommunikation in sicherheitspolitischen Spannungsfeldern westlicher Demokratien

IV. Empirie: Anwendung des Untersuchungsmodells auf ausgewählte sicherheitspolitische Konfliktsituationen in westlichen Demokratien

1. Aufbau der empirischen Untersuchung

1.1 Fallstudien in der politikwissenschaftlichen Analyse

1.2 Auswahl des Datenmaterials

1.2.1 Datenmaterial des Konfliktbarometers des Heidelberger Instituts für Konfliktforschung

1.2.2 Metastudie des Konfliktbarometers als Basis der Fallstudien

2.1 Die Bundesrepublik Deutschland

2.1.1 Das Regierungssystem im nationalen Umfeld

2.1.2 Die Akteure der Außenpolitik

2.1.3 Sicherheitspolitische Traditionen, Werte und Normen – Stellung im internationalen System

2.2 Die Vereinigten Staaten von Amerika

2.2.1 Das Regierungssystem der Vereinigten Staaten

2.2.2 Die Akteure der Außenpolitik

2.2.3 Außenpolitische Traditionen, Werte und Normen und die Stellung im internationalen System

2.3 Russland – defekte Demokratie als Sonderfall einer westlichen Demokratie

2.3.2 Die Akteure der Außenpolitik

3. Fallstudienanalyse

3.1 Begründete Auswahl und Charakterisierung der Fälle

3.2 Crucial Cases – Deutschland

3.2.1 Die Beteiligung der deutschen Bundeswehr im Rahmen des NATO Einsatzes im Kosovo

3.2.2 Der Einsatz der deutschen Bundeswehr im Kampf gegen den internationalen Terrorismus in Afghanistan

3.3 Crucial Cases – Vereinigte Staaten von Amerika

3.3.1 Die Intervention der USA auf Haiti

3.3.2 Die Entscheidung des Einmarsches in den Irak – Operation Iraqi Freedom

3.4 Crucial Cases – Russland

3.4.1 Die Entscheidung der militärischen Intervention in Tschetschenien

3.4.2 Frozen Conflict: Georgien

V. Abschließende Bewertung der Fallstudien

1. Beeinflussende Faktoren auf die Gestaltung und Verwendung außenpolitischer Kommunikation im internationalen Konfliktmanagement westlicher Demokratien

2. Gegenüberstellung der untersuchten Staaten: Deutschland, USA, Russland

2.1 Deutschland: Kommunikation eines neuen sicherheitspolitischen Selbstbewusstseins

2.2 USA: Zielorientierte und wertegeleitete Kommunikation

2.3 Russland: Kommunikation zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung

3. Vergleichende Darstellung des Outputs

4. Beurteilung der Rolle internationaler Organisationen innerhalb sicherheitspolitischer Kommunikation - Forum oder Hemmnis?

4.1 Beurteilung der Rolle internationaler Organisationen und regionaler Bündnisse in den einzelnen Fällen

4.2 Interkultureller Vergleich der Rolle internationaler Organisationen

4.3 Rollenmodelle internationaler Organisationen und regionaler Bündnisse

5. Ergebnis und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die außenpolitische Kommunikation in der Sicherheitspolitik westlicher Demokratien seit Ende des Kalten Krieges. Dabei steht die Forschungsfrage im Vordergrund, inwieweit sich diese Staaten in ihrer Kommunikationsgestaltung und Konfliktmanagement-Strategie unterscheiden, wenn sie mit sicherheitspolitischen Herausforderungen konfrontiert werden.

  • Vergleichende Analyse westlicher Demokratien (Deutschland, USA) und dem Sonderfall Russland.
  • Entwicklung eines interdisziplinären Untersuchungsmodells basierend auf Politik-, Kommunikations- und Sozialwissenschaft.
  • Einfluss von Machtverhältnissen, Führungsstil und politischer Kultur auf die außenpolitische Strategie.
  • Rolle internationaler Organisationen und regionaler Bündnisse bei der Konfliktlösung.
  • Empirische Fallstudien zu spezifischen internationalen Krisensituationen.

Auszug aus dem Buch

Die Intervention der USA auf Haiti

Die Intervention der Vereinigten Staaten von Amerika auf der karibischen Insel Haiti ist nur eine Station im historisch gespannten Verhältnis dieser beiden Staaten. Die Geschichte der bilateralen Beziehung ist geprägt durch ein Spannungsfeld, welches alle Aspekte der Außen- und Sicherheitspolitik einschließt: Neben wirtschaftlichen und militärischen Interessen war von Seiten der USA vor allem das Problem der Flüchtlingsströme der haitianischen Bevölkerung ausschlaggebend für ein Eingreifen in einen bis dahin innerstaatlichen Konflikt. Dies steht in engem Zusammenhang mit der von Präsident Bill Clinton deklarierten Linie der Außenpolitik: Die Unterstützung fortschreitender Demokratisierungsbemühungen durch die USA sowie die Fokussierung auf Außenhandelspolitik, sprich sicherheitspolitische Absicherung durch wirtschaftliche Einbindung.

In seiner Ansprache „State of the Union“ im Januar 1995 betonte der Präsident: „Unsere Sicherheit beruht auf einer Fortsetzung unserer Führung in der Welt für Frieden, Freiheit und Demokratie. Wir können nicht zu Hause stark sein, ohne im Ausland stark zu sein.“

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Kommunikation für die Außen- und Sicherheitspolitik westlicher Demokratien ein und definiert die zentrale Fragestellung des Forschungsvorhabens.

II. Theorie – wissenschaftliche Hintergründe und Grundlagen: Hier werden die politik-, kommunikations- und sozialwissenschaftlichen Fundamente für das Analysemodell erarbeitet, wobei Aspekte wie Macht, politische Kultur und das Koorientierungsmodell beleuchtet werden.

III. Methodik: Dieses Kapitel definiert den Begriff der außenpolitischen Kommunikation und führt das entwickelte Untersuchungsmodell ein, das als methodischer Rahmen für die anschließende empirische Analyse dient.

IV. Empirie: Anwendung des Untersuchungsmodells auf ausgewählte sicherheitspolitische Konfliktsituationen in westlichen Demokratien: Das Modell wird auf spezifische Fallstudien angewendet, wobei die Staaten Deutschland, die USA und Russland hinsichtlich ihres außenpolitischen Handelns untersucht werden.

V. Abschließende Bewertung der Fallstudien: Die Ergebnisse der Fallstudien werden synthetisiert, die Rollen internationaler Organisationen evaluiert und ein Ausblick auf die Bedeutung strategischer Kommunikation gegeben.

Schlüsselwörter

Außenpolitische Kommunikation, Sicherheitspolitik, Westliche Demokratien, Konfliktmanagement, Politische Kultur, Diskursanalyse, Internationale Organisationen, Führungselite, Strategische Kommunikation, Systemforschung, Machtverhältnisse, Politische Kommunikation, Krisenmanagement, Demokratiedefizit, Außenpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Dissertation analysiert, wie westliche Demokratien im internationalen Konfliktmanagement außenpolitische Kommunikation gestalten und nutzen.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Die Arbeit verknüpft Politik-, Kommunikations- und Sozialwissenschaft, um das Zusammenspiel von politischem System, Führungsstil und internationalem Umfeld zu untersuchen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis für die Faktoren zu entwickeln, die den Kommunikationsstil von Staats- und Regierungschefs in sicherheitspolitischen Spannungsfeldern beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?

Es wird eine qualitative vergleichende Systemforschung angewandt, die auf einer Metastudie des Konfliktbarometers und der Analyse von "Crucial Cases" basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Anwendung des theoretischen Untersuchungsmodells auf reale Konfliktfälle in Deutschland, den USA und Russland.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Forschungsarbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Außenpolitische Kommunikation, Sicherheitspolitik, Strategische Führung und Konfliktmanagement gekennzeichnet.

Welche Rolle spielt Russland in dieser Studie?

Russland wird als Sonderfall einer "defekten Demokratie" behandelt und seine spezifische Kommunikationsstrategie mit der von westlichen Demokratien verglichen.

Wie bewertet die Autorin die Rolle internationaler Organisationen?

Die Arbeit identifiziert unterschiedliche Rollenmodelle für internationale Organisationen, die von einer aktiven Plattform bis hin zur funktionslosen Bedeutungslosigkeit reichen können.

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Details

Title
Außenpolitische Kommunikation und Konfliktmanagement
Subtitle
Eine vergleichende Analyse außenpolitischer Kommunikation in sicherheitspolitischen Spannungsfeldern westlicher Demokratien seit dem Ende des Kalten Krieges
College
University of Passau
Grade
cum laude
Author
Dr. Maria Dorn (Author)
Publication Year
2007
Pages
269
Catalog Number
V93109
ISBN (eBook)
9783638057448
ISBN (Book)
9783638947961
Language
German
Tags
Außenpolitische Kommunikation Konfliktmanagement
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Maria Dorn (Author), 2007, Außenpolitische Kommunikation und Konfliktmanagement, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93109
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