Diese Arbeit befasst sich mit folgenden Fragen:
Womit beschäftigt sich die Positive Psychologie? Wie ist das Aufkeimen einer Positiven Psychologie gesellschaftlich und global einzuordnen? Ist es sinnvoll, „Glück“ in den Schulen zu unterrichten? Gibt es eine sinnvolle Alternative? In den folgenden Kapiteln wird zunächst ein zusammengefasster Abriss darüber gegeben, wie die Positive Psychologie zu definieren ist, woher sie stammt und womit sie sich im Kern beschäftigt. Daran anschließend werden die Ergebnisse und Erörterungen über die Positive Psychologie kritisch betrachtet und gesellschaftlich, sowie global, eingeordnet. Bevor ein abschließendes Fazit gezogen und ein Ausblick gewährt wird, wird die Bedeutung der Positiven Psychologie im Kontext der Bildungsaufgaben im deutschen Schulsystem beleuchtet und eine, in den Augen des Verfassers sinnvolle, Alternative erarbeitet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Positive Psychologie
2.1. Ursprung
2.2. Forschungsgegenstand
2.2.1.Glück
2.2.2. Glück und Ökonomie
2.2.3. Resilienz
2.2.4. Tugenden und Charakterstärken
2.3. Kritische Betrachtung
4. Bedeutung für die Bildungsaufgaben im deutschen Schulsystem
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit setzt sich kritisch mit dem Konzept der Positiven Psychologie auseinander, hinterfragt deren Anwendung im schulischen Kontext und untersucht die gesellschaftlichen sowie ökonomischen Interessen, die hinter der modernen Glücksforschung stehen.
- Historische Entwicklung und theoretische Grundlagen der Positiven Psychologie
- Kritische Analyse des Glücksbegriffs und der Resilienzforschung
- Die ökonomische Verwertung von Glück und der Individualisierungsschub
- Positive Psychologie im deutschen Schulsystem und pädagogische Alternativen
- Demokratische Bildungsaufträge im Kontrast zu individualistischen Coaching-Ansätzen
Auszug aus dem Buch
2.3. Kritische Betrachtung
Nachdem sich in den oberen Kapiteln mit Begrifflichkeiten der Positiven Psychologie beschäftigt wurde, soll im kommenden Kapital der Versuch unternommen werden, die Positive Psychologie kritisch zu betrachten.
Forschung muss immer die Suche nach Wahrheiten und Allgemeingültigen Aussagen, unter Berücksichtigung objektiver Maßstäbe, beinhalten. Auch wenn Forschende nie frei von ihrer Meinung sind, so sind sie jedoch angehalten diesen Subjektiven Standort im Forschungsprozess zu reflektieren und kritisch mit den eigenen Erkenntnissen umgehen. Die reflexive Auseinandersetzung mit der eigenen subjektiven Wahrnehmung und dem persönlichen Standort im Forschungsprozess spielt eine große Rolle, da nur diese eine qualitative Forschung auszeichnet (vgl. Steinke 2000, S. 330f) Aus diesen Gründen ist es Notwendig die eigene Standortgebundenheit zu reflektieren und danach zu fragen, inwieweit die Erkenntnisbildung von der eigenen Person beeinflusst wird. „Die Gegenüberstellung von Krankheitsideologie und Positiver Psychologie stellt wohl eindeutig eine vereinfachende Dichotomisierung dar“ (vgl. Mayring 2012, S. 53).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema Glück als erstrebenswertes Ziel und Vorstellung der Forschungsfragen sowie des methodischen Vorgehens der Arbeit.
2. Positive Psychologie: Detaillierte Darstellung des Ursprungs, der Kernthemen (Glück, Ökonomie, Resilienz, Charakterstärken) und eine tiefgehende kritische Auseinandersetzung mit der wissenschaftlichen Basis der Strömung.
4. Bedeutung für die Bildungsaufgaben im deutschen Schulsystem: Analyse des „Glücksunterrichts“ vor dem Hintergrund einer zunehmenden Individualisierung und der Notwendigkeit demokratischer Bildung.
5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse und Plädoyer für eine demokratische, antidiskriminierende Erziehung abseits ökonomisch verwertbarer Glücksversprechen.
Schlüsselwörter
Positive Psychologie, Glücksforschung, Resilienz, Neoliberalismus, Individualisierung, Bildungsaufgabe, Schule, Demokratische Bildung, Ökonomisierung, Martin Seligman, Subjektives Wohlbefinden, Gesellschaftskritik, Coaching, Charakterstärken, Identitätsfindung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine kritische Auseinandersetzung mit der Positiven Psychologie, wobei deren theoretische Herkunft und ihre Rolle in der heutigen, neoliberal geprägten Gesellschaft hinterfragt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Glücksforschung, die Ökonomisierung menschlichen Wohlbefindens, Resilienz, Charakterstärken und die Rolle der Bildungseinrichtungen im Kontext gesellschaftlicher Anforderungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Positive Psychologie kritisch einzuordnen und aufzuzeigen, dass sie oft individuelle Bedürfnisse in den Vordergrund rückt, während strukturelle und gesellschaftliche Problemlagen vernachlässigt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Verfasser nutzt eine fachwissenschaftliche Literaturanalyse und eine kritisch-reflexive Auseinandersetzung mit bildungstheoretischen und gesellschaftskritischen Ansätzen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definitionen von Glück, die ökonomische Nutzung dieses Konzepts, die Rolle der Resilienz sowie die Anwendung der Positiven Psychologie in Schulen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Positive Psychologie, Neoliberalismus, Individualisierung, Glücksforschung und Demokratische Bildung.
Wie bewertet der Autor den Einsatz von „Glücksunterricht“ an Schulen?
Der Autor sieht diesen kritisch, da er die Gefahr einer Individualisierung und Selbstoptimierung birgt, statt die Schülerinnen und Schüler zu einer demokratischen Teilhabe und kollektiven Problemlösung zu befähigen.
Inwiefern steht die Positive Psychologie im Dienst der Ökonomie?
Die Arbeit legt dar, dass die Positive Psychologie Menschen als „Psychologisches Kapital“ begreift und somit coachingartige Instrumente bereitstellt, um Individuen im Sinne ökonomischer Verwertbarkeit zu optimieren.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Gesellschaftliche und globale Bedeutung der Positiven Psychologie. Eine kritische Auseinandersetzung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/931162