Die Hausarbeit beschäftigt sich mit der Partnerschaft zwischen Hisbollah und dem Iran. Dabei wird zunächst die Geschichte und Entstehung der Hisbollah während des libanesischen Bürgerkrieges untersucht, bevor genauer auf das Verhältnis zwischen Hisbollah und Iran eingegangen wird. Mit dem Sturz des Schahs von Persien, Reza Pahlavi, 1979, welcher sich dieses Jahr zum vierzigsten Mal jährt, begann durch die neu gegründete Islamische Republik Iran eine Zeit des ,Revolutionsexports'. Als deren erstes Produkt galt die Hisbollah, welche sich 1982 aus verschiedenen abgespaltenen Gruppen der früheren AMAL-Miliz gründete und von massiven finanziellen und militärischen Zuwendungen des Irans profitierte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Geschichte der Hisbollah
2.1.Entstehung
2.2.Entwicklung im Bürgerkrieg
2.3.Die Hisbollah nach dem Bürgerkrieg
3. Verhältnis zwischen Hisbollah und Iran
4. Fazit
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit untersucht die komplexe politische und militärische Beziehung zwischen der libanesischen Hisbollah und dem Iran, um zu klären, inwieweit die Hisbollah als eigenständiger Akteur agiert oder als verlängerter Arm der iranischen Außenpolitik fungiert.
- Historische Genese und Entwicklung der Hisbollah
- Strategische Nutzung sozialer Infrastrukturen
- Militärische Taktiken und Ideologie
- Einfluss des Iran auf Entscheidungsprozesse und Finanzierung
- Die Rolle der Hisbollah nach dem libanesischen Bürgerkrieg
Auszug aus dem Buch
2.1. Entstehung
Die Hisbollah entstand 1982, während des Bürgerkrieges im Libanon, als Abspaltung der Amal-Miliz, dem militärischen Arm der 1974 von Musa as-Sadr gegründeten Harahat al-Mahrumin (Bewegung der Unterprivilegierten). Der aus dem Iran stammende Iman Musa as-Sadr kam 1959 in den Libanon, nachdem er von den Schiiten aus Tyros zum neuen religiösen Anführer bestimmt wurde. In dieser Funktion stand er ab 1967 dem, im gleichen Jahr gegründeten, Hohen Islamischen Schiitischen Rat (SISC, Shiite Islamic Higher Council) vor und war damit Repräsentant aller Schiiten im Libanon. 1975 fügte as-Sadr seiner Bewegung Harahat al-Mahrumin einen militärischen Arm hinzu, die Amal-Miliz. Hauptgrund dafür war die anhaltende Benachteiligung der Schiiten im Libanon. So betrug der Anteil der Schiiten an der Gesamtbevölkerung 30-40 Prozent, wobei sie lediglich 20 Prozent der Parlamentssitze inne hatten. Dazu kam der fehlende Schutz der schiitischen Zivilbevölkerung durch die libanesische Armee, während der Konflikte zwischen Palästinensern und Israelis. Schon zu diesem Zeitpunkt versuchten Geistliche aus Najaf Einfluss auf die Amal-Miliz zu nehmen und verursachten dadurch einen Streit innerhalb der Führung der Miliz, der 1981 in der Abspaltung der Islamischen Amal unter Abbas al-Musawi gipfelte, der sich für eine religiösere und auch radikalere Ausrichtung der Miliz aussprach. Die israelische Invasion des Südlibanons 1982 führte zur weiteren Radikalisierung der Miliz, auch weil die Schiiten, neben den Palästinenserflüchtlingen, die Hauptleidtragenden der Invasion waren. Schutz erhielt die schiitische Bevölkerung weder von der libanesischen Armee selbst, noch von den im Land stationierten syrischen Truppen. Nur der Iran unterstützte die Betroffenen durch Entsendung von Pasdaran, welche nicht nur Waffen lieferten, sondern Militärtraining und politische Propaganda boten. Mit dieser iranischen Hilfe gründete sich nun, vor allem aus ehemaligen Mitgliedern der Islamischen Amal, die Hisbollah.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entstehung der Hisbollah nach der Islamischen Revolution im Iran ein und skizziert die zentrale Forschungsfrage nach dem Ausmaß des iranischen Einflusses.
2. Geschichte der Hisbollah: Das Kapitel beleuchtet die Entstehung der Gruppe im Kontext des libanesischen Bürgerkriegs, ihre strategische Etablierung durch soziale Infrastruktur und die Transformation nach dem Abkommen von Ta'if.
3. Verhältnis zwischen Hisbollah und Iran: Dieser Abschnitt analysiert die tiefgreifende finanzielle, ideologische und militärische Abhängigkeit der Hisbollah vom Iran sowie die Auswirkungen auf deren Kampftaktik und internationale Aktionen.
4. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass zwischen Hisbollah und Iran eine conditio sine qua non Beziehung besteht, wobei die Hisbollah trotz einer behaupteten Eigenständigkeit weiterhin stark vom Iran abhängig bleibt.
Schlüsselwörter
Hisbollah, Iran, Libanon, Schiiten, Stellvertreterkrieg, Nahostkonflikt, Islamische Revolution, Amal-Miliz, Pasdaran, Terrororganisation, Libanesischer Bürgerkrieg, Stellvertreter, Geiselnahmen, Militärstrategie, Einflussnahme
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und Entwicklung der Hisbollah im Libanon sowie der Analyse der engen und oft kontrovers diskutierten Verbindung zum Iran.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den zentralen Themen gehören die historischen Ursprünge der Miliz, ihre Rolle im libanesischen Bürgerkrieg, der Aufbau sozialer Strukturen sowie die strategische Unterstützung durch den Iran.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit die Hisbollah als eigenständiger Akteur agiert oder ob sie primär als verlängerter Arm der iranischen Militär- und Außenpolitik zu betrachten ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung von Fallstudien zur Untersuchung der politisch-militärischen Verflechtungen zwischen dem Iran und der Hisbollah.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Darstellung der Hisbollah-Entwicklung sowie eine detaillierte Analyse der finanziellen und militärischen Kooperation mit dem Iran.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Hisbollah, Iran, Libanon, Schiiten, Stellvertreterkrieg, Nahostkonflikt und Islamische Revolution.
Wie beeinflusste der Iran die ideologische Ausrichtung der Hisbollah?
Der Iran leistete durch ideologische Propaganda und die Entsendung von Pasdaran Unterstützung, die maßgeblich zur radikalen Ausrichtung und Strukturierung der Hisbollah beitrug.
Warum spielt das soziale Engagement der Hisbollah eine so große Rolle für deren Erfolg?
Durch den Aufbau von karitativen Einrichtungen wie Müllentsorgung, Wasseraufbereitung und medizinischer Versorgung sicherte sich die Organisation dauerhaften Rückhalt in der schiitischen Bevölkerung des Libanons.
Inwieweit veränderte sich das Verhältnis zum Iran nach Ende des Bürgerkriegs?
Trotz der sogenannten "Libanonisierung" und dem Streben nach einer formalen politischen Rolle im Libanon blieb die Abhängigkeit von finanzieller und militärischer Unterstützung durch den Iran bestehen.
- Arbeit zitieren
- Peter Christian Meis (Autor:in), 2019, Die Hisbollah und der Iran. Eine Partnerschaft in Abhängigkeit?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/931163